"Valley of Neptune" heißt das Album, das tatsächlich unveröffentlichtes Material von Jimi Hendrix bereithält. Fast 40 Jahre nach dessen Tod kann man so sein Bild vom Hexer komplettieren.von Klaus Theweleit
Ehrlich gesagt, wen juckt's? Hendrix war einerseits ein recht guter - wenn auch wenig variabler - Gitarrist, der als einer der ersten mit Effekten und Feedback experimentierte. Andererseits war er ein grauenhafter, maßloser Gniedler und mäßiger Songschreiber (nicht, weil die Songs schlecht gewesen wären, sondern weil sie letzlich alle gleich klangen, wo nicht ohnehin recyclet waren: "Crosstown Traffic" etwa ist nichts weiter als eine beschleunigte Version von "Purple Haze"). Aber all das spielt eigentlich keine Rolle: Wesentlich frappierender finde ich, dass die Hippies der ausgehenden 60er Jahre ihren seinerzeit doch recht begrenzten Spät- bis Postpubertantenhorizont noch heute für das Maß aller Dinge halten: Anders sind absurde Superlative wie "der beste Elektrogitarrist aller Zeiten" bzw. "nie hat es einen besseren Rockdrummer gegeben" wohl nicht zu erklären.
Leserkommentare
20.03.2010 12:41 Uhr
von Raimund Krämer:
Ehrlich gesagt, wen juckt's? Hendrix war einerseits ein recht guter - wenn auch wenig variabler - Gitarrist, der als einer der ersten mit Effekten und Feedback experimentierte. Andererseits war er ein grauenhafter, maßloser Gniedler und mäßiger Songschreiber (nicht, weil die Songs schlecht gewesen wären, sondern weil sie letzlich alle gleich klangen, wo nicht ohnehin recyclet waren: "Crosstown Traffic" etwa ist nichts weiter als eine beschleunigte Version von "Purple Haze"). Aber all das spielt eigentlich keine Rolle: Wesentlich frappierender finde ich, dass die Hippies der ausgehenden 60er Jahre ihren seinerzeit doch recht begrenzten Spät- bis Postpubertantenhorizont noch heute für das Maß aller Dinge halten: Anders sind absurde Superlative wie "der beste Elektrogitarrist aller Zeiten" bzw. "nie hat es einen besseren Rockdrummer gegeben" wohl nicht zu erklären.