• 09.10.2008

Neue Prognose für Klimawandel

Ein halbes Grad zu viel

Vermutlich wird es nicht gelingen, die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen. In Brüssel bekämpft die Bundesregierung trotzdem weiter die Pläne des EU-Umweltausschusses.von S. Bergt, S. Kosch

  • 12.10.2008 14:18 Uhr

    von BADGIRLS_LILLY:

    Ein gewichtiger Beitrag, um unter den 2 Grad zu bleiben wäre auch, v.a. in den Regionen der Welt mit kühlen Jahreszeiten, bis 2010 alle Wohn- und Bürogebäude, sowie alle Groß- u. Kleinhandelsgebäude mindestens (a) mit Drei-Scheiben-Wärmeschutzfenster mit gut dämmenden Rahmen und (b) besonders guter Wärmedämmung auszustatten. Darüber hinaus sollten und könnten mindestes 75% all dieser Gebäude (auch alte ! ) heutigen Passivhausstandards entsprechen.

    Ein Passivhaus benötigt im Jahr bei üblicher Nutzung nicht mehr als etwa 15 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Die notwendige Heizleistung ist so gering, dass ein Passivhaus sprichwörtlich mit Glühlampen beheizt werden könnte. Für eine 20 m² Zimmer würden - zur Veranschaulichung - zwei 100 Watt Lampen ausreichen- selbst im kältesten Winter. Dies entspricht einer Einsparung von mehr als 90% gegenüber dem durchschnittlichen Verbrauch in bestehenden Wohngebäuden. vgl. z.B. http://www.baudirwas.at/passivhaus.html

    Durch Nutzung von Wintergarteneffekten - schon bei der Planung, oder beim Umbau - und Ausstattung mit thermischen, ggf. auch photovoltaischen Anlagen, ggf. auch kleinen Windrädern, könnten sogar mindestens 25% bis 50% aller Wohn- Büro- u. Handels-Gebäude bis spätestens 2030 so etwas wie ein "Plusenergiehaus" werden.

    Unverschattete & stabile Dächer sollten gesetzlich verpflichtend mit thermischen oder photovoltaischen Solaranlagen auszustatten sein (nb: keine Cadmium...-Zellen, es gibt wahrlich andere).

  • 11.10.2008 22:50 Uhr

    von Anne:

    o, pardon, ich glaube, ich hab' vorhin 2 falsche windradtypen-beispiele gebracht, denn mindestens 5 m lange rotorblätter, also 10 m kreisdurchmesser, sollten es schon sein für diesen zweck, und entsprechend höhere leistung, damit sich das aufstellen an autobahnen überhaupt lohnt.

    natürlich wäre das alles kein ersatz für viel größere offshorewindparks in wenigen km abständen zu den küsten aller europäischen (an welchem meer auch immer jeweils liegenden) länder, und den umbau und neubau von möglichst vielen gebäuden nach passivhausstandard u.s.w.

  • 11.10.2008 20:25 Uhr

    von Anne:

    also ich wäre schwer dafür, besonders im relativ sonnenärmeren regionen wie nord- und mittel-europa, die windkraft schneller auszubauen, als bisher geplant, z.b. auf die mittelstreifen, und falls nicht zu nah am wald, dann auch die seitenstreifen aller autobahnen mittel- und nordeuropas alle paar hundert meter ein windrad zu bauen, am besten wohl versetzt, also zuerst auf der einen seite, dann ca. 330 m weiter in der mitte, dann wieder ca. 330 m weiter auf der anderen seite u.s.w., z.b. vom typ ML 3000 "Air" von Moratec oder vom typ Windflower ( vgl. http://www.windmission.dk ) oder andere, je nach standort (d.h. bei durchschnittlich stärkerem größere und entsprechend umgekehrt).

  • 10.10.2008 11:05 Uhr

    von michaelbolz:

    @ pekerst und Karl

    tja auch hier lässt sich Goethe ausgraben: "vergeblich, dass ihr ringsum wissenschaftlich schweift, ein jeder lernt nur, was er lernen kann, doch wer den Augenblick begreift, das ist der rechte Mann (oder Frau;-))"

    Als ich im ersten Semester in Geschichte meine Hausarbeit mit einer im Beginn vorhandenen eigenen These abgegeben habe, wurde die nur Dank eines der letzten Gogos akzeptiert, der (m)eine eigene Haltung zum Thema akzeptiert hat. Aber er hat mich gleichzeitig gewarnt. Damit würde ich weiterhin nicht gut fahren, ich müsste in Zukunft mehr auf die kapitalistische Saldo-Argumentation achten - und mich insofern der Mehrheit anpassen (tatsächlich wurde ich in Folge dahingehend genötigt). Eine eigene Meinung zählt also erst wenn ich in der Politik bin, ein Volksheld, Al "Powerpoint" Gore oder Dr.Prof.phil.phil.anus. sonstwas.

    Aber zum Thema. Der vermeintliche Wohlstand und Fortschritt ist meiner Meinung nach reine Heuchelei. Wir stehen darin knietief in Müll, Blut und Scheiße, verursachen riesige Katastrophen und sind kaum ansatzweise bereit oder in der Lage uns damit kritisch und mit Fragen nach einer möglichen Wahrheit, nach Wahlmöglichkeiten subtil auseinanderzusetzen. Unwort: "Zeitgeist"
    Des "Wohlstands" und "Fortschritts" wegen verachten wir die denen inhärenten Probleme. Wer prüft sein Konsumverhalten? Reagiert durch Wahlverhalten und öffentliche Diskussion auf das Versagen der Politik? Entwickelt einen eigenen Standpunkt? Streitet? Was ist Wohlstand? Fortschritt?
    Was wir darunter zu verstehen meinen ist es mit anzunehmender Sicherheit (persönlicher Standpunkt) nicht. Bestenfalls in wenigen Sparten (jeder hat ein Handy, ein Labtop, Zentralheizung, Urlaub in der Karibik usf), die in einer Saldo-Rechnung (unter Ausschluss der 1ne Milliarde Armen wie im "Kapitalismus" von Herrn Wilke) derart hochgerechnet werden, dass daraus automatisch etwas Wunderbares entsteht. Alles andere ist wie stets schnöde linke Kritelei und moralisches Gedöns.
    Quo vadimus?
    Einen Sinn wird die Sache schon haben, wenngleich er sich mir bisweilen entzieht.

  • 10.10.2008 10:01 Uhr

    von Karl:

    @ pekerst

    Gut gemeinte Worte, nur ob diese auch weitgehend naturwissenschaftsferne Menschen überhaupt erreicht?
    Und wollen sich die Angesprochenen ihren neuen Malleus Maleficarum überhaupt durch sachlich kritische Betrachtung ad absurdum führen lassen?
    Es ist doch ein gar zu einfaches Werkzeug um von kompexeren Zusammenhängen abzulenken. Allein auf die ideologisch motivierten Verdammungsansätze "Wie wir alle wissen..ist..verantwortlich" wären nicht nur Sprenger und Institoris stolz gewesen. Eine üble antisienzistische Weltsicht, eine beispiellose Vereinfachung um den Preis völliger naturwissenschaftsfreier Realitätsverleugnung, als "Begründung" reicht eben immer noch "Gott will es!" auch nach über 1000 Jahren.

    Was kannst Du erwarten von
    - Menschen, die sich überwiegend auf dem Niveau "ich kann aber 5 Veröffentlichungen mehr aufbieten..deshalb ist xy richtig" auseinandersetzen?
    - Menschen, die unwillig reagieren wenn sie nach der Uberprüfbarkeit ihrer Arbeitshypothesen gefragt werden?
    - Menschen, die Glauben und Wissen nicht sauber trennen können oder wollen?
    - Menschen, die Korrelation mit Kausalität verwechseln und jede Kausalitätsprüfung verweigern?

    Sieh doch die Ansätze der Kommentare, es kommen beliebige Vorschlage (völlig wertfrei gemeint) ohne jede belastbare Auskunft darüber was warum wieviel bringt und wie der Erfolg einzelner Maßnahmen wissenschaftlich überprüfbar ist.

    Da verspürt selbst der friedliche Mensch das Bedürfnis diesen Menschen den "Atkins" und das "Analytikum" solange um die Ohren zu hauen, bis diese verstanden haben was ihre Hypothesen so alles implizieren.

    Glück auf!

    Karl

  • 09.10.2008 23:42 Uhr

    von vic:

    Tja, was tun? Solange solch wirtschaftsgesteuerte, realitätsferne Nieten das sagen haben wie derzeit, wird sich an der Klimapolitik nichts ändern...und das Volk wählt die gleichen Gestalten sie ja immer wieder in die Verantwortung.

  • 09.10.2008 23:06 Uhr

    von bernhard wagner:

    Ab 1. Jan 2009 ein Tempolimit von max. 100 km/h, dazu möglichst innerhalb einiger weniger Jahre eine Verlagerung von Hochtemperaturindustrien in Regionen zwischen den ungefähr 42. Breitengraden und dortige Betreibung mit Solarenergie (v.a Solarofen -Nutzung), wären 2 von vielen stark wirkenden Maßnahmen v.a. von Seiten hoch industrialisierter Länder, damit global die 2 Grad vielleicht doch noch erreicht werden.

    Auch endlich die Urwaldzerstörungen zu stoppen - z.B. auch durch Verbot von Tropenholz ohne FSC Siegel und ähnlichen Maßnahmen (vgl. z.B. Aktionen von http://www.foei.org , http://www.wwf.org , http://www.greenpeace.org ) hätte eine (im Vgl. zum Aufwand) relativ große Wirkung - davon abgesehen, dass es auch aus anderen Gründen angebracht wäre. Allein in den letzten 20 Jahren wurde z.B. mehr Amazonasurwald zerstört, als in der ganzen Zeit vorher seit ca. 500 Jahren.

  • 09.10.2008 20:24 Uhr

    von pekerst:

    Ist es nicht traurig? In der ersten Zeile des Vorspanns zum Artikel ist genannt, um was es geht, die "Erderwärmung". Und was steht in der roten Überschrift? "Klimaerwärmung". Das ist ungefähr so wie mit der Frage an Radio Eriwan: "Können Schwule Kinder kriegen?" Antwort: "Im Prinzip nein, aber es wird immer wieder versucht." Und leider versuchen es auch nicht nur immer wieder irgendwelche Leute, in der taz, die unmögliche "Klimaerwärmung" unterzubringen, sondern es gelingt ihnen leider auch. Das Klima ist aber eine so komplexe und abstrakte Angelegenheit, dass seine "Erwärmung" unmöglich ist. Es ist schlicht und ergreifend die Erdatmosphäre, die erwärmt wird. Kann nicht mal jemand diejenigen, die für die Software der taz zuständig sind, bitten, dafür zu sorgen, dass beim Wort "Klimaerwärmung" - oder auch "Schuldenaufnahme", da doch der gemeine Mensch Kredite aufnimmt - eine Mitteilung kommt, dass es nicht um ein Wort geht, sondern um einen - richtigen - Begriff: Klimawandel oder Erwärmung der Erdatmosphäre oder auch Erderwärmung. Aber wie sagte schon Goethe? "Wenn Begriffe fehlen, stellt zur rechten Zeit ein Wort sich ein."

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