• 21.10.2009

Neue EU-Vorschläge zum Asylrecht

Wenn Europa die Flucht ergreift

EU-Justizkommissar Barrot will ein besseres EU-Asylrecht. Aber zugleich wehren EU-Boote Flüchtlinge schon auf hoher See ab und bestehende Standards werden ignoriert.von Daniela Weingärtner

  • 26.10.2009 23:04 Uhr

    von Hausfrau B.:

    Natürlich ist es politisch, logistisch und auch finanzielle unmöglich allen Asyl-willigen in Europa auch Asyl zu bieten. Aber wir verwöhnten Europäer, mit unseren geheizten Wohnungen, Sozialleistungen und Supermärkten sollten nicht aus den Augen verlieren, was diese Menschen dazu treibt, ihr Leben bei lebensgefährlichen Bootstouren aufs Spiel zu setzen, nur um als Schuhputzer in Spanien zu leben. Mein Mann kommt aus einem marocnaischen Dorf und konnte sich an manchen Tagen nur von Tee und Gerstenkörnen ernähren, da er keine Arbeit gefunden hatte. Später hat er als Näher 20 Euro im Monat verdient. Und Marocco ist eines der stabilsten und sichersten Länder in Afrika. Sicher, nicht jeder lebt von der Hand im Mund, aber ich kann Flüchtlinge gut verstehen, wenn sie Europa für das Pardies auf Erden halten. Wenn man also Flüchtlinge in ihren Ländern halten möchte, muss sich auf entwicklungstechnischer Ebene etwas tun!

  • 22.10.2009 12:18 Uhr

    von aso:

    @ vic:
    „...Missachtung der Grundrechte...“:

    Die Sarrazin – Diskussion hat nochmal fokussiert, daß es nicht generell um Probleme mit Migranten geht.

    Sondern, daß es (europaweit) eine Problemgruppe bezüglich Integration innerhalb der Migranten gibt: die Muslime, in Deutschland vorwiegend Türken und Araber.

    Diese Erkenntnisse haben sich sogar mittlerweile bis zum GEZ-TV rumgesprochen:
    http://www.youtube.com/watch?v=y_ByDj8Txrw&feature=player_embedded

    Die Grundrechte bezüglich Asyl waren niemals als Einreise-Ticket für einen Massenansturm vorgesehen. Hinzu kommt, daß es sich bei den Hilfesuchenden vorwiegend um die oben genannte Gruppe handelt (Muslime), mit denen die bereits vorhandenen Integrationsprobleme bestehen.

    Der Massenansturm wird bei vorhandenem Sozialsystem mit Rundumversorgung zum Nulltarif auch nicht abreißen.

  • 22.10.2009 12:06 Uhr

    von Alexandra:

    Keiner strebt an, jedem Asyl zu geben. Und wenn man sich mal die Mühe macht die Zahlen nachzuschauen, anstatt unwissend Panik zu verbreiten, wird man sehen dass es sich ganz anders verhält.Die Zahlen der Asylanträge in Deutschland ist verschwindend gering. In Greichenland werden nur 0,1% der Asylanträge bewilligt. Und das liegt nicht nur daran, dass viele von ihnen nicht Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention sind, sondern dass keine Kapazitäten für eine angemessene Überprüfung der Fälle vorhanden ist. Die Verhandlungsdauer ist enorm lang, es kommen immer weitere Flüchtlinge dazu usw. Ich weiß also nicht genau, was hier mit "durchgreifen" gemeint ist. Für mich wäre durchgreifen zum Beispiel, so wie es teilweise schon geschieht, die Flüchtlinge in andere Länder weiterreisen zu lassen, wo sie dann einen Asylantrag stellen können. Wir sollten uns von dem Gedanken verabscheiden, dass Migrationsströme kontrollierbar sind. Deswegen gibt es ja auch Probleme in Griechenland, weil die meisten gar nicht dort bleiben wollen und an den Häfen auf eine gute Gelegenheit warten, auf ein Schiff Richtung Italien, Deutschland oder sonstwohin aufzuspringen. Da ist jede Integrationsbemühung zwecklos. Alternativ muss man den Ländern an der EU-Außengrenzen die Unterstützung bieten, potentielle Flüchtlinge angemessen zu empfangen und sie nicht wie Verbrecher zu behandeln, ihnen die Möglichkeit geben einen Antrag zu stellen und die Verfahren ordnungsgemäß durchzuführen. Oder eben Länder wie die Türkei in die Verantwortung ziehen, die den Flüchtlingen fröhlich den Weg zur EU weisen.
    Ach ja, und nicht alle Ausschreitungen in Europa gehen von Ausländern aus. In Griechenland waren es ausschließlich griechische Jugendliche, und deren Anliegen war nicht, gegen eine Überfremdung zu protestieren, sondern gegen die Bildungsmisere und die faschistische Haltung der Polizei.

  • 22.10.2009 11:38 Uhr

    von obstsalat:

    Noch besseres Asylrecht?

    Es wird ja immer gerne behauptet - die taz stets als Wortführer voran - Europa würde sich gegen Einwanderer abschotten ("Festung Europa"). Das Gegenteil ist richtig. Die Tore stehen sperrangelweit offen.
    Man braucht nur mal durch unsere Städte gehen. Und natürlich die Augen aufmachen nicht vergessen. In den Großstädten haben über 50% der unter 5-jährigen Kinder Migrationshintergrund. In Nürnberg, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, München liegt dieser Anteil nahe 70%. Wo bitte gibt es hier eine "Festung Europa"?

  • 22.10.2009 09:40 Uhr

    von olli:

    man sollte bei der diskussion imer im auge behalten, dass sich die eu nicht erlauben kann, noch mehr etnische konflikte zu importieren- sonst haben wir hier bald genau diese enthnischen konflikte, vor denen die flüchtlinge geflohen sind. erste anzeichen durch zu viel immigration und daraus entstehenden konflikten gibt es in der eu bereits (türken vs. kurden, ausschreitungen und griechenland und frankreich etc.)

  • 22.10.2009 03:39 Uhr

    von Daniel Zollinger:

    Wo kämen wir denn da hin, wenn man jedem Asyl geben würde? Ich bin viel in Griechenland und ich kenn das Problem wo die griechischen Behörden haben und ich hoffe das da in absehbarer Zeit mal was geschieht und etwas Härter durchgegriffen wird. Ich glaub mit der neuen Regierung geht jetzt was!

  • 22.10.2009 03:00 Uhr

    von vic:

    Europa begeht Verbrechen gegen die Menschlichkeit, jeden Tag.
    Nebenbei natürlich auch der Missachtung der Grundrechte, auf die sie geschworen haben.
    Wenn es mit rechten Dingen zuginge, stünden die beteiligten Staatschefs alle vor Gericht.
    Aber wie immer in diesen Kreisen, so laufen auch hier die Gangster frei rum.

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