• 16.07.2009

Neue Augenzeugin für Naziattacke in Berlin

"Es war wie im Horrorfilm"

Am fast tödlichen Übergriff auf einen Linken waren viel mehr Rechte beteiligt als bisher bekannt, sagt eine Zeugin der taz. Freunde des Opfers sind schockiert.von Philipp Gessler Und Tilla Masberg

  • 17.07.2009 11:55 Uhr

    von Wurstmaxe:

    Ihr solltet alle viel mehr Wurst essen, dann würden solcherley Dinge nicht passieren tun.

  • 16.07.2009 23:09 Uhr

    von alles beim Alten:

    Ich wurde sowohl von der einen Seite als auch von der anderen Seite körperlich angegangen. Die "Unterhaltungen" waren immer gleich. Ich finde beide zum Kotzen.

    Linke und Rechte unterscheiden sich in meinen Augen nur in der Farbe ihrer Hemden.


  • 16.07.2009 20:45 Uhr

    von Lodmund der Alte:

    @ clueless:
    Na, Du "Intellekuteller"...In einigen Kommentaren sind tatsächlich schwache Spuren von Intelligenz zu erahnen, und das ist dann "faschistisch"..."Nieveau" ist übrigens auch glänzend.

  • 16.07.2009 18:20 Uhr

    von Josson:

    Liebe TILLA MASBERG,
    lieber PHILIPP GESSLER,

    Gratulation für diesen sehr frischen, bewegenden und emotionalen Beitrag. Mit der Recherche, die Sie im Gegensatz zu vielen anderen Berliner Medien, wohl sehr detailiert durchführten, kann ein neues Bild der Gegenöffentlichkeit entstehen. Der Artikel wirft natürlich unangenehme Fragen auf: Woran ist die Öffentlichkeit bei der Ansicht der Pressemitteilungen der Polizei? Wie gut ermittelt die Polizei in dem Fall?

    Da ich mich selbst nicht als Teil der linksradikalen Szene sehe, aber mir dennoch gewisse Einblicke in die Gedankenwelt erlaube, kann ich mir dank Ihres Artikels relativ bildlich vorstellen, wie es gelaufen sein könnte.

    Mit Absicht werde ich nicht weiter auf die anderen Kommentare eingehen, obwohl es in den Fingern juckt. Nazi-Gewalt zu relativieren und gleichzusetzen mit der antifaschistischen Spontandemonstration in Friedrichshain ist absurd.

    Berlin muss sich bewegen.

    Viele Grüße

  • 16.07.2009 18:10 Uhr

    von Philipp Mainländer:

    @Clueless

    Der Ausdruck "Sozialfaschist" stammte wohl eher aus der KPD-Ecke und meinte das es zwischen der verbürgelichten Sozialdemokratie und dem Faschismus keinen Unterschied gibt. Die SPD würde durch ihren Kurs des sozialen Ausgleichs innerhalb des kapitalistischen Systems die Arbeiterschaft nur ihrer revolutionären Aufgabe entfremden. Das auch die KPD die Weimarer Republik zerstören wollte, brauche ich hier nicht gesondert zu erwähnen.

    Eine gewalttätige Linke kann nicht die Antwort auf das Neonaziproblem sein. Ich werde auf jedem Fall keine Gruppierung unterstützen, die mit "Deutschland verrecke"-Parolen Autos anzündend durch die Straßen zieht. Der Teufel lässt sich nunmal nicht mit dem Beezelbub austreiben.

  • 16.07.2009 16:14 Uhr

    von Egal:

    "Deshalb wehret den Anfängen und zwar mit allen Mitteln!!!"

    Mit allen? Also Gewalt für die Friedlichkeit? Töten für den Frieden? Fic... gegen Aids?

    Naja, im Artikel steht ja daß diese "neue" Aussage im im Widerspruch zu allen anderen Aussagen steht. Ist wohl eh nix dran.

  • 16.07.2009 14:40 Uhr

    von clueless:

    Also mindestens die Hälfte der Kommentare hier sind leicht faschistisch... Hier werden die Verletzungen einer Person damit gerechtfertig, dass die Linken ja auch Gewalt anwenden?!

    Hier wird zur Gewaltlosigkeit also zur Tatenlosikeiten gegen Rechts aufgerufen. Denn wie, leider nur 1 Kommentator erkannt hat - kann man mit den Rechten nicht reden. Da diese Menschen weder das intellekutelle Nieveau dazu haben noch reden möchten... Sollte man doch aus Weimar und auch heutigen Vorfällen (Mügeln) wissen.

    An den Kommentaren hier zeigt sich auch mal wieder die Tendenz in D rechte Gewalttaten zu vertuschen und zu relativieren - wie schon in Weimarer Zeiten...

    Auch hier wurden linke Gewaltverbrecher doppelt so oft zur Rechenschaft gezogen wie rechte und dies obwohl es ca. 4-5 mal so viele rechte Gewalttaten gab u. diese dazu häufiger tödlich endeten. Hier zeigen sich auch deutlich die rassitischen Tendenzen vieler Polizisten, die lieber den "anständigen Deutschen" (die aber eigentlich zumeist arbeitslose Alkoholiker mit einem Durchschnittsiq von 90 sind) helfen als den "scheiß Zecken".

    Und Gewalt gegen Sachen (Aktion gegen die Nazi-Disco in Friedrichshain) ist immer noch etwas anderes als Gewalt gegen Personen und wenn der Staat gegen solche Treffpunkte nichts unternimmt (weil er die Steuern kassieren will), dann müssen halt die Bürger selbst tätig werden.

    Bin sicher kein Autonomer und finde auch in diesen Bereichen einiges überzogen, aber meine Vorfahren wurden (als "reine Arier") von den Nazis verfolgt und ihres Vermögens beraubt, nur weil sie ihre Ideologie verachteten und nicht für sie arbeiten wollten (mein Uropa war "roter" Bürgermeister einer Kleinstadt).

    Meine Meinung augrund der Erzählungen, die ich aus dieser Zeit gehört habe, waren die einzigen die "wirklich" gegen die Nazis kämpften die Kommunisten und natürlich wendeten sie Gewalt an. Und schuld am Untergang Weimars waren die kaisertreuen Kräfte wie Zentrum (heute CDU) oder DNVP, die dachten mit Hitler über Umwegen den Kaiser "heimholen" zu können.

    Zudem kam der Streit zwischen SPD und KPD, indem die SPDler (mein Uropa war einer) die Kommunisten als Sozialfaschisten beleidigten und dies mit der Anwendung von Gewalt durch die KPD rechtfertigten.

    Dadurch wurde die Linke geschwächt und konnte den reaktioären und faschistischen Kräften nicht mehr genug entgegen setzen.

    Deshalb wehret den Anfängen und zwar mit allen Mitteln!!!

  • 16.07.2009 14:26 Uhr

    von metaebene:

    es ist schon mehr als eine frechheit dem betroffenen hier eine mitschuld dafür zu unterstellen das er von nazis halbtot getreten wurde, wir erinnern uns; der haupttäter war noch dabei auf dem kopf rumzuspringen als die polizei eintraf und beschwerte sich, dass es nicht richtig geknackt hätte beim zutreten. es ist mehr als eine frechheit, es ist regressive propaganda;
    hier findet keine debatte in betroffenheit und solidarität statt, hier wird versucht zu relativieren, da ist der schritt zu "altermedia" wo ganz direkt zu weiteren solchen taten aufgerufen wird, schon nicht mehr so weit...
    taz needs moderatorInnen angainst the nazitrolls

  • 16.07.2009 13:06 Uhr

    von hermit:

    Die Wahrheit kommt eben an den Tag: Es ist so schön praktisch, daß ja naturgegeben die Rechtsextremen Schuld haben! Da kann man dann so wunderbar von seiner eigenen Kriminalität ablenken, von dem neurotischen Selbsthaß, den man dann auf andere projizieren kann, ohne auch noch differenzierter denken zu müssen. Es sind genau diese Einstellungen - entweder alles in Deutschland ist Scheiße (trotzdem kommen die Leute aus aller Welt hierher, komisch...) oder eben alles ist supergut und andere Scheiße - die diese Gesellschaft bedrohen und bedroht haben. In Weimar waren es genau diese beiden, Rechte wie Linke in ihrer extremen Ausprägung, die destruktiv Deutschland in den Orkus gezogen haben.
    Und daran hat sich bis heute nichts geändert - nur die Linke wird von einer klammheimlich applaudierende Halbintelligenzia munter gefördert und entschuldigt: Das ist zum Kotzen! Denn was sonst unterscheidet eigentlich diese beiden Einstellungen außer diesem? Ja ja die humanen Linksextremen, die immer heldenhaft und großmütig, im Kampf fürs Gute eben, anderen angreifen, die Rechten dagegen: Das weiß man ja schon....

  • 16.07.2009 12:43 Uhr

    von Ostproll:

    Vergleichsweise sind die Artikel, die in der taz zum Thema Rechtsextremismus zu finden sind, zu den Besseren zu zählen. Sie wärmen nicht nur alte Klischees auf, die heute kaum noch Bedeutung haben und sind mehr oder weniger auf der Höhe der Zeit.

    Bei den Bildern, die diese Artikel ausschmücken, sieht das ganz anders aus. Noch immer dominieren hier Glatzen und Springerstiefel. Dabei ist das Skinhead Outfit nun fast schon seit einem halben Jahrzehnt von rechten Demos verschwunden. Modische Kleidung und sportliche Frisuren dominieren nun die Szene - wie bei den Tätern vom Wochenende.

    Wer immer wieder das Bild des rechten Skinheads reproduziert macht es den neuen Nazis leichter über diesen Imagewandel Fuss in der Gesellschaft zu fassen. Denn wer als "normal" aussehend wargenommen wird, dem werden rechtsextreme Positionen eher nachgesehen, da er schliesslich kein gewalttätig aussehender Skinhead ist. Dass aber auch "normal" aussehende Rechte brutale Killer sein können zeigen gerade die Ereignisse vom Wochenende.

  • 16.07.2009 12:22 Uhr

    von Richard Detzer:

    Niemand kann etwas dafür, daß dieser Staat so unfähig, tatenlos, fremdbestimmt und dumm getrieben ist wie vor dem Nationalsozialismus. Ich wiederhole, niemand kann etwas dafür. Sonst hätten wir ja jemand, den wir zur Verantwortung ziehen könnten. Meldet sich jemand. Sehen Sie, keiner in Sicht.

  • 16.07.2009 12:21 Uhr

    von Spießer:

    In jedem Fall ist für mich, als deutschen Spießer, die Tatsache erschreckend, dass es so viele LINKE UND RECHTE Gewalttaten gibt. Es wird langsam wohl nötig, neben den allseits medienpräsenten "Kampf gegen Rechts" (bei dem es sich wohl in erster Linie um Lippenbekenntnisse handelt) einen "Kampf gegen Links" zu stellen, beides natürlich gemünzt auf Radikale und gewaltbereite Fanatiker. "Links" und "rechts" sind nämlich schon sehr schwammige Begriffe. Politische Gewalt ist abzulehnen, egal aus welcher Richtung. Übrigens wirft das ganze auch ein schlechtes Licht auf unsere angeblich so tolerante Hauptstadt. Es gibt hier sehr viel Intoleranz, von Linken, Rechten, Links- und Rechtsautonomen... Und das hier, wo man schon jeweils eine Diktatur erlebt hat, eine aus jeder Richtung.

  • 16.07.2009 12:11 Uhr

    von PerditaDolorosa:

    @denninger und erikius

    Danke für Eure Kommentare, ich kann es nicht besser ausdrücken.

  • 16.07.2009 11:46 Uhr

    von chris:

    "gewalt wird nicht besser wenn sie gegen rechte eingesetzt wird." "...keinen deut besser.." "..moralische keule.."

    bla bla - heiße luft, nicht mehr und nicht weniger.

    leute die so argumentieren sind noch nie, nachts auf eine gruppe prügellustiger nazis getroffen.

    wann peilt ihr friedenshüter endlich das man mit nazis nicht reden kann???? und die cops rufen bringt auch nichts,bis die da sind bist du schon schwer verletzt oder evtl. tot! mal abgesehen davon wie ihr euch das vorstellt? jo, moment mal bitte ich ruf noch schnell die polizei, dann dürft ihr mir den schädel eintreten. ???

    ich bin kein linker und nicht bei der antifa. ich höre metal und passe deshalb, rein äusserlich, enbenfalls nicht in das gesellschaftsbild der nazibande. ich habe noch nie einen nazi angegriffen. aber ich musste mich schon oft gegen dieses pack verteidigen. viele freunde von mir, ebenfalls keine linken, auch.

    ihr habt keine ahnung wie diese subjekte drauf sind. wenn du nicht wegkommst nachdem sie dich angegriffen haben - bist du immer schwer verletzt, immer!!! selbst vor frauen nemen sie keine rücksicht. (freundin imkrh, wurde von 3 nazis ins gesicht getreten weil sie rote haare hat. die nazis haben je 1,5 jahre bewährung bekommen!) noch fragen zur justiz?

    btw
    die polizei hilft ebenfalls kein stück weiter. anzeige gegen unbekannt. die kann ich mir auch sparen - weil: wird nach nem halben jahr eingestellt. aktiv ermitteln tut da keiner ausser es gibt zeugen und wird schön offentlich gemacht!

    in diesem sinne,lasst euch den mist nicht gefallen. wenn die nazis euch angreifen! dieser statt jedenfalls wird solange nicht einschreiten bis die bande im bundestag sitzt - nur dann ist es zu spät!!!


  • 16.07.2009 11:45 Uhr

    von Demir:

    Es ist ein schlichtweg lächerlicher Artikel.
    Man sollte sich doch an die offiziellen Ermitlungsergebnisse der Behörden halten und nicht irgendwelche anonymen, ANGEBLICHEN Zeugen zitieren, um man wieder einen brutalen Angriff von zehn selbsternannten "Antifaschisten" auf vier komische Glatzen schönreden.
    Swas ist schlchtweg unglaubwürdig, schliesslich kann jeder aus dem Symphatisantenkreis eienr der beiden Seiten hier als "Zeuge" irgendwelchen Käse von sich geben, wie brutal die andere Seite doch war...

  • 15.07.2009 20:50 Uhr

    von denninger:

    Sorry, aber diese Art der Berichterstattung ist amateurhaft.
    Erst sollen die Rechten einen Unbeteiligten Passanten überfallen haben, dann war er doch einer aus einer zahlenmässig überlegenen Gruppe Linker, jetzt waren die Gruppen doch gleich stark.
    Das ist genau die Art Journalismus, die Euch unglaubwürdig macht und dem Spiesser ein ideales Argument gibt, das Ganze als "linke Hysterie" abzutun. Dass als "Antwort" 200 Leute randalieren macht die Arbeit gegen Rechts auch nicht einfacher.

  • 15.07.2009 19:26 Uhr

    von erikius:

    Zur Bildunterschrift: "Neonazis gibt es leider auch in Berlin-Friedrichshain": Dort gibt es leider auch gewaltbereit AntiFa. Genauso verfassungsfeindlich, brutal, kriminell & radikal wie die Nazis. Diese haben kein Recht auf Selbstjustiz, genauso wenig wie jeder andere auch. Als Hamburger muss ich leider auch erleben, dass die AntiFa deutlich präsenter ist als Ihr rechtes Gegenstück, entsprechend für sehr hohe Sach- und Menschenschäden verantwortlich. Das Verbrechen an Jonas K. darf das nicht entschuldigen aber man darf ihn auch nicht als Unschuldslamm darstellen. Der Poliziebericht http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/132235/index.html sowie der Tagesspiegel http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Friedrichshain-Rechtsextremismus;art126,2847635 berichten dahingehend nämlich was anderes. Man darf, auch als Linker / AntiFa, nicht mit der moralischen Keule schwingen, wenn man selber kein Deut besser ist und Gewalt als Form der Auseinandersetzung einsetzt. Gewalt wird nicht besser weil sie gegen Rechte eingesetzt wird. Und der Versuch der AntiFa nun einen Flächenbrand zu erzeugen (Angriff auf das Jeton), um für noch mehr rechte Straftaten in der Presse zu sorgen, um dann wiederum eine Rechtfertigung zu finden das Problem auf Ihre Art zu lösen ist bersorgnisserregend. Viel schlimmer, dass es sogenannte demokratische Parteien (die Linke) oder auch linke Presse (TAZ) auch nur im Ansatz Sympathien für solche kriminelle Umtriebe verbreiten.
    Gegen Gewalt von recht und links, nieder mit Hakenkreuz und roten Stern

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder