• 01.03.2010

Netz-Debatte alter Medien

Die Angst, ein Werkzeug zu sein

Die FAZ veröffentlicht ein neues Manifest zur Zukunft des Internets. Wir werden ihr für ihre etwas rückwärts gewandte Netz-Kritik noch dankbar sein.von Sebastian Dörfler

  • 04.03.2010 12:15 Uhr

    von Frederic Moreau:

    Was das Zizek-Interview mit der "Jetzigkeit" Gelernters zu tun haben soll, erschließt sich mir trotz mehrfacher Lektüre nicht.

    Damals, also vor 11 Jahren (!!), ging es um verschiedene Identitäten (Verkörperungen, Hysterien) im Cyberspace und ihre Stellung zur "realen Realität" (Zizek). Die aktuelle Debatte um Cloud-Computing, Informationsmassen und das Schirrmacher-Buch spielt sich dagegen vor dem Hintergrund der etablierten Netzwerke ab. Es geht um die Zukunft der Lektüre, die Enteignung der Textproduzenten u.ä. Die Verwaltung der Online-Identitäten ist heute vornehmlich ein Thema für Jugendliche, Rentner und Datenschützer.

    Kurz, das Zizek-Interview ist interessant (danke für den "Link"), hat aber inhaltlich nichts mit der aktuellen Debatte zu tun. (Außer man labert halt solange rum, bis sich ein Zusammenhang - hier: "Das Internet tut nicht, was ich will" - einstellt.)

  • 03.03.2010 14:00 Uhr

    von Dirk:

    @Anne: Ich glaube nicht, dass das Internet "darauf ausgerichtet (ist) gezielt Informationen zu bündeln." Das Problem ist ja gerade, dass in der Jetzigkeit die Information, was es zu essen im Imbiss an der Ecke gibt, neben dem Erdbeben in Chile steht.

    Distanz schafft Relevanz!
    Das gilt für das Tagesgeschehen genau so, wie in der Geschichtsschriebung.

  • 02.03.2010 18:39 Uhr

    von Anne:

    Interessanter Artikel, sauber und verständlich formuliert, ausgewogene Betrachtung. Kompliment, und mehr davon!

    @Martin: Hm. Das Internet befördert weniger intuitive Wahrnehmung und Verhaltensweisen, ist stark darauf ausgerichtet gezielt Informationen zu bündeln. Mir persönlich passiert es auf dem Weg zum Zeitungsverkäufer, oder eben genau dort eher, dass ich auf etwas unerwartetes stoße. Oder dass ich in einer Zeitung eben versehentlich doch mal einen Blick in eine Rubrik werfe, die ich gezielt nicht gesucht hätte...

    @Uwe: Anscheinend verlässt einen die Fähigkeit bildhaft zu formulieren auch dann nicht, wenn man sich primär mit Computer Wissenschaft befasst.

  • 02.03.2010 15:35 Uhr

    von Martin:

    Sehr guter Artikel, gerne etwas laenger und verstaendlicher ;)

    Und ist die Tatsache, dass ich auf der "linken" Internetseite der taz bin, nicht schon die Bestaetigung dafuer, dass ich mir aus diesem Fluss nur die mir gefaelligen Stroemungen aussuche?

    Jedoch: war das mit den Zeitungen frueher anders?

    Und: sollte es nicht spaetestens seit Adorno anders sein? Hihi.

  • 02.03.2010 15:29 Uhr

    von Uwe Sak:

    ZITAT: Im Netz fließen die Informationen in einem reißenden Strom der "Jetzigkeit". Vor dem Ertrinken wird uns nach David Gelernter eine individuelle "Wolke" bewahren ZITATENDE

    Wie viel muß man eigentlich getrunken haben, um so etwas zu verfassen?

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