• 01.05.2010

Neonazis in Berlin blockiert

Fünf Stunden für 150 Meter

In Berlin haben tausende Menschen im Bezirk Prenzlauer Berg eine Demo von 600 Neonazis verhindern können. Nach einem 150-Meter-Marsch schickte die Polizei die Rechten zurück.

  • 02.05.2010 19:10 Uhr

    von Guido Stoppgen:

    Pressemitteilung der Polizei-Berlin: "An der Bornholmer Straße Ecke Schönhauser Allee entschloss sich der Anmelder nach einem Kooperationsgespräch mit dem polizeilichen Einsatzleiter gegen 16 Uhr 35, eine Zwischenkundgebung abzuhalten und zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

    Gegen 17 Uhr 20 erklärte der Veranstalter den Aufzug für beendet. "...der Veranstalter selbst hat den Schwanz eingezogen und es waren rund 700 Nazis...so wird das nix mit "Und morgen die ganze Welt" ;D

    Quelle:

    http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/294110/index.html

  • 02.05.2010 14:25 Uhr

    von anwohnerin des skandinavischen kiezes:

    herr stepken,
    vielleicht lesen sie das falsche zeitungsformat und sollten bei soviel undifferenzierten bleidigungen auf ein konservativeres blatt umsteigen?

    ich bin anwohnerin der finnländischen straße - war also auch mitten im geschehen und stelle fest: ich bin für jeden dankbar, der am 1.mai als gegendemonstrant vor ort war.

    die strategische absolute abriegelung unseres kiezes, hätte ein effektives verhindern von braunem marschieren unmöglich gemacht. es hatten letztlich zu wenige menschen in unser kiez gelangen können.

    hätten es diese "linken idioten" (idioten, weil links? weil strategisch mutig? weil selbstbestimmt und zivil ungehorsam?)nicht durch aktionen des zivilen ungehorsams auf die bornholmer straße geschafft, wäre die NPD polizeilich geschützt und ungehindert über die bornhomer gelaufen.

    viele gegendemonstranten kamen erst in den späteren mittagsstunden an die blockadepunkte. wäre die demonstration nicht gleichermaßen durch späte nazis und allerlei kleinstblockaden auf der bornholmer angehalten worden - wer weiß, ob die geringere anzahl menschen, die blockaden im späteren routenteil gegen die immense staatsgewalt hätte halten können?!

    das über-einen-kamm-scheren von "linken idioten und gewaltbereiten randalierern" als beschreibungen für politische aktivitäten, sollte formulierung von BILD & Co bleiben.




  • 01.05.2010 23:04 Uhr

    von Guido Stepken:

    Liebe T.A.Z.

    Ich bin Anwohner an der Bornholmer Straße, war also selber dabei.

    1. Herrn Thierse wurde an der Schönfliesser Straße ein Platzverbot erteilt. Das ist schon mehr als 150m von der Bornholmer Brücke, dem Beginn der Demo, entfernt.

    2. Es waren kaum 200 Neonazi's, knapp 1000 Polizeibeamte waren bis zur Schönhauser Allee im Einsatz, dabei auch mind. 8 Wasserwerfer in Bereitschaft und wenige gepanzerte Fahrzeuge.

    3. Die Demonstration begann erst, nachdem die Strecke von gewaltbereiten, linken Idioten geräumt war, die sich mitunter schon 2 Tage zuvor in den Häusern versteckt hatten, um wie "Stosstrupps" sich von den Seiten aus den Hausfluren auf die Neo-Nazis zu stürzen. Da die Demo von der Polizei verzögert wurde, konnten glücklicherweise alle diese Versuche von der Polizei vereitelt werden. Es gab nur einige wenige leicht Verletzte auf der Seite der gewaltbereiten, linken Idioten, die vor lauter Ungeduld Stunden zu früh ihre "Ausfälle" machten und von Polizeikräften von der Bornholmer Allee in die Seitenstraßen zurückgedrängt wurden.

    4. Die Polizei entschloß sich, die Strecke abzukürzen, da die Demo 5 Stunden später als geplant erst durchgeführt werden konnte und die Kräfte aber dringend in Kreuzberg benötigt wurden.

    5. Es kam dank dieser perfekten Polizeistrategie glücklicherweise zu keinerlei Zusammenstößen zwischen rechten und linken Idioten.

    6. In der Borholmer Straße gab es kaum ein Haus, deren Anwohner *keine* Anti-Nazi-Plakate an der Fassade aufgehängt hatten.

  • 01.05.2010 21:41 Uhr

    von anselm furtner:

    Das vom Bundesverfassungsgericht bestätigte Durchsetztsein der sog. NPD mit Verfassungsschutzagenten lässt vermuten, dass der Staat in Gestalt der sog. NPD ein Feindbild inszeniert, das von anderen Problemen und Gefahren ablenken soll.

    Die große Aufmerksamkeit von Auftritten der sog. NPD bestätigt, dass das inszenierte politische Ablenkungsmanöver perfekt funktioniert.

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