Ein Künstler, der führendes Mitglied einer faschistischen Jugendorganisation ist, erhielt in Moskau den "Kandinsky-Preis". Hauptsponsor ist die Deutsche Bank.von Anna Rieger-Belykh
taz_akt_14951527829
23.12.2008
Neofaschistische Bildpropaganda
Der Skandalpreis von Moskau
Ein Künstler, der führendes Mitglied einer faschistischen Jugendorganisation ist, erhielt in Moskau den "Kandinsky-Preis". Hauptsponsor ist die Deutsche Bank.von Anna Rieger-Belykh
Der Meinung von Dr. Belzer kann ich mich nur anschließen. Wie qualitätvoll dieser Artikel ist, läßt sich erst dann erkennen, wenn man bedenkt, wie die meisten Rußlandexperten Dugin (der mittlerweile Professor an der Moskauer Staatsuniversität geworden ist)noch immer als Randexistenz betrachten. Nur eine kleine Anmerkung: Dugin geht es nicht um eine Herrschaft der Slawen (gegenber den Ukrainern etwa verhält er sich recht feindselig), sondern um einen Riesen-Vielvölkerstaat von Wladiwostok bis Dublin. Dieses Monstrum soll von den Nachkommen einer Edelrasse beherrscht werden, die in grauen Vorzeiten auf dem Nordpol existierte, der nach Dugins Lehre erst viel später vereiste. Die Nachkommen dieser Edelrasse sind für ihn natürlich die Russen. Das ist auch der geistige Horizont von Herrn Beljajew-Gintowt.
24.12.2008 11:51 Uhr
von Dr. Larissa Belzer:
Dieser Artikel übertrifft in seiner Klarheit und Vollständigkeit alles was bis Datum über diesen Skandal berichtet wurde. An dem Wettbewerb um Kandinsky-Preis waren die besten Künstler Russlands beteiligt. Die Ausstellung der nominierten Werke in Berlin zeigte dass die Jury eine breite Wahlmöglichkeiten unter vielen hervorragenden Kunstobjekten hatte. Z.B. war unter den Nominierten Dmitrij Wrubel deren Bild mit dem Brezhnew-Honnecker-Kuss auf der Berliner Mauer seit dem Jahr 1989 als Symbol der Wende einen Kultstatus erworben hat. Das was Jury gemacht hat bedeutet im Kontext der heutigen politischen Situation in Russland so viel wie das Nazi-Hymne "Tomorrow belongs to me" im Kontext des Films CABARE mit dem Preis zu krönen.
Leserkommentare
28.12.2008 14:52 Uhr
von Verena Flick:
Der Meinung von Dr. Belzer kann ich mich nur anschließen. Wie qualitätvoll dieser Artikel ist, läßt sich erst dann erkennen, wenn man bedenkt, wie die meisten Rußlandexperten Dugin (der mittlerweile Professor an der Moskauer Staatsuniversität geworden ist)noch immer als Randexistenz betrachten. Nur eine kleine Anmerkung: Dugin geht es nicht um eine Herrschaft der Slawen (gegenber den Ukrainern etwa verhält er sich recht feindselig), sondern um einen Riesen-Vielvölkerstaat von Wladiwostok bis Dublin. Dieses Monstrum soll von den Nachkommen einer Edelrasse beherrscht werden, die in grauen Vorzeiten auf dem Nordpol existierte, der nach Dugins Lehre erst viel später vereiste. Die Nachkommen dieser Edelrasse sind für ihn natürlich die Russen. Das ist auch der geistige Horizont von Herrn Beljajew-Gintowt.
24.12.2008 11:51 Uhr
von Dr. Larissa Belzer:
Dieser Artikel übertrifft in seiner Klarheit und Vollständigkeit alles was bis Datum über diesen Skandal berichtet wurde. An dem Wettbewerb um Kandinsky-Preis waren die besten Künstler Russlands beteiligt. Die Ausstellung der nominierten Werke in Berlin zeigte dass die Jury eine breite Wahlmöglichkeiten unter vielen hervorragenden Kunstobjekten hatte. Z.B. war unter den Nominierten Dmitrij Wrubel deren Bild mit dem Brezhnew-Honnecker-Kuss auf der Berliner Mauer seit dem Jahr 1989 als Symbol der Wende einen Kultstatus erworben hat. Das was Jury gemacht hat bedeutet im Kontext der heutigen politischen Situation in Russland so viel wie das Nazi-Hymne "Tomorrow belongs to me" im Kontext des Films CABARE mit dem Preis zu krönen.