Antonio Negri agitiert Berlin im Sinne des Operaismus. Der linke Theoretiker fordert die Gründung von "Sowjets der Banken" und unterstützt die Studierenden in ihren Protesten.von Doris Akrap
Von den "Sowjets der Banken" zur "Untersuchung der Arbeitsbedingungen in der Tradition des Operaismus" zur "Rolle digitaler Technologie innerhalb kapitalistischer Ausbeutung" - so ein Schlußsatz ist doch schlichte Nudelware! Habt Ihr nicht mal etwas Anspruchsvolleres?
28.11.2009 18:32 Uhr
von Dr. Harald Wenk:
Die Etablierung des Finanzkapitalkapitalismus datiert schon aus der Weimarer Republik. Trotz durchaus halbwegs zutreffenden Analysen auf vielen Seiten wurde bekanntlich die Arbeiterbewegung derartig „aufgemischt“ und stand dem Finanzmarktereignissen Hyperinflation und Börsenkrach doch recht hilflos gegenüber, so dass Nachdenken angesagt ist. Da ist der von Negri gegebene Impuls: Offensichtlich wird vielerorts gar nicht richtig begriffen, dass der Profit, die Banken, der Finanzmarkt das entscheidende „Schlachtfeld“ sind, auf dem über die großen auch sozialen Strukturen und Möglichkeiten entschieden wird und auch der Staat aktiv ist, durchaus angebracht. Die „Diskretion“ und „unsichtbare Abstraktheit“ der Branche, die Vernebelung durch viele Zahlen, Terminverschiebungen, eigene Mathematik und schnell wechselnde immens viele Begriffe machen das Geschehen auch recht undurchsichtig. Die vielen Wirtschafts/finanzmathematiker, Programmierer und Ökonomen, die bei weitem nicht alle Millionen nach Hause schleppen, sind da eine wirtschaftlich/technische Intelligenz, die den Ablauf des Finanzmarktes trägt. Da am Finanzmarkt die meisten Investionsentscheidungen und auch Einkommensverteilungen vor- und richtig programmiert werden, sollte über Einflussmöglichkeiten dort extrem intensiv nachgedacht und auch politisch /gewerkschaftlich, sogar akademisch ökonomisch und mathematisch Schwerpunkte darauf gesetzt werden. Verstaatlichung oder Vergesellschaftung dieses Sektors ist von Anfang die Strategie der LINKEN gewesen. In der Arbeitsteilung sind bei weitem nicht alle Sektoren gleich wichtig. Ich meine, gesetzt den 90 % wahrscheinlichen Fall, dass der Untergang des Kapitalismus wieder mal erst mal vermeiden werden kann.
24.11.2009 19:01 Uhr
von thomas ziegler:
der fehlende link zum vortrag:
http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=19948
dort findet sich n apetithäppchen von 9:50 min (=per link zu youtube)
u die vermutlich-vollständige doku (PAL, 16:9, 720x576, H.264/mp4, 1.95GB, 1h:25min:20s (negri_prater_091121.mp4) -ich zieh sie selber grad (mit 0.6MB/s), wenn die mal nicht mehr verfügbar sein sollte ... mehl an mich für torrent oä davon...
24.11.2009 11:42 Uhr
von hto:
Zitat DORIS AKRAP: "Doch sein Vortrag zeigte, dass eine Untersuchung der Arbeitsbedingungen in der Tradition des Operaismus aufschlussreich sein könnte, um etwa die Rolle digitaler Technologie innerhalb kapitalistischer Ausbeutung zu bestimmen."
Sarkasmus, Ironie, Zynismus oder irgendein anderes Symptom der Konfusion von eindeutiger Wahrheit zur Überproduktion von systemrationalen Kommunikationsmüll, der zeitgeistlich-reformistische Konsumautist auf systemrationaler Sündenbocksuche, findet immer seinen Stumpf-, Blöd-, Schwach- oder Wahnsinn, um der gebildeten Suppenkaspermentalität in Bewußtseinseinsbetäubung des "braven Bürgers" ... - Technokratie der Hierarchie von / in materialistischer "Absicherung"!?
Ob Christus oder Marx - "Es war seit jeher den Epigonen vorbehalten, befruchtende Hypothesen des Meisters in starres Dogma zu verwandeln und satte Beruhigung zu finden, wo ein bahnbrechender Geist schöpferische Zweifel empfand." (Rosa Luxemburg)
Leserkommentare
07.01.2010 19:16 Uhr
von gerhard monsees:
Von den "Sowjets der Banken" zur "Untersuchung der Arbeitsbedingungen in der Tradition des Operaismus" zur "Rolle digitaler Technologie innerhalb kapitalistischer Ausbeutung" - so ein Schlußsatz ist doch schlichte Nudelware! Habt Ihr nicht mal etwas Anspruchsvolleres?
28.11.2009 18:32 Uhr
von Dr. Harald Wenk:
Die Etablierung des Finanzkapitalkapitalismus datiert schon aus der Weimarer Republik.
Trotz durchaus halbwegs zutreffenden Analysen auf vielen Seiten wurde bekanntlich die Arbeiterbewegung derartig „aufgemischt“ und stand dem Finanzmarktereignissen Hyperinflation und Börsenkrach doch recht hilflos gegenüber, so dass Nachdenken angesagt ist.
Da ist der von Negri gegebene Impuls: Offensichtlich wird vielerorts gar nicht richtig begriffen, dass der Profit, die Banken, der Finanzmarkt das entscheidende „Schlachtfeld“ sind, auf dem
über die großen auch sozialen Strukturen und Möglichkeiten entschieden wird und auch der Staat aktiv ist, durchaus angebracht.
Die „Diskretion“ und „unsichtbare Abstraktheit“ der Branche, die Vernebelung durch viele Zahlen, Terminverschiebungen, eigene Mathematik und schnell wechselnde immens viele Begriffe machen das Geschehen auch recht undurchsichtig.
Die vielen Wirtschafts/finanzmathematiker, Programmierer und Ökonomen, die bei weitem nicht alle Millionen nach Hause schleppen, sind da eine wirtschaftlich/technische Intelligenz, die den Ablauf des Finanzmarktes trägt.
Da am Finanzmarkt die meisten Investionsentscheidungen und auch Einkommensverteilungen vor- und richtig programmiert werden, sollte über Einflussmöglichkeiten dort extrem intensiv nachgedacht und auch politisch /gewerkschaftlich, sogar akademisch ökonomisch und mathematisch Schwerpunkte darauf gesetzt werden.
Verstaatlichung oder Vergesellschaftung dieses Sektors ist von Anfang die Strategie der LINKEN
gewesen. In der Arbeitsteilung sind bei weitem nicht alle Sektoren gleich wichtig.
Ich meine, gesetzt den 90 % wahrscheinlichen Fall, dass der Untergang des Kapitalismus wieder mal erst mal vermeiden werden kann.
24.11.2009 19:01 Uhr
von thomas ziegler:
der fehlende link zum vortrag:
http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=19948
dort findet sich n apetithäppchen von 9:50 min (=per link zu youtube)
u die vermutlich-vollständige doku (PAL, 16:9, 720x576, H.264/mp4, 1.95GB, 1h:25min:20s (negri_prater_091121.mp4) -ich zieh sie selber grad (mit 0.6MB/s), wenn die mal nicht mehr verfügbar sein sollte ... mehl an mich für torrent oä davon...
24.11.2009 11:42 Uhr
von hto:
Zitat DORIS AKRAP: "Doch sein Vortrag zeigte, dass eine Untersuchung der Arbeitsbedingungen in der Tradition des Operaismus aufschlussreich sein könnte, um etwa die Rolle digitaler Technologie innerhalb kapitalistischer Ausbeutung zu bestimmen."
Sarkasmus, Ironie, Zynismus oder irgendein anderes Symptom der Konfusion von eindeutiger Wahrheit zur Überproduktion von systemrationalen Kommunikationsmüll, der zeitgeistlich-reformistische Konsumautist auf systemrationaler Sündenbocksuche, findet immer seinen Stumpf-, Blöd-, Schwach- oder Wahnsinn, um der gebildeten Suppenkaspermentalität in Bewußtseinseinsbetäubung des "braven Bürgers" ... - Technokratie der Hierarchie von / in materialistischer "Absicherung"!?
Ob Christus oder Marx - "Es war seit jeher den Epigonen vorbehalten, befruchtende Hypothesen des Meisters in starres Dogma zu verwandeln und satte Beruhigung zu finden, wo ein bahnbrechender Geist schöpferische Zweifel empfand." (Rosa Luxemburg)