Neonazi-Attacken werden oft als ausschließliches Ostproblem wahrgenommen. Doch militante Neonazis und No-go-Areas gibt es auch in Dortmund.von Cigdem Akyol
Ohne die Situation in Dortmund verheimlichen zu wollen ist für alle Ortsfremden schon zu sagen, dass es zu jeder großen "Antikriegstags"-Nazidemo hier (zu der die Rechte bundesweit einlädt) eine vielfach größere Gegegendemo gibt, die zu weiten Teilen von Dortmundern belebt wird - sicher nicht nur, um das Ansehen der Stadt zu wahren.
25.01.2010 16:34 Uhr
von Heh, Ihr dort in Berlin ...:
... nochmal meine Frage: Nazis in Dortmund, ist das nicht ein Roman von Rudolf Heß, diesem Nobelpreisträger da?
25.01.2010 16:09 Uhr
von Das freie Wort:
Auf "Indymedia" vergeht kaum eine Woche, in der nicht damit geprahlt wird, einen "Nazi" "geoutet" zu haben. Nun wird der Spieß eben umgedreht, da haben wir es mit dem kosmischen Resonanzgesetz zutun. Nur wenn die "Antifa" es nacht ist die Rede von "Zivilcourage"... Entweder bin ich gegen Gewalt, von allen Seiten, oder eben nicht. Alles Andere ist Heuchlerei.
25.01.2010 15:57 Uhr
von Erdmann Linde:
Der Artikel gibt die Lage in DO fast vollständig wieder, leider verzichtet er ganz auf die Darstellung der vielen Dortmunder Aktivitäten gegen rechts. Und ungenau(freundlich bemerkt) ist auch die Bemerkung zu OB Sierau. Er musste nicht wegen seiner "umstrittenen Wahl" sein Amt niederlegen. Sein Vorgänger OB Langemeier, der nicht mehr zur Wahl stand hatte eine Schwierige Haushaltslage bis zum Tag nach der Wahl verheimlicht.Daraufhin wurde die Wiederholung der Wahl gefordert. Sierau hat sich zur Wahlwiederholung bereit erklärt und auf Einsprüche verzichtet damit in Kenntnis aller Zahlen neu gewählt werden kann. Gemusst hat er es nicht.
25.01.2010 15:44 Uhr
von NameIch:
@von Ihr Namehans Also, auch die linke Gewalt geht über Sachbeschädigung hinaus. Wobei ich jetzt hier nichts vergleichen will.
In diesem Artikel geht es über Gewalt von Recht, respektive die Erlebnisse einiger Leute die gegen Rechts sind. Ich wohne in Essen, kenn aber Dortmund nicht genau. Das Gefühl, dass aber auf dem linken Auge schärfer gesehen wird als auf dem Rechten hab ich mittlerweile auch. Und ich weder in der AN noch in der Antifa. Und ich bin grundsätzlich gegen Gewalt. Von daher bleibt nur der Weg sich weiter zu engagieren, gegen Rechts und diese verbohrten Holzköpfe, aber auch gegen Politik, die blind ist.
25.01.2010 13:06 Uhr
von Martin Schmitz:
Was mich am Artikel, den Kritikern in Dortmund und vielen Kommentarschreibern hier stört, ist, dass zwar viel kritisiert wird, aber keine konkreten Forderungen gestellt wird. Ich beschäftige mich seit 1,5 Jahren mit Rechtsextremismus in Dortmund und mir persönlich sind keine Ideen eingefallen, wie man dem Problem entgegenwirken kann, außer auf Veranstaltungen mit zu demonstrieren. Aber was soll die Stadt groß machen, außer Symbolpolitik, die sie ja in großem Maße macht.
Viele Menschen in Dortmund betrifft das Thema auch kaum. Daher ist es in der Öffentlichkeit ein kaum beachtetes Thema. Es interessiert sie kaum, weil sie kaum etwas davon mitbekommen. Außer den großen Nazi-Demos nehme ich das Thema selbst auch kaum wahr. Ich bin wie viele nicht betroffen. Wenn man die Gesellschaft hinter sich bringen will, müssen alle Gruppen, die gegen Rechts arbeiten, auch viel mehr Werbung für sich und dieses Thema machen.
Kritik, die ich hier nachvollziehen kann, ist die Kritik an der Polizei. Dass einfache rechtsextreme Straftaten und unterschwellige Bedrohungen von der Polizei runtergespielt werden, finde ich schlimm. Auf der anderen Seite finde ich es nicht gut, dass alle Demos gegen Rechts in Dortmund von Linksautonomen missbraucht werden. Ein Grund, warum ich am 5.9. nicht mitdemonstriert habe, sondern lieber eine der zahlreichen kleineren Aktionen besucht habe.
25.01.2010 12:08 Uhr
von Ulf:
...hmm, ehrlich gesagt. Als einer , der jahrelang in Dortmund studiert hat wundert mich der Artikel kein bißchen. Fakt ist: SChon vor zehn Jahren gab es enorm viele Nazis in Dortmund. Wer jedoch schonmal einen Blick auf die verherende Entwicklung der Kommunalpolitik in Dortmund geworfen hat, der erkennt, dass man das Problem jahrelang verharmlost hat. Daran ist in Dortmund in erster Linie die SPD Schuld, die jahrelang mit ihren linientreuen Rentnern die Kommunalpolitik bestimmten. Wahrnehmung für Veränderungen? Fehlanzeige! Wahrnehmungen für verfassungsfeindliche Strömungen? Fehlanzeige. Die Stadt wird systematisch musealisiert und überschuldet, öffentlicher Widerspruch entsteht nicht und rechte Zonen werden verschämt verschwiegen, man will ja kein schlechtes Image. Auch hier gilt: es ist auch der dumpfe Lokalpatriotismus, der Nährboden für Nazis ist. Warum auch die Probleme wahrnehmen, wenn man den BVB hat? Euer Kolumnist Küppersbusch macht da übrigens keine Ausnahme, auch das ist so ein verkappter Ruhrpott-Folklorist
25.01.2010 11:50 Uhr
von Ihr Namehans:
An Demokrät: bewiesen wer hinter den Ansclägen in HH oder B steht ist es nicht! Außerdem besteht ein großer unterschied zwischen Rechten und Linken: Rechte Gewalt bezieht sich auf die Herkunft der Menschen und ist gegen sie gerichtet. Das geht über Sachbeschädigung hinaus!
25.01.2010 10:49 Uhr
von Walter Sparbier:
@O.T.: Wenn Sie friedliche Demonstrationen als populistischen Aktionistendreck bezeichnen bei dem Ihnen die "Kotze hochkommt", sagt das mehr über Ihre Gesinnung aus als über die Zustände in Dortmund.
25.01.2010 10:21 Uhr
von lila luder:
Dortmund ist in Antifa-technischer Hinsicht dank Langmeyer und Sierau eine Stadt zum Verzweifeln, ein Streichelzoo für Neonazis. Aus dem Dormunder Kessel im Jahre 2000, der nachträglich für rechtswidrig erklärt wurde, hat auch der Polizeipräsident nichts gelernt. Es wurde in den darauffolgenden Jahren weiter willkürlich "gekesselt" um die Daten der Antifas aufzunehmen und die linke Szene datenmässig zu erfassen.
25.01.2010 10:00 Uhr
von O.T.:
@Walter Sparbier: Bunt statt Braun?! Was soll das bitte sein? Wieder so eine Haufen populistischer Aktionistendreck?! Wir tun mal eben so als ob wie gegen Nazis sind?! Friedlich mit dummen Spruchbändern demonstrieren gehen??? Bei sowas kommt mit nur noch die Kotze hoch!!!
25.01.2010 09:45 Uhr
von Flo:
@Ruben: Viele Namen kann man auch selbst rausfinden. Ich will jetzt hier nicht auf die Seiten verlinken, da ich nicht weiß ob der Kommentar dann erscheint. Aber kannst z.B. mal "recherche nrw" googlen. Es gibt im Zusammenhang mit der Dortmunder Naziszene auch nen "Adventskalendar". Ich meine letztes Jahr gab es auch einen. Einfach mal googlen... ;-)
25.01.2010 09:20 Uhr
von Dortmunder:
Nur eine Anmerkung zum Ergebnis der Kommunalwahl: DVU und NPD haben ihren Fraktionsstatus verloren, da sie beide in Dortmund stark an Stimmen eingebüßt haben. Vorher stellten Sie zusammen 3, jetzt nur noch 2 Ratsvertreter. Dennoch erschreckte mich im Wahlkampf, dass diese Parteien ihre Plakate gezielt oben an Lichtmasten ganzer Straßenzüge befestigt haben. Sehr unheimlich, denn die haben noch lange nach der Wahl dort gehangen...
25.01.2010 02:06 Uhr
von Daniel "JoS" Lucas:
Danke für diesen Artikel! Die Zustände in Dortmund sind wahrlich unzumutbar geworden. Neben einigen Stadtteilen, welche inzwischen vollkommen in der Hand von Neonazis sind, ist es auch in der Innenstadt ungemütlich geworden. Mit diversen Symbolen oder Shirts sollte man Abends keinesfalls alleine den Weg von der Kneipe zum Hauptbahnhof antreten.
Aber auch das Verhalten der Polizei dort ist unerträglich. Am 05.09.2009 zeigte sich dies erneut, als die Polizei antifaschistische Aktivisten gezielt schickanierte und verfolgte. Wenn ein Beamter während der Personalienaufnahme dann noch einen Kommentar wie "Die 200 schaffen wir heute noch" fallen lässt hat man beinahe das Gefühl, dass eine Provision für jeden festgestellten Antifaschisten bezahlt wird. Zu mal sich die BeamtInnen auch auf direkte Bitte weigerten einem mutmaßlichen Mitglied der rechten Szene das abphotographieren von, in einem Kessel festgehaltenen, DemonstrantInnen zu untersagen. In Dortmund ist der Rechtsstaat bedauernswerter Weise nicht aus juristischen Gründen so zu bezeichnen, sondern lediglich auf Grund seiner politischen Ausrichtung.
24.01.2010 22:43 Uhr
von Peter K.:
Die Bildunterschrift deutet ja an, dass nicht alle Nazis Glatzen sind. Man hätte auch ruhig mal darauf hinweisen können, dass der Großteil der Skinheads links bis politisch neutral ist und nur durch die Medien das Bild vermittelt wird, dass Nazi und Skinhead das gleiche wären. Das hat leider zur Folge, dass nicht-rechte Glatzenträger auch als Nazis gelten und von einigen unwissenden auch entsprechend angegangen werden und außerdem, dass angenommen wird das ja alle Nazis nur dumme Schläger seien die nichts zustande bekommen. Dass die Ideologie der Nazis dumm und abstoßend ist steht außer Frage, aber ich denke das dieses von fast allen Medien (inkl. taz) gezeichnete Bild leider den rechten in die Hände spielt.
24.01.2010 21:08 Uhr
von Walter Sparbier:
Mit Verlaub, das ist der größte Unsinn, den ich auf taz.de je gelesen habe...der Autor sollte vielleicht mal selbst vor Ort recherchieren. Es bringt der eigentlich gut gemeinten Sache überhaupt nichts, wenn man sich abwechselnd eine Stadt nach der anderen herauspickt und den Wettbewerb darüber eröffnet,wo denn nun die schlimmsten Neonazis wohnen. Schon mal ´was von "Bunt statt Braun gehört"?
24.01.2010 19:36 Uhr
von SeST:
Das Bild ist - falls in Halbe aufgenommen - eines aus Brandenburg. Denn dort liegt das kleine Städtchen. Nicht aber wie suggeriert in Sachsen-Anhalt.
24.01.2010 19:30 Uhr
von Ruben :
Das es in Dortmund hoch her geht ist schon lange bekannt. Die TAZ sollte umbedingt am Ball bleiben und regelmäßig berichten was sich da tut. Man braucht Namen und Adressen von dem feigen Pack. Die fühlen sich viel zu sicher. Kein Wunder, denn keine Regierung ist dem Problem bisher gerecht geworden.
24.01.2010 19:13 Uhr
von Susanne:
Naja, da nähern sich die Rechtsextremen den Linksextremen nicht nur ideologisch an.....
24.01.2010 19:03 Uhr
von Dortmunder Antifaschistin:
Noch nie habe Ich in irgendeinem Medium, selbst nicht im Spiegel, einen so schlechten, uninteressanten, selektive Fakten präsentierenden Artikel über die Dortmunder Naziszene gelesen. Gerade deshalb muss man sich aber den taz-Blödsinn ständig reinziehen; damit man weiß, was der Rest an linken Gutmenschen gerade wieder für einen Schwachsinn vorgesetzt bekommt. Gerade noch aufm Hausplenum das Votum für ein Abo der TAZ und gegen die JW durchgewunken -.-*
24.01.2010 19:00 Uhr
von Peter S.:
Nur weil sich Neonazis selbst "autonom" nennen, macht sie das nicht zu autonomen. Sie kleiden sich zwar mittlerweile wie linke autonome, das ist aber nur äußerlich. Sie bleiben dennnoch die Neonazis, die sich von (An-)führern befehlen lassen. Mit Selbstbestimmung hat das also recht wenig zu tun.
24.01.2010 18:41 Uhr
von Shu:
Danke für den Artikel. Und wirklich erschreckend ...
24.01.2010 18:13 Uhr
von Marc:
Das ist eine wahrhaft problematische Entwicklung. Ich war selbst vor einigen Wochen in Dortmund und habe dort in einer Diskothek Bekanntschaft mit diesen Autonomen Nationalisten gemacht. Nie hätte ich gedacht, daß im Ruhrgebiet, einem Schmelztiegel aus deutschem, polnischen, masurischem, türkischen und italienischem Blut, diesem wahren Völkerbrei solche Gesinnung möglich ist. Worauf stützen sich die Neonazis im Ruhrgebiet? Dort wird die Zuwanderung seit Jahrhunderten forciert, fast jeder hat Verwandtschaft die zugewandert ist.
Der Nationalismus dürfte im Ruhrgebiet nur Halt finden, wenn man das Deutschsein auf die Zugehörigkeit zu Kultur und Sprache beschränkt, nicht auf die Blut und Boden Theorie der Nazis.
Ausstiegsprogramme nützen nichts. Die Krise gebährt die neuen Nazis. Unsere Demokratie hat versagt. Ein Hoffnungsschimmer sind Menschen wie die, die im Artikel beschrieben wurden.
24.01.2010 18:01 Uhr
von olaf:
Dortmund ist ein schreckliches Beispiel, wie aus einem fremdenfeindlichen und rassistischen Konsens in der Bevölkerung eine Grundlage entstehen kann, die Neonazis aufgreifen und daraufhin eine Struktur aufbauen können.
Dortmund war einmal anders, doch dann kamen Nazi-Hooligans, faschistische Skinheads, rechtsradikale Parteien und irgendwann NPD. Mittlerweile "autonome Nationalisten" ( Nationalist_innen, sind auch (junge) Frauen dabei).
Die Antwort auf diese reele Gefahr kann angesichts der Ignoranz von PolitikerInnen und einer heimlichen Sympathie bei vielen StadtbewohnerInnen nur heißen: selber Öffentlichkeit herstellen, antifaschistischen Selbstschutz organisieren und das Verhalten der Stadtregierung und Polizei skandalisieren.
Antifaschismus heißt was tun, wo es brennt. Die ANs sind im Durchschnitt sehr jung und die fascistische Subkultur ist das wichtigste. NS-Hardcore, schwarze Windbreaker und Kampfsport sind die Anziehungspunkte, die für nationalistisch eingestellte Jungendliche attraktiv sind.
Dort muss Antifaschismus ansetzen, die Vorraussetzungen für Neofaschismus kritisieren und gleichzeitig versuchen, eine antifaschistische Gegenströmung zu etablieren. Antifapartys, Flyer, Outings von Neonazis, Demos, Kundgebungen und Anbiendung an bestehende Antifagruppen in anderen Städten sind konkrete Ziele.
24.01.2010 17:03 Uhr
von m. aus Dresden:
Die Sorge der örtlichen Polit-"prominenz" erinnert mich dann doch sehr an ostdeutsche Städte. Zu nennen wäre da natürlich ganz aktuell Dresden bzw. Mügeln. Man sollte aber nicht immer unbedingt den Vergleich mit dem Osten suchen, sondern eher hinterfragen, wieso in Großstädten solch eine provinzielle Politik betrieben wird. Das Wirken der Polizei sollte den politisch Engagierten sowieso nicht wundern. Da sind eher die seltenen Außnahmen lobend hervorzuheben. Wie Fälle in Sachsen-Anhalt zeigen, landen gegen rechte Umtriebe tätige Polizeibeamte aus dem Staatsschutz mal ganz schnell bei der Verkehrsüberwachung.
Erst wird verharmlost, dann relativiert. Auseinandersetzungen mit rechtsradikalen Schlägern arten dann ganz schnell in "einer Schlägerei zwischen Jugendlichen" aus. Die Opfer haben selbstverständlich auch immer provoziert. Dies wird ja bereits im Artikel angesprochen.
Schaut euch die Verhältnisse in zivilgesellschaftsfreien ostdeutschen Großstädten wie Dresden an. Das kann nicht das Ziel sein!
24.01.2010 16:23 Uhr
von Michael Klein:
Was soll man dazu noch sagen, seit vergangener Woche die Dresdener Staatsanwaltschaft Räume von Antifaschistische Oranisationen, die zur Blockade des Neonaziaufmarsches aufrufen durchsuchen und Plakate beschlagnahmen ließ und gestern auch noch die Webside www.dresden-nazifrei.de sperren ließ, wundert zumindest mich nichts mehr. Das ist regelrechte braune Kumpanei der Polizei und der Staatsanwaltschaft mit dem braunfaschistischen Mief. Mehr hab ich dazu nicht zu sagen!
24.01.2010 16:19 Uhr
von Lotta:
Danke, taz, dass ihr es endlich mal aussprecht. Dass Nazis ein Ost-Problem sind, ist lange Vergangenheit, genauso wie die gut erkennbaren 80er-Jahre-Oldschool-Nazis mit Glatze, Springern und Bomberjacke. Hinzuzufügen wäre nur noch, dass auch nicht nur Dortmund Probleme mit Nazis hat, sondern im Gegenteil die AN-Strukturen (koordiniert von "AB Mittelrhein") durch ganz RLP und NRW ziehen. Und wahrscheinlich noch weiter. Solidarische Grüße an alle Betroffenen und Kämpfenden!
24.01.2010 16:18 Uhr
von Dortmunder:
Ich lebe in Dortmund und muss die Politik hier ganz klar in Schutz nehmen. Das Engagement ist tatsächlich ziemlich groß was die Bekämpfung der AN angeht. Dortmund ist eine sehr freundliche Stadt, in der es sich sehr gut lebt und auch der Stadtteil, in dem die AN ihre Hochburg hat, ist ein sehr lebendiger, in dem es sich gut wohnen lässt. Die durchweg negative Darstellung meiner Heimatstadt ist daher absolut ungerechtfertigt und bedient mal wieder die klassischen Klischees über Städte im Ruhrgebiet. Die starke Präsenz rechtsextremistischer Strukturen in Dortmund war von Anfang an Kalkül und hat rein gar nichts mit den Lebensbedingungen der Stadt oder der Region an sich zu tun. Genauso gut hätte sich die AN in Köln oder Stuttgart etablieren können, nur leider fiel die Wahl auf Dortmund, um die "neue Rechte" mit ihrem modernen Gesicht im Westen zu etablieren. Auf Jugendliche übt sie einen sehr starken Reiz aus und kann daher viele junge Menschen rekrutieren, die genauso gut Gothics oder Punks hätten werden können. Dies liegt schlicht am Dazugehörigkeitsbedürfnis der Jugendlichen. Dadurch ist die Szene fast zu einem Selbstläufer geworden.
Der Artikel vermittelt den Eindruck, Dortmund sei eine kaputte, naziverseuchte Stadt mit riesigen sozialen Problemen. Dagegen muss ich mich in Anbetracht der extrem starken Linken in Dortmund, in der ich sehr viele Freunde habe, und des freundlichen Wesens der Menschen in dieser Stadt wehren. Bei uns herrscht Aufbruchstimmung und Euphorie. Von Tristesse keine Spur...
24.01.2010 15:37 Uhr
von Demokrät:
Man ersetze die linken Familien durch konservative Familien. Man ersetze die Stadt Dortmund durch Hamburg oder Berlin oder Freiburg oder, oder oder. Man ersetze die Autonomen Nationalisten durch die Antifa. Die Methoden hingegen sind genau gleich, nur Flächendeckend vorhanden; man Frage nur bei CDU-Politikern in Hamburg etc. nach. Da verbrennen die Autos komplett und die Häuser werden gründlich zerstört.
Die Frage ist nun, warum nicht tagtäglich aus Berlin, Hamburg, Freiburg, Bremen etc. berichtet wird. Dort ist das jeden Tag so, nur eben von links.
24.01.2010 15:27 Uhr
von Fritz Teich:
Wo gibts im Osten No-Go-Areas? Was soll ein No-Go-Area ueberhaupt sein? Im Osten ist die Polizei jedenfalls in der Regel fixer.
Leserkommentare
26.01.2010 18:28 Uhr
von Negro Kaballo:
Monitor berichtete am 19.11. von einer anderen Dortmunder Familie, der es fast genauso erging:
http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2009/1119/neonazis.php5
Ohne die Situation in Dortmund verheimlichen zu wollen ist für alle Ortsfremden schon zu sagen, dass es zu jeder großen "Antikriegstags"-Nazidemo hier (zu der die Rechte bundesweit einlädt) eine vielfach größere Gegegendemo gibt, die zu weiten Teilen von Dortmundern belebt wird - sicher nicht nur, um das Ansehen der Stadt zu wahren.
25.01.2010 16:34 Uhr
von Heh, Ihr dort in Berlin ...:
... nochmal meine Frage: Nazis in Dortmund, ist das nicht ein Roman von Rudolf Heß, diesem Nobelpreisträger da?
25.01.2010 16:09 Uhr
von Das freie Wort:
Auf "Indymedia" vergeht kaum eine Woche, in der nicht damit geprahlt wird, einen "Nazi" "geoutet" zu haben.
Nun wird der Spieß eben umgedreht, da haben wir es mit dem kosmischen Resonanzgesetz zutun.
Nur wenn die "Antifa" es nacht ist die Rede von "Zivilcourage"...
Entweder bin ich gegen Gewalt, von allen Seiten, oder eben nicht. Alles Andere ist Heuchlerei.
25.01.2010 15:57 Uhr
von Erdmann Linde:
Der Artikel gibt die Lage in DO fast vollständig wieder, leider verzichtet er ganz auf die Darstellung der vielen Dortmunder Aktivitäten gegen rechts.
Und ungenau(freundlich bemerkt) ist auch die Bemerkung zu OB Sierau. Er musste nicht wegen seiner "umstrittenen Wahl" sein Amt niederlegen. Sein Vorgänger OB Langemeier, der nicht mehr zur Wahl stand hatte eine Schwierige Haushaltslage bis zum Tag nach der Wahl verheimlicht.Daraufhin wurde die Wiederholung der Wahl gefordert. Sierau hat sich zur Wahlwiederholung bereit erklärt und auf Einsprüche verzichtet damit in Kenntnis aller Zahlen neu gewählt werden kann. Gemusst hat er es nicht.
25.01.2010 15:44 Uhr
von NameIch:
@von Ihr Namehans
Also, auch die linke Gewalt geht über Sachbeschädigung hinaus. Wobei ich jetzt hier nichts vergleichen will.
In diesem Artikel geht es über Gewalt von Recht, respektive die Erlebnisse einiger Leute die gegen Rechts sind. Ich wohne in Essen, kenn aber Dortmund nicht genau. Das Gefühl, dass aber auf dem linken Auge schärfer gesehen wird als auf dem Rechten hab ich mittlerweile auch. Und ich weder in der AN noch in der Antifa. Und ich bin grundsätzlich gegen Gewalt. Von daher bleibt nur der Weg sich weiter zu engagieren, gegen Rechts und diese verbohrten Holzköpfe, aber auch gegen Politik, die blind ist.
25.01.2010 13:06 Uhr
von Martin Schmitz:
Was mich am Artikel, den Kritikern in Dortmund und vielen Kommentarschreibern hier stört, ist, dass zwar viel kritisiert wird, aber keine konkreten Forderungen gestellt wird. Ich beschäftige mich seit 1,5 Jahren mit Rechtsextremismus in Dortmund und mir persönlich sind keine Ideen eingefallen, wie man dem Problem entgegenwirken kann, außer auf Veranstaltungen mit zu demonstrieren. Aber was soll die Stadt groß machen, außer Symbolpolitik, die sie ja in großem Maße macht.
Viele Menschen in Dortmund betrifft das Thema auch kaum. Daher ist es in der Öffentlichkeit ein kaum beachtetes Thema. Es interessiert sie kaum, weil sie kaum etwas davon mitbekommen. Außer den großen Nazi-Demos nehme ich das Thema selbst auch kaum wahr. Ich bin wie viele nicht betroffen. Wenn man die Gesellschaft hinter sich bringen will, müssen alle Gruppen, die gegen Rechts arbeiten, auch viel mehr Werbung für sich und dieses Thema machen.
Kritik, die ich hier nachvollziehen kann, ist die Kritik an der Polizei. Dass einfache rechtsextreme Straftaten und unterschwellige Bedrohungen von der Polizei runtergespielt werden, finde ich schlimm. Auf der anderen Seite finde ich es nicht gut, dass alle Demos gegen Rechts in Dortmund von Linksautonomen missbraucht werden. Ein Grund, warum ich am 5.9. nicht mitdemonstriert habe, sondern lieber eine der zahlreichen kleineren Aktionen besucht habe.
25.01.2010 12:08 Uhr
von Ulf:
...hmm, ehrlich gesagt. Als einer , der jahrelang in Dortmund studiert hat wundert mich der Artikel kein bißchen. Fakt ist: SChon vor zehn Jahren gab es enorm viele Nazis in Dortmund. Wer jedoch schonmal einen Blick auf die verherende Entwicklung der Kommunalpolitik in Dortmund geworfen hat, der erkennt, dass man das Problem jahrelang verharmlost hat. Daran ist in Dortmund in erster Linie die SPD Schuld, die jahrelang mit ihren linientreuen Rentnern die Kommunalpolitik bestimmten. Wahrnehmung für Veränderungen? Fehlanzeige! Wahrnehmungen für verfassungsfeindliche Strömungen? Fehlanzeige. Die Stadt wird systematisch musealisiert und überschuldet, öffentlicher Widerspruch entsteht nicht und rechte Zonen werden verschämt verschwiegen, man will ja kein schlechtes Image. Auch hier gilt: es ist auch der dumpfe Lokalpatriotismus, der Nährboden für Nazis ist. Warum auch die Probleme wahrnehmen, wenn man den BVB hat? Euer Kolumnist Küppersbusch macht da übrigens keine Ausnahme, auch das ist so ein verkappter Ruhrpott-Folklorist
25.01.2010 11:50 Uhr
von Ihr Namehans:
An Demokrät:
bewiesen wer hinter den Ansclägen in HH oder B steht ist es nicht!
Außerdem besteht ein großer unterschied zwischen Rechten und Linken: Rechte Gewalt bezieht sich auf die Herkunft der Menschen und ist gegen sie gerichtet.
Das geht über Sachbeschädigung hinaus!
25.01.2010 10:49 Uhr
von Walter Sparbier:
@O.T.: Wenn Sie friedliche Demonstrationen als populistischen Aktionistendreck bezeichnen bei dem Ihnen die "Kotze hochkommt", sagt das mehr über Ihre Gesinnung aus als über die Zustände in Dortmund.
25.01.2010 10:21 Uhr
von lila luder:
Dortmund ist in Antifa-technischer Hinsicht dank Langmeyer und Sierau eine Stadt zum Verzweifeln, ein Streichelzoo für Neonazis. Aus dem Dormunder Kessel im Jahre 2000, der nachträglich für rechtswidrig erklärt wurde, hat auch der Polizeipräsident nichts gelernt. Es wurde in den darauffolgenden Jahren weiter willkürlich "gekesselt" um die Daten der Antifas aufzunehmen und die linke Szene datenmässig zu erfassen.
25.01.2010 10:00 Uhr
von O.T.:
@Walter Sparbier: Bunt statt Braun?! Was soll das bitte sein? Wieder so eine Haufen populistischer Aktionistendreck?! Wir tun mal eben so als ob wie gegen Nazis sind?! Friedlich mit dummen Spruchbändern demonstrieren gehen??? Bei sowas kommt mit nur noch die Kotze hoch!!!
25.01.2010 09:45 Uhr
von Flo:
@Ruben:
Viele Namen kann man auch selbst rausfinden. Ich will jetzt hier nicht auf die Seiten verlinken, da ich nicht weiß ob der Kommentar dann erscheint. Aber kannst z.B. mal "recherche nrw" googlen. Es gibt im Zusammenhang mit der Dortmunder Naziszene auch nen "Adventskalendar". Ich meine letztes Jahr gab es auch einen. Einfach mal googlen... ;-)
25.01.2010 09:20 Uhr
von Dortmunder:
Nur eine Anmerkung zum Ergebnis der Kommunalwahl: DVU und NPD haben ihren Fraktionsstatus verloren, da sie beide in Dortmund stark an Stimmen eingebüßt haben. Vorher stellten Sie zusammen 3, jetzt nur noch 2 Ratsvertreter. Dennoch erschreckte mich im Wahlkampf, dass diese Parteien ihre Plakate gezielt oben an Lichtmasten ganzer Straßenzüge befestigt haben. Sehr unheimlich, denn die haben noch lange nach der Wahl dort gehangen...
25.01.2010 02:06 Uhr
von Daniel "JoS" Lucas:
Danke für diesen Artikel! Die Zustände in Dortmund sind wahrlich unzumutbar geworden. Neben einigen Stadtteilen, welche inzwischen vollkommen in der Hand von Neonazis sind, ist es auch in der Innenstadt ungemütlich geworden. Mit diversen Symbolen oder Shirts sollte man Abends keinesfalls alleine den Weg von der Kneipe zum Hauptbahnhof antreten.
Aber auch das Verhalten der Polizei dort ist unerträglich. Am 05.09.2009 zeigte sich dies erneut, als die Polizei antifaschistische Aktivisten gezielt schickanierte und verfolgte. Wenn ein Beamter während der Personalienaufnahme dann noch einen Kommentar wie "Die 200 schaffen wir heute noch" fallen lässt hat man beinahe das Gefühl, dass eine Provision für jeden festgestellten Antifaschisten bezahlt wird. Zu mal sich die BeamtInnen auch auf direkte Bitte weigerten einem mutmaßlichen Mitglied der rechten Szene das abphotographieren von, in einem Kessel festgehaltenen, DemonstrantInnen zu untersagen. In Dortmund ist der Rechtsstaat bedauernswerter Weise nicht aus juristischen Gründen so zu bezeichnen, sondern lediglich auf Grund seiner politischen Ausrichtung.
24.01.2010 22:43 Uhr
von Peter K.:
Die Bildunterschrift deutet ja an, dass nicht alle Nazis Glatzen sind. Man hätte auch ruhig mal darauf hinweisen können, dass der Großteil der Skinheads links bis politisch neutral ist und nur durch die Medien das Bild vermittelt wird, dass Nazi und Skinhead das gleiche wären. Das hat leider zur Folge, dass nicht-rechte Glatzenträger auch als Nazis gelten und von einigen unwissenden auch entsprechend angegangen werden und außerdem, dass angenommen wird das ja alle Nazis nur dumme Schläger seien die nichts zustande bekommen. Dass die Ideologie der Nazis dumm und abstoßend ist steht außer Frage, aber ich denke das dieses von fast allen Medien (inkl. taz) gezeichnete Bild leider den rechten in die Hände spielt.
24.01.2010 21:08 Uhr
von Walter Sparbier:
Mit Verlaub,
das ist der größte Unsinn, den ich auf taz.de je gelesen habe...der Autor sollte vielleicht mal selbst vor Ort recherchieren.
Es bringt der eigentlich gut gemeinten Sache überhaupt nichts, wenn man sich abwechselnd eine Stadt nach der anderen herauspickt und den Wettbewerb darüber eröffnet,wo denn nun die schlimmsten Neonazis wohnen.
Schon mal ´was von "Bunt statt Braun gehört"?
24.01.2010 19:36 Uhr
von SeST:
Das Bild ist - falls in Halbe aufgenommen - eines aus Brandenburg. Denn dort liegt das kleine Städtchen. Nicht aber wie suggeriert in Sachsen-Anhalt.
24.01.2010 19:30 Uhr
von Ruben :
Das es in Dortmund hoch her geht ist schon lange bekannt.
Die TAZ sollte umbedingt am Ball bleiben und regelmäßig berichten was sich da tut. Man braucht Namen und Adressen von dem feigen Pack.
Die fühlen sich viel zu sicher. Kein Wunder, denn keine Regierung ist dem Problem bisher gerecht geworden.
24.01.2010 19:13 Uhr
von Susanne:
Naja, da nähern sich die Rechtsextremen den Linksextremen nicht nur ideologisch an.....
24.01.2010 19:03 Uhr
von Dortmunder Antifaschistin:
Noch nie habe Ich in irgendeinem Medium, selbst nicht im Spiegel, einen so schlechten, uninteressanten, selektive Fakten präsentierenden Artikel über die Dortmunder Naziszene gelesen. Gerade deshalb muss man sich aber den taz-Blödsinn ständig reinziehen; damit man weiß, was der Rest an linken Gutmenschen gerade wieder für einen Schwachsinn vorgesetzt bekommt. Gerade noch aufm Hausplenum das Votum für ein Abo der TAZ und gegen die JW durchgewunken -.-*
24.01.2010 19:00 Uhr
von Peter S.:
Nur weil sich Neonazis selbst "autonom" nennen, macht sie das nicht zu autonomen. Sie kleiden sich zwar mittlerweile wie linke autonome, das ist aber nur äußerlich. Sie bleiben dennnoch die Neonazis, die sich von (An-)führern befehlen lassen. Mit Selbstbestimmung hat das also recht wenig zu tun.
24.01.2010 18:41 Uhr
von Shu:
Danke für den Artikel. Und wirklich erschreckend ...
24.01.2010 18:13 Uhr
von Marc:
Das ist eine wahrhaft problematische Entwicklung. Ich war selbst vor einigen Wochen in Dortmund und habe dort in einer Diskothek Bekanntschaft mit diesen Autonomen Nationalisten gemacht.
Nie hätte ich gedacht, daß im Ruhrgebiet, einem Schmelztiegel aus deutschem, polnischen, masurischem, türkischen und italienischem Blut, diesem wahren Völkerbrei solche Gesinnung möglich ist.
Worauf stützen sich die Neonazis im Ruhrgebiet? Dort wird die Zuwanderung seit Jahrhunderten forciert, fast jeder hat Verwandtschaft die zugewandert ist.
Der Nationalismus dürfte im Ruhrgebiet nur Halt finden, wenn man das Deutschsein auf die Zugehörigkeit zu Kultur und Sprache beschränkt, nicht auf die Blut und Boden Theorie der Nazis.
Ausstiegsprogramme nützen nichts. Die Krise gebährt die neuen Nazis.
Unsere Demokratie hat versagt.
Ein Hoffnungsschimmer sind Menschen wie die, die im Artikel beschrieben wurden.
24.01.2010 18:01 Uhr
von olaf:
Dortmund ist ein schreckliches Beispiel, wie aus einem fremdenfeindlichen und rassistischen Konsens in der Bevölkerung eine Grundlage entstehen kann, die Neonazis aufgreifen und daraufhin eine Struktur aufbauen können.
Dortmund war einmal anders, doch dann kamen Nazi-Hooligans, faschistische Skinheads, rechtsradikale Parteien und irgendwann NPD. Mittlerweile "autonome Nationalisten" ( Nationalist_innen, sind auch (junge) Frauen dabei).
Die Antwort auf diese reele Gefahr kann angesichts der Ignoranz von PolitikerInnen und einer heimlichen Sympathie bei vielen StadtbewohnerInnen nur heißen:
selber Öffentlichkeit herstellen, antifaschistischen Selbstschutz organisieren und das Verhalten der Stadtregierung und Polizei skandalisieren.
Antifaschismus heißt was tun, wo es brennt. Die ANs sind im Durchschnitt sehr jung und die fascistische Subkultur ist das wichtigste. NS-Hardcore, schwarze Windbreaker und Kampfsport sind die Anziehungspunkte, die für nationalistisch eingestellte Jungendliche attraktiv sind.
Dort muss Antifaschismus ansetzen, die Vorraussetzungen für Neofaschismus kritisieren und gleichzeitig versuchen, eine antifaschistische Gegenströmung zu etablieren. Antifapartys, Flyer, Outings von Neonazis, Demos, Kundgebungen und Anbiendung an bestehende Antifagruppen in anderen Städten sind konkrete Ziele.
24.01.2010 17:03 Uhr
von m. aus Dresden:
Die Sorge der örtlichen Polit-"prominenz" erinnert mich dann doch sehr an ostdeutsche Städte. Zu nennen wäre da natürlich ganz aktuell Dresden bzw. Mügeln. Man sollte aber nicht immer unbedingt den Vergleich mit dem Osten suchen, sondern eher hinterfragen, wieso in Großstädten solch eine provinzielle Politik betrieben wird. Das Wirken der Polizei sollte den politisch Engagierten sowieso nicht wundern. Da sind eher die seltenen Außnahmen lobend hervorzuheben. Wie Fälle in Sachsen-Anhalt zeigen, landen gegen rechte Umtriebe tätige Polizeibeamte aus dem Staatsschutz mal ganz schnell bei der Verkehrsüberwachung.
Erst wird verharmlost, dann relativiert. Auseinandersetzungen mit rechtsradikalen Schlägern arten dann ganz schnell in "einer Schlägerei zwischen Jugendlichen" aus. Die Opfer haben selbstverständlich auch immer provoziert. Dies wird ja bereits im Artikel angesprochen.
Schaut euch die Verhältnisse in zivilgesellschaftsfreien ostdeutschen Großstädten wie Dresden an. Das kann nicht das Ziel sein!
24.01.2010 16:23 Uhr
von Michael Klein:
Was soll man dazu noch sagen, seit vergangener Woche die Dresdener Staatsanwaltschaft Räume von Antifaschistische Oranisationen, die zur Blockade des Neonaziaufmarsches aufrufen durchsuchen und Plakate beschlagnahmen ließ und gestern auch noch die Webside www.dresden-nazifrei.de sperren ließ, wundert zumindest mich nichts mehr. Das ist regelrechte braune Kumpanei der Polizei und der Staatsanwaltschaft mit dem braunfaschistischen Mief. Mehr hab ich dazu nicht zu sagen!
24.01.2010 16:19 Uhr
von Lotta:
Danke, taz, dass ihr es endlich mal aussprecht. Dass Nazis ein Ost-Problem sind, ist lange Vergangenheit, genauso wie die gut erkennbaren 80er-Jahre-Oldschool-Nazis mit Glatze, Springern und Bomberjacke.
Hinzuzufügen wäre nur noch, dass auch nicht nur Dortmund Probleme mit Nazis hat, sondern im Gegenteil die AN-Strukturen (koordiniert von "AB Mittelrhein") durch ganz RLP und NRW ziehen. Und wahrscheinlich noch weiter.
Solidarische Grüße an alle Betroffenen und Kämpfenden!
24.01.2010 16:18 Uhr
von Dortmunder:
Ich lebe in Dortmund und muss die Politik hier ganz klar in Schutz nehmen. Das Engagement ist tatsächlich ziemlich groß was die Bekämpfung der AN angeht. Dortmund ist eine sehr freundliche Stadt, in der es sich sehr gut lebt und auch der Stadtteil, in dem die AN ihre Hochburg hat, ist ein sehr lebendiger, in dem es sich gut wohnen lässt. Die durchweg negative Darstellung meiner Heimatstadt ist daher absolut ungerechtfertigt und bedient mal wieder die klassischen Klischees über Städte im Ruhrgebiet. Die starke Präsenz rechtsextremistischer Strukturen in Dortmund war von Anfang an Kalkül und hat rein gar nichts mit den Lebensbedingungen der Stadt oder der Region an sich zu tun. Genauso gut hätte sich die AN in Köln oder Stuttgart etablieren können, nur leider fiel die Wahl auf Dortmund, um die "neue Rechte" mit ihrem modernen Gesicht im Westen zu etablieren. Auf Jugendliche übt sie einen sehr starken Reiz aus und kann daher viele junge Menschen rekrutieren, die genauso gut Gothics oder Punks hätten werden können. Dies liegt schlicht am Dazugehörigkeitsbedürfnis der Jugendlichen. Dadurch ist die Szene fast zu einem Selbstläufer geworden.
Der Artikel vermittelt den Eindruck, Dortmund sei eine kaputte, naziverseuchte Stadt mit riesigen sozialen Problemen. Dagegen muss ich mich in Anbetracht der extrem starken Linken in Dortmund, in der ich sehr viele Freunde habe, und des freundlichen Wesens der Menschen in dieser Stadt wehren. Bei uns herrscht Aufbruchstimmung und Euphorie. Von Tristesse keine Spur...
24.01.2010 15:37 Uhr
von Demokrät:
Man ersetze die linken Familien durch konservative Familien. Man ersetze die Stadt Dortmund durch Hamburg oder Berlin oder Freiburg oder, oder oder.
Man ersetze die Autonomen Nationalisten durch die Antifa. Die Methoden hingegen sind genau gleich, nur Flächendeckend vorhanden; man Frage nur bei CDU-Politikern in Hamburg etc. nach.
Da verbrennen die Autos komplett und die Häuser werden gründlich zerstört.
Die Frage ist nun, warum nicht tagtäglich aus Berlin, Hamburg, Freiburg, Bremen etc. berichtet wird. Dort ist das jeden Tag so, nur eben von links.
24.01.2010 15:27 Uhr
von Fritz Teich:
Wo gibts im Osten No-Go-Areas? Was soll ein No-Go-Area ueberhaupt sein? Im Osten ist die Polizei jedenfalls in der Regel fixer.