Nato-Oberbefehlshaber John Craddock ordnet an, Drogenhändler in Afghanistan umzubringen - und erntet unerwarteten Widerstand anderer Isaf-Kommandeure.von Antje Bauer
Es gab ein Programm für den Lebensmittelanbau. Da aber die Weltmarktpreise nicht ausreichend Gewinne für die doch ehr geringen Mengen an Erzeugnissen abwarfen und die Industriestaaten außerdem ihre Märkte schützten haben die Bauern wieder Drogen angebaut, von denen sie leben können. Der Drogenanbau ist ein selbstgemachtes Problem der Besatzungsmächte in Afghanistan. Hätten sie die Nahrungsmittel aufgekauft, und meinetwegen in Biosprit umgewandelt oder vernichtet hätte man dieses Problem nicht mehr und die Bauern nicht zurück in den Drogenanbau getrieben. Aber Märkte schützen war wichtiger und jetzt sollen Soldaten die Probleme wider lösen. Klappt bestimmt.
30.01.2009 08:24 Uhr
von zero_content:
für die lebenssituation der hier lebenden heroinabhängigen ist der afghanistankrieg die beste sozialpolitische errungenschaft der letzten decade qualität rauf-preise runter was ist besser geeignet,die situation dieser zu verbessern und die beschaffungskriminalität zu verringern? ein heroinabhängiger wir nicht mehr oder weniger heroinabhängig,wenn heroin erlaubt oder verboten ist
30.01.2009 02:36 Uhr
von vic:
Ein durchgeknallter Irrer mit Befehlsgewalt. Gut dass andere hier Widerstand leisteten, wir hätten ansonsten niemals davon erfahren. Grünes Licht, 10 Zivilisten pro Angriff zu töten ist jedoch nicht minder abscheulich. Das alles erinnert an Apokalypse Now und Marlon Brandos Colonel.
30.01.2009 01:19 Uhr
von OneBlood:
Ich denke nicht, daß mit Getreideanbau, wenn auch vielleicht ein ungefährlicheres Leben, ein annähernd gleicher Lebensstandard realisierbar ist, wie mit dem Anbau von Mohn. Wer wollte dann diesen armen Menschen verbieten, aus ihrer Lage das für sie Beste zu machen, wenn man nicht gewillt oder fähig ist, ihnen echte Alternativen zu bieten?
29.01.2009 23:14 Uhr
von Lars:
Etwas mehr Offenheit in der Wortwahl bitte: Hier geht es um Mord, weder durch die Haager Lnadkriegsordnung noch durch die Genfer Konvention, natürlich erst recht entgegen der Menschenrechtskonvention legitimiert. "Tötungen" ist ein unzulässiger Euphemismus. Wo sind die Anwälte, die solche Menschen anklagen?
29.01.2009 18:23 Uhr
von Kai Bogner:
Diese Idee ist natürlich völlig schwachsinnig, passt jedoch leider nahtlos in die bisherige, von den USA verfolgte Drogenpolitik, die, wie ja nun jeder langsam wissen könnte, schon seit dem Hanfverbot in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts völlig versagt hat. Nur eine völlige Legalisierung angefangen in den Industriestaaten würde dem weltweiten Drogenhandel die Existenz entziehen. Man fragt sich natürlich, welche wirtschaftlichen Interessen gerade in den USA aber nicht nur dort, hier dagegen sind. Die Doppelmoral der USA ist etwas, was Obama dringend ändern sollte.....
29.01.2009 17:25 Uhr
von Rolf:
Wow, ein Kommissarbefehl im Jahre 2009, erteilt von einem Amerikaner! Ist bei denen nicht ein gewisser Messias gerade zum neuen "Führer" gewählt worden?
29.01.2009 16:52 Uhr
von Bert:
Angesichts von Leid und Tod durch Drogensucht ist es m.E. eine vorrangige Aufgabe von Besatzern, in Afghanistan gegen die dortige Drogenmafia vorzugehen. Aber nicht so, wie Craddock befiehlt, auf typisch Bush-kriegerische Art, ohne jegliche Rechtsstaatlichkeit.
Wozu sind überhaupt ausländische Truppen in Afghanistan, wenn sie nicht mal Drogenanbau bekämpfen? Diese Truppen könnten die Mohn- und Cannabis-Felder niederschleifen, aber sie sollten dafür Säcke mit Saatgetreide zurücklassen. Diese Truppen sollen auch Drogenbauern und Drogenhändler festnehmen, aber dann vor ein ordentliches Gericht stellen und dazu auch Bewährungshelfer und Umschulung anbieten. Das sollte dann auch bei den Einheimischen in Afghanistan als wohlmeinend verstanden werden.
Leserkommentare
30.01.2009 10:06 Uhr
von Schöne Politik:
Es gab ein Programm für den Lebensmittelanbau. Da aber die Weltmarktpreise nicht ausreichend Gewinne für die doch ehr geringen Mengen an Erzeugnissen abwarfen und die Industriestaaten außerdem ihre Märkte schützten haben die Bauern wieder Drogen angebaut, von denen sie leben können.
Der Drogenanbau ist ein selbstgemachtes Problem der Besatzungsmächte in Afghanistan. Hätten sie die Nahrungsmittel aufgekauft, und meinetwegen in Biosprit umgewandelt oder vernichtet hätte man dieses Problem nicht mehr und die Bauern nicht zurück in den Drogenanbau getrieben.
Aber Märkte schützen war wichtiger und jetzt sollen Soldaten die Probleme wider lösen. Klappt bestimmt.
30.01.2009 08:24 Uhr
von zero_content:
für die lebenssituation der hier lebenden heroinabhängigen ist der afghanistankrieg die beste sozialpolitische errungenschaft der letzten decade
qualität rauf-preise runter
was ist besser geeignet,die situation dieser zu verbessern und die beschaffungskriminalität zu verringern?
ein heroinabhängiger wir nicht mehr oder weniger heroinabhängig,wenn heroin erlaubt oder verboten ist
30.01.2009 02:36 Uhr
von vic:
Ein durchgeknallter Irrer mit Befehlsgewalt.
Gut dass andere hier Widerstand leisteten, wir hätten ansonsten niemals davon erfahren.
Grünes Licht, 10 Zivilisten pro Angriff zu töten
ist jedoch nicht minder abscheulich.
Das alles erinnert an Apokalypse Now und Marlon Brandos Colonel.
30.01.2009 01:19 Uhr
von OneBlood:
Ich denke nicht, daß mit Getreideanbau, wenn auch vielleicht ein ungefährlicheres Leben, ein annähernd gleicher Lebensstandard realisierbar ist, wie mit dem Anbau von Mohn. Wer wollte dann diesen armen Menschen verbieten, aus ihrer Lage das für sie Beste zu machen, wenn man nicht gewillt oder fähig ist, ihnen echte Alternativen zu bieten?
29.01.2009 23:14 Uhr
von Lars:
Etwas mehr Offenheit in der Wortwahl bitte:
Hier geht es um Mord, weder durch die Haager Lnadkriegsordnung noch durch die Genfer Konvention, natürlich erst recht entgegen der Menschenrechtskonvention legitimiert. "Tötungen" ist ein unzulässiger Euphemismus.
Wo sind die Anwälte, die solche Menschen anklagen?
29.01.2009 18:23 Uhr
von Kai Bogner:
Diese Idee ist natürlich völlig schwachsinnig, passt jedoch leider nahtlos in die bisherige, von den USA verfolgte Drogenpolitik, die, wie ja nun jeder langsam wissen könnte, schon seit dem Hanfverbot in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts völlig versagt hat. Nur eine völlige Legalisierung angefangen in den Industriestaaten würde dem weltweiten Drogenhandel die Existenz entziehen.
Man fragt sich natürlich, welche wirtschaftlichen Interessen gerade in den USA aber nicht nur dort, hier dagegen sind. Die Doppelmoral der USA ist etwas, was Obama dringend ändern sollte.....
29.01.2009 17:25 Uhr
von Rolf:
Wow, ein Kommissarbefehl im Jahre 2009, erteilt von einem Amerikaner!
Ist bei denen nicht ein gewisser Messias gerade zum neuen "Führer" gewählt worden?
29.01.2009 16:52 Uhr
von Bert:
Angesichts von Leid und Tod durch Drogensucht ist es m.E. eine vorrangige Aufgabe von Besatzern, in Afghanistan gegen die dortige Drogenmafia vorzugehen. Aber nicht so, wie Craddock befiehlt, auf typisch Bush-kriegerische Art, ohne jegliche Rechtsstaatlichkeit.
Wozu sind überhaupt ausländische Truppen in Afghanistan, wenn sie nicht mal Drogenanbau bekämpfen? Diese Truppen könnten die Mohn- und Cannabis-Felder niederschleifen, aber sie sollten dafür Säcke mit Saatgetreide zurücklassen. Diese Truppen sollen auch Drogenbauern und Drogenhändler festnehmen, aber dann vor ein ordentliches Gericht stellen und dazu auch Bewährungshelfer und Umschulung anbieten. Das sollte dann auch bei den Einheimischen in Afghanistan als wohlmeinend verstanden werden.