Ein palästinensischer Häftling ist in einem israelischen Gefängnis gestorben. Ein Hungerstreikender steht kurz vor dem Tod. Die Lage im Westjordanland eskaliert.von Susanne Knaul

Proteste für die Freilassung des Palästinensers Samer al-Issawi in Jerusalem. Bild: dpa
JERUSALEM taz | In Israel und im Westjordanland wächst die Sorge vor einer neuen Eskalation der Gewalt nach dem Tod des Häftlings Arafat Jaradat. Hunderte Palästinenser zogen am Sonntag in Hebron, in Tulkarem und im Großraum Bethlehem auf die Straße, steckten Autoreifen in Brand und warfen Steine auf israelische Soldaten. Ein Mann trug Verletzungen davon, als die Soldaten Gummigeschosse auf die Demonstranten abfeuerten.
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Die rund 4.500 palästinensischen Häftlinge in Israel verweigerten aus Solidarität mit Jaradat für einen Tag die Nahrungsaufnahme. Aufschluss über die Hintergründe für das plötzlichen Tod des 30-jährigen Familienvaters am Samstag soll eine Autopsie geben.
Seit Tagen stehen sich israelische Sicherheitskräfte und palästinensische Demonstranten gegenüber, die die Entlassung der Palästinenser aus der Administrativhaft (Haft ohne Gerichtsurteil) sowie bessere Bedingungen in den Gefängnissen fordern. Mehrere inhaftierte Langzeit-Hungerstreikende befinden sich in unmittelbarer Lebensgefahr. Samer al-Issawi verweigert seit 218 Tagen die Aufnahme normaler Nahrung.
„Sollte al-Issawi im Gefängnis sterben, wird die Region in Brand geraten“, warnte der arabisch-israelische Knessetabgeordnete Mohammad Barake, und „die Flammen werden bis zum Himmel reichen“. Al-Issawis Lage sei „gefährlich“, sagte der Politiker, der al-Issawi am Sonntag im Krankenhaus besuchte. Der Häftling sei nur noch „Haut und Knochen“ und will fortan auch keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen.
Israel macht die palästinensische Führung für die neuen Unruhen verantwortlich und forderte dazu auf, die Situation zu beruhigen. „Es gibt viele Anzeichen, dass die Palästinensische Autonomiebehörde versucht, die Spannung im Westjordanland im Vorfeld des Besuches von US-Präsident Barack Obama in der Region anzuheizen“, schrieb die konservative Jerusalem Post. Obama wird für den 20. März in der Region erwartet. Eine „Mini-Intifada“ könnte den Palästinensern hilfreich sein, so angeblich die Hoffnung in Ramallah, wo man auf eine erneute us-amerikanische Initiative für den Friedensprozess wartet.
Die Autonomiebehörde wies den Vorwurf einer gezielten Volksaufwiegelung zurück und machte umgekehrt Israel für die neuen Unruhen verantwortlich. Hanan Aschrawi, Mitglied im Exekutivkomittee der PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), forderte gestern eine UN-Untersuchung von Jaradats Tod. „Dies ist kein Einzelfall“, erklärte die PLO-Funktionärin.
Die Polizei teilte mit, dass Jaradat an einem Herzschlag gestorben sei. Dagegen glaubt sein Vater, Abu Mohammed Jaradat, dass sein Sohn zu Tode geprügelt wurde. Sein Körper habe Anzeichen von Gewalteinwirkung „von Kopf bis Fuß“ aufgewiesen. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung am Montag sei Arafat Jaradat, der zu den Fatah-nahen Al-Aqsa-Brigaden gehören und Steine auf Soldaten geworfen haben soll, völlig gesund gewesen. „Wenn er an einem Herzschlag starb“, meinte der Vater, „dann nur deshalb, weil er unter großem Stress stand“.
>> Ich behaupte jetzt einfach mal die wollen keinen Frieden. ...
wieviele friedensversprechen hat man israel schon gemacht, es war ein mords fehler arafat die hand ...
" ...
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