Allein durch ein Lachen und eine spitze Bemerkung hatte er in geschwätziger Runde mehr zu sagen als die meisten. Jetzt ist taz-Autor Dieter Grönling für immer verstummt.von Tom Wolf
Fast 2 Jahre später erfahre ich erst von Dieter Grönlings Tod. Immer wieder mal habe ich versucht ihn zu erreichen, da hätte es auch nichts geholfen früher zu googlen... Zabbel, wie wir ihn hier, in unserer Jugend liebevoll nannten, hat mich schon ein Stück meiner Jugend begleitet. Er war etwas älter als ich und mir schon damals ein Vorbild, obwohl er gleichzeitig auch ein bisschen verrückt war, naja, es war eben eine verrückte Zeit. Stolz führte er uns die Filmaufnahmen von Hendrix vor. Auf die Bemerkung, das Material sei teilweise ziemlich verwackelt, kam die Antwort, da habe er schließlich auf dem Verstärker gesessen und das solle ihm erstmal jemand nachmachen. Ob ernsthaft diskutierend oder süffisant unterhaltend, wir hatten die gleiche Wellenlänge. Ich habe viel von ihm gelernt, was mich ein stückweit geprägt hat. Und immer wenn mir die Bilder aus vergangenen Tagen einfallen, ist Dieter dabei und so wird es bleiben.
28.07.2011 10:11 Uhr
von Michael Keukert:
Ein Jahr zu spät erfahre ich von Dieters Tod - und bin tief betroffen. Nie vergessen werde ich, wie er mich vor einer gefühlten Ewigkeit ermuntert hat ein Buch zu schreiben. Das provokante "Dann tu's doch!", gefolgt von einem Autorenvertrag den er für mich verhandelt hat. Nie vergessen werde ich den Besuch bei ihm in Berlin - übernachten auf der Couch, Kaffee am morgen. Mein erste Besuch in Berlin. Weitäugig, staunenden, das Nerd-Landei in der Großstadt.
Ich habe danach den Kontakt zu ihm verloren, immer mal wieder in ruhigen Moment geguckt, was er so macht, nie die Zeit oder den Mut gefunden eine Mail zu schreiben oder zum Telefon zu greifen.
Gerne hätte ich ihn wieder getroffen. So bleiben mir nur durchweg positive Erinnerungen - und Trauer.
Mach's gut, Dieter.
23.10.2010 09:24 Uhr
von THExDUKE:
Vor ein paar Tagen schwirrte mir eine Melodie im Kopf die ich aus meiner Jugend / Kindheit kannte. Ich musste sofort nachsehen und tatsächlich fand ich das Intro von der Sendung "Hals über Kopf - Oh schreck oh schreck das Kind ist weg..." und teilte den Link mit meinen Freunden auf Facebook. Heute sah ich dass jemand einen weiteren Link eingestellt hatte mit dem Vermerk ob ich das auch noch kenne....es war "Achtung, hier kommt ein "Kartong"!! Sollte eigentlich auch jeder kennen. Unter den Kommentaren fand ich jemand der schrieb dass sein Freund, Dieter Grönling, diesen Clip "erfand" und gefilmt hatte. Neugierig wer das wohl war kam ich hierher und muss feststellen auf welchen sonderbaren Wegen doch man auf was schönes stossen kann! :)
In diesem Sinne...Gute Reise!
Gute Reise!
02.06.2010 21:05 Uhr
von Inge M. Hofmann:
Einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben, wusste er wahrscheinlich gar nicht. Er hat mich zum literarischen Schreiben ermutigt, meine erste Kurzgeschichte veröffentlicht und wollte alle meine Manuskripte aus der Schublade an den Hanser Lektor weitergeben. Damals hatte ich den Mut nicht. Jetzt hätte ich seinen Rat gebraucht mit dem neuen Manuskript. Ich habe ihn gegoogelt und erfahre, dass er tot ist. Ich wollte ihn immer nach der Oper fragen... und mit ihm über einiges reden...Seine Artikelserie über die taz-Schreibtische war toll! Schöner Nachruf, vielen(traurigen)Dank!
20.03.2010 10:11 Uhr
von HSchrJ:
Dieter Grönling? Der, der mich mit seinem Buch "Elektronische Nächte" vor vielen Jahren dazu bewegt hat, meinen Compi mit einem Modem auszustatten? Mich in Mailboxen einzuwählen, BTX zu machen und später Internet? Ich habe schon stapelweise veraltete Computer-Bücher aus meinem Regal geräumt, die "Elektronischen Nächte" bleiben drin.
17.03.2010 00:24 Uhr
von stefank:
Ich kannte Dieter nicht sehr lange. Bei einem unseren ersten Treffen hatte ich meinen Eintracht-Button verloren, und Dieter hatte ihn gefunden, sofort erahnt, dass dies wohl meiner sein müsse und ihn für mich aufbewahrt. Als wir uns drei Monate später trafen, hat er in mir zurück gegeben, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er die sehr mangelhafte Nadelbefestigung verbessert habe. Ich habe Dieter sehr lieb gehabt, und bin traurig, dass es ihn nicht mehr gibt.
Stefan
16.03.2010 17:13 Uhr
von Marco:
Dieter Grönling war ein ganz besonderer Mann. Nachdem wir uns mit verschiedensten Whiskys in einer Schöneberger Kneipe gegenseitig unter den Tisch zu saufen versuchten, entschied er, ein Buch von mir herauszugeben.
Wir waren beide der Meinung, dass Paddys schmeckt wie Katzenpisse und dass Glenfiddich ein Anfänger-Malt ist.
Dieter war sicher der einzige iPhonefan, der jemals Dutzende von Büchern veröffentlicht hat und in der Lage war, komplette Partituren vom Blatt zu lesen. Der Tonaufnahmen des Dresdener Gewandhausorchesters als Tontechniker abgemischt hat.
Dieter hat mir seine Liebe zu Max Goldt weitergegeben und ich habe mich eigentlich noch auf viele, viele tiefsinnig-unsinnige Gespräche gefreut.
Und jetzt ist er weg. Und dieses große Loch wird niemand jemals wieder füllen können - ein Grönlingförmiges Loch eben...
Prost Dieter, halt mir nen Platz frei!
16.03.2010 14:25 Uhr
von Redbranch:
Kann mich ilcke nur anschließen. Ich habe zuvor auch noch nie was von dem Mann gehört. Aber aufgrund des liebevoll-unsentimentalen Nachrufs bin ich auch etwas traurig, dass er gestorben ist. Ich hätte ihn wahrscheinlich gemocht. Schade.
16.03.2010 12:58 Uhr
von iIcke:
auch wenn ich keine Ahnung hab wer der mann war, irgendwie ein schöner nachruf, ohne das ganze alter-karriere-todesursache-gelaber.
Leserkommentare
09.02.2012 15:33 Uhr
von Anne:
Fast 2 Jahre später erfahre ich erst von Dieter Grönlings Tod.
Immer wieder mal habe ich versucht ihn zu erreichen, da hätte es auch nichts geholfen früher zu googlen...
Zabbel, wie wir ihn hier, in unserer Jugend liebevoll nannten, hat mich schon ein Stück meiner Jugend begleitet. Er war etwas älter als ich und mir schon damals ein Vorbild, obwohl er gleichzeitig auch ein bisschen verrückt war, naja, es war eben eine verrückte Zeit.
Stolz führte er uns die Filmaufnahmen von Hendrix vor. Auf die Bemerkung, das Material sei teilweise ziemlich verwackelt, kam die Antwort, da habe er schließlich auf dem Verstärker gesessen und das solle ihm erstmal jemand nachmachen.
Ob ernsthaft diskutierend oder süffisant unterhaltend, wir hatten die gleiche Wellenlänge.
Ich habe viel von ihm gelernt, was mich ein stückweit geprägt hat. Und immer wenn mir die Bilder aus vergangenen Tagen einfallen, ist Dieter dabei und so wird es bleiben.
28.07.2011 10:11 Uhr
von Michael Keukert:
Ein Jahr zu spät erfahre ich von Dieters Tod - und bin tief betroffen. Nie vergessen werde ich, wie er mich vor einer gefühlten Ewigkeit ermuntert hat ein Buch zu schreiben. Das provokante "Dann tu's doch!", gefolgt von einem Autorenvertrag den er für mich verhandelt hat. Nie vergessen werde ich den Besuch bei ihm in Berlin - übernachten auf der Couch, Kaffee am morgen. Mein erste Besuch in Berlin. Weitäugig, staunenden, das Nerd-Landei in der Großstadt.
Ich habe danach den Kontakt zu ihm verloren, immer mal wieder in ruhigen Moment geguckt, was er so macht, nie die Zeit oder den Mut gefunden eine Mail zu schreiben oder zum Telefon zu greifen.
Gerne hätte ich ihn wieder getroffen. So bleiben mir nur durchweg positive Erinnerungen - und Trauer.
Mach's gut, Dieter.
23.10.2010 09:24 Uhr
von THExDUKE:
Vor ein paar Tagen schwirrte mir eine Melodie im Kopf die ich aus meiner Jugend / Kindheit kannte. Ich musste sofort nachsehen und tatsächlich fand ich das Intro von der Sendung "Hals über Kopf - Oh schreck oh schreck das Kind ist weg..." und teilte den Link mit meinen Freunden auf Facebook. Heute sah ich dass jemand einen weiteren Link eingestellt hatte mit dem Vermerk ob ich das auch noch kenne....es war "Achtung, hier kommt ein "Kartong"!! Sollte eigentlich auch jeder kennen.
Unter den Kommentaren fand ich jemand der schrieb dass sein Freund, Dieter Grönling, diesen Clip "erfand" und gefilmt hatte. Neugierig wer das wohl war kam ich hierher und muss feststellen auf welchen sonderbaren Wegen doch man auf was schönes stossen kann! :)
In diesem Sinne...Gute Reise!
Gute Reise!
02.06.2010 21:05 Uhr
von Inge M. Hofmann:
Einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben, wusste er wahrscheinlich gar nicht. Er hat mich zum literarischen Schreiben ermutigt, meine erste Kurzgeschichte veröffentlicht und wollte alle meine Manuskripte aus der Schublade an den Hanser Lektor weitergeben. Damals hatte ich den Mut nicht. Jetzt hätte ich seinen Rat gebraucht mit dem neuen Manuskript. Ich habe ihn gegoogelt und erfahre, dass er tot ist. Ich wollte ihn immer nach der Oper fragen... und mit ihm über einiges reden...Seine Artikelserie über die taz-Schreibtische war toll! Schöner Nachruf, vielen(traurigen)Dank!
20.03.2010 10:11 Uhr
von HSchrJ:
Dieter Grönling? Der, der mich mit seinem Buch "Elektronische Nächte" vor vielen Jahren dazu bewegt hat, meinen Compi mit einem Modem auszustatten? Mich in Mailboxen einzuwählen, BTX zu machen und später Internet?
Ich habe schon stapelweise veraltete Computer-Bücher aus meinem Regal geräumt, die "Elektronischen Nächte" bleiben drin.
17.03.2010 00:24 Uhr
von stefank:
Ich kannte Dieter nicht sehr lange. Bei einem unseren ersten Treffen hatte ich meinen Eintracht-Button verloren, und Dieter hatte ihn gefunden, sofort erahnt, dass dies wohl meiner sein müsse und ihn für mich aufbewahrt. Als wir uns drei Monate später trafen, hat er in mir zurück gegeben, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er die sehr mangelhafte Nadelbefestigung verbessert habe. Ich habe Dieter sehr lieb gehabt, und bin traurig, dass es ihn nicht mehr gibt.
Stefan
16.03.2010 17:13 Uhr
von Marco:
Dieter Grönling war ein ganz besonderer Mann. Nachdem wir uns mit verschiedensten Whiskys in einer Schöneberger Kneipe gegenseitig unter den Tisch zu saufen versuchten, entschied er, ein Buch von mir herauszugeben.
Wir waren beide der Meinung, dass Paddys schmeckt wie Katzenpisse und dass Glenfiddich ein Anfänger-Malt ist.
Dieter war sicher der einzige iPhonefan, der jemals Dutzende von Büchern veröffentlicht hat und in der Lage war, komplette Partituren vom Blatt zu lesen. Der Tonaufnahmen des Dresdener Gewandhausorchesters als Tontechniker abgemischt hat.
Dieter hat mir seine Liebe zu Max Goldt weitergegeben und ich habe mich eigentlich noch auf viele, viele tiefsinnig-unsinnige Gespräche gefreut.
Und jetzt ist er weg. Und dieses große Loch wird niemand jemals wieder füllen können - ein Grönlingförmiges Loch eben...
Prost Dieter, halt mir nen Platz frei!
16.03.2010 14:25 Uhr
von Redbranch:
Kann mich ilcke nur anschließen.
Ich habe zuvor auch noch nie was von dem Mann gehört.
Aber aufgrund des liebevoll-unsentimentalen Nachrufs bin ich auch etwas traurig, dass er gestorben ist. Ich hätte ihn wahrscheinlich gemocht. Schade.
16.03.2010 12:58 Uhr
von iIcke:
auch wenn ich keine Ahnung hab wer der mann war, irgendwie ein schöner nachruf, ohne das ganze alter-karriere-todesursache-gelaber.