• 18.09.2009

Musikkonferenz all2gethernow

"Vernetzt euch!"

Auf der Musikkonferenz all2gethernow treffen sich Profis wie Amateure, um über die Zukunft der Industrie zu diskutieren. Klar ist, dass das Internet viel mehr Positives als Negatives beiträgt.von Ben Schwan

  • 30.09.2009 01:14 Uhr

    von untergangsmelder:

    Von Musik zu leben ist nie einfach gewesen, das darf man wohl getrost behaupten. Und selbstredend hat es auch seine negativen Seiten, dass jeder Musik produzieren kann, ohne wirklich etwas auf dem Kasten zu haben. Ich krieg oft genug haarsträubenden Mist zu hören, der wirklich weh tut. Andererseits ist Musik in meinen Augen so eng mit dem menschlichen Dasein und menschlicher Kommunikation verwoben, dass ich nur begrüßen kann, dass die Produktion und der Vertrieb von Musik so einfach und günstig wie noch nie sind. Ohne das Internet würde ich heute nicht einen Bruchteil der Musik kennen, die ich liebe. Und gutes Musikhandwerk macht noch keine gute Musik, der feine Unterschied bleibt immer Geschmackssache. Wer allerdings behauptet, dass gutes Musikhandwerk immer seltener wird, gibt meines Erachtens lediglich zu, dass er den Überblick verloren hat und nicht gewillt ist, wirklich auf die Suche zu gehen. Wenn man sich an die KLassiker hält, hat man es leichter - denn der ganze SChrott, der in früheren Zeiten verbockt wurde, ist einfach vergessen worden. Es gibt mehr fähige Musiker und mehr gute Musik als je zuvor, das ist meine feste Überzeugung. Das man sie auch finden und hören kann, wenn man will, dafür liebe ich das Internet. Wenn allerdings ein paar Freaks so tun als wäre die Musik ohne das Internet nicht, ist das genauso falsch. Ein Konzert muss man erleben. Und ein gutes Album kaufe ich nach wie vor. Gute Musik gibt es immer. Daran wird sich auch nichts ändern. Zum Glück!

  • 18.09.2009 12:23 Uhr

    von bluebird:

    Beeindruckend, wie mutwillig falsch man meinen Beitrag verstehen kann.

    Die Quintessenz dessen, was ich schrieb ist,
    daß sich gute Musik wieder rechnen muß.
    Insbesondere für Musiker,
    aber auch für die Musikindustrie, die guten Musikern die Gelegenheit bietet, ihre Ideen qualitativ bestmöglich umzusetzen.

    Dieser Internet-Musikhype ist verlogen.
    Da geht es nicht um gute Musik, sondern um die Vermarktung von Communities wie Myspace, CD-Baby etc., und um Vermarktung von Recording-Equipment an "Home-Recorder",
    all das unter dem Deckmäntelchen einer vermeintlichen Demokratisierung der Chancen.

    Wer für Musik oder von Musik leben will, nagt derweil am Hngertuch.

  • 18.09.2009 11:17 Uhr

    von BTH:

    Deine Lösung: Musikmachen dürfen nur Reiche? Raus aus dem Netz, damit die Musiker wieder voll von ihren Plattenfirmen abhängig werden, die sie oft genug ausbeuten?

    Dann schreib mal Gorny. Ihm wird dein support sicherlich freuen.

  • 18.09.2009 10:36 Uhr

    von bluebird:

    "...daß das Internet viel mehr Positives als Negatives beiträgt...",
    das halte ich nach wie vor für Wunschdenken.
    Es gab nie ein Distributionsproblem für gute Musik,
    sondern immer nur ein Vergütungsproblem.
    Hinzu kommt die zunehmende Amateurisierung der Musikszene,
    jeder Digital Native, der weiß wie herum man ein Instrument halten muß "produziert" aud dem heimischen Computer seine eigene Musik.
    Myspace (z.B.) ist voll von gut gemeinten und nicht gut gemachten "Hits",
    gute Musik ist in diesem Wust von Schallereignissen fast nicht mehr auffindbar.

    Einfacher geworden ist die Teilhabe am Traum, Rockstar zu sein,
    befeuert durch eine große Lobby von Einzelhändlern, Fachjournalisten und Herstellern ist der Homerecording-Sektor die Boombranche der letzen Jahre.
    Gute Musik wirft das per se nicht ab.

    Leben von der und für die Musik ist fast nicht mehr möglich.
    Professionellen Musikern, Produzenten und Studios geht ihre Geschäftsgrundlage verloren,
    was zu einer weiteren Verflachung der Qualität führen muß.
    Gutes "Musikhandwerk" wird immer seltener.

    Die Euphorie über die "Demokratisierung der Musikproduktion" und über die "frei zugänglichen Distributionsmöglichkeiten des Internets" mag sich mir nicht erschließen.


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