• 21.07.2010

Müllwirtschaft in Deutschland

Im Rohstoffrausch

Verbrennen war gestern. Um den deutschen Müll wird heftig gestritten, Privatfirmen wittern das große Geld. Eine Branche auf dem Weg zur Rohstoffwirtschaft.von Michaela Brehm

  • 24.07.2010 18:19 Uhr

    von Umwelttechniker:

    Platt und totaler Müll, das ist dieser Artikel!
    Kein Wort über ein Deponieverbot(unbehandelter Abfälle) keine Information drüber, dass viele der Stoffe die hinten aus einer Müllverbrennungsanlage raus kommen verwertet werden (Schlacke als Straßenunterbau, Gips aus der Rauchgaswäsche, Salzsäure aus der Rausgaswäsche,...).
    Kein Wort über die Marktabhänigkeit der privaten Entsorger (2009 viel der Altpapierpreis auf 2€ die Tonne, dass die Privaten kein Interesse mehr an der Erfassung hatten).
    Und das mit der Temperatur - bullshit. der wirkliche Verbrennung findet bei 850°C statt, damit bleiben viel Metalle erhalten und können aus der Schlacke getrennt werden, besser als vorher! 1200°C entstehen bei der nach Brennung üb die Verbrennunggase vollständig zu oxidieren.
    Ganz zu schweigen von dem Heizwerk von Hausmüll der deutlich über dem von Braunkohle liegt.

    Das Deponien wieder zu Minen werden ist richtig aber auch noch Zukunft!

  • 22.07.2010 10:12 Uhr

    von Jared J. Myers:

    Zum Glück sind's nur 1.200°C - das Innere des Darmstädter Müllheizkraftwerks ist noch (?) nicht doppelt so heiß wie die Sonnenoberfläche.

    Was das Recycling angeht: Die künftig wertvollen Materialien werden bereits jetzt zunehmend aus dem Hausmüll herausgehalten - Handys und elektronisches Gerät z.B. kann bereits kostendeckend zu fast 100 % wiederverwertet bzw. auf Seltenmetalle verarbeitet werden.

    Was dann im Hausmüll übrig bleibt, vorwiegend Plastik aller Sorten, Kaffeefilter mit Inhalt, vergammelte Nahrung etc., ließe sich vielleicht besser nach dem elektromagnetischen Abtrennen der Metalle durch Verschwelung zu Brennstoff veredeln oder durch Bakterien auf Restmüll-Rotten zu einer nicht mehr reaktionsfähigen (und nicht mehr stinkenden) Substanz verarbeiten, aus der Lärmschutzwälle, Deiche oder Geländeprofilierungen gebaut werden könnten.

  • 22.07.2010 08:44 Uhr

    von Selbstversorger:

    Schöne Mär. Natürlich bringen manche Wertstoffe zum Teil hohe Erlöse. Aus Haushalten ist die Entsorgung von Altpapier - nur bei hohen Marktpreisen - selbsttragend. Bei PET-Einwegpfandflaschen subventioniert der Bürger die Logistik, indem er die Gebinde zurück bringt. Die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Wertstoffgemischen aus Haushalten wird auch künftig nicht die Kosten aus den Sekundärrohstofferlösen decken. Freunde, es bleibt wie es ist, Recycling ist gut für die Umwelt, weshalb es auch was kosten darf.

  • 21.07.2010 15:44 Uhr

    von Öko Fritz:

    Recycling ist gut, aber nur bedingt möglich:

    Schaut mal den Film:

    http://www.plastic-planet.de/

    Dieser Horror ist Tatsache:
    Wir ersticken im Plastik, Plastik ist schon in der nahrungskette, d.h. unser Körper enthält schon Plastik!

    Der Film rüttelt wach!

  • 21.07.2010 14:37 Uhr

    von lenny:

    12 000°C, sorry, aber so ein Ofen muß, der das aushält, muß erst noch erfunden werden. 1200°C und das schon kaum. Hier ist wohl eine 0 zuviel.

  • 21.07.2010 14:15 Uhr

    von Timo H. :

    Zukunftsmusik? Schon längst sind angemessene Technologien vorhanden. Denn Müll zu verbrennen ist wohl eher Steinzeit. Geht ja gar nicht.
    Die Müllbranche wäre nun doch wirklich mal eine sinnvolle Privatisierungsidee. Fast so toll wie die von der Bahn und der Energiegeschichte. Hamse gut gemacht. Bravo!

  • 21.07.2010 13:46 Uhr

    von Keller Klaus:

    pecunia non olet

    urban Mining könnte man es auch nennen. die "öffentlichen" anbieter haben keine lust auf gegenspieler. es ist doch schön wenn die stadt gebühren erhebt und versucht den müll mit wenig aufwand zu entsorgen und unterm strich am ende geld einfährt.

    wer den Sumpf trocken legen will sollte aber die frösche nicht fragen.
    auch in diesem fall belebt konkurenz das geschäft
    und was die behandlung der sekundärrohstoffe geht gehe ich davon aus das es ein umfangreiches gesetzeswerk gibt.
    Wenn es billiger ist den müll in china zu verarbeiten oder zu entsorgen dann ist das eben so, aber wahrscheinlich nur so lange bis die transportkosten teurer sind und vollautomatische systeme hier effizienter, billiger und umweltfreundlicher arbeiten.
    die stadt darmstadt will das geschäft behalten, am besten als monopolist, es fragt sich nur ob das die beste aller welten ist.

    PS ich kann die zahlen nicht nachvollziehen

    448tonnen pro kopf, macht bei >80millionen einwohner mehr als 37mill tonnen

    verbrennen bei 12000 grad halte ich auch für groben unfug

    klaus keller hanau

  • 21.07.2010 13:29 Uhr

    von Trendspicker:

    Hmm, so richtig bringt die Autorin ihre Geschichte nicht auf den Punkt. Welche Stoffe genau könnte man Gewinn bringend aus dem Abfall rückgewinnen? Um wieviel würde sich der Anteil derzeit überwiegend thermisch entsorgter Abfallmasse bei sorgsamem Recycling verringern? Gibt es nicht andernorts (in Kassel) schon eine Anlage, die völlig unsortierten Hausmüll vollautomatisch trennt und die Stoffe zur Wiederverwendung verfügbar macht? Das wäre doch mal ein schöneres Atmo geworden als die Verbrennungsanlage in Darmstadt. Und nicht so heiß - 12.000 °C finde ich nun wirklich zehnfach übertrieben.

  • 21.07.2010 13:07 Uhr

    von Udo :

    Endlich findet ein Umdenken statt. Diese Rohstoffe im Müll sind Geschenke der Bürger an die Industrie! Man muss sich nur bücken... Hoffentlich werden hier die richtigen Lobbyisten aktiv und können sich durchsetzten gegen z. T. hinderliche Wirtschaftlichkeitsüberlegungen (s.o.) Im Kleinen geht es bei uns damit los, dass etwa alle 6 - 8 Wochen ein Schrottsammler laut rufend durch die Straßen geht. Der hat es erkannt. Das kenne ich noch aus den 60er Jahren, und ich beginne wieder alte Eisenteile im Keller zu sammeln...

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