• 28.07.2008

Mitgliederschwund der SPD

Das Siechen der Sozialbürgerlichen

Die SPD hat nun nicht nur weniger Mitglieder als die CDU - weil sie nicht mehr schafft, die Arbeiterschaft zu repräsentieren. Doch in der Krise steckt auch eine Chance für die Partei.von Oliver Nachtwey

  • 04.04.2011 18:55 Uhr

    von Ludwig Bruder:

    Die SPD stand bis in die 90 Jahre für soziale Gerechtigkeit ein. In der SPD wurde um die Richtung der Politik gestritten und diskutiert, und so die Richtung durch die Parteimitglieder gemeinsam bestimmt. Das war bis zu Beginn der Zeiten von Gerhard Schröder so. Die Basta-Politik von Gerhard Schröder mit dem Ergebnis der Agenda 2010 hat Schluss damit gemacht. Gerhard Schröder wollte seine Ideologie des Neoliberalismus durchsetzen, was er auch geschafft hat. Was er aber damit mit seiner Wählerschaft sowie den SPD-Mitgliedern angetan hat, war im egal, Basta eben. Der Neoliberalismus, eine Ideologie, die in den 30er Jahren entstanden ist und ist leider nur eine Ideologie wie der Kommunismus. Die deutsche Politik braucht keine Ideologie sondern eine praktische Politik, die allen gesellschaftlichen Schichten zugute kommt. Der Neoliberalismus tut dies nicht. Die Grundlage des Neoliberalismus ist nun mal, "Wenn man des Pferd gut füttert, wird für die Spatzen schon genug übrig bleiben" Übersetzt bedeutet das, dass das Pferd die gesellschaftliche Oberschicht und die Spatzen der Mittelstand und die darunter liegenden Schichten in unserem Wirtschaftssystem sind. Die Steuerung, wie diese von Ludwig Erhard eingeführt wurde und damit die Soziale Marktwirtschaft eingeführt hat, bleibt auf der Strecke. Der Einzelne zählt nichts mehr und geht in dem unsozialen Staat unter. Hartz IV ist die folge mit seiner neuen Armut. Der Staat hat hiermit versagt und seinen sozialen Gedanke aufgegeben. Ein Menschenwürdiges Leben ist hier nicht mehr möglich. Die Arbeitsagenturen sowie die Arbeitsgemeinschaften sind hilflos überfordert, die Arbeitslosen werden in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt mit tiefen Teilzeitjobs und Niedriglöhnen. Auf dieser Basis soll Vollbeschäftigung erzeugt werden. Was für ein Betrug, der Sozialstaat hat versagt. Ein Beispiel hierzu: Mein Sohn hat die Ausbildung beendet. Durch das niedrige Ausbildungsentgelt, wovon das Arbeitslosengeld berechnet wird, sollte mein Sohn (21J) 130 € Arbeitslosengeld erhalten. Das Kindergeld in Höhe von 154 € wird gestrichen, da die Berufsausbildung beendet wurde. Nach Rückfrage bei den Behörden ist ein Antrag auf Hartz IV unnötig, da mein Sohn in einer Bedarfsgemeinschaft mit uns als Eltern lebt. Wie soll mein Sohn leben? Finanziell können wir unseren Sohn nicht unterstützen, da wir anderweitige finanzielle Verpflichtungen haben die nicht zurückgestellt werden können. Aus Not hat mein Sohn erst einmal ein 20 Stunden Job/Woche mit 600 € Nettoentgelt angenommen. Eine Arbeit, wovon er selbstständig existieren kann, ist nicht in Sicht. Durch die gesellschaftliche Politik ist eine Vollzeit- Beschäftigung kaum möglich. Erst wenn der Staat vernünftige Jobs schafft, und damit die Harz IV bedürftigen wirklich hilft, hätte die SPD mit der Agenda 2010 richtig gehandelt. Die Wirtschaft wird aber nur die Not der Arbeitslosen bzw. Harz IV Empfänger ausnutzen. DAS IST EBEN NEOLIBERALE POLITIK. Die daraus entstehende Not des Einzelnen ist uninteressant. Damit hat die SPD sich selbst verraten, Schröder sei Dank. Ich würde nur noch gerne wissen, wie sich Gerhard Schröder fühlt, seine Partei herabgewirtschaftet zu haben. Diese Politik, wie Gerhard Schröder machen wollte, machen andere Parteien auch schon seit Jahrzehnten, mit nur mäßigem Erfolg. Eine Chance Erfolgreich diese Politik umzusetzen hatte die SPD nie.

  • 04.04.2011 18:55 Uhr

    von amb:

    Die Krise der SPD geht sehr friedlich und still von statten. Wahrscheinlich schmeissen die wenigsten mit Wut ihr Parteibuch hin; viele Mitglieder gehen aufgrund ihres hohen Alters verloren. Schon in den späten 80er Jahren zeichnete sich ab, dass die SPD keinerlei Konzepte entwickelt hatte, junge Mitglieder zu gewinnen. Nicht selten hat man sie sogar nur misstrauisch und zögerlich integriert, weil zunächst wissen wollte, in welchem Lager innerparteilicher Grabenkriege sie sich positionieren würden. Dass die Jusos oft nur für bornierte Politjunkies erträglich, für viele andere jedoch abschrecken war, hat sie ebenso wenig interessiert. Viel zu viel ist viel zu lange für selbstverständlich und alle Zeiten überdauernd gehalten worden. Dass das Ende ein eher banales sein könnte, nimmt man womöglich noch nicht einmal jetzt wahr. Wo Herr Nachtwey noch Chancen sieht ist mir ehrlich gesagt im Moment nicht recht klar, denn dieser Partei geht schon länger die Substanz verloren.
    Nebenbei: ich könnte mich jedesmal kringeln, wenn ich Erklärungen und Kommentare von Politologen zur politischen Entwicklung unseres Landes mitbekomme. Man sollte nicht Studiengebühren erheben, man sollte eher völlig unsinnige Fachbereiche schliessen.

  • 04.04.2011 18:55 Uhr

    von Irene:

    @Wolfgang Brenner

    Rot-Grün hatten wir doch schon und was ist herausgekommen: Kriegstteilnahme, HartzIV, problemlose Massenkündigungen über Namenslisten, Geschenke für die Wirtschaft, da kann ich jeden Sozialdemokraten verstehen, der aus der Partei austritt.
    Ich spar`s mir jetzt aber "Wer hat uns verraten..." ist so falsch nicht.

  • 04.04.2011 18:55 Uhr

    von hto:

    Die SPD hat nun nicht nur weniger Mitglieder als die CDU - weil sie nicht mehr schafft, die Arbeiterschaft zu repräsentieren. Doch in der Krise steckt auch eine Chance für die Partei. VON OLIVER NACHTWEY

    Die SPD hat die Arbeiterschaft noch nie repräsentiert, sie hat von der Arbeiterschaft profitiert, denn sie ist, im stumpfsinnig-reformistischen Kreislauf dieser illusionören Welt- und "Werteordnung" von / zur Hierarchie in materialistischer "Absicherung", auch nur ein symptomatischer Teil der Konfusionierung - die Krise / das Siechen steckt fest verwurzelt im System, und nicht nur die Parteien koordinieren ihre Chancen / ihren systemrationalen Kommunikationsmüll darauf.

  • 11.02.2011 17:46 Uhr

    von Ludwig Bruder:

    Die SPD stand bis in die 90 Jahre für soziale Gerechtigkeit ein. In der SPD wurde um die Richtung der Politik gestritten und diskutiert, und so die Richtung durch die Parteimitglieder gemeinsam bestimmt. Das war bis zu Beginn der Zeiten von Gerhard Schröder so. Die Basta-Politik von Gerhard Schröder mit dem Ergebnis der Agenda 2010 hat Schluss damit gemacht. Gerhard Schröder wollte seine Ideologie des Neoliberalismus durchsetzen, was er auch geschafft hat. Was er aber damit mit seiner Wählerschaft sowie den SPD-Mitgliedern angetan hat, war im egal, Basta eben. Der Neoliberalismus, eine Ideologie, die in den 30er Jahren entstanden ist und ist leider nur eine Ideologie wie der Kommunismus. Die deutsche Politik braucht keine Ideologie sondern eine praktische Politik, die allen gesellschaftlichen Schichten zugute kommt. Der Neoliberalismus tut dies nicht. Die Grundlage des Neoliberalismus ist nun mal, "Wenn man des Pferd gut füttert, wird für die Spatzen schon genug übrig bleiben" Übersetzt bedeutet das, dass das Pferd die gesellschaftliche Oberschicht und die Spatzen der Mittelstand und die darunter liegenden Schichten in unserem Wirtschaftssystem sind. Die Steuerung, wie diese von Ludwig Erhard eingeführt wurde und damit die Soziale Marktwirtschaft eingeführt hat, bleibt auf der Strecke. Der Einzelne zählt nichts mehr und geht in dem unsozialen Staat unter. Hartz IV ist die folge mit seiner neuen Armut. Der Staat hat hiermit versagt und seinen sozialen Gedanke aufgegeben. Ein Menschenwürdiges Leben ist hier nicht mehr möglich. Die Arbeitsagenturen sowie die Arbeitsgemeinschaften sind hilflos überfordert, die Arbeitslosen werden in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt mit tiefen Teilzeitjobs und Niedriglöhnen. Auf dieser Basis soll Vollbeschäftigung erzeugt werden. Was für ein Betrug, der Sozialstaat hat versagt. Ein Beispiel hierzu: Mein Sohn hat die Ausbildung beendet. Durch das niedrige Ausbildungsentgelt, wovon das Arbeitslosengeld berechnet wird, sollte mein Sohn (21J) 130 € Arbeitslosengeld erhalten. Das Kindergeld in Höhe von 154 € wird gestrichen, da die Berufsausbildung beendet wurde. Nach Rückfrage bei den Behörden ist ein Antrag auf Hartz IV unnötig, da mein Sohn in einer Bedarfsgemeinschaft mit uns als Eltern lebt. Wie soll mein Sohn leben? Finanziell können wir unseren Sohn nicht unterstützen, da wir anderweitige finanzielle Verpflichtungen haben die nicht zurückgestellt werden können. Aus Not hat mein Sohn erst einmal ein 20 Stunden Job/Woche mit 600 € Nettoentgelt angenommen. Eine Arbeit, wovon er selbstständig existieren kann, ist nicht in Sicht. Durch die gesellschaftliche Politik ist eine Vollzeit- Beschäftigung kaum möglich. Erst wenn der Staat vernünftige Jobs schafft, und damit die Harz IV bedürftigen wirklich hilft, hätte die SPD mit der Agenda 2010 richtig gehandelt. Die Wirtschaft wird aber nur die Not der Arbeitslosen bzw. Harz IV Empfänger ausnutzen. DAS IST EBEN NEOLIBERALE POLITIK. Die daraus entstehende Not des Einzelnen ist uninteressant. Damit hat die SPD sich selbst verraten, Schröder sei Dank. Ich würde nur noch gerne wissen, wie sich Gerhard Schröder fühlt, seine Partei herabgewirtschaftet zu haben. Diese Politik, wie Gerhard Schröder machen wollte, machen andere Parteien auch schon seit Jahrzehnten, mit nur mäßigem Erfolg. Eine Chance Erfolgreich diese Politik umzusetzen hatte die SPD nie.

  • 11.02.2011 17:46 Uhr

    von hto:

    Die SPD hat nun nicht nur weniger Mitglieder als die CDU - weil sie nicht mehr schafft, die Arbeiterschaft zu repräsentieren. Doch in der Krise steckt auch eine Chance für die Partei. VON OLIVER NACHTWEY

    Die SPD hat die Arbeiterschaft noch nie repräsentiert, sie hat von der Arbeiterschaft profitiert, denn sie ist, im stumpfsinnig-reformistischen Kreislauf dieser illusionören Welt- und "Werteordnung" von / zur Hierarchie in materialistischer "Absicherung", auch nur ein symptomatischer Teil der Konfusionierung - die Krise / das Siechen steckt fest verwurzelt im System, und nicht nur die Parteien koordinieren ihre Chancen / ihren systemrationalen Kommunikationsmüll darauf.

  • 30.07.2008 20:36 Uhr

    von Ludwig Bruder:

    Die SPD stand bis in die 90 Jahre für soziale Gerechtigkeit ein. In der SPD wurde um die Richtung der Politik gestritten und diskutiert, und so die Richtung durch die Parteimitglieder gemeinsam bestimmt. Das war bis zu Beginn der Zeiten von Gerhard Schröder so. Die Basta-Politik von Gerhard Schröder mit dem Ergebnis der Agenda 2010 hat Schluss damit gemacht. Gerhard Schröder wollte seine Ideologie des Neoliberalismus durchsetzen, was er auch geschafft hat. Was er aber damit mit seiner Wählerschaft sowie den SPD-Mitgliedern angetan hat, war im egal, Basta eben. Der Neoliberalismus, eine Ideologie, die in den 30er Jahren entstanden ist und ist leider nur eine Ideologie wie der Kommunismus. Die deutsche Politik braucht keine Ideologie sondern eine praktische Politik, die allen gesellschaftlichen Schichten zugute kommt. Der Neoliberalismus tut dies nicht. Die Grundlage des Neoliberalismus ist nun mal, "Wenn man des Pferd gut füttert, wird für die Spatzen schon genug übrig bleiben" Übersetzt bedeutet das, dass das Pferd die gesellschaftliche Oberschicht und die Spatzen der Mittelstand und die darunter liegenden Schichten in unserem Wirtschaftssystem sind. Die Steuerung, wie diese von Ludwig Erhard eingeführt wurde und damit die Soziale Marktwirtschaft eingeführt hat, bleibt auf der Strecke. Der Einzelne zählt nichts mehr und geht in dem unsozialen Staat unter. Hartz IV ist die folge mit seiner neuen Armut. Der Staat hat hiermit versagt und seinen sozialen Gedanke aufgegeben. Ein Menschenwürdiges Leben ist hier nicht mehr möglich. Die Arbeitsagenturen sowie die Arbeitsgemeinschaften sind hilflos überfordert, die Arbeitslosen werden in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt mit tiefen Teilzeitjobs und Niedriglöhnen. Auf dieser Basis soll Vollbeschäftigung erzeugt werden. Was für ein Betrug, der Sozialstaat hat versagt. Ein Beispiel hierzu: Mein Sohn hat die Ausbildung beendet. Durch das niedrige Ausbildungsentgelt, wovon das Arbeitslosengeld berechnet wird, sollte mein Sohn (21J) 130 € Arbeitslosengeld erhalten. Das Kindergeld in Höhe von 154 € wird gestrichen, da die Berufsausbildung beendet wurde. Nach Rückfrage bei den Behörden ist ein Antrag auf Hartz IV unnötig, da mein Sohn in einer Bedarfsgemeinschaft mit uns als Eltern lebt. Wie soll mein Sohn leben? Finanziell können wir unseren Sohn nicht unterstützen, da wir anderweitige finanzielle Verpflichtungen haben die nicht zurückgestellt werden können. Aus Not hat mein Sohn erst einmal ein 20 Stunden Job/Woche mit 600 € Nettoentgelt angenommen. Eine Arbeit, wovon er selbstständig existieren kann, ist nicht in Sicht. Durch die gesellschaftliche Politik ist eine Vollzeit- Beschäftigung kaum möglich. Erst wenn der Staat vernünftige Jobs schafft, und damit die Harz IV bedürftigen wirklich hilft, hätte die SPD mit der Agenda 2010 richtig gehandelt. Die Wirtschaft wird aber nur die Not der Arbeitslosen bzw. Harz IV Empfänger ausnutzen. DAS IST EBEN NEOLIBERALE POLITIK. Die daraus entstehende Not des Einzelnen ist uninteressant. Damit hat die SPD sich selbst verraten, Schröder sei Dank. Ich würde nur noch gerne wissen, wie sich Gerhard Schröder fühlt, seine Partei herabgewirtschaftet zu haben. Diese Politik, wie Gerhard Schröder machen wollte, machen andere Parteien auch schon seit Jahrzehnten, mit nur mäßigem Erfolg. Eine Chance Erfolgreich diese Politik umzusetzen hatte die SPD nie.

  • 29.07.2008 19:05 Uhr

    von amb:

    Ich fürchte etwas, dass die SPD in gewisser Hinsicht auch ein Indikator für den Zustand unserer Demokratie ist. Mir ist nur noch nicht recht klar in welchem Umfang. Jedenfalls finde ich nicht, dass CDU/CSU, FDP oder die Grünen auch nur den leisesten Grund haben, sich über die Entwicklung der SPD zu freuen. Denn diese Parteien werden die Erwartungen der meisten Wähler mit ziemlicher Sicherheit erst recht enttäuschen. Was dann ?

  • 29.07.2008 18:57 Uhr

    von amb:

    Die Krise der SPD geht sehr friedlich und still von statten. Wahrscheinlich schmeissen die wenigsten mit Wut ihr Parteibuch hin; viele Mitglieder gehen aufgrund ihres hohen Alters verloren. Schon in den späten 80er Jahren zeichnete sich ab, dass die SPD keinerlei Konzepte entwickelt hatte, junge Mitglieder zu gewinnen. Nicht selten hat man sie sogar nur misstrauisch und zögerlich integriert, weil zunächst wissen wollte, in welchem Lager innerparteilicher Grabenkriege sie sich positionieren würden. Dass die Jusos oft nur für bornierte Politjunkies erträglich, für viele andere jedoch abschrecken war, hat sie ebenso wenig interessiert. Viel zu viel ist viel zu lange für selbstverständlich und alle Zeiten überdauernd gehalten worden. Dass das Ende ein eher banales sein könnte, nimmt man womöglich noch nicht einmal jetzt wahr. Wo Herr Nachtwey noch Chancen sieht ist mir ehrlich gesagt im Moment nicht recht klar, denn dieser Partei geht schon länger die Substanz verloren.
    Nebenbei: ich könnte mich jedesmal kringeln, wenn ich Erklärungen und Kommentare von Politologen zur politischen Entwicklung unseres Landes mitbekomme. Man sollte nicht Studiengebühren erheben, man sollte eher völlig unsinnige Fachbereiche schliessen.

  • 29.07.2008 18:43 Uhr

    von Peter:

    Wenn die SPD wirklich so weit in der "Mitte" wäre wie es der Artikel suggeriert, würde sie vielleicht mehr Anerkennung finden. Momentan ist sie ein undefinierbares Etwas, da der linke Block nach wie vor sehr dominierend in der Anhängerschaft zu sein scheint. Man denke an Frau Nahles. Wann immer ich am Rande von den Jusos sah und hörte, waren diese Eindrücke nicht ganz "mittig". Man denke an Frau Drohsel, die Vorsitzende, die den "demokratischen Sozialismus" forciert. Um für Wähler der Mitte wirklich interessant zu werden müsste die Partei ihr Profil schärfen und etwas aufs Spiel setzen.

  • 29.07.2008 13:05 Uhr

    von Frank Dahmen:

    Befreit vom Prekariat? Die SPD mag sich befreien, dies bedeutet aber gleichzeitig, dass Sie sich weiterhin in Meilenstiefeln von den politischen Überzeugungen und der Klientel der Linke entfernt. Dies macht aber eine Koalition mit dieser dann bürgerlichen Partei nahezu undenkbar. Worin darin die Chance der SPD besteht, vermag sich mir deshalb nicht zu erschließen.

  • 29.07.2008 12:53 Uhr

    von Bark Wind:

    Die SPD ist teilweise selbst schuld, aber nicht nur. Ein immer größerer Teil der Leute mit durchschnittlich oder unterdurchschnittlich hohem Einkommen und Vermögen sympathisiert mit CDU und NPD ab, oder zu "Unpolitischen", die aber oft doch mit NPD-nahen Meinungen sympathisieren. Die langfristigen Wirkungen der von ihnen meist konsumierten Medien, v.a. alltägl. TV- und Radiosendungen, BILD-Zeitung etc, ist einer der Gründe. Die Kompetenz kritisch Medien zu beurteilen, ist oft gering - wird schon in der Schule wenig gelernt und wenn eine/r viel und anstrengend arbeiten muss, bleibt auch wenig Zeit mehr um pol. Kritikfähigkeit auszubilden.

    Speziell die Mitgliedschaft in einer Partei ist außerdem mit Beiträgen verbunden und da die SPD Mitglieder eher weniger reich sind, als die der CDU/CSU, und nicht gerade dabei sind, immer reicher zu werden, sparen diese Leute eben bei der Parteimitgliedschaft.

  • 29.07.2008 11:23 Uhr

    von Ludwig Paul Häußner:

    Der SPD fehlt eine sozialliberale Vision!

    -----------------------------------------
    Als Partei der schon in den 1970er in Deutschland zu Ende gegangenen Industriegesellschaft geht die SPD leider rückwärts in die Zukunft. Der Sozialstaat wird zunehmend vormundschaftlicher - Stichwort: HARTZ IV.

    Die soziale Sicherung wird weiterhin dem Wirtschaftsfaktor ARBEIT durch Sozialabgaben aufgebürdet – und macht ihn im Rahmen der Globalisierung konkurrenzlos teuer. Die SPD hält weithin an dem Trugbild des unselbständigen, weisungsgebundenen und sozialversicherungspflichtigen „Arbeitnehmer“ fest, obwohl wir zunehmend in Projekten tätig werden, sei es in Wirtschaft, Wissenschaft oder Kultur.

    Die Initiativentfaltung wird mit antiquierten Einkommens- und Ertragssteuern gehemmt.

    Die MwSt (als Konsumsteuer) wurde zwar mit Hilfe der SPD erhöht aber wird offiziell weiterhin als unsozial verteufelt. Die SPD will deren innere Logik nicht wahrhaben: die Mehrwertsteuer ist die gerechteste Steuer, weil sie die denkbar breiteste Bemessungsgrundlage hat. Selbst die skandinavischen Länder Dänemark und Schweden haben schon heute die höchsten MwSt-Sätze – ganz EU-konform - und können beleibe nicht als "neoliberal" gebrandmarkt werden.

    Klar! Solange es für die MwSt keinen Steuerfreibetrag gibt, solang wird diese Steuer als ungerecht für den „kleinen Mann“ empfunden. Ja und dann wären wir beim bedingungslosen Grundeinkommen, das u. a. auch einen MwSt-Freibetrag darstellt.

    Die SPD müsste die Vision eines sozialdemokratischen Grundeinkommens entwickeln! Bislang tut dies nur die kleine Rhein-Erft-SPD.

    Mehr unter: grundeinkommen@rhein-erft-spd.de

    Grundeinkommen und Konsumsteuer sind nicht nur sozial und demokratisch, sondern könnten die SPD wieder VORWÄRTS bringen.

    Ludwig Paul Häußner, Karlsruhe

  • 29.07.2008 11:17 Uhr

    von Irene:

    @Wolfgang Brenner

    Rot-Grün hatten wir doch schon und was ist herausgekommen: Kriegstteilnahme, HartzIV, problemlose Massenkündigungen über Namenslisten, Geschenke für die Wirtschaft, da kann ich jeden Sozialdemokraten verstehen, der aus der Partei austritt.
    Ich spar`s mir jetzt aber "Wer hat uns verraten..." ist so falsch nicht.

  • 29.07.2008 00:33 Uhr

    von vic:

    Symptomatisch hierfür.
    Massenentlassungen als Folge von Misswirtschaft, von Betrügern, Abzockern, "Outsourcing und Shareholder Values".
    Menschen müssen wieder für ihre Rechte streiken. Und welche Partei unterstützt sie dabei? Nur die Linke. Früher machte das mal die SPD.

  • 28.07.2008 22:53 Uhr

    von NAD:

    Die SPD tut sich seit 1982 schwer, eine realistische und populäre Linie für ihre Politik zu entwickeln. Helmut Schmidt war im Grunde genommen ein sehr fähiger Moderator und Kanalisator. Ich stimme dem Autor zu, die SPD hat schon lange ein Problem, Menschen für sich zu gewinnen. Inzwischen hat sie aber ihr wichtigstes Markenzeichen, den sozialen Ausgleich und ein liberales Gesellschaftsmodell, verloren. Die SPD hat knallharte Sozial- und Antiterrorgesetze gemacht. Sie hat ihren Wählern die größten Brocken hingelegt und sich lieb Kind getan, in einer Welt, in der es für sie nicht viel zu holen gibt. Zahnärzte, Reeder, Unternehmer, Anwälte und Notare haben genug politische Angebote und sie haben ihren eigenen Zirkel. Der eine odere andere Sozialdemokrat geht dort ein und aus, aber die Mitte und die gehobene Mittelschicht sind nicht scharf auf die Kultur eines Gerhard Schröders, Wolfgang Clements oder eines Peer Steinbrücks.
    In diesen Kreisen sucht die SPD aber zunehmend ihr Glück. Eine hart arbeitende Krankenschwester, Sozialarbeiterin oder Verkäuferin interessiert in dieser Partei niemanden mehr. Sieht man sich das graue studierte Karrierepersonal der Partei an, sticht ins Auge, dass es schon lange keine Orientierungspunkte für Durchschnittsarbeitnehmer gibt.
    Bei so einer Aufstellung ist es erstaunlich, dass die SPD immerhin bis 2008 mehr Mitglieder hatte als die CDU.

  • 28.07.2008 22:47 Uhr

    von Wolfgang Brenner:

    Es ist ein Jammer für dieses älteste und mit viel Tradition betraute Partei und für alle Sozialdemokraten und sozialen Menschen der Demokratie..
    Für mich gibt es nur ein Weg: Mit Den Linken und den Grünen eine Koalition, denn es muss im Interesse
    Deutschlands und deren Volk vermieden werden, dass es eine CDU/FDP-Regierung gibt, dann das wäre die perfekte Ausbeutung der arbeitenden und nicht arbeitenden Menschen, einfach der pure Kapitalismus-Gau schlichthin!!!!!!!!

  • 28.07.2008 20:05 Uhr

    von amb:

    Weder der SPD noch den Gewerkschaften ist es gelungen ihre ursprüngliche Zielgruppe der Arbeiter programmatisch zu jener der Arbeitnehmer zu öffnen und erweitern. Stattdessen haben sie solange nach den privilegiert Eliten geschielt, bis sich ihre Spitzen kaum noch von ihnen unterscheiden. Kein Wunder, dass dabei Chancengleichheit und Solidarität auf der Strecke blieben. Inzwischen auch ihre Glaubwürdigkeit.

  • 28.07.2008 18:13 Uhr

    von heiribido:

    "Die SPD hat nun nicht nur weniger Mitglieder als die CDU - weil sie nicht mehr schafft, die Arbeiterschaft zu repräsentieren."

    Nicht nur, sondern auch?

  • 28.07.2008 13:16 Uhr

    von hto:

    Die SPD hat nun nicht nur weniger Mitglieder als die CDU - weil sie nicht mehr schafft, die Arbeiterschaft zu repräsentieren. Doch in der Krise steckt auch eine Chance für die Partei. VON OLIVER NACHTWEY

    Die SPD hat die Arbeiterschaft noch nie repräsentiert, sie hat von der Arbeiterschaft profitiert, denn sie ist, im stumpfsinnig-reformistischen Kreislauf dieser illusionören Welt- und "Werteordnung" von / zur Hierarchie in materialistischer "Absicherung", auch nur ein symptomatischer Teil der Konfusionierung - die Krise / das Siechen steckt fest verwurzelt im System, und nicht nur die Parteien koordinieren ihre Chancen / ihren systemrationalen Kommunikationsmüll darauf.

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