Die Übergriffe im Ferienlager auf Ameland zeigen erneut, wo es hierzulande hapert: Über Bildung und Betreuung wird geredet – nur kosten darf es nichts. von Ambros Waibel
Zwischen den Zeilen suchen natürlich alle Leser (der BRD-Bürger ist inzwischen ja ähnlich geschult wie der DDR-Bürger) nach der essentiell wichtigen aber nicht veröffentlichten Information, die diese Vorgänge etwas verständlicher macht. Wer waren die Täter, wer die Opfer? Bis zum Beweis des Gegenteiles muss der aufgeklärte Leser ja leider annehmen, hier wird ein Migrationshintergrund verschwiegen. Es wäre daher sicher auch für die Integration und das Bild der Migranten gut, wenn die Presse endlich sagt was Sache ist.
23.07.2010 13:08 Uhr
von Norman Frey:
@Celeborn:
"Es gibt mittlerweile eine Häufung von Gewalt Jugendlicher. [...] Die Zeitungen sind voll davon."
Es gab schon immer Gewalt Jugendlicher. Missbrauch auch. Nur heute wird im Gegensatz dazu früher darüber geredet und nicht totgeschwiegen.
Was fehlt ist die Medienkompetenz vieler, einen Medienhype über Missbrachsfälle und jugendlicher Gewalt als Medienhype zu erkennen und nicht als Anstieg von Missbracushfällen und jugendlicher Gewalt.
Das ist wahrscheinlich der erste Satz, den der Mensch jemals gesprochen hat: "Früher war alles besser."
23.07.2010 09:17 Uhr
von Celeborn:
Aha. Also Geld (taz) oder Pornographie (CSU) sind die Ursachen. Der Aspekt "doof" trifft auf beides zu. Sorry.
Es gibt mittlerweile eine Häufung von Gewalt Jugendlicher: - Messerstechereien - Treten bis zum Tod, mangelnde "Beißhemmung" (Fall Brunner) - Jetzt die unsäglichen Vergewaltigungen
Die Zeitungen sind voll davon, und wer mit offenen Augen zum Beispiel durch Hamburg geht, wundert sich nicht mehr. Es ist auch kein Unterschichtenphänomen.
Diesen Kindern, egal ob Unterschicht oder Oberschicht, mangelt es an einer grundlegenden Fähigkeit: Empathie. Grenzen. Den Anderen nicht als Objekt sehen, sondern als Subjekt. Das lernt man aber nicht auf Freizeiten oder in Schulen. Das wird in frühesten Tagen gelegt. Im Elternhaus. Empfehle "Warum unsere Kinder Tyrannen werden", hier erfährt man viel über kindliche Entwicklung.
Und wenn die ideologische Ebene der Erziehungswissenschaften nicht schnellstens verlassen wird (68er-Einfluss, "freie Entwicklung, keine Grenzen"), dann wird es schwer. Die Kitas und Schulen als elternersetzend zu sehen, kann nicht funktionieren. Sie kann nur begleiten. Aber quer durch alle Schichten ist der Anspruch, dass die Kita/Schule erzieht und den Rücken frei hält und die Kinder dann zum Kuscheln abends da sind. Sie lernen keine Grenzen von einer zentralen Bezugsperson. Die Verdrahtungen, die dabei entstehen, sind fatal. Mehr Geld? Weniger Pornographie? Es wird Zeit für eine ideologiefreie Diskussion mit den empirischen Ergebnissen der Entwicklungsforschung, der Gehirnforschung und mal schauen, was die Gemeinsamkeiten dieser kranken Gewaltfälle sind. Und dann Schlussfolgerungen ziehen. Aber vielleicht muss man dann ja seine Glaubenssätze in Frage stellen, und das ist unbequem. In allen Glaubenslagern, von 68 bis zu den Konservativen. Beide Vertretergruppen sehe ich als gleichermaßen feige an. Und so sind alle immer nur wieder "unglaublich betroffen". Schön, dass wir mal drüber geredet haben. Entschuldigen Sie den Frust, schönen Tag noch.
Leserkommentare
23.07.2010 17:00 Uhr
von Zwischen den Zeilen:
Zwischen den Zeilen suchen natürlich alle Leser (der BRD-Bürger ist inzwischen ja ähnlich geschult wie der DDR-Bürger) nach der essentiell wichtigen aber nicht veröffentlichten Information, die diese Vorgänge etwas verständlicher macht.
Wer waren die Täter, wer die Opfer?
Bis zum Beweis des Gegenteiles muss der aufgeklärte Leser ja leider annehmen, hier wird ein Migrationshintergrund verschwiegen. Es wäre daher sicher auch für die Integration und das Bild der Migranten gut, wenn die Presse endlich sagt was Sache ist.
23.07.2010 13:08 Uhr
von Norman Frey:
@Celeborn:
"Es gibt mittlerweile eine Häufung von Gewalt Jugendlicher. [...] Die Zeitungen sind voll davon."
Es gab schon immer Gewalt Jugendlicher. Missbrauch auch. Nur heute wird im Gegensatz dazu früher darüber geredet und nicht totgeschwiegen.
Was fehlt ist die Medienkompetenz vieler, einen Medienhype über Missbrachsfälle und jugendlicher Gewalt als Medienhype zu erkennen und nicht als Anstieg von Missbracushfällen und jugendlicher Gewalt.
Das ist wahrscheinlich der erste Satz, den der Mensch jemals gesprochen hat: "Früher war alles besser."
23.07.2010 09:17 Uhr
von Celeborn:
Aha. Also Geld (taz) oder Pornographie (CSU) sind die Ursachen. Der Aspekt "doof" trifft auf beides zu. Sorry.
Es gibt mittlerweile eine Häufung von Gewalt Jugendlicher:
- Messerstechereien
- Treten bis zum Tod, mangelnde "Beißhemmung" (Fall Brunner)
- Jetzt die unsäglichen Vergewaltigungen
Die Zeitungen sind voll davon, und wer mit offenen Augen zum Beispiel durch Hamburg geht, wundert sich nicht mehr. Es ist auch kein Unterschichtenphänomen.
Diesen Kindern, egal ob Unterschicht oder Oberschicht, mangelt es an einer grundlegenden Fähigkeit: Empathie. Grenzen. Den Anderen nicht als Objekt sehen, sondern als Subjekt. Das lernt man aber nicht auf Freizeiten oder in Schulen. Das wird in frühesten Tagen gelegt. Im Elternhaus. Empfehle "Warum unsere Kinder Tyrannen werden", hier erfährt man viel über kindliche Entwicklung.
Und wenn die ideologische Ebene der Erziehungswissenschaften nicht schnellstens verlassen wird (68er-Einfluss, "freie Entwicklung, keine Grenzen"), dann wird es schwer. Die Kitas und Schulen als elternersetzend zu sehen, kann nicht funktionieren. Sie kann nur begleiten. Aber quer durch alle Schichten ist der Anspruch, dass die Kita/Schule erzieht und den Rücken frei hält und die Kinder dann zum Kuscheln abends da sind. Sie lernen keine Grenzen von einer zentralen Bezugsperson. Die Verdrahtungen, die dabei entstehen, sind fatal. Mehr Geld? Weniger Pornographie? Es wird Zeit für eine ideologiefreie Diskussion mit den empirischen Ergebnissen der Entwicklungsforschung, der Gehirnforschung und mal schauen, was die Gemeinsamkeiten dieser kranken Gewaltfälle sind. Und dann Schlussfolgerungen ziehen. Aber vielleicht muss man dann ja seine Glaubenssätze in Frage stellen, und das ist unbequem. In allen Glaubenslagern, von 68 bis zu den Konservativen. Beide Vertretergruppen sehe ich als gleichermaßen feige an. Und so sind alle immer nur wieder "unglaublich betroffen". Schön, dass wir mal drüber geredet haben. Entschuldigen Sie den Frust, schönen Tag noch.