Die Stimmung in der hessischen Odenwaldschule ist aufgewühlt. Doch die Lehrer trauen der Leiterin zu, den sexuellen Missbrauch an Schülern radikal aufzuklären.von Christian Füller
es ist schon interessant, daß das Interview von Hentig mit der SZ schon am gleichen Tag aus der online-version verschwand (SZ-Redakteur Prantl war Mitglied der Humanistischen Union) und in der deutschen Presse von links bis rechts ignoriert wird. Das "Denkmal" gibt nämlich darin den Odenwälder Schülern die Schuld an den Vorfällen.
12.03.2010 16:06 Uhr
von Bernhard:
"Sexuelle Annäherungen"??? Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass ihr einen solchen Ausdruck verwendet! Der Mensch hat sich nicht bloß angenähert, er hat krassen Missbrauch mit von ihm Abhängigen getrieben. Wenn ihr euch aus rechtlichen Gründen nicht traut, die Sache beim Namen zu nennen, solltet ihr zumindest auf derart verharmlosende Formulierungen verzichten.
10.03.2010 20:17 Uhr
von Humanist:
Pikant: Frau Leutheusser-Schnarrenberger fordert den „Runden Tisch“ nur für die Katholische Kirche. Weshalb dies so ist, wird klarer, wenn man folgenden Hintergrund zum Missbrauch in der privaten Odenwaldschule kennt:
"Dem Vordenker der Reformpädagogik und Lebensgefährten von Ex-Schulleiter ( der Odenwaldschule) Becker, Hartmut von Hentig, warfen die Betroffenen zumindest Mitwisserschaft vor. Im Gespräch mit der FR nannte von Hentig den Vorwurf "grotesk"." (frankfurter Rundschau 6.3.2010)
Herr von Hentwig ist - wie Frau Leutheusser-Schnarrenberger - Mitglied des Beirates der Humanistischen Union.
Wenn sie nur über die katholische Kirche zu Gericht sitzen möchte, ist sie nicht in der Verlegenheit, auch noch unangenehme Fragen an ihren HU-Beiratskollegen stellen zu müssen. Clever die Frau Leutheusser-Schnarrenberger! Aber auch schnell durchschaubar!
10.03.2010 18:27 Uhr
von Maze:
Das scheint leider üblich zu sein in solchen geschlossenen Biotopen. Ich habe auch öfter über sexuelle Belästigung an Schülern in Internaten gehört, die von der Leitung vertuscht werden, weil die Eltern ihre Kinder sonst dort wegnehmen würden. Siehe etwa hier http://www.freitag.de/community/blogs/thomschmidtke/integration-light--innenansichten-einer-blindeneinrichtung
10.03.2010 14:44 Uhr
von Herr von Neubabelsberg:
Gegen sexuelle manipulation und verletzung von kindern und minderjährigen würden sicher eine kombination aus flächendeckenden gewalt- und suchtberatungsstellen, männerhäusern, therapiezentren, aber ebenso die konsequente anwendung und gegebenenfalls verlängerung und verschärfung der verjährungsfristen und strafrahmen hilfreich sein.
Aufgrund des fortschreitenden personalabbaus und der budgetkürzungen sowohl im sozialwesen als auch im justizwesen, was meines erachtens insbesondere SPD und CDU landauf, landab zu verantworten haben, sieht die gesamtgesellschaftliche situation derzeit so katastrophal aus wie sie sich darstellt, so dass man Schweden einfach nur um die besseren sozialen institutionen beneiden kann!
Erschwerend kommt hinzu, dass kaiserreich und nazibarbarei der deutschen gesellschaft das unrechtsbewußtsein gehörig und nachhaltig ausgetrieben haben, was offenbar wird, wenn bei mittlerer bis schwerer vorsätzlicher körperverletzung bewährungssträfchen ausgesprochen und 18jährige fahrerlaubnisscheininhaber mit jugendstrafen infantilisiert, hingegen sachbeschädigung und diebstahl mit mehreren jahren knast geahndet werden.
Es herrscht einfach eine art von toleranz gegenüber gewalttätigem verhalten in der BRD vor, die ich so in keinem zweiten europäischen nachbarland wahrgenommen habe. Man verzeiht und vergibt sich hierzulande zu schnell, so dass auch die aufklärung in vielen fällen sträflich vernachlässigt wird und leidet. Diesbezüglich gebe ich politikern, justizangestellten und medienvertretern gleichermaßen eine mitschuld.
Es sollten nicht zuletzt aus diesem grunde mehr öffentlich-rechtliche UNTERSUCHUNGSAUSSCHÜSSE eingesetzt werden, sei es beim fall Odenwaldschule oder Canisius-Kolleg.
In England gibt es übrigens ein gesetz namens Indeterminate Sentence for Public Protection (IPP), dass bei mittlerer bis schwerer vorsätzlicher körperverletzung eine längere gefängnisstrafe vorsieht, verknüpft mit der auflage, dass der oder die gewalttäter erst wieder auf freien fuß gesetzt werden, wenn er oder sie bereit sind, sich einer antigewalt-therapie zu unterziehen. Außerdem hat man sich mit dem Antisocial Behaviour Act dort schon seit längerem der problematik gestellt. Alkohol wird in Great Britain zwar genauso exzessiv konsumiert wie in deutschen landen, es wird dort allerdings nicht als entschuldigung für körperverletzung akzeptiert. Das problem in UK sind allerdings fehlende gelder für mehr therapeutInnenstellen und sozialarbeiterInnen. Ich bin gespannt, wie sich die Labour Party im anstehenden wahlkampf dazu verhält.
Denjenigen, die die wirksamkeit von grundgesetzlich verankerten, SÄKULAREN antigewaltsanktionen bezweifeln, sei übrigens die frage gestellt, wie würde es in der gesellschaft zugehen, wenn gänzlich darauf verzichtet würde? Ein hauen und stechen etwa, ein gegenseitiges würgen und vergewaltigen, oder ist die menschheit generell bereits bis ins bein und mark hinein zum pazifismus bekehrt, wie es sich mancher bischof und manche bischöfin gerne wünschte???
10.03.2010 14:16 Uhr
von dieLINKE:
Man sollte Missbrauch und körperliche Züchtigung stark trennen .
Leserkommentare
13.03.2010 09:53 Uhr
von rhenanus:
es ist schon interessant, daß das Interview von Hentig mit der SZ schon am gleichen Tag aus der online-version verschwand (SZ-Redakteur Prantl war Mitglied der Humanistischen Union) und in der deutschen Presse von links bis rechts ignoriert wird. Das "Denkmal" gibt nämlich darin den Odenwälder Schülern die Schuld an den Vorfällen.
12.03.2010 16:06 Uhr
von Bernhard:
"Sexuelle Annäherungen"??? Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass ihr einen solchen Ausdruck verwendet! Der Mensch hat sich nicht bloß angenähert, er hat krassen Missbrauch mit von ihm Abhängigen getrieben. Wenn ihr euch aus rechtlichen Gründen nicht traut, die Sache beim Namen zu nennen, solltet ihr zumindest auf derart verharmlosende Formulierungen verzichten.
10.03.2010 20:17 Uhr
von Humanist:
Pikant:
Frau Leutheusser-Schnarrenberger fordert den „Runden Tisch“ nur für die Katholische Kirche. Weshalb dies so ist, wird klarer, wenn man folgenden Hintergrund zum Missbrauch in der privaten Odenwaldschule kennt:
"Dem Vordenker der Reformpädagogik und Lebensgefährten von Ex-Schulleiter ( der Odenwaldschule) Becker, Hartmut von Hentig, warfen die Betroffenen zumindest Mitwisserschaft vor. Im Gespräch mit der FR nannte von Hentig den Vorwurf "grotesk"." (frankfurter Rundschau 6.3.2010)
Herr von Hentwig ist - wie Frau Leutheusser-Schnarrenberger - Mitglied des Beirates der Humanistischen Union.
Wenn sie nur über die katholische Kirche zu Gericht sitzen möchte, ist sie nicht in der Verlegenheit, auch noch unangenehme Fragen an ihren HU-Beiratskollegen stellen zu müssen. Clever die Frau Leutheusser-Schnarrenberger! Aber auch schnell durchschaubar!
10.03.2010 18:27 Uhr
von Maze:
Das scheint leider üblich zu sein in solchen geschlossenen Biotopen. Ich habe auch öfter über sexuelle Belästigung an Schülern in Internaten gehört, die von der Leitung vertuscht werden, weil die Eltern ihre Kinder sonst dort wegnehmen würden. Siehe etwa hier
http://www.freitag.de/community/blogs/thomschmidtke/integration-light--innenansichten-einer-blindeneinrichtung
10.03.2010 14:44 Uhr
von Herr von Neubabelsberg:
Gegen sexuelle manipulation und verletzung von kindern und minderjährigen würden sicher eine kombination aus flächendeckenden gewalt- und suchtberatungsstellen, männerhäusern, therapiezentren, aber ebenso die konsequente anwendung und gegebenenfalls verlängerung und verschärfung der verjährungsfristen und strafrahmen hilfreich sein.
Aufgrund des fortschreitenden personalabbaus und der budgetkürzungen sowohl im sozialwesen als auch im justizwesen, was meines erachtens insbesondere SPD und CDU landauf, landab zu verantworten haben, sieht die gesamtgesellschaftliche situation derzeit so katastrophal aus wie sie sich darstellt, so dass man Schweden einfach nur um die besseren sozialen institutionen beneiden kann!
Erschwerend kommt hinzu, dass kaiserreich und nazibarbarei der deutschen gesellschaft das unrechtsbewußtsein gehörig und nachhaltig ausgetrieben haben, was offenbar wird, wenn bei mittlerer bis schwerer vorsätzlicher körperverletzung bewährungssträfchen ausgesprochen und 18jährige fahrerlaubnisscheininhaber mit jugendstrafen infantilisiert, hingegen sachbeschädigung und diebstahl mit mehreren jahren knast geahndet werden.
Es herrscht einfach eine art von toleranz gegenüber gewalttätigem verhalten in der BRD vor, die ich so in keinem zweiten europäischen nachbarland wahrgenommen habe. Man verzeiht und vergibt sich hierzulande zu schnell, so dass auch die aufklärung in vielen fällen sträflich vernachlässigt wird und leidet. Diesbezüglich gebe ich politikern, justizangestellten und medienvertretern gleichermaßen eine mitschuld.
Es sollten nicht zuletzt aus diesem grunde mehr öffentlich-rechtliche UNTERSUCHUNGSAUSSCHÜSSE eingesetzt werden, sei es beim fall Odenwaldschule oder Canisius-Kolleg.
In England gibt es übrigens ein gesetz namens Indeterminate Sentence for Public Protection (IPP), dass bei mittlerer bis schwerer vorsätzlicher körperverletzung eine längere gefängnisstrafe vorsieht, verknüpft mit der auflage, dass der oder die gewalttäter erst wieder auf freien fuß gesetzt werden, wenn er oder sie bereit sind, sich einer antigewalt-therapie zu unterziehen. Außerdem hat man sich mit dem Antisocial Behaviour Act dort schon seit längerem der problematik gestellt. Alkohol wird in Great Britain zwar genauso exzessiv konsumiert wie in deutschen landen, es wird dort allerdings nicht als entschuldigung für körperverletzung akzeptiert.
Das problem in UK sind allerdings fehlende gelder für mehr therapeutInnenstellen und sozialarbeiterInnen. Ich bin gespannt, wie sich die Labour Party im anstehenden wahlkampf dazu verhält.
Denjenigen, die die wirksamkeit von grundgesetzlich verankerten, SÄKULAREN antigewaltsanktionen bezweifeln, sei übrigens die frage gestellt, wie würde es in der gesellschaft zugehen, wenn gänzlich darauf verzichtet würde? Ein hauen und stechen etwa, ein gegenseitiges würgen und vergewaltigen, oder ist die menschheit generell bereits bis ins bein und mark hinein zum pazifismus bekehrt, wie es sich mancher bischof und manche bischöfin gerne wünschte???
10.03.2010 14:16 Uhr
von dieLINKE:
Man sollte Missbrauch und körperliche Züchtigung stark trennen .