• 31.08.2010

Missbrauch in katholischer Kirche

Anzeige soll zur Regel werden

Die Katholische Bischofskonferenz stellt neue Richtlinien vor. Künftig soll nur das Opfer eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft verhindern können.von Christian Rath

  • 01.09.2010 10:07 Uhr

    von Celsus:

    Das klingt jetzt alles zunächst einmal positiv und ich sehe da auch Fortschritte. Mir gibt allerdings noch zu denken, dass bei sogenannten runden Tischen bis zuletzt die Vertreter von Opferverbänden nicht erwünscht waren. In trauter Eintracht saßen Politiker und Kirchenvertreter zusammen, obwohl es geeignete Personen von Opferverbänden gab und gibt, die sich freundlich, höflich und korrekt verhalten. Und nicht nur das: Sie haben die Möglichkeit wichtige inhaltliche Beiträge aus Betroffensicht zu leisten.

    Leider sehe ich bei der Kirche immer noch weit vorne den Wunsch zunächst und als wichtigstes das eigene Image wieder herzustellen. Aus der Politik besteht der Wunsch einer Förderung des jeweiligen Wahlkampfs. Bei diesen gewichtigen Eigeninteressen hatten die Opferverbände allem Anschein nach keine Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen.

  • 31.08.2010 22:44 Uhr

    von bastapapsta!:

    "Künftig soll nur das Opfer eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft verhindern können."

    Und genau dieses Opfer wird die Kirche dazu zu zwingen, die Anzeige zu verhindern. Da ist doch genau der Haken, der eingebaut wurde- man sagt einfach, dass Opfer habe "erklärt, dass es keine Anzeige wünsche", um durch diese Hintertür wieder die Anzeigen abzuwenden. Diese Richtlinien sins genau so faul wie die vorherigen, nur diesmal nicht so offensichtlich, sondern hinterrücks.

    "Die bisherigen Leitlinien von 2002 waren nicht präzise genug"

    Gut genug, um zu vertuschen, denn Ratzinger hatte ja in seinem damligen Brief alle Bischöfe unter Androhung der Exkommunikation Missbrauchsfälle nur und ausschliesslich an den Vatikan zu melden. Die waren schon sehr präzise - nur nicht im Sinne der Opfer. Jetzt wird wieder die Katze im Sack verkauft. Wer darauf hereinfällt ist dumm.

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