• 27.10.2009

Minilöhne in der Pflege

Ackern für 6,40 Euro brutto

Die Pflegekommission tagt, um die Mindestlohngrenze in der Branche festzulegen. Doch private Arbeitgeber wollen höchstens 8,50 Euro brutto zahlen.von Barbara Dribbusch

  • 11.02.2011 18:01 Uhr

    von Katharina Weyandt:

    Bravo, dass Barbara Dribbusch den Wert der Mindestlöhne darstellt, gerade für diejenigen Arbeitsgeber, die als letzte die Fahne tariflicher Reglungen hochhalten.
    Dass insgesamt mehr Geld in die Pflege gesteckt werden muss, wie der Pflegedienstmitarbeiter schreibt, ist die zweite wichtige Wahrheit, die man nicht oft genug wiederholen kann.

  • 11.02.2011 18:01 Uhr

    von Parasitär:

    Nur wer "arbeitet" soll auch "gut leben". Bei denen die nicht "arbeiten" (ob jung oder alt, ob behindert oder Hartz4)wird das "gut" durch ein mahnendes "über-" ersetzt.
    Entsprechend dem "Wert" ihrer Arbeit fallen die Gehälter bei Kinderbetreuung und Altenpflege eben niedrig aus. Die Privatisierung des "Dienst am Mitmenschen" führt, getrieben von marktwirtschaftlichen Sachzwängen, zu
    immer schlechteren Bedingungen für Betreute und Betreuer.

  • 11.02.2011 18:01 Uhr

    von Anno Nühm:

    30 Stunden Woche und 950€ im Monat. Das ist doch Massenhaft Geld und bei der geringen Belastung von nur 30 Stunden absolut ausreichend. Da kann man halt auch locker noch einen zweiten Job mit 20-30 Stunden machen.
    Ich bin Praktikant und erhalte 400€ im Monat + 250€ Kindergeld (=650€) und arbeite 50-60 Stunden die Woche. Ist zwar Ausbeutung aber so ist nun mal der Kapitalismus!!!!

  • 11.02.2011 18:01 Uhr

    von Pflegedienstmitarbeiter:

    Wie jetzt? Die "privaten" Pflegedienstleister senken das ortsübliche Entgelt? Und Caritas und Konsorten halten die Mindeslohnfahnen hoch? Einige Annmerkungen zu dieser verzerrten Wahrnehmung:

    1. Die Höhe des Entgelts für die Mitarbeiter richtet sich logischerweise an dem aus, wie produktiv dieser ist, d.h. wieviel Patienten er/sie pro Stunde abwickelt. 5 Minuten pro Patient sind bei der Caritas nicht unüblich. Entsprechend "produktiv" sind die gehetzten Pflegekräfte dann. Immerhin kann Caritas deswegen Weihnachtsgeld zahlen, na prost Mahlzeit.

    2. Die Ursache dieses Problems: Ein Pflegedienst wird nicht pro Stunde bezahlt, sondern für gewisse Leistungen, die in einem Leistungskatalog einheitlich abgerechnet werden. Ob jemand für "An-/Auskleiden" 2 Minuten oder 10 Minuten benötigt wird somit das entscheidende Rentabilitätskriterium.

    3. Genau hier ist der Hebel: Es gibt Pflegedienste, die machen ihre Arbeit schnell, um den Profit zu steigern. Es gibt aber auch Pflegedienste, die arbeiten sorgfältig, um die Patienten besser zu versorgen. Aber welche alte Dame 80+ wechselt denn schon gerne den Pflegedienst wie die Unterwäsche, begibt sich also auf die Suche nach dem für sie besten Angebot? Konkurrenzkampf ist hier eine zähes Anliegen.

    4. Die Pflegeversicherung ist zur Zeit nur eine Teilkasko, d.h. wenn jemand so richtig gebrechlich ist, kriegt er gerade genügend Pflegesachleistungen gestellt, dass ihm jemand 2x täglich beim An-/Ausziehen hilft, die Körperpflege vornimmt und mit ein bisschen Glück noch zum Arzt oder zum Einkaufen begleitet. Wer als Pflegedienstleitung mehr Leistungen für das gleiche Geld bietet, zieht es sich als selbständiger Unternehmer direkt vom eigenen Einkommen ab, da keiner bereit ist, im angemessenen Maße drauf zu zahlen.

    Fazit: Hier ist der Fehler im System: Die Pflegesätze, die seit knapp 10 Jahren nicht erhöht wurden, müssten langsam aber konsequent erhöht werden. Sonst ist auch die Pflege nicht ausreichend zu gewährleisten bzw. bleibt die Pflege ein Niedriglohnsektor, in dem Schwerstarbeit geleistet wird. So sieht das nämlich aus.

  • 27.10.2009 21:57 Uhr

    von Katharina Weyandt:

    Bravo, dass Barbara Dribbusch den Wert der Mindestlöhne darstellt, gerade für diejenigen Arbeitsgeber, die als letzte die Fahne tariflicher Reglungen hochhalten.
    Dass insgesamt mehr Geld in die Pflege gesteckt werden muss, wie der Pflegedienstmitarbeiter schreibt, ist die zweite wichtige Wahrheit, die man nicht oft genug wiederholen kann.

  • 27.10.2009 01:25 Uhr

    von Tyrfing:

    Bitte, Menschen werden nicht "gefüttert".
    "Pfleger geben ihnen Essen" oder "reichen ihnen Essen" wäre angebrachter.

  • 26.10.2009 22:36 Uhr

    von Joachim:

    Dann sollte für das Pflegepersonal die Botschaft klar sein: Ab nach Norwegen, Schweden, Finnland und in die Schweiz.
    Wenn genügend Leute ins Ausland abwandern, werden sich die Arbeitgeber überlegen, ob sie Beschäftigten in der Pflege weiterhin so billig abspeisen wollen.

  • 26.10.2009 21:49 Uhr

    von Parasitär:

    Nur wer "arbeitet" soll auch "gut leben". Bei denen die nicht "arbeiten" (ob jung oder alt, ob behindert oder Hartz4)wird das "gut" durch ein mahnendes "über-" ersetzt.
    Entsprechend dem "Wert" ihrer Arbeit fallen die Gehälter bei Kinderbetreuung und Altenpflege eben niedrig aus. Die Privatisierung des "Dienst am Mitmenschen" führt, getrieben von marktwirtschaftlichen Sachzwängen, zu
    immer schlechteren Bedingungen für Betreute und Betreuer.

  • 26.10.2009 20:21 Uhr

    von Anno Nühm:

    30 Stunden Woche und 950€ im Monat. Das ist doch Massenhaft Geld und bei der geringen Belastung von nur 30 Stunden absolut ausreichend. Da kann man halt auch locker noch einen zweiten Job mit 20-30 Stunden machen.
    Ich bin Praktikant und erhalte 400€ im Monat + 250€ Kindergeld (=650€) und arbeite 50-60 Stunden die Woche. Ist zwar Ausbeutung aber so ist nun mal der Kapitalismus!!!!

  • 26.10.2009 17:59 Uhr

    von Pflegedienstmitarbeiter:

    Wie jetzt? Die "privaten" Pflegedienstleister senken das ortsübliche Entgelt? Und Caritas und Konsorten halten die Mindeslohnfahnen hoch? Einige Annmerkungen zu dieser verzerrten Wahrnehmung:

    1. Die Höhe des Entgelts für die Mitarbeiter richtet sich logischerweise an dem aus, wie produktiv dieser ist, d.h. wieviel Patienten er/sie pro Stunde abwickelt. 5 Minuten pro Patient sind bei der Caritas nicht unüblich. Entsprechend "produktiv" sind die gehetzten Pflegekräfte dann. Immerhin kann Caritas deswegen Weihnachtsgeld zahlen, na prost Mahlzeit.

    2. Die Ursache dieses Problems: Ein Pflegedienst wird nicht pro Stunde bezahlt, sondern für gewisse Leistungen, die in einem Leistungskatalog einheitlich abgerechnet werden. Ob jemand für "An-/Auskleiden" 2 Minuten oder 10 Minuten benötigt wird somit das entscheidende Rentabilitätskriterium.

    3. Genau hier ist der Hebel: Es gibt Pflegedienste, die machen ihre Arbeit schnell, um den Profit zu steigern. Es gibt aber auch Pflegedienste, die arbeiten sorgfältig, um die Patienten besser zu versorgen. Aber welche alte Dame 80+ wechselt denn schon gerne den Pflegedienst wie die Unterwäsche, begibt sich also auf die Suche nach dem für sie besten Angebot? Konkurrenzkampf ist hier eine zähes Anliegen.

    4. Die Pflegeversicherung ist zur Zeit nur eine Teilkasko, d.h. wenn jemand so richtig gebrechlich ist, kriegt er gerade genügend Pflegesachleistungen gestellt, dass ihm jemand 2x täglich beim An-/Ausziehen hilft, die Körperpflege vornimmt und mit ein bisschen Glück noch zum Arzt oder zum Einkaufen begleitet. Wer als Pflegedienstleitung mehr Leistungen für das gleiche Geld bietet, zieht es sich als selbständiger Unternehmer direkt vom eigenen Einkommen ab, da keiner bereit ist, im angemessenen Maße drauf zu zahlen.

    Fazit: Hier ist der Fehler im System: Die Pflegesätze, die seit knapp 10 Jahren nicht erhöht wurden, müssten langsam aber konsequent erhöht werden. Sonst ist auch die Pflege nicht ausreichend zu gewährleisten bzw. bleibt die Pflege ein Niedriglohnsektor, in dem Schwerstarbeit geleistet wird. So sieht das nämlich aus.

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