• 17.07.2008

Medieninitiative informiert Eltern

Entblößte Schüler

Im Online-Netzwerk "Schüler VZ" sind Kinder manchmal auf hunderten von Fotos zu sehen. Eine Initiative warnt Eltern: Passt auf, was eure Kinder im Internet machenvon Lana Stille

  • 16.08.2008 19:51 Uhr

    von MEMorian1024:

    So liebe Eltern, ich bin 17 und selbst im SVZ und ich sag mal so...
    Wenn euere Kinder in EUEREM Schlafzimmer eine Kamera installieren, werden sie auch einige Dinge sehen, von denen ihr garantiert nicht wollt das sie das sehen ;)

    Und wenn ihr in UNSEREM VZ Spione einschleust wird da genau das selbe rauskommen.
    Es gehört zum erwachsen werden dazu sich eine eigene Meinung und vor allem ein „Image“ anzueignen.
    Und Kontrollieren könnt ihr diesen Prozess nicht, konnten euere Eltern doch wohl auch nicht oder?
    Das einzige was wirklichen Schutz für euere Kinder darstellt ist ein gutes Verhältnis.
    Dann wird (z.B euere Tochter) auch sagen das sie jemanden über ICQ/SVZ/MSN (whatever) kennen gelernt hat und sich mit dem Typen treffen will.
    Doch verbietet ihr schon vorne rein Treffen bzw. Chatten mit Personen aus dem Internet, werdet ihr wahrscheinlich nie dahinter kommen, das sich euere Tochter seit einem halben Jahr mit dem Typen trifft.
    Das gleiche gilt auch für Alkohol…lasst euere Kinder besser in euerem beisein probieren, anstatt sie sich beim „ersten“ Mal mit Freunden gleich ne Alkoholvergiftung zulegen, weil sie noch nie die Erfahrung gemacht haben.

    Denkt mal an eueren ersten Lungenzug, ersten Vollrausch, erstes mal, ich denke kaum das ihr dat eueren Eltern erzählt hab bzw. volljährig zu dem Zeitpunkt wart.

    Das einzige was ich als negativ am SVZ betrachte ist die Spionage seitens der Eltern bzw. der evt. Späteren Arbeitgeber.
    Das Internet vergisst nie!

    PS: Anke…Hut ab so muss eine Mutter sein!

  • 17.07.2008 16:45 Uhr

    von RNutzer:

    Es geht ja nicht nnur darum, dass Eltern ihren Kindern hinterherspionieren sollen.

    Die Eltern sollen aufpassen, dass dem Kind kein Unrecht geschieht, was es selbst noch nicht sehen kann.
    Auch wenn ich nur ungern das Argument "Pädophile" benutzen möchte (wegen seines inflationären Gebrauchs in letzter Zeit), so ist es doch nicht von der Hand zu weisen, dass es eben solche Menschen gibt - mit all ihren bekannten Folgen.
    Die Kinder sollen nicht rund um die Uhr überwacht werden, aber es hilft, sie auf Probleme aufmerksam zu machen. Und die Erfahrung im StudiVZ zeigt, dass es sogar mancher Student - eher die meisten - nicht begriffen hat, was er da tut.
    Das Veröffentlichen der privatesten Daten - egal wo - kann und sollte nicht passieren, wenn man sich nicht auch den Gefahren bewusst ist.

  • 17.07.2008 16:18 Uhr

    von Jan:

    Ich bin selber Schüler, 20 Jahre alt und auch im SchülerVZ angemeldet.
    Der Artikel ist ziemlich schlecht recherchiert und auch so geschrieben. Vielleicht sollte noch mal ein anderer Redakteur den Artikel redigieren, bevor er online gestellt wird. So stimmt es beispielsweise nicht, dass man nach Schülern eines bestimmten Alters in einer Stadt suchen kann. Man muss dafür auch noch die Schule eingeben.
    Wie Anke schon geschrieben, ist es völlig nebensächlich ob ein Schüler bei SchülerVZ gemobbt werden kann oder nicht, dass kann er auch in anderen Online-Foren oder auf dem Schulweg in der "realen Welt".
    Viel größer ist meiner Meinung nach das Problem von Rechtsradikalen die sich auch auf der Plattform tummeln, genauso wie Islamisten.
    Ein wirklich glorreicher Tipp das sich nun auch noch die Eltern bei SchülerVZ anmelden sollen...

  • 17.07.2008 15:17 Uhr

    von matthias:

    Wenn ich mittlerweile "im Interesse der Kinder und Jugendlichen" lese oder höre, stellen sich sofort meine Ohren auf, was sich in Wahrheit dahinter verbergen könnte.

    Diese Tendenz Jugendliche/Kinder vorzuschieben, um das eigene Gefühl des Unwohlseins gegenüber einem unvertrauten Terrain dahinter zu verstecken, ist für mich ein typischer Ausdruck Symptom von Generationenkonflikten. Da existiert eine exklusive virtuelle Parallelwelt, die für viele Eltern schon längst nicht mehr zugänglich ist; die aber ganz sicher "nicht das richtige, echte Leben ist" - unkontrollierbar, geheimnisvoll, möglicherweise auch sexuell aufgeladen - da muss man doch dringend etwas gegen tun oder wenigstens ein sehr wachsames Auge darauf werfen. Und es gilt: Je weniger vertraut die Leute mit den wirklichen Gepflogenheiten des Netzes sind, desto mehr neigen sie zu einer Dramatisierung des drohenden Missbrauchpotentials, der unvermeidlichen Suchteffekte, der Vereinsamung und nicht zuletzt der Entfremdung gegenüber den wohlwollenden Erziehungsberechtigten. Dass das alles keine neuen gesellschaftlichen Symptome sind, interessiert dabei meist nur ganz am Rande, wenn überhaupt. In den 70ern waren es die Drogen, in den 80ern die Videos und jetzt sind es die Online- und Killerspiele bzw. eigentlich ist ja der damit einhergehende exklusive Freiraum gemeint, diese unkontrollierbare Lücke und plötzlich geschaffene Distanz zwischen Kind und Mama/Papa, wo möglicherweise Dinge geschehen, an denen Eltern nicht teilhaben dürfen.

  • 17.07.2008 12:32 Uhr

    von anke:

    Mit Spionage gegen Spione - jeder Vater, jede Mutter ein/e kleine/r Schäuble!

    Ist die taz jetzt auch noch unter die Erzieher gegangen? Und wenn ja, wieso widmet sie sich dann nicht ganz speziell der Zielgruppe der unter 18-Jährigen? Hat sie Angst, dass von denen niemand die taz liest? Dann ist vielleicht die Tatsache intressant für euch, liebe taz-ler, dass Teenager nicht nur keine Zeitung lesen, sie hören auch nicht auf ihre Eltern. Es nützt mir als Mutter deshalb überhaupt nichts, wenn ich mich von euch moralisch aufmunitionieren lasse .

    Ich weiß ganz genau, dass meine Kinder gruscheln. Soll ich ihnen vielleicht um einer vagen Gefahr willen das Internet abdrehen? Und wenn ich einmal dabei bin: wieviel elterliche Autorität werde ich wohl anschließend aufbringen müssen, um ihre Fluchtfantasien zu unterbinden? Welchen Sinn hat ein Wettrüsten Moral versus Trotz? Sollte ich dann vielleicht meine Wählerstimme nächstens all den Parteien antragen, die mir im Wahlkampf ein Verbot des Verkaufs digitaler Kameras an unter 18-jährige versprechen? Und wenn ja, ist dann der übernächste demokratische Akt die Heraufsetzung des Mündigkeitsalters auf 30, später auf 40 oder 50 Jahre?

    Es gibt wohl einfach Dinge, die kann man nicht verbieten. Das Leben selbst, nur zum Beispiel, wird sich auch von mir nicht daran hindern lassen, gefährlich zu sein. Ob nun auf dem Schuhlhof gemobbt wird oder im Internet - der Akt an sich bereitet den Menschen lediglich auf das Leben in freier Wildbahn vor. Ob man später eher Opfer oder eher Täter sein wird, entscheidet sich anderswo. Im Kopf nämlich. Und weil ich weiß, dass alle Theorie mausegrau ist, kann ich einstweilen nur dreierlei tun: Ich kann a) darauf vertrauen, dass die ersten 12 Jahre nicht umsonst gewesen sind und ich kann mich b) bemühen, meinen Kindern das Fehlermachen so einfach und so gefahrlos wie irgend möglich zu gestalten. Und c) kann ich anschließend für sie da sein. Dann nämlich, wenn sie endlich beginnen von selbst zu begreifen - und bei mir um Rat nachzufragen.

    Meinen Teenagerkindern, das habe ich inzwischen herausgefunden, helfen keine Verbote und keine Vorwürfe, sondern nur möglichst viel praktische Kompetenz meinerseits. Ich werde also wohl doch völlig anders an das Problem herangehen müssen, als Lana Stille.

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