Die mediale Personalisierung im Fall der Loveparade reduziert komplexe Sachverhalte und schafft so einen Sündenbock, beklagt Medienethiker Christian Schicha.von Karin Schädler
Wo die gebildete Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche gepflegt wird, mit Konfusion in Überproduktion von Kommunikationsmüll, und die profitabel ausschlachtbare Basis eine GLEICHERMAßEN unverarbeitete / MANIPULIERBARE Bewußtseinsschwäche in Angst, Gewalt und "Individualbewußtsein" ist, da ist Hass doch kein Wunder - die Masse der so konditionierten Abhängigen sucht und findet Bewußtseinsbetäubung, u.a. in einer Parade die sicher nicht von Liebe beseelt ist!?
04.08.2010 19:10 Uhr
von Steffen Flügel:
Ich finde es beachtenswert, welche Unterscheidung von Herrn Michels getroffen wurde: Schuld vs. Verantwortung. Ich würde gerne diese Unterscheidung unterstreichen, da sie eine höchst unangenehme Seite offenlegt, der ich mich gerade auch in meinem Blog (Stein 2.0)gewidmet habe. Die Frage nach Verantwortung ist noch scheinbar einfach zu klären und zugleich würde sie die Massen befriedigen, da Schuld und Verantwortung für gewöhnlich gleichgestellt wird (was nebenbei auch erklärt, warum eben diese Verantwortung zur Zeit keine Übernehmen möchte!). Mit der Frage nach der Verteilung der Schuld wird es dann allerdings unangenehm - Herr Sauerland hat sicherlich nicht mitgefeiert und versucht so schnell wie möglich zur anderen Bühne zu kommen... ...wer also hat alles Schuld? Und wer möchte schon gerne für diese Schuld verantwortlich sein?
04.08.2010 16:14 Uhr
von Susanna:
endlich sagt mal jemand was Sache ist... ich darf mir gar nicht vorstellen zu welchen Zwecken solche Manipulationen zur Hassentwicklung im "Notfall" benutzt werden könnten.
04.08.2010 14:28 Uhr
von Marco Musumeci:
Die „Loveparade“ war genehmigt worden: aber nur für 250.000 Teilnehmer. Dass der Veranstalter Rainer Schaller (McFit), der ja mit der Sache massig Geld verdienen wollte, die Behörden betrogen und sich die Genehmigung mit falschen und geschönten Zahlen erschlichen hat, ging im Zuge der Hexenjagd auf Sauerland gänzlich unter. Im übrigen war auch interessant, dass alle, die es schon vorher gewusst hatten, direkt auf Duisburgs Oberbürgermeister losgingen, statt sich selbst zu fragen, warum sie denn die Veranstaltung nicht mit einer gerichtlichen Verfügung verhindert hatten, wenn sie doch alles vorher so genau gewusst hatten. Alle lassen sich von den Schlagzeilen der Boulevardpresse manipulieren, alle wissen laut und aggressiv, wer schuldig ist, nicht nur als seien alle selbst bei der „Loveparade“ dabei gewesen, sondern als hätten sie zusätzlich noch damals den Polizeifunk mitgehört und hätten an sämtlichen Stadtratssitzungen dazu teilgenommen. Alle sind sie Spezialisten in Jura und Moral, alle haben eine Meinung, und je weniger diese fundiert ist, umso lauter wird sie rausgeschrien. Und wenn die Bildzeitung vorrechnet, wie viel Pension Duisburgs Oberbürgermeister erhält, erwacht es wieder, was man mit dem schönen deutschen Wort „Neidhammel“ bezeichnet. Deutlich wird: „Politiker“ ist kein geachteter Beruf, und vielleicht weil man an die ganz Großen a la Schröder und wie sie alle heißen nicht rankommt, prügelt man eben auf den kleinen Bürgermeister ein.
04.08.2010 11:05 Uhr
von McMalcom:
Besonders dem letzten Kommentar kann ich nur zustimmen. Ein Großteil der Medien berichtet in einer Art, als ob sie das Wissen und die Weisheit gepachtet hätten und nach oberflächlicher Recherche gehen die Nachrichten samt moralinsaurem Zeigefinger auch schon online.
Schade eigentlich. Denn seriöser Journalismus schaut anders aus.
Guten Tag.
04.08.2010 10:17 Uhr
von Knut:
"Seriöser Journalismus sollte aber auch öfter mal zur Kenntnis nehmen, dass man bestimmte Dinge noch nicht weiß."
einer der klügsten Sätze seit langem.
04.08.2010 08:51 Uhr
von erikius:
"Seriöser Journalismus sollte aber auch öfter mal zur Kenntnis nehmen, dass man bestimmte Dinge noch nicht weiß." Gestern auf TAZ-online: Haider und angebliche Schwarzgelder. Hat sich bisher nicht bestätigt, es wurde sogar via Liechtenstein dementiert (das wurde im Artikel allerdings auch berücksichtigt). Mir ist klar, das der Haider hier nicht gemocht wird (und ich habe auch nicht sonderlich für ihn übrig gehabt). Wenn ein Mensch aber schon zwei Jahre tot ist, dann hat man auch genug Zeit die Fakten zu sichten und wenn es sich als wahr erachtet dann gebt ihm meinetwegen volles Rohr aber unnötigerweise auf ein Grab zu pinkeln, das ist nicht seriös... Auf jeden Fall hat Herr Schicha recht, nur wird dieses Optimum noch nicht einmal von den "seriösen" Medien wie den öffentlich rechtlichen eingehalten. Sensationen sind eben wichtiger als Fakten...
04.08.2010 08:01 Uhr
von Richard Detzer:
Wenn eine Vielzahl an Akteuren die Loveparade zu einem solchen Ergebnis bringt, im Nachhinein nicht einmal Zweifel aufkommen lassen will, dann ist was faul im Staat. Schon jetzt kommen die nächsten aus der Deckung die nur verlauten, das muß nur anders gesteuert werden, dann ist es wieder richtig. Die Frage der Einzelverantwortung stellt sich nicht. Es liegt in der Natur der Gesellschaft, den Einzelnen und das Besondere zu hassen. Das demokratische Spiel, das linke Bein stellt dem rechten eins und umgekehrt, ist keine hohe Form der Politik. Wenn das praktiziert wird, muß man sich fragen. Wozu sind wir eigentlich da. Ich frage mich, was soll nach der Sommerpause kommen. Dann sind alle die wieder, die uns diesen Staat einbrocken, wieder am Werk. Großer Gott!
04.08.2010 06:55 Uhr
von vantast:
Jetzt wird überflüssigerweise über Details geredet, dabei hätte man sich vor der Genehmigung nur die Frage stellen müssen, wie die Menge reagiert, wenn ein Idiot einige Knallfrösche zündet. Oder der vielfach gefürchtete Terrorist. Dann wäre diese Parade gar nicht genehmigt worden. Aber jetzt reden die "Experten".
04.08.2010 06:10 Uhr
von Jussuf:
Angenehm klare und immer wieder aktuelle Überlegungen. Berichterstattung sollte doch eigentlich immer unabhängig und unvoreingenommen erfolgen, sonst landen wir bei einem Ich-Journalismus, der für sich gesehen niemandem nützt.
04.08.2010 02:29 Uhr
von jeggert:
Betrifft Ihre Kritik auch die "seriösen" Medien? 1) gibt es die? 2) wenn ja, wie erkennt man sie oder wie lautet die definition? 3) hält die taz sich für seriös?
03.08.2010 22:43 Uhr
von dax2010:
ich finde ausserdem das die medien mit der art und weise wie sie berichten, grade die zeitung mit den v großen buchstaben der gessllschaft einen sündenbock presentieren. das problem an daran ist, dass dieser von den konsumenten angenommen wird,was momentan bürgermeister sauerland zu spüren kriegt.
03.08.2010 22:03 Uhr
von Jürgen:
Es ist bedauerlich was passiert ist - es ist unfassbar schrecklich... Wie manche Medienmit den Schicksalen umgeganf#gen sind ist scheinheilig und nur dazu da die Auflagen zu steigern - hoffentlich geht dies Rechnung nicht weiter auf
mfg
JK
03.08.2010 20:50 Uhr
von Alfred Michels:
Für den Hass bedarf es garnicht der medialen Personalisierung. Dazu genügt m.E. die Fakten und die mangelnde Bereitschaft aller Verantwortlichen für irgendwelche Fehler Verantwortung (nicht Schuld) zu übernehmen oder sie zumindest nicht anderen in die Schuhe zu schieben (während man zu sich selbst aus "ermittlungtechnischen Gründen" nichts sagen darf).
Das der Bürgermeister zur Zeit vielleicht der grösste Sündenbock ist hängt ja auch mit der ihm zugedachten Rolle zusammen. Von einem Veranstalter kann man ja erwarten das der schon mal mit Hinblick auf die Knete beide Augen zudrückt. Von der Stadt erwartet man allerdings etwas anderes. Und ob die Polizei wirklich alles richtig gemacht hat bleibt noch zu klären. Ihr kann man aber zumindest zugute Halten das man in einer solcherlei "geplanten" Katastrophe auch nicht unbedingt viel retten kann.
Und natürlich hat keiner der Verantwortlichen das Unglück gewollt. Wahrscheinlich genauso wenig wie etwa ein Betrunkender im Strassenverker sich einen Unfall wünscht bei dem andere Menschen sterben. Für vergleichbares Fehlverhalten sind allerdings schon Leute zurückgetreten ohne das irgendjemend zu Schaden gekommen wäre. Das nennt man dann wahrscheinlich Rückgrat oder so. So etwas soll es ja mal gegeben haben.
03.08.2010 19:29 Uhr
von liz:
Sehr guter Beitrag, endlich mal einer der zum Nachdenken aufruft, viel zu selten ist so etwas zu lesen!
03.08.2010 19:27 Uhr
von Ralph Themar:
Nein, Herr Sauerland ist kein personalisierter Sündenbock, kein Hassobjekt Er soll lediglich die politische Verantwortung für das offensichtlich desaströse Verwaltungshandeln übernehmen. Davon unberührt ist die Frage nach seinem konkreten Anteil an der Schuld, die doch erst nach der sachlichen Aufklärung aller zu dieser Katastrophe führenden Umstände überhaupt zuweisbar wäre. So wie es sich jetzt darstellt, reduziert sich die derzeitige Diskussion auf seine künftigen Pensionsansprüche und das ist peinlich.
03.08.2010 18:50 Uhr
von Michael:
Sehr gut! Endlich bringt mal einer auf den Punkt, was mir in den letzten Wochen nicht nur in der TAZ auf die Nerven gegangen ist.
03.08.2010 18:29 Uhr
von T.V.:
"OB Adolf Sauerland, Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller und Detlef von Schmeling, Vizepolizeipräsident von Duisburg (von li. nach r.) "
Eher von rechts nach links.
03.08.2010 17:59 Uhr
von Thomas:
Was die mediale Verwendung von Handy-Mitschnitten von Teilnehmern angeht, muss ich sagen: Hier die Einwilligung der Gezeigten zu fordern, ist naiv, weil das praktisch nicht möglich ist.
Diese Menschen waren Teilnehmer einer öffentlichen Kundgebung und mussten zu jedem Zeitpunkt damit rechnen, gefilmt zu werden.
Letztlich kann man sogar für die Abbildung der Gedränge-Situation inklusive Gesichter durch "Bild" argumentieren. Dass "Bild" allerdings die Porträts der Getöteten ohne Einwilligung veröffentlicht, ist nicht in Ordnung.
03.08.2010 17:33 Uhr
von tussydelite:
Soweit ich weiss, ist es erlaubt, Personen, die auf öffentlichen Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen teilgenommen haben, abzubilden, zumal, wenn es sich um ein so schwerwiegendes Unglück handelt und die Berichterstattung auch zur Auffindung von Teilnehmern und Zeugen dient.
Leserkommentare
07.08.2010 11:36 Uhr
von hto:
Wo die gebildete Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche gepflegt wird, mit Konfusion in Überproduktion von Kommunikationsmüll, und die profitabel ausschlachtbare Basis eine GLEICHERMAßEN unverarbeitete / MANIPULIERBARE Bewußtseinsschwäche in Angst, Gewalt und "Individualbewußtsein" ist, da ist Hass doch kein Wunder - die Masse der so konditionierten Abhängigen sucht und findet Bewußtseinsbetäubung, u.a. in einer Parade die sicher nicht von Liebe beseelt ist!?
04.08.2010 19:10 Uhr
von Steffen Flügel:
Ich finde es beachtenswert, welche Unterscheidung von Herrn Michels getroffen wurde:
Schuld vs. Verantwortung.
Ich würde gerne diese Unterscheidung unterstreichen, da sie eine höchst unangenehme Seite offenlegt, der ich mich gerade auch in meinem Blog (Stein 2.0)gewidmet habe.
Die Frage nach Verantwortung ist noch scheinbar einfach zu klären und zugleich würde sie die Massen befriedigen, da Schuld und Verantwortung für gewöhnlich gleichgestellt wird (was nebenbei auch erklärt, warum eben diese Verantwortung zur Zeit keine Übernehmen möchte!).
Mit der Frage nach der Verteilung der Schuld wird es dann allerdings unangenehm - Herr Sauerland hat sicherlich nicht mitgefeiert und versucht so schnell wie möglich zur anderen Bühne zu kommen...
...wer also hat alles Schuld? Und wer möchte schon gerne für diese Schuld verantwortlich sein?
04.08.2010 16:14 Uhr
von Susanna:
endlich sagt mal jemand was Sache ist... ich darf mir gar nicht vorstellen zu welchen Zwecken solche Manipulationen zur Hassentwicklung im "Notfall" benutzt werden könnten.
04.08.2010 14:28 Uhr
von Marco Musumeci:
Die „Loveparade“ war genehmigt worden: aber nur für 250.000 Teilnehmer. Dass der Veranstalter Rainer Schaller (McFit), der ja mit der Sache massig Geld verdienen wollte, die Behörden betrogen und sich die Genehmigung mit falschen und geschönten Zahlen erschlichen hat, ging im Zuge der Hexenjagd auf Sauerland gänzlich unter. Im übrigen war auch interessant, dass alle, die es schon vorher gewusst hatten, direkt auf Duisburgs Oberbürgermeister losgingen, statt sich selbst zu fragen, warum sie denn die Veranstaltung nicht mit einer gerichtlichen Verfügung verhindert hatten, wenn sie doch alles vorher so genau gewusst hatten.
Alle lassen sich von den Schlagzeilen der Boulevardpresse manipulieren, alle wissen laut und aggressiv, wer schuldig ist, nicht nur als seien alle selbst bei der „Loveparade“ dabei gewesen, sondern als hätten sie zusätzlich noch damals den Polizeifunk mitgehört und hätten an sämtlichen Stadtratssitzungen dazu teilgenommen. Alle sind sie Spezialisten in Jura und Moral, alle haben eine Meinung, und je weniger diese fundiert ist, umso lauter wird sie rausgeschrien. Und wenn die Bildzeitung vorrechnet, wie viel Pension Duisburgs Oberbürgermeister erhält, erwacht es wieder, was man mit dem schönen deutschen Wort „Neidhammel“ bezeichnet. Deutlich wird: „Politiker“ ist kein geachteter Beruf, und vielleicht weil man an die ganz Großen a la Schröder und wie sie alle heißen nicht rankommt, prügelt man eben auf den kleinen Bürgermeister ein.
04.08.2010 11:05 Uhr
von McMalcom:
Besonders dem letzten Kommentar kann ich nur zustimmen. Ein Großteil der Medien berichtet in einer Art, als ob sie das Wissen und die Weisheit gepachtet hätten und nach oberflächlicher Recherche gehen die Nachrichten samt moralinsaurem Zeigefinger auch schon online.
Schade eigentlich. Denn seriöser Journalismus schaut anders aus.
Guten Tag.
04.08.2010 10:17 Uhr
von Knut:
"Seriöser Journalismus sollte aber auch öfter mal zur Kenntnis nehmen, dass man bestimmte Dinge noch nicht weiß."
einer der klügsten Sätze seit langem.
04.08.2010 08:51 Uhr
von erikius:
"Seriöser Journalismus sollte aber auch öfter mal zur Kenntnis nehmen, dass man bestimmte Dinge noch nicht weiß."
Gestern auf TAZ-online: Haider und angebliche Schwarzgelder. Hat sich bisher nicht bestätigt, es wurde sogar via Liechtenstein dementiert (das wurde im Artikel allerdings auch berücksichtigt). Mir ist klar, das der Haider hier nicht gemocht wird (und ich habe auch nicht sonderlich für ihn übrig gehabt). Wenn ein Mensch aber schon zwei Jahre tot ist, dann hat man auch genug Zeit die Fakten zu sichten und wenn es sich als wahr erachtet dann gebt ihm meinetwegen volles Rohr aber unnötigerweise auf ein Grab zu pinkeln, das ist nicht seriös...
Auf jeden Fall hat Herr Schicha recht, nur wird dieses Optimum noch nicht einmal von den "seriösen" Medien wie den öffentlich rechtlichen eingehalten. Sensationen sind eben wichtiger als Fakten...
04.08.2010 08:01 Uhr
von Richard Detzer:
Wenn eine Vielzahl an Akteuren die Loveparade zu einem solchen Ergebnis bringt, im Nachhinein nicht einmal Zweifel aufkommen lassen will, dann ist was faul im Staat.
Schon jetzt kommen die nächsten aus der Deckung die nur verlauten, das muß nur anders gesteuert werden, dann ist es wieder richtig.
Die Frage der Einzelverantwortung stellt sich nicht. Es liegt in der Natur der Gesellschaft, den Einzelnen und das Besondere zu hassen.
Das demokratische Spiel, das linke Bein stellt dem rechten eins und umgekehrt, ist keine hohe Form der Politik. Wenn das praktiziert wird, muß man sich fragen. Wozu sind wir eigentlich da.
Ich frage mich, was soll nach der Sommerpause kommen. Dann sind alle die wieder, die uns diesen Staat einbrocken, wieder am Werk. Großer Gott!
04.08.2010 06:55 Uhr
von vantast:
Jetzt wird überflüssigerweise über Details geredet, dabei hätte man sich vor der Genehmigung nur die Frage stellen müssen, wie die Menge reagiert, wenn ein Idiot einige Knallfrösche zündet. Oder der vielfach gefürchtete Terrorist. Dann wäre diese Parade gar nicht genehmigt worden. Aber jetzt reden die "Experten".
04.08.2010 06:10 Uhr
von Jussuf:
Angenehm klare und immer wieder aktuelle Überlegungen. Berichterstattung sollte doch eigentlich immer unabhängig und unvoreingenommen erfolgen, sonst landen wir bei einem Ich-Journalismus, der für sich gesehen niemandem nützt.
04.08.2010 02:29 Uhr
von jeggert:
Betrifft Ihre Kritik auch die "seriösen" Medien?
1) gibt es die?
2) wenn ja, wie erkennt man sie oder wie lautet die definition?
3) hält die taz sich für seriös?
03.08.2010 22:43 Uhr
von dax2010:
ich finde ausserdem das die medien mit der art und weise wie sie berichten, grade die zeitung mit den v großen buchstaben der gessllschaft einen sündenbock presentieren. das problem an daran ist, dass dieser von den konsumenten angenommen wird,was momentan bürgermeister sauerland zu spüren kriegt.
03.08.2010 22:03 Uhr
von Jürgen:
Es ist bedauerlich was passiert ist - es ist unfassbar schrecklich... Wie manche Medienmit den Schicksalen umgeganf#gen sind ist scheinheilig und nur dazu da die Auflagen zu steigern - hoffentlich geht dies Rechnung nicht weiter auf
mfg
JK
03.08.2010 20:50 Uhr
von Alfred Michels:
Für den Hass bedarf es garnicht der medialen Personalisierung. Dazu genügt m.E. die Fakten und die mangelnde Bereitschaft aller Verantwortlichen für irgendwelche Fehler Verantwortung (nicht Schuld) zu übernehmen oder sie zumindest nicht anderen in die Schuhe zu schieben (während man zu sich selbst aus "ermittlungtechnischen Gründen" nichts sagen darf).
Das der Bürgermeister zur Zeit vielleicht der grösste Sündenbock ist hängt ja auch mit der ihm zugedachten Rolle zusammen. Von einem Veranstalter kann man ja erwarten das der schon mal mit Hinblick auf die Knete beide Augen zudrückt. Von der Stadt erwartet man allerdings etwas anderes. Und ob die Polizei wirklich alles richtig gemacht hat bleibt noch zu klären. Ihr kann man aber zumindest zugute Halten das man in einer solcherlei "geplanten" Katastrophe auch nicht unbedingt viel retten kann.
Und natürlich hat keiner der Verantwortlichen das Unglück gewollt. Wahrscheinlich genauso wenig wie etwa ein Betrunkender im Strassenverker sich einen Unfall wünscht bei dem andere Menschen sterben. Für vergleichbares Fehlverhalten sind allerdings schon Leute zurückgetreten ohne das irgendjemend zu Schaden gekommen wäre. Das nennt man dann wahrscheinlich Rückgrat oder so. So etwas soll es ja mal gegeben haben.
03.08.2010 19:29 Uhr
von liz:
Sehr guter Beitrag, endlich mal einer der zum Nachdenken aufruft, viel zu selten ist so etwas zu lesen!
03.08.2010 19:27 Uhr
von Ralph Themar:
Nein, Herr Sauerland ist kein personalisierter Sündenbock, kein Hassobjekt Er soll lediglich die politische Verantwortung für das offensichtlich desaströse Verwaltungshandeln übernehmen. Davon unberührt ist die Frage nach seinem konkreten Anteil an der Schuld, die doch erst nach der sachlichen Aufklärung aller zu dieser Katastrophe führenden Umstände überhaupt zuweisbar wäre.
So wie es sich jetzt darstellt, reduziert sich die derzeitige Diskussion auf seine künftigen Pensionsansprüche und das ist peinlich.
03.08.2010 18:50 Uhr
von Michael:
Sehr gut! Endlich bringt mal einer auf den Punkt, was mir in den letzten Wochen nicht nur in der TAZ auf die Nerven gegangen ist.
03.08.2010 18:29 Uhr
von T.V.:
"OB Adolf Sauerland, Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller und Detlef von Schmeling, Vizepolizeipräsident von Duisburg (von li. nach r.) "
Eher von rechts nach links.
03.08.2010 17:59 Uhr
von Thomas:
Was die mediale Verwendung von Handy-Mitschnitten von Teilnehmern angeht, muss ich sagen: Hier die Einwilligung der Gezeigten zu fordern, ist naiv, weil das praktisch nicht möglich ist.
Diese Menschen waren Teilnehmer einer öffentlichen Kundgebung und mussten zu jedem Zeitpunkt damit rechnen, gefilmt zu werden.
Letztlich kann man sogar für die Abbildung der Gedränge-Situation inklusive Gesichter durch "Bild" argumentieren. Dass "Bild" allerdings die Porträts der Getöteten ohne Einwilligung veröffentlicht, ist nicht in Ordnung.
03.08.2010 17:33 Uhr
von tussydelite:
Soweit ich weiss, ist es erlaubt, Personen, die auf öffentlichen Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen teilgenommen haben, abzubilden, zumal, wenn es sich um ein so schwerwiegendes Unglück handelt und die Berichterstattung auch zur Auffindung von Teilnehmern und Zeugen dient.