Die Medien-Verlage tasten sich im Kampf gegen die ihnen verhasste Kostenloskultur im Internet vor. Für Leser bedeutet das Umstellung - oder ein Umgehen der Bezahl-Schranken.von Ben Schwan
@anke: Wahrscheinlich werden sich die Verlage nicht an den GEZ-Gebühren orientieren, sondern an einem noch viel genialeren Geschäftsmodell, nämlich dem der Musik- und Filmindustrie: Eine Steuer (bzw. von Staat erzwungene Zwangsabgabe) zur pauschalen Abgeltung von Verlusten durch illegale Aktivitäten. Auf diese Weise behalten die Konzerne volle Kontrolle über Preispolitik etc. und erhalten zusätzlich Hunderte Millionen Euro vom Steuerzahler (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Pauschalabgabe). Ein Glück, dass andere Wirtschaftszweige nicht ähnliche Lobby-Power haben, sonst müssten wir Aufpreise für alles zahlen, was bei irgendwelchen illegalen Aktivitäten benutzt wird, also z.B. für Autos (Fluchtauto), Papier (Erpresserbriefe), Leitern, Stemmeisen ...
03.02.2010 11:01 Uhr
von frank:
nana, dass die "Inhalte der Tagespresse mittlerweile so billig gemacht sind, dass man darauf verzichten kann" würde ich in dieser pauschalität wirklich als quatsch bezeichnen. ich bin durchaus der meinung, dass sich die Investition zum Beispiel in die Süddeutsche Zeitung sehr lohnt in Sachen informieren, Meinung bilden und ja, auch unterhaleten werden (ja, ihr seid auch gut, taz!)
03.02.2010 10:59 Uhr
von Max Schneider:
Wenn online Zeitungen konsequent nur Bezahlkontent anböten wäre ich viel zu geizig dafür und würde dann nicht mehr so viel Zeit mit dem Konsum sinnloser Pressemeldungen vergeuden sondern meine Zeit hoffentlich sinnvoller nutzen.
03.02.2010 07:07 Uhr
von Jack Salinger:
Witzig. Ich frag mich nur, welche Volldeppen am Kiosk für diese Blätter blechen. Und dann auch noch im Internet? Ein Internet-User sollte doch soviel Intelligenz haben, so einen Schrott nicht lesen zu wollen.
02.02.2010 21:34 Uhr
von anke:
Dass das iPad wirklich zur Rettung der Verlage wird, kann wohl nur erwarten, wer die Technik um ihrer selbst willen liebt. Für solche Menschen (zumeist mehr oder weniger junge und/oder dynamische, vor allem männliche "Trendsetter" aus irgendwelchen Chef-Büros) kann es ja auch sonst gar nicht teuer bzw. umständlich genug sein. Die lassen sicher gern auch ihr iPad morgens auf den Schreibtisch fallen, so, wie sie früher die papierne FAZ haben fallen lassen – als Ausweis ihrer Informiertheit und ihres guten Stils. Und natürlich werden ein paar wenige ewige Teenager auch in Zukunft ihre Ehre an der Zahl der überwundenen Sperren fest machen. Für viele andere aber wird der Einstieg ins Internet vermutlich der Ausstieg aus dem Abonnement gewesen sein. Die Inhalte der Tagespresse sind mittlerweile so billig gemacht, dass man gut auch darauf verzichten kann. Als Schaf unter Schafen, meine ich. Zum Nulltarif hat man sie gerade noch genommen. Für Geld kauft man sie nicht mehr. Schon gar nicht, wenn die Spanne zwischen privaten Einnahmen und privaten Ausgaben weiter schrumpft – bevor sie sich wieder vergrößert. Zu Gunsten der Ausgaben. Die Arbeitgeber machen es einem jeden Tag vor: wer spart, der hat. Die 3-Minuten-Nachrichten im Autoradio genügen im Grunde vollkommen. Für das Gespräch übers Wetter in der Mittagspause und die Nachfeierabend-Polemik am Stammtisch erfährt man genug auf dem Weg zum Job. Gut informiert? Braucht nur der Chef zu sein. Der, schließlich, wird fürs Denken bezahlt. Und warum nicht Tagesschau gucken, wenn man sich wirklich mal wieder verarschen lassen will? Da braucht man die Nachrichten nicht mal mehr zu lesen. Sie werden einem erzählt. GEZ-Gebühren knöpft einem Vater Staat ohnehin ab. Vielleicht sollten die Medien-Lobbyisten die Bundesregierung überreden, eine neue Steuer einzutreiben. Gleich nach der nächsten Wahl. Eine, die nachher an sie ausgeschüttet wird. Ganz fair, demokratisch und nach festen Regeln, wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, versteht sich. Als Vorbild kann die Kirchensteuer dienen. Die Presse, schließlich, galt lange als die vierte Gewalt. Aus so einem Titel müssten sich doch eigentlich gewisse Privilegien ableiten lassen. Die Zeiten wären grad günstig, hört man. Noch haben wir Schwarz-Gelb.
Leserkommentare
03.02.2010 14:54 Uhr
von toto:
@anke: Wahrscheinlich werden sich die Verlage nicht an den GEZ-Gebühren orientieren, sondern an einem noch viel genialeren Geschäftsmodell, nämlich dem der Musik- und Filmindustrie: Eine Steuer (bzw. von Staat erzwungene Zwangsabgabe) zur pauschalen Abgeltung von Verlusten durch illegale Aktivitäten. Auf diese Weise behalten die Konzerne volle Kontrolle über Preispolitik etc. und erhalten zusätzlich Hunderte Millionen Euro vom Steuerzahler (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Pauschalabgabe). Ein Glück, dass andere Wirtschaftszweige nicht ähnliche Lobby-Power haben, sonst müssten wir Aufpreise für alles zahlen, was bei irgendwelchen illegalen Aktivitäten benutzt wird, also z.B. für Autos (Fluchtauto), Papier (Erpresserbriefe), Leitern, Stemmeisen ...
03.02.2010 11:01 Uhr
von frank:
nana, dass die "Inhalte der Tagespresse mittlerweile so billig gemacht sind, dass man darauf verzichten kann" würde ich in dieser pauschalität wirklich als quatsch bezeichnen. ich bin durchaus der meinung, dass sich die Investition zum Beispiel in die Süddeutsche Zeitung sehr lohnt in Sachen informieren, Meinung bilden und ja, auch unterhaleten werden (ja, ihr seid auch gut, taz!)
03.02.2010 10:59 Uhr
von Max Schneider:
Wenn online Zeitungen konsequent nur Bezahlkontent anböten wäre ich viel zu geizig dafür und würde dann nicht mehr so viel Zeit mit dem Konsum sinnloser Pressemeldungen vergeuden sondern meine Zeit hoffentlich sinnvoller nutzen.
03.02.2010 07:07 Uhr
von Jack Salinger:
Witzig. Ich frag mich nur, welche Volldeppen am Kiosk für diese Blätter blechen. Und dann auch noch im Internet? Ein Internet-User sollte doch soviel Intelligenz haben, so einen Schrott nicht lesen zu wollen.
02.02.2010 21:34 Uhr
von anke:
Dass das iPad wirklich zur Rettung der Verlage wird, kann wohl nur erwarten, wer die Technik um ihrer selbst willen liebt. Für solche Menschen (zumeist mehr oder weniger junge und/oder dynamische, vor allem männliche "Trendsetter" aus irgendwelchen Chef-Büros) kann es ja auch sonst gar nicht teuer bzw. umständlich genug sein. Die lassen sicher gern auch ihr iPad morgens auf den Schreibtisch fallen, so, wie sie früher die papierne FAZ haben fallen lassen – als Ausweis ihrer Informiertheit und ihres guten Stils. Und natürlich werden ein paar wenige ewige Teenager auch in Zukunft ihre Ehre an der Zahl der überwundenen Sperren fest machen. Für viele andere aber wird der Einstieg ins Internet vermutlich der Ausstieg aus dem Abonnement gewesen sein. Die Inhalte der Tagespresse sind mittlerweile so billig gemacht, dass man gut auch darauf verzichten kann. Als Schaf unter Schafen, meine ich. Zum Nulltarif hat man sie gerade noch genommen. Für Geld kauft man sie nicht mehr. Schon gar nicht, wenn die Spanne zwischen privaten Einnahmen und privaten Ausgaben weiter schrumpft – bevor sie sich wieder vergrößert. Zu Gunsten der Ausgaben. Die Arbeitgeber machen es einem jeden Tag vor: wer spart, der hat. Die 3-Minuten-Nachrichten im Autoradio genügen im Grunde vollkommen. Für das Gespräch übers Wetter in der Mittagspause und die Nachfeierabend-Polemik am Stammtisch erfährt man genug auf dem Weg zum Job. Gut informiert? Braucht nur der Chef zu sein. Der, schließlich, wird fürs Denken bezahlt. Und warum nicht Tagesschau gucken, wenn man sich wirklich mal wieder verarschen lassen will? Da braucht man die Nachrichten nicht mal mehr zu lesen. Sie werden einem erzählt. GEZ-Gebühren knöpft einem Vater Staat ohnehin ab. Vielleicht sollten die Medien-Lobbyisten die Bundesregierung überreden, eine neue Steuer einzutreiben. Gleich nach der nächsten Wahl. Eine, die nachher an sie ausgeschüttet wird. Ganz fair, demokratisch und nach festen Regeln, wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, versteht sich. Als Vorbild kann die Kirchensteuer dienen. Die Presse, schließlich, galt lange als die vierte Gewalt. Aus so einem Titel müssten sich doch eigentlich gewisse Privilegien ableiten lassen. Die Zeiten wären grad günstig, hört man. Noch haben wir Schwarz-Gelb.