Mediatoren vermitteln auf der Admiralbrücke zwischen Feierlustigen und genervten Anwohnern. Erste Bilanz: Die Lage entspannt sich. Aber nur mit Hilfe der Polizei.von Kathleen Fietz
Sicher, 18ooo € erscheint viel Geld und Gesetze gibt es auch genug, um dieses "Problem zu klären". Nur stellt sich der soziale Frieden nicht per Verordnung ein. Es ist fatalistisch zu glauben, zwei oder mehr MediatorInnen sind "Gottgleiche Heilsbringer". Mediation im Gemeinwesen ist ein Prozeß der Findung und Entwicklung einer einzigartigen Lösung für genau diesen Konflikt. Das ist die Chance für die Anwohner, ihren Lebensraum in der von ihnen gewünschte Wohnqualität zu gestalten. Dafür bedarf es jedoch der Initiative der Anwohner und die kreativen Lösungsvorstellungen aller Konfliktbetroffenen und -beteiligten. Unterstützen Sie doch bitte die Anwohner darin, mit den beiden Mediatoriennen eine zeitnahe individuelle Lösung von Bestand zu finden. McB
21.07.2010 11:04 Uhr
von Andreas Gurk:
In Anbetracht der Lage auf der Admiralbrücke und Umgebung wird nach meiner Ansicht nicht genügend und grundsätzlich die Frage gestellt, warum dieser Konflikt zwischen Anwohnern und Gästen erst vor wenigen Jahren aufgetreten ist. Was hat sich da verändert, dass diese Brücke zum "Partyplatz" wurde?
Es handelt sich hierbei um einen sogenannten "versteckten Konflikt". Der Konflikt geht von der Touristik- und Immobilienbranche aus. In den letzten Jahren sind viele neue Jugend-Hotels entstanden und u.U. werden auch Eigentumswohnungen als Ferienwohnungen genutzt. Das Land Berlin hat aufgrund der Steuereinnahmen ein Interesse diese Branchen zu fördern und für den Tourismus jeglichem Couleur Angebote bereit zu stellen. Auch die Tuorismusbranche braucht Orte für ihre Werbung. Die Medien und das Internet unterstützen dies mit Berichten und tragen den Konflikt ins Milieu von Anwohnern und Gästen. Sie machen es zu einem Toleranzkonflikt und lenken vom eigentlichen Konflikt ab.
Da sich das eine aus dem anderen ergibt, nutzen viele junge Musiker diesen Ort als öffentlichen Auftritt mit Medienpresents und Bekanntheitsgrad dieser Brücke.
Vor ein paar Jahren wurde diese Gegend im Mietpreisspiegel aufgewertet, obwohl die Lebenssituation und -qualität sich veschlechtert (Lärmbelästigung, Müllproblem, schlechte Pflege der Grünanlagen etc.) hat.
Es ist ein Trauerspiel, dass eine "Großstadtoase" dem (Party)Lärm geopfert wird, obwohl das Flughafenfeld beste Möglichkeiten bietet. Leider richtet sich der Zorn auf Jugendliche und Tuoristen bzw. auf die spießigen Anwohner. Es ist so einfach "Nebelbomben" zu werfen, damit der eigentliche Konflikt nicht zu Tage tritt.
Nun, man kann dieses Problem schnell mit dem Argument ab tun, dass sich die Zeiten und die Rahmenbedingungen ändern. Trotz allem glaube ich, dass dieser Aspekt sehr deutlich benannt werden muss, ansonsten würde sich die Arbeitsgruppe "Mediationsgespräch Admiralbrücke" als ein weiteres Instrument der Scheindemokratisierung benutzen lassen.
In diesem Sinne möchte ich ein Zitat von Horst Seehofer bringen: "Harmonie im Falschen ist der schlechteste Wegbegleiter."
Mein Vorschlag wäre: Die Mieten nahe der Admiralbrücke aufgrund der stärkeren Belastung um 1/3 zu senken. Der Vorteil ist hierbei, dass der Konflikt ein wenig zurück gegeben wird und Anwohner etwas vom Tuorismus partizipieren und sich nicht nur als Opfer erleben.
Ich würde raten, diese Gegend in die Verwahrlosung gehen zu lassen, da z.B. das Säubern der Brücke und kontrollierte Lärmbelästigung etc. nur zusätzliche "Nahrung" für das Aussaugen von Ressuorcen einseitiger Interessen ist.
12.07.2010 08:25 Uhr
von textonautin:
Warum hier soviel Geld verbraten wird, versteh ich auch nicht. Es gibt eindeutige gesetzliche Regelungen, die es umzusetzen gilt. Ist doch absehbar, dass das nur durch Polizeipräsenz geschehen wird. Wie es sich ja jetzt schon andeutet. Da die Partyszene eh wechselt, könnte man ja gleich eine Mediation als feste Einrichtung starten. Wir sind ja alle so liberal...
10.07.2010 12:20 Uhr
von denninger:
Wieso werden eigentlich 18000€ verbraten wenn letzten Endes doch wieder die Executive für Ruhe und Ordnung sorgen muss? Kann sich das Land Berlin so eine sinnlose Ausgabe überhaupt leisten? Ach so, klar, der LFA macht es möglich (SCNR).
Leserkommentare
26.08.2010 12:31 Uhr
von McB:
Sicher, 18ooo € erscheint viel Geld und Gesetze gibt es auch genug, um dieses "Problem zu klären". Nur stellt sich der soziale Frieden nicht per Verordnung ein. Es ist fatalistisch zu glauben, zwei oder mehr MediatorInnen sind "Gottgleiche Heilsbringer". Mediation im Gemeinwesen ist ein Prozeß der Findung und Entwicklung einer einzigartigen Lösung für genau diesen Konflikt. Das ist die Chance für die Anwohner, ihren Lebensraum in der von ihnen gewünschte Wohnqualität zu gestalten. Dafür bedarf es jedoch der Initiative der Anwohner und die kreativen Lösungsvorstellungen aller Konfliktbetroffenen und -beteiligten. Unterstützen Sie doch bitte die Anwohner darin, mit den beiden Mediatoriennen eine zeitnahe individuelle Lösung von Bestand zu finden.
McB
21.07.2010 11:04 Uhr
von Andreas Gurk:
In Anbetracht der Lage auf der Admiralbrücke und Umgebung wird nach meiner Ansicht nicht genügend und grundsätzlich die Frage gestellt, warum dieser Konflikt zwischen Anwohnern und Gästen erst vor wenigen Jahren aufgetreten ist. Was hat sich da verändert, dass diese Brücke zum "Partyplatz" wurde?
Es handelt sich hierbei um einen sogenannten "versteckten Konflikt". Der Konflikt geht von der Touristik- und Immobilienbranche aus. In den letzten Jahren sind viele neue Jugend-Hotels entstanden und u.U. werden auch Eigentumswohnungen als Ferienwohnungen genutzt. Das Land Berlin hat aufgrund der Steuereinnahmen ein Interesse diese Branchen zu fördern und für den Tourismus jeglichem Couleur Angebote bereit zu stellen. Auch die Tuorismusbranche braucht Orte für ihre Werbung. Die Medien und das Internet unterstützen dies mit Berichten und tragen den Konflikt ins Milieu von Anwohnern und Gästen. Sie machen es zu einem Toleranzkonflikt und lenken vom eigentlichen Konflikt ab.
Da sich das eine aus dem anderen ergibt, nutzen viele junge Musiker diesen Ort als öffentlichen Auftritt mit Medienpresents und Bekanntheitsgrad dieser Brücke.
Vor ein paar Jahren wurde diese Gegend im Mietpreisspiegel aufgewertet, obwohl die Lebenssituation und -qualität sich veschlechtert (Lärmbelästigung, Müllproblem, schlechte Pflege der Grünanlagen etc.) hat.
Es ist ein Trauerspiel, dass eine "Großstadtoase" dem (Party)Lärm geopfert wird, obwohl das Flughafenfeld beste Möglichkeiten bietet. Leider richtet sich der Zorn auf Jugendliche und Tuoristen bzw. auf die spießigen Anwohner. Es ist so einfach "Nebelbomben" zu werfen, damit der eigentliche Konflikt nicht zu Tage tritt.
Nun, man kann dieses Problem schnell mit dem Argument ab tun, dass sich die Zeiten und die Rahmenbedingungen ändern. Trotz allem glaube ich, dass dieser Aspekt sehr deutlich benannt werden muss, ansonsten würde sich die Arbeitsgruppe "Mediationsgespräch Admiralbrücke" als ein weiteres Instrument der Scheindemokratisierung benutzen lassen.
In diesem Sinne möchte ich ein Zitat von Horst Seehofer bringen:
"Harmonie im Falschen ist der schlechteste Wegbegleiter."
Mein Vorschlag wäre:
Die Mieten nahe der Admiralbrücke aufgrund der stärkeren Belastung um 1/3 zu senken. Der Vorteil ist hierbei, dass der Konflikt ein wenig zurück gegeben wird und Anwohner etwas vom Tuorismus partizipieren und sich nicht nur als Opfer erleben.
Ich würde raten, diese Gegend in die Verwahrlosung gehen zu lassen, da z.B. das Säubern der Brücke und kontrollierte Lärmbelästigung etc. nur zusätzliche "Nahrung" für das Aussaugen von Ressuorcen einseitiger Interessen ist.
12.07.2010 08:25 Uhr
von textonautin:
Warum hier soviel Geld verbraten wird, versteh ich auch nicht. Es gibt eindeutige gesetzliche Regelungen, die es umzusetzen gilt. Ist doch absehbar, dass das nur durch Polizeipräsenz geschehen wird. Wie es sich ja jetzt schon andeutet. Da die Partyszene eh wechselt, könnte man ja gleich eine Mediation als feste Einrichtung starten. Wir sind ja alle so liberal...
10.07.2010 12:20 Uhr
von denninger:
Wieso werden eigentlich 18000€ verbraten wenn letzten Endes doch wieder die Executive für Ruhe und Ordnung sorgen muss?
Kann sich das Land Berlin so eine sinnlose Ausgabe überhaupt leisten?
Ach so, klar, der LFA macht es möglich (SCNR).