• 01.04.2010

Massenrauswurf beim Jahreszeiten-Verlag

Nur Häuptlinge, keine Indianer

Von der ungewöhnlichsten Massenentlassung der deutschen Medien-Geschichte sind bis zu 90 Mitarbeiter betroffen. Übrig bleiben nur leitende Angestellte.von René Martens

  • 14.06.2010 17:59 Uhr

    von David von Goliath:

    Mal abgesehen von der vermutlich sinkenden Qualität der Hefte: Der eigentliche Skandal ist doch, dass beim Jahreszeiten so geschickt jeglicher Sonderkündigungsschutz ausgehebelt wird.

    Es wurde nämlich zwischen Häuptlingen und Indianern eine neue Kaste eingerichtet: die der stellvertretenden Ressortleiter. Auf diese Stellen werden alle Redakteure gehievt, die man behalten will - weil sie Single, jung und gesund sind. Die anderen, die man loswerden will, werden ohne Rücksicht auf soziale Aspekte ausradiert. Gehen müssen beim Jahreszeiten Verlag fast nur Mütter, Betriebsrätinnen, Alte, Behinderte und Kranke. Deren Sonderkündigungsschutz entfällt nämlich durch dieses grausame Konzept.

  • 01.04.2010 18:29 Uhr

    von Werner Langmaack:

    Excellenter Text, dem vielleicht noch eine Einschätzung hinzuzufügen wäre, inwieweit das Muster des Jalag zu übertragen ist auf andere Verlage. Wer ist der Nächste? Bauer? Burda? An charakterlosen Gesellen in den Chefetagen mangelt es ja beileibe nicht.

  • 01.04.2010 12:29 Uhr

    von Robert B. Fishman:

    schon wieder ein Aprilscherz oder sind die wirklich völlig übergeschnappt?

  • 01.04.2010 10:31 Uhr

    von Gosig Mus:

    "Hätten wir Verbraucher nicht Mittel und Macht, hier mal ein Zeichen zu setzen?"

    Nämlich wie? Indem man Zeitschriften aus Protest nicht kauft die man sowieso niemals gekauft hat? Vielleicht könnte man jetzt eine Ausgabe kaufen und bei der nächsten aus Protest aufhören!

  • 01.04.2010 10:29 Uhr

    von Herrn Schmilz:

    @Brigitte Schultz: ...hätten wir, hätten wir...
    Wenn wir sie nicht schon vorher bereits allesamt nicht gekauft und selbst beim Friseur bewusst nicht gelesen hätten...

    Wieder mal ein recht eindrucksvolles Beispiel für den Sinn des ordentlich dotierten bedingungslosen Grundeinkommens.

    Auch für dann ja sinnlose ehemalige derartige "Unternehmensberater", nebenbei bemerkt...

  • 01.04.2010 08:49 Uhr

    von Brett:

    Vermutlich reicht der Zynismus der Unternehmensberater eine Ecke weiter. Denn außer den Leitenden bleiben natürlich noch andere übrig: die Volontäre. Die machen jetzt die Textanpassungen, Bildunterschriften und Einleser etc. Letztlich geht es ja darum, die Texterstellung zu verbilligen. Es sind die einzigen nennenswerten Kosten, die sich flexibilisieren lassen. Aber was soll dabei herauskommen? Jedenfalls nicht mehr Wettbewerbsfähigkeit. Auch nicht mehr Innovationskraft. Das Fazit ist einfach: Der Verlag wird bilanzmäßig zurechtgeschminkt, um dann in toto verkauft zu werden. Die Alternative wäre Exitus. Aber nebenbei bemerkt: Vielleicht liegen da Themen brach, die der TAZ eine Diversifikation ermöglichen würden? Die Überthemen heißen Lebensstandard, Lebensfreude und eine Lebensqualität, die nicht auf Steigerung des Konsums ad infinitum beruhen. Sag niemals nie ...

  • 31.03.2010 23:35 Uhr

    von Der Allgäuer:

    1957, 3 Jahre vor meiner Geburt, schloss mein Vater ein "Merian"-Abo ab. Seit ich denken kann, freuten wir uns monatlich auf das neue Heft. Heute habe ich das Abo gekündigt. Ich hoffe, viele Abonnent/inn/en von "Jahreszeiten"-Publikationen verfahren genauso.

  • 31.03.2010 17:32 Uhr

    von DenkSchlächter:

    Eine Achter Mannschaft im Rudern verliert jeden Wettbewerb. Eines Tages macht ein Mannschaftsmitglied einen Verbesserungsvorschlag: „ Wir sollte doch einmal versuchen, daß acht Leute Rudern und nur einer lenkt“…

  • 31.03.2010 15:36 Uhr

    von mit Majo:

    "...(Merian, Für Sie, Petra, Feinschmecker, Prinz)..."

    Überflüssige Magazine, die noch nie jemand brauchte, kein Wunder, dass die überflüssigen Kostenstellen Personal jetzt gestrichen werden. Jeder Kiosk platzt aus allen Nähten mit solchen nutzlosen Heftchen.

  • 31.03.2010 15:25 Uhr

    von Brigitte Schultz:

    Hätten wir Verbraucher nicht Mittel und Macht, hier mal ein Zeichen zu setzen?

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