Marwa-Prozess in Dresden
Ein Deutscher, der nie ankam
Der russische Spätaussiedler Alex W. war ein Verlierer, sein Opfer Marwa El Sherbini eine Gewinnerin. Vor Gericht zeigt er keine Regung. Eine Annäherung an eine unbegreifliche Tat.von Sabine Am Orde
Leserkommentare
09.11.2009 09:29 Uhr
von Michael Klein:
@Anna Luehse!
Dass Ehrenmorde geächtet und verachtet gehören, ist doch wohl eine Selbstverständlichkeit, da erübrigt sich jegliche Diskussion! Bei Ihnen hat man doch den Eindruck, dass Sie Ehrenmorde instrumentalisieren, um den Mord an Marwa zu relativieren, nach dem Motto "Ehrenmorde sind viel schlimmer!"
08.11.2009 20:39 Uhr
von Nanu:
gerne nochmal: Man kann es herum relativieren, wie man möchte. Er bleibt eine ekelhafte Type.
08.11.2009 18:05 Uhr
von Anonym:
Eine seltsamer Artikel, der den Russlanddeutschen "Verlierer" und die Getötete als Gewinnerin bezeichnet. Etwas makaber, finde ich. Was hat das eigentlich mit dem Ganzen zu tun? Er hat sie ja nicht als Gewinnerin beschimpft, er hat einen Hass auf Muslime jeglicher sozialen Schicht geäußert, was hat also der "Gewinnerstatus" der Getöteten hier zu suchen? Auch der Abschluss, dass er am Folgetag der Urteilsverkündung 29 Jahre alt wird, ist bizarr. Nicht alle Verlierer töten. Nicht alle die, die hier leben und zu Recht total frustriert sind von der Ungerechtigkeit, ausgeschlossen werden, hasserfüllt sind, töten irgendjemand.
Wobei sicherlich auch stimmt, dass das Mordpotenzial von Menschen unter besseren, sozialen Bedingungen nicht ausbrechen würde. Physische Gewalt ist doch eindeutig mehr verbreitet in sozial schlecht dastehenden Kreisen. Aber die Tendenz des Artikels ist trotzdem seltsam. Es ist in keinster Weise eine Annäherung, denn es wird nur reflexartig wieder das Thema bermüht, dass der Mörder eigentlich selber Opfer war. Das ist unendlich wiedergekaut worden. Es übersieht wie gesagt, dass nicht alle Opfer so reagieren.
08.11.2009 10:20 Uhr
von principessa:
wie bitteschön hat der das Messer da rein gebracht?
07.11.2009 12:53 Uhr
von gaspard:
Wir können nicht wissen, was passiert wäre, wenn der Soziopath Alex W. auf eine selbstbewusste Asiatin mit Kind gestoßen wäre. Gewiss ist allerdings, dass das Dresdener Gericht dann nicht zur Hochsicherheitszone erklärt werden müsste wegen der massiven Drohungen aus Teilen der islamischen Welt,nicht nur gegen den Angeklagten, sondern gleich gegen "alle Deutschen als Feinde Allahs". Undenkbar eine solche Reaktion etwa bei einer Migrantenfamilie mit buddhistischem Hintergrund. Das sollte Muslime nachdenklich machen - bei allem Verständnis für das Entsetzen und die Trauer wegen dieser irrwitzigen Tat.
07.11.2009 02:37 Uhr
von Anna Luehse:
taz: "Eine Annäherung an eine unbegreifliche Tat."
Wo bleibt das bei islamischen "Ehrenmorden" obligate "Einzelfall"?
5.11.2009 - "So lebte und so starb Gülsüm
...
2007 schafft Gülsüm den Abschluss auf der Förderschule. Sie will sich weiterbilden. Doch der Vater hat andere Pläne. Unter dem Vorwand, Urlaub zu machen, fliegt er 2007 mit Gülsüm in ihr Heimatdorf und verheiratet sie mit einem ihr unbekannten Mann. Zurück in Rees findet Gülsüm den Mut, sich gegen die Zwangsheirat zu wehren. Mit Unterstützung einer Hilfsorganisation wird die Ehe offiziell annulliert. Gülsüm versucht, noch mehr auf eigenen Beinen zu stehen. ... "
Ihre Brüder und ein "befreundeter Russe" lockten sie in eine Falle, erwürgten sie, und zerschlugen dann mit einem Knüppel ihr Gesicht bis zur Unkenntlichkeit.
Gülsüm war sieben, als ihre Mutter starb, an einem türkischen "Selbstmord".
"Erdrosselt wird sie am Teich des Bocholter Krankenhauses gefunden. "Selbstmord" geben die Behörden als Todesursache an. "Aus heutiger Sicht war es ein Fehler, damals keine Obduktion vorgenommen zu haben", sagt Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer ...
Fragen bleiben gleichwohl. Vor allem, weil der Ehemann im Rathaus bereits einen Tag zuvor den Tod seiner Frau angekündigt haben soll. "Er hat ihr befohlen, sich das Leben zu nehmen, weil sie krank und damit aus seiner Sicht nutzlos war", sagt eine kurdische Freundin von Gülsüm, die sich Serap Cileli anvertraut hat, die Frauen betreut, die von Zwangsheirat bedroht sind.
2006 heiratet Gülsüms Vater erneut. Mit seiner zweiten Frau hat er weitere fünf Kinder. Gülsüm lebt nun mit zehn Geschwistern im Asylbewerberheim. Dort führte ihr Vater das große Wort und randalierte – wenn der städtische Hausmeister Feierabend hatte. "So ging das über elf Jahre, keiner hat uns etwas gesagt, das ist unglaublich", meint Sozialamtsleiter Andreas Mai. ...
"Eine drastische Strafe", fordert die Menschenrechtlerin Serap Cileli. Auch um ein deutliches Zeichen zu setzen. "Die Geschichte von Gülsüm ist längst kein Einzelfall mehr."
http://www.rp-online.de/niederrheinnord/emmerich/nachrichten/rees/So-lebte-und-so-starb-Guelsuem_aid_778837.html
Seit 2000 wurden (ohne Dunkelziffer und "Selbstmorde") 50 islamische Mädchen und junge Frauen - oft nach jahrelanger Folter und Mißhandlung - ermordet.
@taz: "Eine Annäherung an eine unbegreifliche Tat." - Oder lieber doch nicht?
Der bildungsferne türkische Sexist heulte im Gerichtssaal Rotz und Wasser. Kein Wunder: Sein Plan, den feigen Mord an der Tochter den minderjährigen Sohn mit faktisch 5-6 Jahren Jugendhaft "büßen" zu lassen, geht wohl nicht auf. Da kommen ihm die Tränen, dem feigen Bastard.
06.11.2009 22:53 Uhr
von Tommy:
Ohne jede Erregung denke ich, dass man in Deutschland über andere Strafmaße und -arten nachdenken und diese implementieren sollte! Für solch einen psychisch schwer gestörten Fanatiker ist wie für Vergewaltiger und Kinderschänder jede Gefängnisstrafe zu mild! Lebenslang wird er Steuergelder kosten und psychiatrische Behandlung bekommen müssen (wobei solche fragwürdig ist, da sie nur etwas bringt, wenn sich der Patient behandeln lassen und bessern will. Sonst ist sie rausgeworfenes Geld). Wie wäre wohl in Russland mit ihm verfahren worden?
06.11.2009 21:14 Uhr
von Rosa:
Die Anzeige gegen W. wurde aufgrund der Heftigkeit der Beleidigungen von Amts wegen gestellt. Es bestand ein öffentliches Interesse an der Verfolgung dieses Straftat.
06.11.2009 20:31 Uhr
von moslaemm.wordpress.com:
"Ein Deutscher, der nie ankam" is klasse Märtyrer-Titel, Alta!
Kannsu noch drehen DEFA-Film uber de doische Held, die wurde provossiert von de Muslima! Kannssu sseigen de Leben von de arme unterdruckte Doische in Russland mit viel Verständnis.
06.11.2009 18:58 Uhr
von rb_:
Sehr traurig das alles .Traurig, dass genau die Leute, die hier eigenlich ständig gefordert werden, nämlich bildungswillige Einwanderer, so enden.
Traurig , nicht mitleidsbedürftig !, auch Alex W. selber.
Das es solche Menschen gibt. Gibt mir sehr zu denken. Warum sich solche Menschen dahin entwickeln wo sich Alex W. jetzt befindet, auch.