Der wichtigste deutsche Literaturpreis wird seit 60 Jahren verliehen. An welche Autoren eigentlich? Klar ist: Der Büchnerpreisträger muss schullektüretauglich schreiben.von Angela Leinen
Langweilig, aber durchaus amüsant. Was bleibt mir darüber hinaus festzustellen?
Einen derart abstoßenden Neid- Artikel zum Thema Literatur habe ich selten zu Gesichte bekommen. Womit rühmen Sie sich denn? Verkannter Genialität? Vielleicht sollten Sie sich lieber einmal inspirieren lassen, anstatt sich anzuekeln um damit wiederum anzuekeln.
Es scheint Ihnen unbekannt, aber die Literaturbranche ist eine der wenigen, in der Preise noch für wahres Talent, grandioses Schaffen verliehen werden.
Wollen Sie etwa Bestseller-Autoren als Preisträger? Mir scheint...
Schlagen Sie doch einmal Charlotte Roche vor. Ihrem Artikel zu urteilen, das Geeignetste, was Deutschland derzeit zu bieten hat. Weiblich, "mutig", preislos, sprachlich auf langweiligste Art und Weise miserabel und grotesk anmutend primitiv (Die Loslösung von der verkopften, intellektuellen Gruppe 47- Generation)... Hach.
Ich glaube nicht, dass die TAZ, und auch Sie, werte Verfasserin, dies nötig haben....
Nichts für Ungut, Sarkasmus und Ironie kann auch die Literaturszene ertragen, zumal dies hier ja nun wirklich charmant unbeholfen und offensichtlich durch Kränkung geprägt wurde. Was sind die großen Opernwerke einem Tauben? Sie können nunmal in der großen deutschen Literatur das Große nicht sehen, dann wenden Sie sich vielleicht einfach anderen schönen Dingen zu. Davon gibt es reichlich. brot Und zum Schluss: Ein Glück gibt es diesen Büchnerpreis und ich verneige mich vor allen, toten wie lebendigen, Preisträgern, für ihre weit mehr als kostbaren Beiträge zur deutschen Sprache, Kultur ... Celan, Kaschnitz, Kästner, Mann, Fried, Stadler... Helden meiner Sprache. Ganz ohne Neid.
31.10.2011 10:52 Uhr
von Heidi Seidl:
Also, ich bin noch nicht tot, falle also in die Kategorie rüstig. Mich beschäftigt was ganz anderes. Wunderlich, dass die Autorin das nicht erwähnt hat. Die Akademie vergibt zum ersten Mal 50.000€. Das heißt auch, immer wieder 50.000€. Wer kann so etwas beschließen? Eine Einrichtung, die mit 600.000€ von Bund und Ländern bezuschusst wird. Der Preis wird von der Stadt Darmstadt und dem Land Hessen bezahlt. Diese Schriftsteller haben doch allesamt ausgesorgt. Wofür wird das Geld verwendet? Es ist doch unterm Strich Steuergeld, mein Geld. Der Herr Delius ist sicher "an honorable man" (schon allein, dass er Berlusconi in seiner Dankesrede als Verbrecher dargestellt hat, hat mir gut gefallen - ich bin durch meinen Beruf seit Jahren mit Italien eng verbunden-, auch der Begriff Bio-Biedermeier (da muss man erst mal drauf kommen). Ich habe nichts von ihm gelesen und werde das in Zukunft auch nicht tun. Büchner-Preis 50.000€- NEIN, geht gar nicht. Irgendwo ist mal Schluss. Mit der Geld-Tyrannei. Die Akademie leidet unter Geldmangel, liebäugelt mit anderen Standorten und schmeißt trotzdem mit Geld um sich. Mit meinem Geld. Gruß Heidi Seidl
29.10.2011 17:08 Uhr
von Jörn:
Mit so einem Artikel holt sich die taz LeserInnen zurück.....
29.10.2011 15:16 Uhr
von reblek:
Sehr amüsanter und aufschlussreicher Text. Vielen herzlichen Dank. Stadler und Mosebach fand ich ausgesprochen langweilig.
29.10.2011 14:53 Uhr
von Peter Mueller:
Die Akademie kann doch ihren Preis vergeben wie sie mag. Ich verstehe die Kritik nicht, es sei denn die Autorin hätte auch gerne mal den Büchnerpreis gewonnen (aber wofür...) und fühlt sich übergangen. Sie scheint sich ja darauf spezialisiert zu haben, darüber zu schreiben, wie man Literaturpreise bekommt. Ein eigentümliches Genre.
Die Liste der 60 bisherigen Preistrager besteht aus bedeutenden Literaten. Ich persönlich halte zwar nicht viel von Handtke und Johnson, aber, um es mit Lichtenberg zu sagen "Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?", will sagen, meine Abneigung liegt möglicherweise an meinem Unverständnis und nicht an den beiden genannten Autoren. Darüberhinaus kann man nicht sagen, daß der Büchnerpreis nur an bequeme Autoren vergeben wurde (z. B. Kästner und Biermann). Sicher gibt es andere Autoren, die den Preis auch verdient hätten und natürlich könnte die Vergabe etwas transparenter sein, aber die getroffene Wahl war nie wirklich schlecht und, wie ich eingangs schrieb, die können das doch machen, wie sie es am besten finden. Frau Leinen kann ja ihren eigenen Literaturpreis vergeben, der nur an unbekannte, junge Nichtautorinnen mit Migrationshintergrund geht. Das ist Fortschritt.
29.10.2011 14:50 Uhr
von Siegfried Bosch:
Was für ein sexistischer Artikel! Wie kommt die Autorin dazu anzunehmen, dass die männlichen Preisträger den Preis auch ihrem Geschlecht und nicht nur ihren Leistungen (welche bei Literatur zugegebenermaßen nicht wirklich meßbar sind) verdanken? Das ist lediglich eine absolut unbewiesene Unterstellung (und für die TAZ sehr passend).
29.10.2011 09:55 Uhr
von Andrea:
Was will die Autorin eigentlich? Der Büchner-Preis ist bewusst kein Förderpreis junger hoffnungsvoller Talente, sondern die Adelung des bisherigen Schreibens (Walser, Kronauer, Müller), manchmal auch dessen Vorwegnahme (Handke, Grünbein). Die Entscheidung kann mutig sein (Benn, Celan, Kappacher, demnächst vielleicht Zschokke) oder auch fällig (Delius, demnächst von Düffel oder Sulzer), leicht ist sie niemals. Das gilt auch für den Nobelpreis, den weder Proust noch Joyce noch Musil je bekommen haben. Aber schön, dass es den ewigen Grund zum Beleidigtsein für die Autorin noch gibt: es werden zuwenige Frauen ausgezeichnet, junge allzumal. Soll es wirklich Charlotte Roche sein? Gottlob ist der Büchner-Preis noch ein Literaturpreis. Und der wurde und wird für ein unverwechselbares Deutsch verliehen - an Bachmann, Strauß und sicher noch an Lewitscharoff.
29.10.2011 09:02 Uhr
von erikius:
Je länger der Text wurde desto langweiliger... Ist die Autorin enttäuscht nie selber Pristräger geworden zu sein?
Leserkommentare
31.10.2011 21:26 Uhr
von Sophie Anton:
Langweilig, aber durchaus amüsant.
Was bleibt mir darüber hinaus festzustellen?
Einen derart abstoßenden Neid- Artikel zum Thema Literatur habe ich selten zu Gesichte bekommen. Womit rühmen Sie sich denn? Verkannter Genialität? Vielleicht sollten Sie sich lieber einmal inspirieren lassen, anstatt sich anzuekeln um damit wiederum anzuekeln.
Es scheint Ihnen unbekannt, aber die Literaturbranche ist eine der wenigen, in der Preise noch für wahres Talent, grandioses Schaffen verliehen werden.
Wollen Sie etwa Bestseller-Autoren als Preisträger? Mir scheint...
Schlagen Sie doch einmal Charlotte Roche vor. Ihrem Artikel zu urteilen, das Geeignetste, was Deutschland derzeit zu bieten hat. Weiblich, "mutig", preislos, sprachlich auf langweiligste Art und Weise miserabel und grotesk anmutend primitiv (Die Loslösung von der verkopften, intellektuellen Gruppe 47- Generation)... Hach.
Ich glaube nicht, dass die TAZ, und auch Sie, werte Verfasserin, dies nötig haben....
Nichts für Ungut, Sarkasmus und Ironie kann auch die Literaturszene ertragen, zumal dies hier ja nun wirklich charmant unbeholfen und offensichtlich durch Kränkung geprägt wurde. Was sind die großen Opernwerke einem Tauben?
Sie können nunmal in der großen deutschen Literatur das Große nicht sehen, dann wenden Sie sich vielleicht einfach anderen schönen Dingen zu. Davon gibt es reichlich.
brot
Und zum Schluss: Ein Glück gibt es diesen Büchnerpreis und ich verneige mich vor allen, toten wie lebendigen, Preisträgern, für ihre weit mehr als kostbaren Beiträge zur deutschen Sprache, Kultur ... Celan, Kaschnitz, Kästner, Mann, Fried, Stadler... Helden meiner Sprache. Ganz ohne Neid.
31.10.2011 10:52 Uhr
von Heidi Seidl:
Also, ich bin noch nicht tot, falle also in die Kategorie rüstig.
Mich beschäftigt was ganz anderes. Wunderlich, dass die Autorin das nicht erwähnt hat. Die Akademie vergibt zum ersten Mal 50.000€. Das heißt auch, immer wieder 50.000€. Wer kann so etwas beschließen? Eine Einrichtung, die mit 600.000€ von Bund und Ländern bezuschusst wird. Der Preis wird von der Stadt Darmstadt und dem Land Hessen bezahlt. Diese Schriftsteller haben doch allesamt ausgesorgt. Wofür wird das Geld verwendet?
Es ist doch unterm Strich Steuergeld, mein Geld. Der Herr Delius ist sicher "an honorable man" (schon allein,
dass er Berlusconi in seiner Dankesrede als Verbrecher dargestellt hat, hat mir gut gefallen - ich bin durch meinen Beruf seit Jahren mit Italien eng verbunden-, auch der Begriff Bio-Biedermeier (da muss man erst mal drauf kommen). Ich habe nichts von ihm gelesen und werde das in Zukunft auch nicht tun. Büchner-Preis 50.000€- NEIN, geht gar nicht. Irgendwo ist mal Schluss. Mit der Geld-Tyrannei. Die Akademie leidet unter Geldmangel, liebäugelt mit anderen Standorten
und schmeißt trotzdem mit Geld um sich. Mit meinem Geld.
Gruß
Heidi Seidl
29.10.2011 17:08 Uhr
von Jörn:
Mit so einem Artikel holt sich die taz LeserInnen zurück.....
29.10.2011 15:16 Uhr
von reblek:
Sehr amüsanter und aufschlussreicher Text. Vielen herzlichen Dank. Stadler und Mosebach fand ich ausgesprochen langweilig.
29.10.2011 14:53 Uhr
von Peter Mueller:
Die Akademie kann doch ihren Preis vergeben wie sie mag. Ich verstehe die Kritik nicht, es sei denn die Autorin hätte auch gerne mal den Büchnerpreis gewonnen (aber wofür...) und fühlt sich übergangen. Sie scheint sich ja darauf spezialisiert zu haben, darüber zu schreiben, wie man Literaturpreise bekommt. Ein eigentümliches Genre.
Die Liste der 60 bisherigen Preistrager besteht aus bedeutenden Literaten. Ich persönlich halte zwar nicht viel von Handtke und Johnson, aber, um es mit Lichtenberg zu sagen "Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?", will sagen, meine Abneigung liegt möglicherweise an meinem Unverständnis und nicht an den beiden genannten Autoren. Darüberhinaus kann man nicht sagen, daß der Büchnerpreis nur an bequeme Autoren vergeben wurde (z. B. Kästner und Biermann). Sicher gibt es andere Autoren, die den Preis auch verdient hätten und natürlich könnte die Vergabe etwas transparenter sein, aber die getroffene Wahl war nie wirklich schlecht und, wie ich eingangs schrieb, die können das doch machen, wie sie es am besten finden. Frau Leinen kann ja ihren eigenen Literaturpreis vergeben, der nur an unbekannte, junge Nichtautorinnen mit Migrationshintergrund geht. Das ist Fortschritt.
29.10.2011 14:50 Uhr
von Siegfried Bosch:
Was für ein sexistischer Artikel! Wie kommt die Autorin dazu anzunehmen, dass die männlichen Preisträger den Preis auch ihrem Geschlecht und nicht nur ihren Leistungen (welche bei Literatur zugegebenermaßen nicht wirklich meßbar sind) verdanken? Das ist lediglich eine absolut unbewiesene Unterstellung (und für die TAZ sehr passend).
29.10.2011 09:55 Uhr
von Andrea:
Was will die Autorin eigentlich? Der Büchner-Preis ist bewusst kein Förderpreis junger hoffnungsvoller Talente, sondern die Adelung des bisherigen Schreibens (Walser, Kronauer, Müller), manchmal auch dessen Vorwegnahme (Handke, Grünbein). Die Entscheidung kann mutig sein (Benn, Celan, Kappacher, demnächst vielleicht Zschokke) oder auch fällig (Delius, demnächst von Düffel oder Sulzer), leicht ist sie niemals. Das gilt auch für den Nobelpreis, den weder Proust noch Joyce noch Musil je bekommen haben. Aber schön, dass es den ewigen Grund zum Beleidigtsein für die Autorin noch gibt: es werden zuwenige Frauen ausgezeichnet, junge allzumal. Soll es wirklich Charlotte Roche sein? Gottlob ist der Büchner-Preis noch ein Literaturpreis. Und der wurde und wird für ein unverwechselbares Deutsch verliehen - an Bachmann, Strauß und sicher noch an Lewitscharoff.
29.10.2011 09:02 Uhr
von erikius:
Je länger der Text wurde desto langweiliger... Ist die Autorin enttäuscht nie selber Pristräger geworden zu sein?