Machtkampf unter Irans Geistlichen
Fatwa gegen Chamenei
Ajatollah Ali Montazeri hat eine religiöse Anweisung herausgegeben, die den Revolutionsführer Chamenei kritisiert, und ruft zum Widerstand der Gläubigen gegen geschehenes Unrecht auf.von Bahman Nirumand
Leserkommentare
13.07.2009 20:24 Uhr
von Musa Rahmanian:
Die Fatwa hat keine große Bedeutung, denn Muntezari bestätigt lediglich das, was schon zuvor Mousavi angekündigt hat: nur noch den legalen Weg zu agieren.
13.07.2009 14:24 Uhr
von Agnostiker:
Meines Wissens ist eine FATWA keine relgiöse Anweisung, sondern ein Rechtsgutachten im Islam.
13.07.2009 13:03 Uhr
von Kaveh Ahangar:
Liebe Marjane, ich muss Dich leider korrigieren. Die ersten zwei Präsidenten der Islamischen Republik, Bani Sadr und Rajai, waren beide keine Mullahs. Du musst Dich in Zukunft besser informieren bevor Du irgendwelche Kommentare schreibst.
13.07.2009 08:36 Uhr
von sahin:
Der kurdische Wesir Schirkuh
Nach den drei syrischen Ägyptenfeldzügen wurde Schirkuh, der kurdische General von Nureddin Zengi (Herrscher von Damaskus), vom Fatimidenkalifen Al Adid zum Wesir ernannt. Es war wohl weniger eine bloße „Ernennung“, sondern Schirkuh war mehr oder weniger dazu gezwungen, den Posten des letzten fatimidischen Wesirs Schawer zu übernehmen, den Saladin auf Befehl des Kalifen eigenhändig ermordet haben soll. Nach dem Tod Schawers war nämlich kaum eine andere Person in der Lage, dieses entscheidende Amt auszuüben. Der Soldat und große Krieger Schirkuh schien die passende Wahl zu sein: eine erfahrene Persönlichkeit, welche die dafür nötigen Eigenschaften besaß. Damit war er der richtige Verwalter und Statthalter. Außerdem spielte bei der Entscheidung des Kalifen vermutlich eine Rolle, dass Schirkuh so viele Soldaten bei sich hatte und diese sich schon in Kairo befanden. Al Adid, ein junger und kränklicher Mann, der zum letzten Kalifen der Fatimidendynastie werden sollte, sah offenbar keine andere Möglichkeit, als ihm diesen Titel zu geben und auf den leeren Posten Schawers zu bringen. Über die Wahrscheinlichkeiten darf und muss man reden, weil über Schirkuh bis in unsere Zeit ungerechterweise so wenig überliefert wurde.
Wenn es auch nicht Schirkuhs direktes Vorhaben gewesen sein sollte, beabsichtigte er doch sicherlich, Ägypten zu erobern und dieses Land im Namen des Islams einzunehmen. Damit würden nicht nur die Franken geschwächt, sondern auch die Byzantiner und andere Christen aus Europa. ....
Süleyman Deveci
Saladin, der Kurde
Süleyman Deveci berichtet über den Werdegang des in die Geschichte eingegangenen Kurden Saladin, der es zum Ende seiner Ära sogar erreichte, eine eigene Dynastie – die Ayyubidendynastie – in Ägypten zu gründen. Aus zahlreichen Quellen trägt Deveci zusammen, unter welchen Voraussetzungen und durch welche Bündnisse und Listen Saladin zum Sieger über die Kreuzfahrer wurde und zu der ihm heute zugestandenen Glorie kam. Er vergisst dabei auch nicht, die Namen derjenigen zu erwähnen, welche eine entscheidende Rolle bei diesem Lauf der Geschichte gespielt und die es erst möglich gemacht haben, dass Saladin zu seinem heutigen Ruhm gelangte.
13.07.2009 06:07 Uhr
von vic:
Schlimm genug wenn Ajatollahs in einem Staat das Sagen haben.
Aber vielleicht ist diese Art von Macht ja auch mal zu etwas nutze.
Alle Macht dem Volk!
12.07.2009 23:10 Uhr
von Marjane:
Naja, die Ajatollahs haben Angst, denn die Revolutionsgarden und vor allem den Basidsch-e und Achmadinejad gefährden die Macht der Geistlichen und sind mittlerweile zu einer wirklichen "Gefahr" für das geistliche Establishment geworden. Vondaher zeigt die Reaktion vieler Ajatollahs sicherlich nicht deren "demokratisches" oder "revolutionäres" Engagement, wie es immer behauptet wird, sondern zeigt einfach nur, dass die Angst haben an Macht zu verlieren. Und sie haben auch nicht Angst vor dem gemäßigten Mussawi, sondern von den "radikalen Islamisten", wenn man die so nenen will, nämlich den Basidsch-e, zu denen auch Achmadinejad gehörte, der der erste Präsident war, der nicht Ajatollah ist.
Das sollte nicht vergessen werden. Die Machtspiele im iranisches Establishment sollten besser recherchiert werden. Nicht das die taz hier das einzige Blatt wäre, das es sich da zu einfach macht...
12.07.2009 22:03 Uhr
von Kianusch Yamini:
" eine Gottlose Regierung kann von Dauer sein, eine Unterdrückerische nicht "
Mohammad.
Ganz egal wie man zu Mohammad steht,Das Zitat hat meiner Meinung nach seine Berechtigung.
Das Urteil Montaseries ist in etwa zu vergleichen mit dem Aufstand Luthers gegen den Papst.
Wobei Luther nur ein kleiner Dr. war und Montaserie eher ein Papst ist.
An die Stelle der Iranischen Machthaber würde ich Vorbereitungen für meine Flucht ins Ausland treffen.
12.07.2009 20:51 Uhr
von Ali Araki:
Hmm, eigentlich bedeutet diese Fatwa auch nach den Spielregel des Regimes vorzugehen (damit sind auch die Anweisungen des religiösen Führers gemeint!!!), denn in der Fatwa heißt es "mit allen gesetzlich erlaubten Mitteln ihn abzusetzen"
12.07.2009 20:48 Uhr
von Rehad Shayan Arkian:
Sehr geehrter Herr Nirumand,
Sie sind leider nicht auf den aktuellen Stand, schon vor eine Woche hat die einflussreichste Gelehrtenvereinigung Jame-ye Modaressin-e Ghom Ahmadinejad gratuliert.
http://www.mehrnews.com/en/NewsDetail.aspx?NewsID=907337
Der Vollständigkeitshalber sei erwähnt, dass die Jame-ye Modaressin-e Ghom die einflussreichste Gelehrtenvereinigung ist, worin die meisten Großgelehrten (Mujtahids) organisiert sind. In der Jame-ye Modaressin-e Ghom sind zahlreiche politische unaffilierte Großgelehrten Mitglied, wie zum Beispiel Großayatullah Makarem-e Shirazi oder Ayatullah Jafar Subhani (leider werden diese Gelehrten in der westlichen Rezeption als konservativ bezeichnet, da sie das Prinzip Wilayat al-Faqih bejahen, aber das tun ebenso Großayatullah Sanei und tatsächlich immer noch Großayatullah Montezari [in übrigen auch Großayatullah Sistani, für alle Medien der Welt lesbar unter http://www.sistani.org/local.php?modules=nav&nid=5&cid=632 ])
Mit freundlichen Grüßen
Arkian
12.07.2009 19:52 Uhr
von paule:
sehr schöner und informativer Bericht. GO TAZ!