Theoretisch gilt in der EU: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Praktisch sind die meisten Länder von diesem Grundsatz weit entfernt.von DANIELA WEINGÄRTNER

Die EU-Kommissarin für Justiz und Grundrechte, Viviane Reding. Bild: ap
Pünktlich zum Internationalen Frauentag am Montag hat die EU-Kommission wieder das Thema Lohnungleichheit entdeckt. 18 Prozent weniger Gehalt als ihre Kollegen bekommen Frauen im EU-Durchschnitt - in Deutschland sind es sogar 23,6 Prozent. Größer ist die Lücke nur noch in Österreich und in den Niederlanden.
Einer neuen Eurobarometer-Umfrage zufolge sind 82 Prozent der EU-Bürger der Ansicht, dass die Politik dagegen etwas tun sollte. Nur beim Thema Gewalt gegen Frauen ist die persönliche Betroffenheit noch höher: 92 Prozent sprechen sich hier für ein größeres Engagement der Politik aus. "Die Frage der politischen Teilhabe, also die Forderung nach mehr Frauen in politischen Positionen, ist hingegen den meisten nicht so wichtig", erklärte die für Gleichstellungsfragen zuständige Kommissarin Viviane Reding am Freitag.
Mit einer "Charta zur Gleichstellung" will die EU-Kommission dem Problem beikommen. Sie soll sicherstellen, dass Gleichstellungsfragen in allen europäischen Politikbereichen berücksichtigt werden. Die Forderung ist nicht so neu, wie sie Kommissionspräsident Manuel Barroso gestern zu präsentieren versuchte. Gleichbehandlung der Geschlechter ist schon jetzt eine der Querschnittsaufgaben europäischer Politik. Dennoch ist die Lohnlücke in der EU in den 15 Jahren seit der Pekinger Frauenkonferenz kaum geringer geworden. "In der derzeitigen Krisensituation kann sich Europa eine geschlechtsspezifische Lohndifferenz nicht leisten", glaubt Reding. Schließlich seien die Frauen inzwischen mindestens so gut ausgebildet wie die Männer. Diese Ressourcen müssten der Gesellschaft besser als bisher zur Verfügung stehen. Bis zum Frühherbst will sie Maßnahmen vorschlagen. Zum Beispiel sollen Unternehmen die Lohnstruktur öffentlich machen und höher bestraft werden, wenn sie männliche Bewerber und Mitarbeiter bevorzugen.
In Ländern, wo nur wenige Frauen berufstätig sind, wie Malta, Italien, Griechenland oder Polen, ist die Lohndifferenz deutlich geringer als in Ländern wie Irland, wo Frauen hauptsächlich in schlecht bezahlten Berufen arbeiten, oder in Deutschland, wo ein großer Teil der Frauen Teilzeit arbeitet. Die großen kulturellen Unterschiede und abweichenden Rollenbilder innerhalb Europas sorgen für eine sehr heterogene Lohnstruktur.
Bundespräsident Gauck distanziert sich indirekt von Christian Wulffs Aussage, der Islam gehöre zu Deutschland. Cem Özdemir distanziert sich von Gauck. Hans-Peter Uhl ist erfreut.

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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
07.03.2010 23:24 | mann meier
"...in Deutschland, wo ein großer Teil der Frauen Teilzeit arbeitet." ...
07.03.2010 10:46 | Wolfgang
Lohnungleichheit, ein Teil der gesellschaftspolitischen Gewalt gegen Frauen in der bürgerlichen Gesellschaft - auch im Kapi ...
07.03.2010 06:25 | claudia
Dazu fällt mir ein Erlebnis ein: ...