• 22.09.2008

Lobbyismus und Journalisten

Geschäft mit Halbwahrheiten

"Speichelleckend" werfen sich Journalisten an Lobbyisten heran, um so bequem an Informationen zu kommen. Das war nicht die einzige Kritik auf einer Tagung des Netzwerks Recherche.von Sebastian Heiser

  • 21.09.2008 17:50 Uhr

    von ANDREAS:

    Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft - das ist der Trend und der ist weitaus guerilla-orientierter als hier - immerhin klar - dargestellt. PR, Lobby und Politik gehen bei diesen Leuten Hand in Hand und kommen in vielfältiger Weise daher. Alle wirtschaftspolitischen Institute sind an realen Interessen angelehnt und vertreten diese entsprechend. Das ist vielleicht den Mitgliedern des Netzwerks klar, vielen Journalisten und Durchschnitsmenschen aber nicht. Der SPIEGEL hat mehrfach gemeldet, die Agenda 2010 habe jede Menge Arbeitsplätze geschaffen, vor Kurzem wurden 1,1 Millionen in Anlehnung an Prof. Sinn genannt. Das dies eine These ist und das es dazu etliche Antithesen gibt, das verschwindet und das ist die neue Strategie, per PR und Lobby Politik an den gewählten Gremien vorbei zu machen. Diese Leute werden nämlich nicht gewählt, sondern schlicht bezahlt. Am Wochenende ist einer der bestbezahltesten Lobbyisten - Metzger - nicht auf die Bundestagsliste gelangt. Er hat es zwei Mal probiert - in einer Partei, zu der er bislang keinerlei Bindungen oder Erfahrungen hatte. Dieser Mann ist wirklich ein Polit-Söldner. Wahrscheinlich tritt er nochmals an. Und vielleicht auch noch ein viertes Mal, denn die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft steht für ihn und die haben Geld und Einfluss. Fürs erste haben Durchschnittsmitglieder der CDU diesen Mann gestoppt, aber dies ist auch ein Trend. Im Parlament wäre er ein honoriger Abgeordneter, in der Realität ein Politik-Söldner.
    Dass es viele faule, miese Journalisten gibt, ist nicht gerade ein wirklich rationales Argument, denn es gibt auch Tausende miese Zahnärtzte, Lehrer und Kellner, das hat aber keine Wirkung auf die Politik einer Demokratie. Der Angriff kommt ja nicht von den Journalisten, sondern er kommt von diesen Lobbyisten, schön dargestellt durch Fischer-Appelt.

  • 21.09.2008 17:14 Uhr

    von Marion Manneck:

    Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, kann ich nun erahnen, wer so manchen Artikel in den Tageszeitungen und Online-Ausgaben geschrieben hat. Jetzt kann ich auch nachvollziehen, wer die Regie führte bei der Agenda 2010 und den Hartz-Gesetzen. Demnächst muss ich wohl erst fragen, an wen der Leserinnenbrief zu schreiben ist.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder