• 06.05.2010

Lidls Fair-Aufschlag ist unfair

Die Milch macht's nicht

Lidl verkauft in Bayern eine als fair beworbene Milch – 80 Prozent teurer. Doch der Verteilungsschlüssel ist unfair, die Bauern bekommen am Ende doch nur 12 Prozent mehr.von Jost Maurin

  • 05.07.2010 12:53 Uhr

    von Enzo Aduro:

    Wenn man für etwas banales wie Milch schon Fernsehspots schalten muss, dann ist klar das für die Erzeuger nichts übrig bleibt.

    Die Landwirte müssen endlich verstehen das es zuviele von ihnen gibt. Es müssen einfach welche pleite gehen bis der Preis wieder stimmt. Wer mit seinen 20 Kühen auf einem Hügel hockt kann kein Geld verdienen. Wenn man die Marktwirtschaft außer kraft setzt kommt es eben zu solchen seltsamen folgen.

    Wieso kritisiert die taz das Deutschland strom exportiert und nicht das wir Milch exportieren? Die Produktion muss runtergefahren werden. Und dazu dienen Niedrigpreisphasen.

    Es gab mal in Deutschland über 100 Automobilhersteller. Heute gibt es 5. Fünf. Und zwei davon gehören zu US-Konzernen. Also 3. Drei. Wo war die taz und hat um das "Autoherstellersterben" getrauert?

    Abgesehen davon pupsen die Kühe unsere Welt kaputt.

  • 14.05.2010 13:50 Uhr

    von Aufrechtgehn:

    Für mich stellt Lidl ja nun auch grundsätzlich das personifizierte Böse dar und ich boykottiere diese Kette, aber wenn man sich den Artikel mal durchliest, scheitert das System ja nicht an Lidl, sonder vor allem daran, dass nicht genügend Verbraucher bereit sind, einen angemessenen Preis für das Lebensmittel zu zahlen.
    Nun wird der Umsatz der "fairen" Milch ja nach diesem Artikel noch weiter sinken, weil sich die bisherigen Käufer verarscht vorkommen müssen und die bisherigen Nicht-Käufer sich in ihrem billig-ist-geil-Einkaufsverhalten ja erst recht bestätigt fühlen ("ist ja eh alles Betrug").
    Letzten Endes ist diese Geschichte für mich die Bestätigung, dass man besser gleich Bio kauft - zumal Bio-Milch ja auch nicht teurer ist, als die hier für die "faire" konventionelle Milch genannten Preise. Da tut man dann nicht nur dem Bauern was Gutes, sondern auch sich.

  • 06.05.2010 13:30 Uhr

    von Gutmensch:

    Was für eine Erkenntnis... mit dem Öko-Label wird betrogen.

    Wer hätte das gedacht...zum Glück steht es in der TAZ.

  • 06.05.2010 12:09 Uhr

    von Lars Hollerbach / PETA Deutschland e.V.:

    Wer denkt an die Kühe?
    Aus Sicht der Kühe gibt es keine „faire Milch“. Denn die gesamte Milchindustrie ist ein krankes System, das auf der gnadenlosen Ausbeutung von Kühen basiert und demnach keine Zukunft haben kann. Eine gesunde und zukunftsweisende Landwirtschaft baut auf pflanzliche Milch-Alternativen: Hafermilch, Reismilch, Mandelmilch, Sojamilch. Hier sollte eine von den Agrarministern geforderte Hilfe der EU ansetzen: Förderung von Umstellungsbetrieben auf vegane Produktion. Die enorme Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen kann man heute in jedem Supermarktregal sehen.
    Alle reden von der Milch, kaum einer denkt an das Recht der Kühe auf unversehrtes Leben. Wie es auf Milchviehbetrieben zu gehen kann, beweist die neueste Undercover-Enthüllung von PETA USA über einen der größten Milchproduzenten der USA, der ebenfalls im globalisierten Milchmarktgeschäft mitmischt. Der Konsument hat die Macht, sich gegen die von langer Lobby-Hand gepuschte Nachfrage an Milchprodukten zu wehren. Keiner würde sein Haustier derart grausam ausbeuten, wie wir es gedankenlos bei den Kühen tun. Mitgefühl, Verantwortung und persönliche Entscheidung sind gefragt!
    Lars Hollerbach / PETA Deutschland e.V.

  • 06.05.2010 11:43 Uhr

    von Zensor:

    Warum gehen eigentlich bei der Taz so viele Kommentare verloren? Passiert das nur mir? Bin ich jetzt auf der Zensurliste? Irgendwie nicht schön.

  • 06.05.2010 09:23 Uhr

    von Max Frisch:

    Sind denn die Bauern fair? Ich wohne auf dem Land und weiß wie es da zugeht. 90% der Kühe stehen 24/7 angebunden auf demselben Fleck, mit künstlichem Licht, von vorn das Futter und von hinten die Melkmaschine. Wir bekommen dann die Stresshormone, Folgen des Licht- und Bewegungsmangels usw. über die Milch ab. Und das betrifft nicht nur Großbetriebe, auch die Kleinbauern machen das so, schließlich hat man ja über Jahrzehnte optimiert und rationalisiert. 1 Bauer, ab und zu seine Frau und viele lärmende und stinkende Maschinen bewirtschften heute Dutzende von Kühen.

    Da vergehts mir mit "fair". Für mich gilt nur "Bio", wenigstens EU-Bio-Siegel, dann gelten wenigstens Mindeststandards für das Halten der Tiere.

    Milchprodukte von oben beschriebenen Kühen möchte ich nicht haben, auch wenn sie frisch zentrifugiert sind.

    Man kann auch hier mal lesen: http://www.milchlos.de/milos_0600.htm

  • 06.05.2010 08:05 Uhr

    von Georg Keckl:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    dieser Kommentar ist ein gutes Beispiel für eine von der Ideologie bestimmte Sichtweise auf die Dinge. Sie können in dem Artikel die Lidl – Milch eins zu eins durch die „Faire Milch“ des BDM ersetzen, das läuft kaufmännisch für die Bauern nicht anders und es kommt ungefähr das gleiche Milchgeld für die Bauern heraus. Auch die Faire Milch kostet 89 (1,8%) und 99 Cents/l, rund 40 Cents mehr als No-Name Milch. Die Bauern bekamen dafür im März rund 14 Cents mehr als die südbayerischen Molkereien im Schnitt auszahlten (siehe to-agrar Milchpreisbarometer für Bayern). Die Lidl-Bauern bekamen 15 Cents mehr für ihre „Normal-Milch, wie Sie melden. Auch die teilnehmenden Milchbauern bei der „Fairen Milch“ bekommen nur anteilig 40 Cents pro kg Rohmilch – eben für den Anteil, der als Faire Milch verkauft werden kann. Das wird zwar anders kommuniziert, ist aber so. Nehmen Sie die ideologische Brille ab und kucken sie auf die Zahlen, nicht auf die manipulativen Versprechen. Für die Mehrzahl ihrer Milch bekommen die Lieferanten der Fairen Milch einen Preis, der am italienischen Spotmilchmarkt ausgerichtet ist. Der Großteil der Milch der Bauern, die bei der „Fairen Milch“ mitmachen, wird nach Italien gefahren. Nun zu meinem Vorwurf: Würde Sie je die „Faire Milch“ so kritisieren wie hier die „Heimatmilch“ von Lidl? Auch die MVS nimmt zusätzlich Milchbauern auf, aktuell welche aus dem Vogelsberg, obwohl sie erst bei 30% Absatzvolumen ihrer eingesammelten Milch für die Faire Milch ist. Wenn Sie Lidl kritisieren, kritisieren Sie auch die Lidl-Kunden. Wollen Sie den Leuten vorschreiben, wo und was sie einkaufen wollen? Die Kritik an Lidl ist scheinheilig und die, die Lidl am meisten kritisieren, würden mit Handkuss bei Lidl verkaufen, wenn Lidl sie nehmen würde.

    Grüße aus Hannover: Georg Keckl

  • 06.05.2010 03:03 Uhr

    von Hannes:

    Von Fairnes lässt sich angesichts der immensen Subventionen in der Landwirtschaft ohnehin nicht reden. Mich wundert vielmehr, daß dem 1998 gegründete Bundesverband Deutscher Milchviehhalter kein besserer Name inklusive Abkürzung eingefallen ist.

  • 05.05.2010 22:55 Uhr

    von Huabasepp:

    Das Spiel geht jetzt schon seit 30, 40 Jahren so, warum soll das plötzlich anders sein?
    Die Bauern werden leider nicht klüger. Immerhin sind sie durch den Bauernverband vertreten, aber der verrät die Kleinen und sorgt nur für die Großen, und das auch schon seit Ewigkeiten. Die Subventionsveröffentlichungen sind ja neu.

    Früher haben die konventionellen über die Biobauern gelästert, aber seit klar ist, wie gut die Ökis ihre eigenen Strukturen aufgebaut haben, ist das anders.
    Jetzt geht es den Ökobauern genauso wie den konventionellen: Sie müssen gegen geballte Marktmacht kämpfen.
    Ich finde, die Kleinbauern sollten sich endlich mit den Biobauern zusammentun.

  • 05.05.2010 20:45 Uhr

    von lidl ist toll:

    Warum ist am 1 Mai nicht mal EIN Lidl in die Luft geflogen...?? stattdessen haben ne Handvoll brauner vollidioten ein ganzes Volk lahm gelegt...
    hätte ich nur ein bischen mehr schneid mal selber den Stein in die Hand zu nehmen, würde ich beim i-Punkt vom Lidl Schriftzug, durch die scheibe ins Kühlregal werfen...

    Prost!

  • 05.05.2010 16:29 Uhr

    von avelon:

    Wer kann auch als VerbraucherIn anderes erwarten?

    Wir wissen doch inzwischen hoffentlich alle, daß der Besch*** am Volk und produktiven Bauern und Landwirten Gang und Gebe ist.

    Schade, daß wir nicht alle auf dem Lande leben duerfen, dort, wo es noch frisch zentrifugierte Milch vom Nachbarn zu haben ist.

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