Der schwäbische Buchhändler Jürgen Hees hat es geschafft, junge Männer zu Lese-Stammkunden zu machen - mit einer Bücherecke nur für Jungs.von Sarah Wildeisen
Zu Punkt A: Es gibt da schöne Stadt und Stadtteilbibliotheken, die dafür Sorge tragen das die jungen Leser auch was zu lesen haben. Zumindest wenn sie ordentlich von der Stadt unterstützt werden (Was bei Bibliotheken leider selten der fall ist.)
Zu Punkt B und C: Warum sollte der vorgestellte Herr, jungen Damen den Zugriff verwehren oder die jungen Herren als Looser abstempeln wenn sie etwas Anderes lesen wollen? Ich schätze mal der Herr ist ein Buchhändler der alten Schule, der versucht seinen Kunden die Bücher zu verkaufen, die sie mögen, damit sie auch wiederkommen und neue Bücher kaufen.
03.06.2009 12:58 Uhr
von Peter Reisig:
Herr Hees macht das genau richtig: erst mal zum Lesen führen, egal mit was. Wer erst einmal in Welten abgetaucht war sucht nach neuen Welten. Nicht jeder muss Thomas Mann lesen oder sich von Umberto Eco verzaubern lassen. Auch krude Fantasyromane und Sci Fi erweitern Wortschatz und Phantasie. Der literarische Eskapismus ist dem rauschindizierten Eskapismus immer vorzuziehen.
03.06.2009 08:44 Uhr
von kreetrapper:
Er merkte, dass einige davon auf Fantasyromanen wie "Warhammer" oder "World of Warcraft" basieren.
Mööp! Falsch. Weder das eine noch das andere "basieren" auf Fantasyromanen. Es gibt nur eben auch Romane, die in derselben Welt spielen. Nächstes mal vielleicht doch einmal kurz bei Wikipedia vorbeischauen bevor man so was schreibt.
03.06.2009 08:03 Uhr
von Neutrum Les:
also, mir kommen da einige fragen, wenn dieser engagierte buchhändler - wohl nicht ganz zu unrecht - als großer held hingestellt wird. a) was passiert mit kindern, die kein geld haben, sich bücher zu kaufen? sind nicht gerade jene die "leseschwachen"??? b) haben mädchen, die die typisch männliche "schlag-mich-tot" litertaur bevorzugen auch zugang zum jungs-regal? c) sind die jungs, die dann doch lieber was über den pony-hof lesen wollen die loser und zukünftigen schwuchteln??
mein resümee: wenn weiter so in den geschlechter-klischeekisten gewühlt wird, dann werden kinder, egal ob jungen oder mädchen, immer nur das lesen, wovon sie denken, dass es von peers und erwachsenen akzeptiert wird. wenn überhaupt...
03.06.2009 07:26 Uhr
von Christine von Zedlitz:
Respekt, Respekt! Wunderbar, was Herr Hees da geleistet hat, einfach super Klasse und sehr inspirierend. Danke!!!
02.06.2009 23:20 Uhr
von Ich heiße anders als Sie:
Herr Hees ist eine Person, die in der Lage ist, sich in seine Kunden hineinzuversetzen, Google ist eine Software, die nichts macht als das, was man ihr sagt.
Es ist ein bisschen schwierig zu finden, wenn man nicht weißt, wonach man sucht.
02.06.2009 22:20 Uhr
von Frederic V:
Gerade die Romane aus den düsteren, apokalyptischen Welten von Warhammer (Fantasy) und Warhammer40k (Science Fiction) lassen mit ihrer teilweise schonungslosen Darstellung der durchtriebenen Charaktere ihrer Protagonisten den vor Platitüden nur so strotzenden Herrn der Ringe mittlerweile oft weit hinter sich.
Hier sind insbesondere die Trilogien um die Inquisitoren Ciaphas Cain und Gregor Eisenhorn hervorzuheben (auch wenn es sich dabei natürlich nicht um Weltliteratur handelt).
02.06.2009 21:10 Uhr
von Hendrik:
"Hees entdeckte, welche Computerspiele gerade schwer angesagt waren. Er merkte, dass einige davon auf Fantasyromanen wie "Warhammer" oder "World of Warcraft" basieren."
Vielleicht sollte man sich erstmal recherchieren bevor man so etwas schreibt... Warhammer war zuerst ein TableTop-Game, während World of Warcraft seine Anfänge in dem Computerspiel Warcraft - Orcs & Humans hatte. Zu beidem gibt es zwar auch Romane (z.T. durchaus von nicht völlig unbekannten Autoren), aber die basieren eben auf den Spielen, nicht andersherum.
02.06.2009 20:23 Uhr
von Michi Hartmann:
Ich habe als Kind gelesen wie blöde und zwar alles, von Abenteuerbüchern in der Sahara über Pfadfinderromane, Sachbücher über Motorrader und Hauswirtschaft, Märchen, Gedichte, den kompletten Karl May bis zu Enid Blyton und Hanni und Nanni (ernsthaft!). Wenn ich alle diese Bücher besitzen würde, bräuchte ich eine alte Kaserne voll mit Regalen oder so. Der Grund war schlicht und einfach, dass ich neugierig auf die Welt(en) war und auf die Menschen, die auf/in ihr leben. Vielleicht könnte Mr. Männlicher Leser sich ja auch mal für die Welt der Frauen interessieren? Sind die so langweilig und doof, dass man Bücher mit weiblichen Protagonisten nicht erträgt als Mann ;-)? Abgesehen davon kaufe ich Ihnen das nicht ab, dass die Buchhandlungen nur noch aus "Frauenliteratur" bestehen... ich finde da jedenfalls auch anderes. Und sei es John Grisham mit seinen Anwaltsromanen, Philipp Kerr mit seinen Nazizeitkrimis, Reiseberichte gibt es doch auch en masse und in meiner lokalen Bücherei kann ich mich auch mit Büchern mit nichtweiblichen Themen zuschmeissen lassen ... ich lese im übrigen immer noch beides, Weiblein und Männlein. Trägt sehr zur allgemeinen Verständigung bei! Ich glaube eher, dass das Lesen heutzutage mehr auf die als weiblich gesehene Seite des Verhaltens gerutscht ist, da es Mädchen einfach leichter fällt, still zu sitzen und sich auf etwas zu konzentrieren. In heutigen Zeiten von hyperaktiven Kindern, die sich alle nicht mehr ausagieren können, haben die da klar einen Vorteil und die Jungs gucken in die Röhre. Also fällt ihnen das Lesen sowieso schwerer und je "weiblicher" das Image des Lesens wird, desto weniger werden Jungs sich damit abgeben wollen, genauso wie Mädchen Mädchensachen machen wollen und sich von Jungsaktivitäten abgrenzen. Was das Entdecken grade der äusseren, der Abenteuerwelt ist, so werden die Kinder doch so zugeballert, dass sie vielleicht gar nicht mehr so neugierig sind. Da Mädchen/Frauen vielleicht auch mehr Interesse für die Innenwelten haben, fällt ihnen dann das Lesen auch noch mal leichter. Von daher gesehen ist es wahrscheinlich die perfekte Art, Jungs zum Lesen zu bekommen, wenn man ihnen etwas bietet, auf dass sie in heutigen Zeiten noch neugierig sein können. Also, her mit mehr Jungsecken!!! Superkonzept!!! Der Unterschied zu google, der ist wohl auch, dass jemand sich da für die Kinder interessiert und nicht in erster Linie dafür, Kohle zu machen... Was ich schade finde, ist das Lesen immer mehr zur Unterhaltung geworden ist und nicht mehr zum Verständnis, zum Erfragen, zum Entdecken, zur Auseinandersetzung mit anderen und geistigen Welten usw. So gibt es dann die Männerunterhaltung und die Frauenunterhaltung und der Graben zwischen uns wird noch tiefer. Das finde ich eher schade. Also, Männer lest Frauenbücher und Frauen lest Männerbücher und findet den Sinn des Lesens wieder! Literatur wird in ihrer höchsten Form (z.B. Inger Christensen, Celan usw.) doch sowieso geschlechtsneutral.
02.06.2009 16:31 Uhr
von Männlicher Leser:
Oh Gott - Endlich!! War das denn soo schwer?? Mir geht das sogar als Mann mit 33 Jahren so. Was gibts denn im Buchladen? 1.000 Historische Romane mit weiblichen Protagonistinnen die in "Die Päpstin" gipfeln, eine große Ecke "Frauenliteratur". Der Rest besteht aus Schmonzetten für "Weiber" ;-) und dann noch etwas Hochgeistiges. Uns Männern werden nur Krimis, Fantasy und Sachbücher angeboten. Action? Berichte von Soldaten in Irak usw., Abenteuer? Romane aus den Büros der globalen Firmenwelten? Nix und Nada. Sowas können auch die Händler nicht empfehlen, denn inzwischen gibts ja nur noch Buchhändler/innen die dafür null Interesse haben. Kein Wunder lesen immer weniger Männer. Uns wird nichts angeboten. Als Zielgruppe sind wir aufgegebn worden. Immer nur der selbe Schmu. Sehr Schade.
02.06.2009 15:27 Uhr
von Ihr Name ist mein Name:
Wer erklaert mir jetzt den Unterschied zwischen dem Herrn Hees und dem Riesen google.com?
Leserkommentare
04.06.2009 09:47 Uhr
von G.M.P.:
@ Neutrum Les
Zu Punkt A:
Es gibt da schöne Stadt und Stadtteilbibliotheken, die dafür Sorge tragen das die jungen Leser auch was zu lesen haben.
Zumindest wenn sie ordentlich von der Stadt unterstützt werden (Was bei Bibliotheken leider selten der fall ist.)
Zu Punkt B und C:
Warum sollte der vorgestellte Herr, jungen Damen den Zugriff verwehren oder die jungen Herren als Looser abstempeln wenn sie etwas Anderes lesen wollen?
Ich schätze mal der Herr ist ein Buchhändler der alten Schule, der versucht seinen Kunden die Bücher zu verkaufen, die sie mögen, damit sie auch wiederkommen und neue Bücher kaufen.
03.06.2009 12:58 Uhr
von Peter Reisig:
Herr Hees macht das genau richtig: erst mal zum Lesen führen, egal mit was. Wer erst einmal in Welten abgetaucht war sucht nach neuen Welten. Nicht jeder muss Thomas Mann lesen oder sich von Umberto Eco verzaubern lassen. Auch krude Fantasyromane und Sci Fi erweitern Wortschatz und Phantasie. Der literarische Eskapismus ist dem rauschindizierten Eskapismus immer vorzuziehen.
03.06.2009 08:44 Uhr
von kreetrapper:
Er merkte, dass einige davon auf Fantasyromanen wie "Warhammer" oder "World of Warcraft" basieren.
Mööp! Falsch. Weder das eine noch das andere "basieren" auf Fantasyromanen. Es gibt nur eben auch Romane, die in derselben Welt spielen. Nächstes mal vielleicht doch einmal kurz bei Wikipedia vorbeischauen bevor man so was schreibt.
03.06.2009 08:03 Uhr
von Neutrum Les:
also, mir kommen da einige fragen, wenn dieser engagierte buchhändler - wohl nicht ganz zu unrecht - als großer held hingestellt wird.
a) was passiert mit kindern, die kein geld haben, sich bücher zu kaufen? sind nicht gerade jene die "leseschwachen"???
b) haben mädchen, die die typisch männliche "schlag-mich-tot" litertaur bevorzugen auch zugang zum jungs-regal?
c) sind die jungs, die dann doch lieber was über den pony-hof lesen wollen die loser und zukünftigen schwuchteln??
mein resümee: wenn weiter so in den geschlechter-klischeekisten gewühlt wird, dann werden kinder, egal ob jungen oder mädchen, immer nur das lesen, wovon sie denken, dass es von peers und erwachsenen akzeptiert wird. wenn überhaupt...
03.06.2009 07:26 Uhr
von Christine von Zedlitz:
Respekt, Respekt! Wunderbar, was Herr Hees da geleistet hat, einfach super Klasse und sehr inspirierend.
Danke!!!
02.06.2009 23:20 Uhr
von Ich heiße anders als Sie:
Herr Hees ist eine Person, die in der Lage ist, sich in seine Kunden hineinzuversetzen, Google ist eine Software, die nichts macht als das, was man ihr sagt.
Es ist ein bisschen schwierig zu finden, wenn man nicht weißt, wonach man sucht.
02.06.2009 22:20 Uhr
von Frederic V:
Gerade die Romane aus den düsteren, apokalyptischen Welten von Warhammer (Fantasy) und Warhammer40k (Science Fiction) lassen mit ihrer teilweise schonungslosen Darstellung der durchtriebenen Charaktere ihrer Protagonisten den vor Platitüden nur so strotzenden Herrn der Ringe mittlerweile oft weit hinter sich.
Hier sind insbesondere die Trilogien um die Inquisitoren Ciaphas Cain und Gregor Eisenhorn hervorzuheben (auch wenn es sich dabei natürlich nicht um Weltliteratur handelt).
02.06.2009 21:10 Uhr
von Hendrik:
"Hees entdeckte, welche Computerspiele gerade schwer angesagt waren. Er merkte, dass einige davon auf Fantasyromanen wie "Warhammer" oder "World of Warcraft" basieren."
Vielleicht sollte man sich erstmal recherchieren bevor man so etwas schreibt... Warhammer war zuerst ein TableTop-Game, während World of Warcraft seine Anfänge in dem Computerspiel Warcraft - Orcs & Humans hatte. Zu beidem gibt es zwar auch Romane (z.T. durchaus von nicht völlig unbekannten Autoren), aber die basieren eben auf den Spielen, nicht andersherum.
02.06.2009 20:23 Uhr
von Michi Hartmann:
Ich habe als Kind gelesen wie blöde und zwar alles, von Abenteuerbüchern in der Sahara über Pfadfinderromane, Sachbücher über Motorrader und Hauswirtschaft, Märchen, Gedichte, den kompletten Karl May bis zu Enid Blyton und Hanni und Nanni (ernsthaft!). Wenn ich alle diese Bücher besitzen würde, bräuchte ich eine alte Kaserne voll mit Regalen oder so. Der Grund war schlicht und einfach, dass ich neugierig auf die Welt(en) war und auf die Menschen, die auf/in ihr leben. Vielleicht könnte Mr. Männlicher Leser sich ja auch mal für die Welt der Frauen interessieren? Sind die so langweilig und doof, dass man Bücher mit weiblichen Protagonisten nicht erträgt als Mann ;-)? Abgesehen davon kaufe ich Ihnen das nicht ab, dass die Buchhandlungen nur noch aus "Frauenliteratur" bestehen... ich finde da jedenfalls auch anderes. Und sei es John Grisham mit seinen Anwaltsromanen, Philipp Kerr mit seinen Nazizeitkrimis, Reiseberichte gibt es doch auch en masse und in meiner lokalen Bücherei kann ich mich auch mit Büchern mit nichtweiblichen Themen zuschmeissen lassen ... ich lese im übrigen immer noch beides, Weiblein und Männlein. Trägt sehr zur allgemeinen Verständigung bei!
Ich glaube eher, dass das Lesen heutzutage mehr auf die als weiblich gesehene Seite des Verhaltens gerutscht ist, da es Mädchen einfach leichter fällt, still zu sitzen und sich auf etwas zu konzentrieren. In heutigen Zeiten von hyperaktiven Kindern, die sich alle nicht mehr ausagieren können, haben die da klar einen Vorteil und die Jungs gucken in die Röhre. Also fällt ihnen das Lesen sowieso schwerer und je "weiblicher" das Image des Lesens wird, desto weniger werden Jungs sich damit abgeben wollen, genauso wie Mädchen Mädchensachen machen wollen und sich von Jungsaktivitäten abgrenzen. Was das Entdecken grade der äusseren, der Abenteuerwelt ist, so werden die Kinder doch so zugeballert, dass sie vielleicht gar nicht mehr so neugierig sind. Da Mädchen/Frauen vielleicht auch mehr Interesse für die Innenwelten haben, fällt ihnen dann das Lesen auch noch mal leichter. Von daher gesehen ist es wahrscheinlich die perfekte Art, Jungs zum Lesen zu bekommen, wenn man ihnen etwas bietet, auf dass sie in heutigen Zeiten noch neugierig sein können. Also, her mit mehr Jungsecken!!! Superkonzept!!! Der Unterschied zu google, der ist wohl auch, dass jemand sich da für die Kinder interessiert und nicht in erster Linie dafür, Kohle zu machen...
Was ich schade finde, ist das Lesen immer mehr zur Unterhaltung geworden ist und nicht mehr zum Verständnis, zum Erfragen, zum Entdecken, zur Auseinandersetzung mit anderen und geistigen Welten usw. So gibt es dann die Männerunterhaltung und die Frauenunterhaltung und der Graben zwischen uns wird noch tiefer. Das finde ich eher schade. Also, Männer lest Frauenbücher und Frauen lest Männerbücher und findet den Sinn des Lesens wieder! Literatur wird in ihrer höchsten Form (z.B. Inger Christensen, Celan usw.) doch sowieso geschlechtsneutral.
02.06.2009 16:31 Uhr
von Männlicher Leser:
Oh Gott - Endlich!! War das denn soo schwer??
Mir geht das sogar als Mann mit 33 Jahren so. Was gibts denn im Buchladen? 1.000 Historische Romane mit weiblichen Protagonistinnen die in "Die Päpstin" gipfeln, eine große Ecke "Frauenliteratur". Der Rest besteht aus Schmonzetten für "Weiber" ;-) und dann noch etwas Hochgeistiges. Uns Männern werden nur Krimis, Fantasy und Sachbücher angeboten. Action? Berichte von Soldaten in Irak usw., Abenteuer? Romane aus den Büros der globalen Firmenwelten? Nix und Nada. Sowas können auch die Händler nicht empfehlen, denn inzwischen gibts ja nur noch Buchhändler/innen die dafür null Interesse haben. Kein Wunder lesen immer weniger Männer. Uns wird nichts angeboten. Als Zielgruppe sind wir aufgegebn worden. Immer nur der selbe Schmu. Sehr Schade.
02.06.2009 15:27 Uhr
von Ihr Name ist mein Name:
Wer erklaert mir jetzt den Unterschied zwischen dem Herrn Hees und dem Riesen google.com?