• 01.07.2010

Leistungsschutz-Forderungen der Verlage

"Nie dagewesene Rechtsverwirrung"

Die Großverlage wollen ein Leistungsschutzrecht etablieren, um online Geld zu verdienen. Urheberrechtsexperte Till Kreutzer warnt vor schweren Nebenwirkungen für Meinungsfreiheit und Urheberrecht.von Ben Schwan

  • 02.07.2010 18:58 Uhr

    von Ich bin auch arm ...:

    ... kann der Staat nicht was machen, dass ich von Google Geld kriege? Danke im Voraus!

  • 02.07.2010 15:23 Uhr

    von hape:

    "Ein solches Recht aufgrund von unbelegten Behauptungen zu schaffen, wäre ein fataler Fehler."

    Das ist naiv. Im Medienbereich ist es üblich gesetzliche Regelungen selbst entgegen von Belegen zu schaffen, siehe Ausweitung der Rundfunkgebühr auf Computer und demnächst auf alle Haushalte und betriebe.

  • 02.07.2010 14:10 Uhr

    von jwo:

    Das Ganze ist doch von Seiten der Verlage ein einziger, nicht mal ansatzweise ausgegorener Brei. Die einzige klare Aussage: Wir sind zu blöd für ein Geschäftsmodell im Web und wollen Eure Kohle trotzdem - notfalls über eine Art GEZ.

    Der ganze Schwachsinn fängt doch schon mal mit der Frage an: Was ist ein Verlag? Gerade im Internet publizieren ja nicht nur Proleten, sondern auch reichlichst qualitativ hochwertige Anbieter. Nicht hinter jedem Online-Magazin, das monatlich seine 400.000 Besucher hat und dessen Mitarbeiter von dem leben müssen, was sie dort (er)arbeiten, steht auch ein Verlag alter Güte.

    Wenn dort jemand einen Artikel schreibt gibt es aus dem LSR keinen Cent (weil: kein klassischer Verlag?). Wenn der exakt gleiche Artikel in Mehrfachverwertung bei Welt, Süddeutsche & Co. online steht, dann gibt es was?

    Schon an dieser Grundfrage wird der Schwachsinn zumindest auf gesetzlicher Ebene scheitern. Spätestens, wenn die ersten "Nicht-Verlags"-Autoren sich ihr Geld vor dem Verfassungsgericht erstreiten.

  • 02.07.2010 10:32 Uhr

    von vantast:

    Snippets können nur ein erster Anfang sein. Weitergehend müßte man überlegen, die Benutzung der Buchstaben im Alphabet bezahlbar zu machen, der Vielschreiber zahlt mehr als der Leser, der sie nur passiv benutzt. Vielleicht sollte man noch weiter gehen und das Lesen der eigenen, mit Werbung verfeinerten, Produkte belohnen. Man sollte auch nicht vergessen, Zitate von Klassikern bezahlbar zu machen, das Modell hierfür fällt mir nur noch nicht ein.

  • 02.07.2010 07:34 Uhr

    von arribert:

    am HTML-Code wollen sie es also festmachen...
    Na dann liefert halt Google Text in XML und ein Stylesheet (eine Datei, die dem Browser sagt, wie er den XML-Code darstellen soll), für den Browser gibt es dann ein Plugin, dass das ganze korrekt darstellt und schon ist das alles kein Problem mehr und hat auch einen schönen einheitlichen Look.

    Ich kann mir schon denken, was die mit "HTML-Code" meinen. Wenn innerhalb des Codes ein Zitat verwendet wird, soll das automatisch abgerechnet werden. Dies könnte man z.B. problemlos über meta-tags (für den Endnutzer nicht sichtbare Angaben, die im Kopf einer HTML-Datei stehen) regeln. Dort wird unter "author" einfach eine Nummer für den Kassierenden eingerichtet und wer den Artikel anklickt ermöglicht eine Einzahlung.

    Aber das ganze klingt für mich stark nach, unser Zug ist irgendwie abgefahren und wir haben es nicht gemerkt, obwohl wir auf dem Bahnsteig standen. Vielleicht sollten sie einfach mal ihre Kollegen von der Musikindustrie fragen, wie man mit dem Internet Geld macht. Die haben es jetzt auch geschafft, nachdem die Kundengängelung weitestgehend abgeschafft wurde. Die Filmindustrie hat eine Studie vorliegen in der klipp und klar steht, das im Kino abgefilmte Filme aufgrund ihrer mittelmäßigen bis miserablen Bildqualität von so gut wie niemandem fertig geschaut werden, die Leute machen das nach 5 Minuten aus und gehen ins Kino. Die hatten letztes Jahr 10% mehr Zuschauer.

  • 01.07.2010 22:00 Uhr

    von Major D. Saster:

    Der Flattr-Button zeigt doch schon die naheliegendste Lösung der Problematik.
    Sobald diese über die Beta-phase hinaus ist werde auch ich mit Sicherheit darauf zurückgreifen (eine Aufforderung zur Einladung habe ich schon versandt).

  • 01.07.2010 13:48 Uhr

    von holger:

    in den wirtschafteilen brutalstmögliche sparmaßnahmen fordern und auch noch die blödesten marktradikalen parolen propagieren, aber wenn es darum geht selbst wettbewerbsfähig und eigenverantwortlich zu sein, dann rufen di "qualitäts-"medien nach staatlicher unterstützung.
    einfach nur erbärmlich

  • 01.07.2010 11:59 Uhr

    von holger:

    in den wirtschaftteilen großspurig sparmaßnahmen und brutalen marktradikalismus fordern, aber wenn's um einen selbst geht, wollen sie nichts mehr von der selbst propagierten eigenverantwortlichkeit und wettbewerbsfähigkeit wissen und fordern für sich eine gesetzliche besserstellung ein.
    einfach nur erbärmlich

    sollen die verlage, die medizim, die sie immer anderen verabreichen wollen, doch selbst schlucken

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