• 23.06.2010

Leiharbeit im Alltag

Wo Pausen Luxus sind

Was Leiharbeit für Betroffene bedeutet, berichteten vier Betriebsräte am Dienstag bei einer Veranstaltung der Linkspartei. Diese sieht das Konzept Leiharbeit als gescheitert an.von Katrin Strohmaier

  • 29.06.2010 17:46 Uhr

    von kleiner Arbeitgeber:

    @sinDY: Sorry, aber das ist Blödsinn: Die Zeitarbeitfirma zahlt natürlich Sozialabgaben und stellt diese dann den Leiharbeitgebern in Rechnung. Leiharbeit ist in den meisten Fällen bereits jetzt und trotz geringerer Löhne für den Leiharbeitgeber teurer als reguläre Beschäftigung, da auf den Lohn des Leiharbeitnehmers die Verwaltungskosten, der potentielle Leerlauf des Arbeitnehmers und die Marge der Verleihfirma hinzukommen.

    Leider gibt es den oben beschrieben Missbrauch. Dagegen ist vorzugehen, aber deswegen ist das Prinzip Leiharbeit trotzdem gut.

    Leiharbeit ist vor allem die Folge des ausgeprägten Kündigungsschutzes in Deutschland. Aufträge und Umsätze schwanken nun mal und dem kann nicht mit Entlassungen begegnet werden. Wer Kündigungsschutz will, muss Leiharbeit dulden.

    Ich bin Arbeitgeber, wenngleich auch so klein, dass der Kündigungsschutz nicht greift. Ich würde niemals jemanden einstellen, wenn ich wüsste, dass ich ihn im Zweifel nicht mehr los werde. (Sei es mangels Aufträgen oder Motivation desjenigen)

    Bitte nicht vergessen: Durch die rot-grünen Reformen ist die Arbeitslosigkeit von 5 auf 3 Mio. gesunken (trotz Krise) und wird noch weiter sinken.

    Leiharbeit bietet fast jedem, der wirklich will und nicht gerade multipel vermittlungsgehemmt ist die Möglichkeit, sofort einen Job zu bekommen.

  • 28.06.2010 20:43 Uhr

    von sinDY:

    Zeitarbeit in Deutschland dient nicht der Beschäftigungssicherung, sondern der Gewinnmaximierung der Unternehmen, indem sie keine Sozialabgaben für den LAN abführen müssen.
    So einfach ist das.
    Es gibt keine faieren Zeitarbeitsfirmen.

  • 26.06.2010 12:15 Uhr

    von peter:

    @Klaro

    ein weißes Schaf macht aus einer Herde schwarzer Schafe noch keine wießes Herde.

    Die Verleiher stoßen nur in das Horn Mindestlohn weil die Arbeitnehmerfreizügigkeit 2011 kommt.

    Sie sollten sich mal über das Theater der letzen Tarifverhandlungen, Tarifbindung von fast 100%, informieren. Da merkt man sehr schnell woher der Wind weht und wie sehr den Verleihern ihre Arbeitnehmer am Herzen liegen.


  • 24.06.2010 17:09 Uhr

    von Klaro:

    Schade, daß von solchen Publizisten immer nur die negativen Beispiele aufgezeigt werden. Die Arbeitnehmerüberlassung dient nicht zuletzt der Beschäftigungssicherung in Deutschland. Die meisten Personaldienstleistungsunternehmen setzen sich für gute Arbeitsbedingungen Ihrer Mitarbeiter ein und fordern die Einführung von Mindestlöhnen in der Branche. Wie in allen Branchen, gibt es leider auch in der "Zeitarbeit" schwarze Schafe.
    Es liegt an den Arbeitnehmern der auffälligen Unternehmen sich umzuorientieren und "Gute Arbeitgeber" zu suchen. Wozu staatliche Regulierung führt, haben wir ja in der Vergangenheit gezeigt bekommen.

  • 23.06.2010 13:54 Uhr

    von Lucanus:

    "Leiharbeit ist für eine moderne Industrie notwendig um Spitzen abzudecken...!" - klar doch. Aber wie der Artikel schon richtig darlegt wird sie mißbraucht um Stammbelegschaft abzubauene. Deshalb Daumen hoch für den Vorschlag, Leiharbeit zu verteuern - und zwar vom ersten Tag an minimal die Kosten für Stammbelegschaft (das schließt Nebenkosten wie Sozialabgaben ein). Und damit es teurer wird dann die 10% drauf. Ob die erst ab 3. Monat fällig werden, an den Leiharbeiter oder in Form einer Abgabe an Bund,Länder u/o Gemeinden geht ist dann nebensächlich

  • 23.06.2010 13:16 Uhr

    von FreiburgMarkus:

    Wieso "guter Lohn" erst ab dem dritten Monat? Wenn jeder Leiharbeiter mindestens genauso viel kostet wie ein normaler Mitarbeiter, wenn nicht sogar mehr, dann lohnt das tatsächlich nur noch in Spitzenzeiten. Wenn zum Beispiel gegen Ende eines Auftrags Zeitdruck entsteht und man dann schnell noch mal drei Leute zusätzlich bekommen kann. Das wäre dann immer noch billiger als die Vertragsstrafen....

    Wenn Leiharbeiter einen "guten Lohn" bekämen, wäre aber die Lohndrückerei a la Schlecker endlich vorbei.

  • 23.06.2010 11:24 Uhr

    von BerlinMarcus:

    Leiharbeit ist für eine moderne Industrie notwendig um Spitzen abzudecken...! Man sollte aber für eine guten Lohn sorgen (z.B.Durchschnittslohn der Stammbelegschaft ab den 3 Monat im Betrieb).

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