Landwirtschaft in Niedersachsen
Der Lobbyist der Kleinbauern
Eckehard Niemann setzt sich gegen riesige Hühnermasthallen ein. Die Forderung: Ein Verbot gegen eine Haltung, in der Tiere zu sehr leiden. Eine Freilandhaltung verlangt er nicht. von Johan Kornder
Leserkommentare
09.01.2012 19:51 Uhr
von Pater Brown:
Erst wenn der wackere kompetene und ehrliche Eckehard Niemann die unehrenhafte und fachlich inkompetente Radiomechanikerin (!) Ilse Aigner als Landwirtschaftsminister ersetzt hat, glaube ich, dass sich in Deutschland wirklich etwas bewegt hat. Bis dahin: Heil Dir, oh Du Agrarindustrie-Lobby!
09.01.2012 12:48 Uhr
von Antonietta:
Ein Deutscher isst ungefähr 200 Gramm Fleisch pro Tag. Macht jährlich etwa 80 Kilo Fleisch pro Kopf und rund 6,5 Milliarden Kilo Fleisch für das ganze Land. Eine solche Masse an Fleisch kann man aber nur bereit stellen, wenn man die Tiere in Massen züchtet und im Akkord tötet. Diese Massentierhaltung ist nicht nur furchtbar für die Tiere, sie ist auch schlimm für unsere Umwelt, für das Klima und für die Gerechtigkeit auf der Welt. Es gibt viele gute Gründe, nie mehr Fleisch zu essen. Aber eigentlich reicht schon einer...!
09.01.2012 00:32 Uhr
von wriedel21:
politik ist ein selbstbedienungsladen fuer privilegiere ...
08.01.2012 10:26 Uhr
von Eckehard Niemann, Bauernlobbyist:
Kurze Anmerkung: Natürlich setze ich mich auch für Freilandhaltung ein. Die Begrenzung auf 15.000 Mastplätze ist lediglich die Struktur-Forderung, die im Rahmen der Novellierung des Bundesbaugesetzes derzeit möglich ist (die Zahl ist eigentlich auch noch zu hoch, aber es gibt derzeit keine andere Grenze als diese, dem Bundesimmissionsschutzgesetz entlehnte). Parallel dazu muss über die Novellierung des Tierschutzgesetzes bzw. der Nutztier-Haltungs-Verodnung mehr Platz und Auslauf für die Tiere vorgeschrieben werden. Dies ist nur in mittelständisch-bäuerlichen Strukturen möglichen. Durchaus nicht nur in "kleinbäuerlichen" Betrieben - insofern würde ich mich eher als "Lobbyist der Bauern" sehen. Zusammen mit der Flächenbindung der Tierhaltung (Futterfläche) wirken diese Maßnahmen nicht nur in Richtung von mehr Tier- und Umweltschutz, sondern sie verringern auch drastisch die erzeugten "Mengen" an Tieren und Fleisch - und schaffen damit günstige Bedingungen für Bauern: ein verringertes Angebot führt zu überproportional höheren Erzeugerpreisen, der Abbau von Überschüssen verhindert die Verdrängung von Bauern in den Ländern des Südens durch Dumpingexporte, die Flächenbindung der Erzeugung an den Anbau heimischer Eiweißpflanzen erübrigt den Import von "Gentech-)Soja. Ein Konzept, das man EU-weit durhsetzen kann und muss, z.B. durch die EU-Agrarreform. Der Abbau der EU-Weltmarktexporte, die Brasilien und die USA ein Dorn im Auge sind, erlauben es, bei den Welthandelsgesprächen einen EU-Außenschutz gegen ökosoziale Lieferungen durchzusetzen. Ganz viele Chancen also - man muss sie jetzt nur aktiv nutzen. Zum Beispiel durch das Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken, durch die Kampagne Meine Landwirtschaft (www.meine-landwirtschaft.de)und durch Teilnahme an der Demonstration am 21.1. 11.30 Uhr ab Berliner Hauptbahnhof.
08.01.2012 10:11 Uhr
von Manfred Gerber:
Man sollte bezüglich der Massentierhaltung, nicht die Problematik der resistenten Schmutz- und Fäkalbakterien unerwähnt lassen.
In 70 % der Schweinemastbetrieben, in den meisten Hühnermastbetrieben vermehren sich multiresistente Keime und bedrohen unsere Gesundheit. Forscher fanden MRSA in der Luft in 500 metern Entfernung zu einer Hühnerfarm.
In Gebieten mit einer hohen Dichte von Gülleaerosolen leiden die Menschen aber vor allem Kinder an ungewöhnlich häufigen Augeninfektionen und Infektionskrankheiten der Atemwege.
Wenn wir diese in Zukunft nicht mehr mit Antibiotika behandelt bekommen, hat sich das preiswerte Hähnchen nicht gelohnt.
08.01.2012 09:56 Uhr
von Hauke:
"Ein Verbot gegen eine Haltung, in der Tiere zu sehr leiden"
Bis dahin und nicht weiter. "zu sehr" sagt ja wohl alles, es macht klar was viele wissen, aber die meisten verdrängen: Jedes totgeweite Tier leidet in seinem kurzen Leben in Gefangenschaft. Wenn statt Vögeln oder nicht menschlichen Säugetieren ein Mensch das auszubeutende Objekt wäre, gäbe es einen riesen Aufschrei.