Landesarbeitsgericht urteilt über "Emmely"
Kündigung wegen 1,30 Euro rechtens
Wegen Unterschlagung von zwei Leergutbons wurde Kassiererin Barbara E. fristlos gefeuert. Sie habe das Vertrauen des Arbeitgebers Kaisers missbraucht, so das Gericht.von Uta Eisenhardt
Leserkommentare
17.02.2010 11:11 Uhr
von Michael:
Ja, so ist das in der BRD.
Wenn etwas entdeckt wird, ist dies meist die gesamt Konsequenz.
Auch wenn es sich um knapp 2 Euro handelt.
Wir hingegen wünschen Emmy viel Glück.
Liebe Grüße Emmy
Dein Paarfieber-Team
05.12.2009 00:16 Uhr
von Stefan Kliesch:
Vertrauens verlust, sagt der arbeitgeber. Schadde das emmely nicht bei lidl war. Ich weiss nicht was ihrer firma teibt, aber kamaras um angestellte zu beobachten,was sie tun ob sie zu Lahm sind.
Wir die Arbeiter sollten solche arbeitgeber vor gegricht zerren, wegen vertrauens verlust.
Wenn der Chef überstunden vergisst, verklagen wegen vertrauens verlust.
Lohn kommt zu spät verklagen denn ich vertraue meinen chaf nicht.
Was soll dieser Brainfuck von vertrauen.
Neues recht muss her
25.03.2009 21:53 Uhr
von Peter v. K.:
Hallo. Hab nicht alle Kommentare gelesen, Püha, ist zu viel. Habe selbst an der Kasse gearbeitet und mitbekommen, dass man da oft was mitnimmt, was ein Kunde vergessen hat. Nach ner ausreichenden Wartezeit natürlich. Die dauert länger als zwei Wochen. Danach ist das auch Okay! Weil es keiner vermisst, was da vergessen wurde. Auch ist es im Lebensmittelhandel üblich, dass manche Waren an die Mitarbeiter wenn nicht umsonst, so doch billiger verkauft werden. Wenn das HKD abgelaufen ist z.B. Könnte erzählen. Wenn ein Betrieb so etwas anprangert, dann ist das mit Sicherheit nicht wegen der Sache, sondern wegen der Firmenpolitik. Ich wette, die Dame ist irgendwie anders mit der Konzernleitung aneinander geraten. Dann wieder sind es ja nur immer wieder Menschen und da gibt es so viel Scheiße, dass man reiern möchte... Das Urteil ist aber immer noch ein Beispiel für die Hoffnungslosigkeit im System. Der Mensch zählt nicht. Der muss funktionieren. Was Menschen nicht können. Aber das sieht in den Hochglanzbüros keiner. Da kennt man nur Vorgaben.
02.03.2009 19:36 Uhr
von Dirk:
Anscheinend sieht niemand, dass es hier keinesfalls um 1,30 € geht. Der Betrag ist vollkommen irrelevant und wird von den Medien immer wieder hervorgehoben. Das ist Meinungsmanipulation.
Die Kassiererin hat mehrfach die Aussage abgeändert, nachdem ihr nachgewiesen wurde, dass sie gelogen hat. Nebenbei hat sie auch noch eine Kollegin belastet. Allein das rechtfertigt einen Vertrauensverlust!
Es ist vollkommen egal wie lange sie dort gearbeitet hat. Kein Arbeitgeber der Welt kann ein solches Verhalten tolerieren. Das Urteil ist absolut gerechtfertigt.
Den freigewordenen Job kann man lieber einem Arbeiter bei Opel geben, welcher durch die Wirtschaftskrise seinen Job verloren hat. Das wäre Gerechtigkeit!
27.02.2009 12:04 Uhr
von DerKaisersneueKleider:
Woher will die Richterin eigentlich wissen, dass die sogenannten Pfand-Bons Eigentum von Kaiser sind? Ich schenke niemals meine verlorenen Pfand-Bons einer Firma (wenn überhaupt dann evtl. der Kassiererin). Da der Pfand-Bon nicht Eigentum der Firma ist, kann auch keine Unterschlagung oder Diebstahl zustande kommen. Andererseits scheinen der Einzelhandel Unterschlagungen in Millionenhöhe zu betreiben, oder werden diese Bons bei den zuständigen Fundbüros abgegeben? Bestimmt vom höchsten Interesse für die Staatsanwaltschaft!
Natürlich konnte die Richterin auch aus anderen Gründen nicht anders entscheiden, schliesslich hält sie sauteuere Referate zum Thema: Wie kriege ich meine unliebsamen Beschäftigten los! Und der Job wäre natürlich flöten, wenn das Urteil anders gelautet hätte.
Armes Deutschland, arme Richter! Nicht einmal nach zwei Instanzen kann man gerechte Urteile finden! Hoffentlich sind die Richter einschliesslich ihrer Chefin so fair und geben dem Steuerzahler wenigsten die umsonst ausgegebenen Studiengebühren zurück!
27.02.2009 09:15 Uhr
von Katev:
Es geht nicht nur um Tengelmann, es geht auch um das Rechtssystem. Da haben wir eine Richterin, die vor einem Management-Institut ("Forum") einen Vortrag über Kündigungsrecht hält. Dieses Institut veranstaltet u.a. ein Seminar über das Problem wie man am besten die Leute vor die Tür setzt. Diese Richtern soll da noch als neutral gelten? Sie und ihrer Beisitzer ignorieren die Tatsache, dass der Vorwurf erst an "Emily" gerichtet wird, nachdem die Überwachungsbänder gelöscht wurden und können dann im weiteren so tun als hätte der gesamte Vorgang mit den Streikaktivitäten der Gekündigten nichts zu tun, ARMES KORRUPTES DEUTSCHLAND
27.02.2009 06:45 Uhr
von antihero666:
++++++organisietes Verbrechen erreicht neue Dimensionen++++++++
Oder: Das darf doch nich` war sein, ey!!!!
Diesen Arbeitgeber würde ich 2,60€ vor die Füsse werfen und ihm sagen das die restlichen 1,30 € für die Eigentumsvilla sind. Das ist ein absoluter Witz. Wenn ich wüsste wo die Frau gearbeitet hat würde ich zehn Freunde anrufen und wenn nur zwei davon kommen und das hundert Leute nachmachen, würde ich am nächsten Tag mit 330 Leuten den Laden blockieren, bis die Frau wieder eingestellt werden würde mit öffentlicher Entschuldigung...armes irres Deutschland!
Da drängt sich doch der Verdacht auf, dass man nur nach nem Grund gesucht hat sich von einem langjährigen Mitarbeiter zu trennen um die Kosten einer Abfindung zu umgehen. Wenn jemand offensichtlich in die Kasse greift ist das okay, aber nicht wegen PFANDBONS in Höhe von 1,30€...nicht dass die Frau ihren Job los ist, da wurde Rufmord begangen. Die kriegt doch jetzt niergendwo mehr nen Job!!!
Da gibt es doch tatsächlich Leute, die Millionen an Steuern hinterziehen, soviel muss man erst mal verdienen!!! Und dann sowas...Deutschland schäm Dich!!! Das ist mal mehr als "asozial"...
Nene, dass solche Arbeitgeber noch ruhig schlafen können! Euch möge die Wirtschaftskrise mit all ihrer Härte treffen, Euch und eure Millionen!
27.02.2009 06:18 Uhr
von antihero666:
Diesen Arbeitgeber würde ich 2,60€ vor die Füsse werfen und ihm sagen das die restlichen 1,30 € für die Eigentumsvilla sind. Das ist ein absoluter Witz. Wenn ich wüsste wo die Frau gearbeitet hat würde ich zehn Freunde anrufen und wenn nur zwei davon kommen und das hundert Leute nachmachen, würde ich am nächsten Tag mit 330 Leuten den Laden blockieren, bis die Frau wieder eingestellt werden würde mit öffentlicher Entschuldigung...armes irres Deutschland!
Da drängt sich doch der Verdacht auf, dass man nur nach nem Grund gesucht hat sich von einem langjährigen Mitarbeiter zu trennen um die Kosten einer Abfindung zu umgehen. Wenn jemand offensichtlich in die Kasse greift ist das okay, aber nicht wegen PFANDBONS in Höhe von 1,30€...nicht dass die Frau ihren Job los ist, da wurde Rufmord begangen. Die kriegt doch jetzt niergendwo mehr nen Job!!!
Da gibt es doch tatsächlich Leute, die Millionen an Steuern hinterziehen, soviel muss man erst mal verdienen!!! Und dann sowas...Deutschland schäm Dich!!! Das ist mal mehr als "asozial"...
Ihr seid das Volk tut was!!!!!!!!!!!!! Ich kauf jedenfalls nix mehr bei Kaiser`s auch wenn das den Mitarbeitern die noch "geduldet" werden/denen noch kein "Leergutdiebstahl/-unterschlagung"nachgewiesen werden konnte!!!!!!!!!!!!!!!!!
26.02.2009 23:09 Uhr
von Marcel:
Unabhängig vom Gebahren der Tengelmanns - auch ich würde einen Angestellten in diesem Falle nicht weiter beschäftigen - wenn der Diebstahl aus meinem Unternehmen erwiesen ist. Schade finde ich, dass der zugrunde liegende taz-Artikel der Urteilsbegründung des Gerichts kaum Platz einräumt, das ja einen Diebstahl (und um einen solchen würde es sich handeln) als erwiesen ansieht. Dann wollen wir vom Autor erwarten, dass er mehr Argumente liefert, wenn er ein Fehlurteil zumindest anheimstellt. Hier fehlen entscheidende Informationen, die nicht durch die Tränen der Barbara E. aufzuwiegen sind.
Und noch etwas zu der Wortschöpfung "ihre Existenz wurde vernichtet" - ich möchte das nicht selbst kommentieren, man möge das ruhig lesen und überdenken, ob diese deutliche Metapher in den Zusammenhang passt.
26.02.2009 12:12 Uhr
von Mephane:
So als kleine Info:
Die Richterin Daniele Reber, die das Urteil gesprochen hat, gehört u.a. zum "Forum Institut für Management GmbH", wo auch solche Seminare abgehalten werden:
"Die besten Kündigungsstrategien
So beenden Sie effektiv Arbeitsverhältnisse
* Geeignete Kündigungsgründe identifizieren
* Außerordentliche Kündigung
* Alternativen zur Kündigung
* Prozessvorbereitung
* Vermeidung typischer Fehler
* Wie kündigt man "Unkündbare"?"
Da stellt sich die Frage, wie unparteiisch die Richterin überhaupt ist.
Als Lesetipp hierzu auch folgenden Artikel:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/490/wenn-recht-zu-unrecht-wird
26.02.2009 11:30 Uhr
von Irene:
Gerade habe ich meinen PLUS-Newsletter abbestellt und der Tengelmann-Gruppe mitgeteilt, dass ich in keinem ihrer Häuser mehr einkaufen werde. Mist, ich hätte schreiben sollen, dass mein Vertrauensverhältnis zur Firma gestört ist.
Ich denke, die heftigen Reaktionen auf das Urteil zeigen, dass die Menschen ein feines Gespür für Recht und Unrecht haben. Selbst wenn sie die Bons genommen hätte (und niemand, der eh schon unter Beobachtung steht, wäre so dumm) hätte man Gnade vor Recht ergehen lassen müssen. Eine Abmahnung oder ein ernstes Gespräch hätten völlig ausgereicht.
Jeder Schwerverbrecher kann mildernde Umstände geltend machen und gerade bei so einem Kleinstdelikt wie dem angeblichen Diebstahl ist die Vernichtung der Existenz der Betroffenen vollkommen unangemessen.
Jeder Arbeitnehmer kann wahrscheinlich auch nachfühlen, dass es ihm genauso ergehen könnte.
Denn das Urteil zeigt uns, wie problemlos man missliebige Mitarbeiter loswerden kann, wenn man es darauf anlegt. Zeugen lassen sich in der heutigen Situation immer finden und hups ist das Vertrauensverhältnis gestört und man hat keine Chance mehr.
26.02.2009 10:11 Uhr
von Peter Röder:
Kaiser-Tengelmann wurde nicht bestohlen.
Ein Pfandbon stellt den Gegenwert für das an Kaiser-Tengelmmann zurückgegebene Pfandgut dar.
Den Vermögensschaden erleidet bei einer "Pfandbon-Fundunterschlagung" derjenige welcher den Pfandbon verloren hat, und nicht derjenige, der den Gegenwert des Pfandbons, hier 1,30€, vorher vom Käufer in Form des Getränkepfands kassiert hatte.
Wir werden in Zukunft sicher noch öffters hören, dass das Pfandbon-Urteil zitiert wird.
Eine wahrhaft einfache Art unliebsame Gewerkschafter zu recyclen...
25.02.2009 23:35 Uhr
von martin:
ob sie nun 1,30 geklaut oder nicht sei mal dahin gestellt, auf jedenfall ist diese Art der Verdachtsgündigung schon sehr seltsam, Die Frage ist nur was hat der Frau nun ihre Mitgliedschaft in der Gewerkschaft gebracht? Ausser weniger Geld auf dem Konto.... Menschen die eine Gewerkschaft brauchen, sollten sich nicht wundern wenn sie für nicht ganz voll genommen werden und damit als Angriffsziel für Arbeitgeber und Kollegen werden..
25.02.2009 22:58 Uhr
von Erwin:
Habe gerade ein Mail zu Kaisers-Tengelmann geschickt, dass ich ab sofort nicht mehr bei ihnen einkaufe.
Dieses skandalöse Urteil passt gerade in unsere Zeit: Die Großen lässt man laufen, die Kleinen hängt man.
25.02.2009 22:05 Uhr
von helga:
Hält die Richterin vielleicht Vorträge zu Kündigungen vor Unternehmer-Verbänden?. In Düsseldorf beim Arbeitsgericht ist das möglich.
Wie hoch ist dann das Vertrauen in einen Richter, der solche einer Nebentätigkeit nachgeht. Den Namen der Richterin am Düsseldorfer Arbeitsgericht könnte ich herausfinden. Dauert etwas.
25.02.2009 21:57 Uhr
von K. D.:
Ganz abgesehen davon ,dass die Richter Null Feingefühl bewiesen haben, ist der Geschäftsführer der Firma Kaiser`s völlig fehl am Platz. Der Imageschaden, den er seiner Firma mit dieser Aktion zugefügt hat, beträgt unter Umständen einige Millionen. Solche Leute kassieren 6- oder 7-stellige Jahresgehälter. Ein Analpabet wäre auch hier, wie an vielen andern Managerplätzen, deutlich billiger. Denn die richtigen keinen Schaden in dieser Größenordnung an.
K.D.
25.02.2009 19:55 Uhr
von Peter123:
Es geht nicht um 1,30 €, es geht um die Ehrlichkeit der Mitarbeiter. Da ist auch ein Gewerkschafter nichts Besonderes. Das Urteil geht voll in Ordnung.
25.02.2009 18:20 Uhr
von Peter Schneider:
Da können wir mal wieder sehen, wie es in unserem Lande zugeht. Manager vernichten Milliarden von Summen und kriegen als Dank hunderttausende Euros an Prämien. Aber wenn man einmal den Verdacht hat dass ne Kassiererin 1,30 euro unterschlagen hat, wird sie gefeuert.
25.02.2009 17:23 Uhr
von cheke:
Schön das Kaisers auf der eigenen Webseite mit
der Unterstützung der Berliner Tafel wirbt.
Die Finanzierung läuft über... Pfandbons.
Es klingt wie ein schlechter Witz.
Da wird sich die Frau aber freuen, wenn sie
da demnächst anstehen muss.
25.02.2009 16:55 Uhr
von Angela:
Da verzocken Wirtschaftsbosse MILIARDEN, bekommen Abfindungen, die sie bis ans Ende ihrer Tage nicht ausgeben können, und eine Kassierein, die seit 31 Jahren für (wahrscheinlich für einen Niedrigstlohn) ARBEITET verliert ihren Job wegen angeblicher Unterschlagung von 1,30 Euro.
Was soll einem dazu noch einfallen?
25.02.2009 16:25 Uhr
von A.Moritz:
Hier besteht meiner Ansicht nach (der Bon wurde im Filialbüro aufbewahrt!) durchaus der begründete Verdacht, daß die Filialleitung die Bons bei der Kollegin einlöste, und nachdem die Videoaufzeichnung gelöscht war, drei Tage später behauptete, die mißliebige Kassierein hätte die Bons eingelöst. Einigen Filialleitungen der Tengelmanngruppe traue ich dies (leider)durchaus zu. Mich macht die Tatsache, daß Videoaufzeichnungen im Kassenbereich gemacht und dann nicht verwendet werden außerordentlich mißtrauisch. Allerdings stehe ich auch auf dem Standpunkt, dass bei Diebstahl eine Kündigung zu erfolgen hat. Auch, wenn es nur um einen Cent geht.
25.02.2009 15:42 Uhr
von Bernd Burmeister:
Herzlichen Glückwunsch zum Artikel, hier kann ich zum ersten Mal bundesweit nachvollziehen, was eventuell passiert ist.
Ob Streik oder Diebstahl der Kündigungsgrund war, kann ich nicht beurteilen.
Wenn es sich aber so abgespielt hat, wie vom Arbeitgeber behauptet, hat dieser eine besondere Nachweispflicht! Erstens hat er unverzüglich zu handeln, nicht drei Tage später; und dann hätte man wegen der Wichtigkeit (wie bei Überfällen) die Videoaufzeichnung sichern müssen. Waren die Bons denn nun abgezeichnet; sonst hätten sich die beiden anderen ja auch einer arbeitsrechtlichen Verfehlung schuldig gemacht, sie dürfen die ja denn gar nicht annehmen.
So, wie es sich im Moment für Außenstehende darstellt, reicht das Vorgetragene nicht als Beweis für den Verdacht und das Gericht hätte das würdigen müssen.
25.02.2009 15:17 Uhr
von Walter:
Wer riskiert für so einen geringen Betrag seinen Job?kaum zu glauben jedoch,dass jemand wie diese Mitarbeiterin,die wohl schon unter besonderer Beobachtung ihrer Vorgesetzten steht,sich soetwas traut.Auch der Leserkommentar von Capisto deutet auf einige Ungereimtheiten hin.Das Urteil dieser Richterin sollte einfach in einer höheren Instanz überprüft werden.Es darf nicht zum Regelfall werden,dass Trickser,die Geld und Einfluss im Rücken haben,sich vor den Gerichten durchsetzen.
25.02.2009 12:59 Uhr
von karina:
Ich glaube der Frau. Wer wäre so blöd, wegen so einer Summe seinen Job zu riskieren?
Und Mitarbeitergespräche nach Streiks - ist das denn legal...?
Es ist ungeheuerlich, dass sich Manager und Vorstände das Geld in die Taschen stecken, korrupt sind und dann vielleicht auch noch Boni erhalten!
Wehe dem Manager, der mal einen Kugelschreiber von Arbeit einsteckt! Ist so jemandem schonmal wegen so einer Lapalie gekündigt worden...?!
Also mal ehrlich: Selbst wenn sie es gewesen wäre, wer ist denn zu Schaden gekommen? Welcher Kunde geht 2 Wochen, nachdem er seine Pfandbons verloren hat, noch danach auf die Suche...?
Außerdem: die Frau ist 50 - wer stellt sie jetzt noch ein?
Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ist hier mit Füßen getreten worden!
25.02.2009 12:45 Uhr
von Björn Hens:
Wenn man einmal verinnerlicht hat, um was es in dieser Wirtschaft geht, welche Prioritäten sie hat, und wie sehr das persönliche Eigentum über den Menschenrechten steht, dann verwundert einen das gar nicht mehr. Ich versuche diese Läden seit langem zu meiden. Wichtig ist, dass man erkennt, dass es nicht die Ausnahme ist, sondern die Regel. Daher sollte man sich in Einzelfällen nicht fragen, warum man dort NICHT einkaufen sollte, sondern eher, warum man dort einkaufen sollte. Ein bisschen mehr Misstrauen ins System wäre wünschenswert.
25.02.2009 12:26 Uhr
von wolfsraunen:
Das ganze ist doch ohne jeden Zweifel eine üble Intrige um eine aktive Gewerkschaftlerin loszuwerden, und alle anderen Gewerkschaftler einzuschüchtern. Dass das Gericht dieses üble Spiel mitspielt ist ein weiterer Beweis für die brutale Klassenjustiz in der Bonzenrepublik Deutschland.
Viel hilft es nicht, aber trotzdem muss man, um ein Zeichen zu setzen, zum Boykott der Unternehmensgruppe Kaiser Tengelmann mit ihren Unternehmen Kaiser's Tengelmann, Plus, OBI, KiK und TEDi aufrufen!
25.02.2009 11:40 Uhr
von david:
die maßnahmen der discounter, ihre gewerkschaftlich aktiven mitglieder mit übelsten methoden aus den betrieben zu mobben sind bekannt. dagegen getan wird nichts, auch weil in dieser gesellschaft die armen gezwungen sind aus den näpfen ihresgleichen zu fressen; wer arbeit hat, der soll eben froh sein und das maul halten. das gericht hatte in diesem sinne keine andere logik, als dem zuzustimmen. incompréhensible!!!
25.02.2009 11:10 Uhr
von Gerhard Berlin:
Der Verbraucher hat es in der Hand, auf dieses maßlose Urteil zu reagieren: einfach nicht mehr bei Kaiser´s/Tengelmann kaufen, bis die Frau ihren Job wieder bekommt!
25.02.2009 11:06 Uhr
von Amos:
Die Justiz gehört zum Establishment und dass
trägt das kaputte System mit. Warum sollten sie
gegen sich selbst entscheiden, wenn sie doch von
dem System profitieren. Ihr Gehalt bekommen sie
nicht von der Frau, sondern von dem Kaputten System.
Sollten sie eines Tages von einem "gesunden System"
ihr Geld bekommen, ändert sich auch ihr Gedankengut.
25.02.2009 10:55 Uhr
von rio:
Kaisers – Gier schlägt das Herz...
Das ganze ist ein schlechter Scherz. Ich habe keine Ahnung wo man die Grenze zwischen Diebstahl und Lappalie zieht, aber eine Kündigung nach 30 Jahren wegen 1 Euro 30 geht gar nicht. Wenn nach dem Recht die Sache so eindeutig ist und weder Vernunft noch Ermessensspielraum zulässt, dann ist das Recht an dieser Stelle untauglich und gehört geändert.
Selbst wenn man sich auf die Seltsamkeiten dieses beknackten Vorganges einließe, dann wüsste man immer noch nicht, wer hier eigentlich wen beklauen wollte - Die Dame die Supermarktkette oder die Supermarktkette den Kunden, der die Bons verlor.
Lustig wäre es zu erfahren, wie die Geschichte weiterliefe, wenn sich eben jener Kunde nun doch noch melden und der Kassiererin offiziell vor versammelter Presse und mit Blumenstrauß nachträglich seine Pfandbons schenken würde. Ich würde glatt zu Kaisers gehen und mir ’ne Flasche „Kröver Nacktarsch“ holen.
25.02.2009 10:45 Uhr
von Nadja B.:
Schade, dass es in meiner direkten Nähe keinen Kaiser's gibt, ich würd ihn boykottieren. Wenn ich nächstes Jahr nach Berlin ziehe weiß ich ja schon mal, wo ich nicht einkaufen werde!
(Wo kann man eigentlich noch halbwegs guten Gewissens einkaufen?)
Vorschlag an die taz: Macht dochmal eine Umfrage dazu, was die Deutschen so alles verbotenes bei der Arbeit tun (über den erlaubten Kaffee hinaus trinken, Schreibmaterial für den Eigenbedarf mitnehmen, unerlaubtes telefonieren etc). Ohne das jetzt verharmlosen zu wollen, doch wer verhält sich die ganze Zeit über korrekt?
25.02.2009 10:29 Uhr
von Gerald:
An Peter Mann:
Es war schon eine aussergerichtliche Einigung mit einer großen Summe angeboten worden. Sie hat abgelehnt, weil es ihr wichtiger war, Recht zu bekommen
25.02.2009 10:11 Uhr
von EDV:
Das "System Kapitalismus" hat nicht einen Fehler, es ist krank.
Milliarden hin, Milliarden her, strahlende Gesichter, strahlender Konsum, strahlende Unterhaltung.
Was geht mich schon das Schicksal einzelner Menschen an? Es geht um eine Arbeitskraft. 31 Jahre als Verkäuferin gearbeitet? Egal.
Dieser eine Kündigungsgrund dürfte niemals ausreichend sein, um irgend jemanden fristlos zu entlassen. Da müsste mehr kommen...
25.02.2009 09:55 Uhr
von ergänzer:
Laut anderen Berichterstattungen hat die Gekündigte versucht, den Verdacht wegen der Unterschlagung der Pfandsumme auf Kolleginnen zu lenken. Spätestens DANN ist die Argumentation bezüglich des Vertrauensverlustes völlig plausibel.
25.02.2009 09:23 Uhr
von Sherlock Kaisers:
Als mein Vater in einem süddeutschen Metallbetrieb anfing, wurde er von der IG Metall "geworben": Entweder er wird Mitglied oder sie schmuggeln ihm Wertsachen eines Kollegen in seinen Spind und verpfeifen ihn, dann wird er gefeuert...
Schön, wenn auch mal "engagierte GewerkschafterInnen" (linke QuerulantIn, die auch noch ihre KollegInnen für ihr Fehlverhalten mit reinziehen wollte) mit ihren eigenen Mitteln geschlagen werden.
Ausserdem lehrt die Lebenserfahrung: Allermeistens haben die unehrlichen Mitarbeiter schon sehr viel mehr unterschlagen, bis es auffällt.
Übrigens: Im ersten Prozess wurde ihr eine ordentliche Kündigung angeboten, die hat sie aber abgelehnt, an der fristlosen ist sie also selbst schuld!
In diesem Sinne: Recht so!
25.02.2009 09:23 Uhr
von E. Stopp:
Dieses Urteil passt genau ins deutsche Bild:
Wegen 1,30 € angeblichem unterschlagenem Geld - Verlust des Arbeitsplatzes- Bankmanager verzocken Millionen und werden weder juristsich noch maralisch zur Verantwortung gezogen- IM Namen des Volkes !
Politiker sind nur mit sich selbst, der Lobbyarbeit für Konzerne beschäftigt und mit der Vertuschung der Ursachen der Finanz-und Bankenkrise. Das nennt man dann Demokratie.
Kindergärten werden geschlossen, verlegt, wegen des Lärms ... den unsere Zukunft nun mal macht. Falsche Gesetze und das Gerangel zwischen Bund und Ländern machen es möglich- das nennt man dann Förderalismus.
Herr Mißfelder ( CDU - klar wo sollte er auch sonst herkommen ) wettert über die rauchenden und trinkenden Harz IV Empfänger- die seiner Meinung noch zu viel Geld übrig haben- das nennt man dan Sozialstaat.
Herr Steinbrück, der mit Aufklärung, Bankenkontrolle lieber nichts zu tun haben will, Milliarden -Schulden macht, den Bankmangern nach wie vor Millionen Gehälter genehmigt ( von wqegen 500 000 € Gehalt- für einen Manager einer staatl. gestützten Bank ) will dafür noch gelobt werden- dan- das nennt man dann Konsolidierungspolitik!
Sind die da oben denn alle verrückt geworden?
Diese BUNDESregierung muss weg- diese Abgeordneten müssen abgewählt werden!!
Wer am besten lügen, betrügen kann und kein Gewissen hat - der geht am besten in die Politik , oder wird Bankmager oder Richter?
25.02.2009 08:46 Uhr
von Richard Detzer:
Das Recht ist nicht Recht an sich, sondern tendiert zur Einseitigkeit. Es gibt keine Regeln mehr im Rechtsystem, die richtig sind. Alles hängt ab von Personen, deren Einkommen und wie die Posten besetzt sind. Das muß sich ändern. F.U.C.K. Recht.
25.02.2009 08:42 Uhr
von gerdos:
Die Parole von Linksautonomen: "Die Richter und die Reichen sind immer noch die Gleichen." scheint noch zu stimmen.
25.02.2009 08:19 Uhr
von Spielverderber:
wie kann ein unternehmen einem mitarbeiter in einem sensiblen bereich (kasse) vetrauen, wenn es einen begruendeten Verdacht gibt,dass die angestellte geld unterschlägt/unterschlagen hat (der betrag spielt keine rolle)? die kündigung ist richtig !
25.02.2009 08:10 Uhr
von Frank:
LACH,
machen -manche- Richter so weiter, können die demnächst im Zirkus auftreten.
Welche Strafe müssten nach dem obigen Maßstab die
Verursacher der sogenannten Finanzkrise in Politik
und Wirtschaft erhalten? Ich wage es mir nicht vorzustellen(-:
Aber Halt, das eine ist bedrucktes Papier aka Gesetz, das andere währe Gerechtigkeit.
Grüße
25.02.2009 08:09 Uhr
von faselhans:
Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland, und damit Arbeitgeber der vorsitzenden Richterin, muss ich ihr leider die fristlose Kündigung aussprechen.
Der Berichterstattung zufolge wurden weder die Darstellungen der entlassenen Kassiererin gewürdigt, noch die Begleitumstände beleuchtet, geschweige denn das Abhängigkeitsverhältnis einer Arbeitnehmerin, also eine rechtlich schwächere Position, ausreichend berücksichtigt.
Das Vertrauensverhältnis zur Richterin ist durch das Verhalten selbiger nachhaltig erschüttert, und somit die Basis für eine Weiterbeschäftigung in einer so verantwortungsvollen Tätigkeit nicht mehr gegeben.
Wir wünschen alles gute für den weiteren beruflichen Werdegang.
25.02.2009 06:13 Uhr
von Zuher Jazmati:
Wo ist denn hier bitteschön die Gerechtigkeit? Hier verliert eine 50-jährige Frau ihren Arbeitsplatz wegen lächerlichen 1,30 Euro! Nun kann man gesetzmäßig nicht "im Zweifel für den Angeklagten" sagen, da das ein Arbeitsgericht und kein Strafgericht ist. Aber da wiederholt sich meine Frage wieder: Wo bleibt hier die Gerechtigkeit? Diese lächerliche Begründung, der Vertrauensbruch sei Grund für das Urteil gewesen, ist unverschämt und inakzeptabel! Wieviele Menschen müssten dann bittschön Verlassen werden, wenn wir alle nach dem Kriterium des Vertrauensbruchs gehen?
25.02.2009 00:56 Uhr
von Dagmar:
Ist doch ganz klar, um was es hier geht: Streikwillige sollen gezeigt bekommen, was ihnen blüht, falls sie sich wagen sollten, noch mal von ihrem Recht auf Streik gebrauch zu machen!
Einschüchterung nennt man sowas. Absolut übliche Praxis im Kampf der Arbeitgeber, die Menschen besser ausbeuten zu könnnen.
Und wenn die Richterin nicht, wie fast ausnahmslos alle aus der sogennanten "Oberschicht" auf die "Unterschicht" verächtlich herabblicken würde, sondern versuchen würde, deren Situation nachzuvollziehen, dann hätte sie auch alle anderen Verdachtsmomente gegen Kaisers berücksichtig und dann sähe diese Welt vielleicht auch mal wieder anders aus. Aber daran glaub ja wohl niemand mehr heutzutage.
Solange wir nicht für unsere Rechte kämpfen, wird sich auch nichts ändern!
Übrigens hat die Mitarbeiterin nie zugegeben, es getan zu haben. Nur mal so am Rande.
25.02.2009 00:28 Uhr
von Mira Sympat:
Wenn die Gerichte weiter solche ....Urteile fällen,
könnte das Vertrauen in "unser" Rechtssystem ebenfalls flöten gehen.
Was ich über solche Arbeitnehmerhalter denke,
geschenkt. Währe sozial inkompatibel(-:
Aber was ist von Paragraphen-Strichern zu halten,
die, weil es so geschrieben steht, es könnte auch
die Bibel/der Koran/dieTora sein, einer Frau auf
VERDACHT ihr Leben zertören?
Wer den Ausdruck "Paragraphen-Stricher" für zensurwürdig hält, von mir aus, ist mir egal,
aber bei so etwas lasse ich mir den Mund nicht
verbieten.
Auch nicht von unterirdisch schlechten Komikern in staatstragender? Funktion.
mfg
25.02.2009 00:00 Uhr
von raissa:
im verborgenen gibt es viele supermarkt-mitarbeiter tragödien ich habe davon gehört, weil eine kassiererin zweimal nicht ausfgestanden sei, um sich über die kasse zu lehnen, um zu prüfen, ob der kunde was im korb liegen hatte - sollte sie fliegen. sozusagen unter der zusage dass sie sowas nie wieder machen würde, durfte sie dann gnädigst dort bleiben. unvorstellebar, dass eien kassierein nach jedem Kassiervorgang aufstehen und in den korb glotzen soll. bei kaisers werde ich meien einkäufe reduzieren. aber wo sind kassiererinnen besser dran? im saturn? da krieg ich nix zu essen.
24.02.2009 23:59 Uhr
von vic:
Mich sollte eigentlich nichts mehr überraschen, aber hier fehlen mir fast die Worte. Dieses Land sollte sich schämen.
Totschläger, Gewaltttäter und Betrüger laufen lassen, kleine Leute wegen wirklicher Peanuts das Leben ruinieren.
Es wird in Deutschland noch immer Recht gesprochen "Im Namen des Volkes", wenn ich richtig informiert bin.
Ich bin kein Teil dieses Volkes mehr, das wird mir immer bewusster.
Noch ein Gruß an Kaisers: ich weiß nicht, ob ich je drin war. Aber ab sofort werde ich drauf achten, es zu unterlassen.
24.02.2009 23:28 Uhr
von Simon:
Also ich kenn solche Vorgänge, es wurde schlicht ein Kündigungsgrund gesucht und gefunden, der eigentliche Kündigungsgrund wird der Öffentlichkeit, meiner Meinung nach, nie bekannt werden.
24.02.2009 23:23 Uhr
von Olaf Mueller:
Die einzige direkte, konsequente Reaktion darauf, liebe Konsumenten: Boykottiert Kaisers!
Die Produkte waren eh nicht mehr so toll in letzter Zeit ;)
24.02.2009 23:16 Uhr
von Mading Herrero:
Hier geht es um 1,30 €, in einem anderen Fall bekommt ein verurteilter Arzt trotz Kündigung 2 Mio. Abfindung: Gerechtigkeit? Geringfügigkeit? Angemessenheit? Verhältnismäßigkeit??
Ginge es um zerstörtes Vertrauensverhältnis: Die Straßen wären voll von arbeitslosen Bankern, Managern, Politikern, Priestern etc. Hier und in vielen ähnlichen Fällen geht es um Einschüchterung, Machtverhältnisse usw.
Wenn die Manager und Eigentümer der Kaisers und Lidls und wie sie alle heißen, Insolvenz anmelden, weil sie trotz erbärmlichen Löhnen ihren eigenen Hals nicht voll genug bekommen haben, dann können wir als Steuerzahler ja einspringen: Im Gegenzug verlangen wir aber ein bisschen Mitbestimmung (wie bei Schaeffler) und eine neue Chance für Frau E....
In was für einem Land leben wir -- in was für einem Land möchten wir leben?
Nebenbei: Ein merkwürdig unkritischer Artikel in der TAZ.
24.02.2009 22:59 Uhr
von kayseri1:
Rechtsprechung war nie eine Instanz der Güte, sondern diente zuallerst der Herrschafts- und Systemkontrolle, ob in sogenannten Demokratien oder autoritäreren Staaten. Eine Klassenjustiz sorgt nicht für die Schwächung oder Degradierung ihrer herrschenden Klasse (Banker etc.) sondern für die Aufrechterhaltung des Systems in allen Mikrobereichen
24.02.2009 22:56 Uhr
von toughguy:
@Axel Dörken: sowas ist einfach nur zynischer Dreck. wäre ich Ihnen ähnlich würde ich wohl den Wunsch äußern, daß Sie in absehbarer Zeit Vergleichbares durchmachen müssen (ist ja wichtig, um sich die Fehler im System bewußt zu machen). da ich das in dieser Hinsicht aber nicht bin, mache ich es nicht.
24.02.2009 22:52 Uhr
von Jengre:
Der eigentliche Skandal hierbei ist nicht die wenig überraschende plumpe Betrügerei eines säuischen Einzelhandels-Arbeitgebers, sondern die unerträgliche "richterliche Unabhängigkeit". Jedes niederträchtige Schwachköpfchen im Talar darf sein mangelndes Urteilsvermögen und seine ethische Zurückgebliebenheit zum Schaden anderer Menschen ins Kraut schießen lassen. RichterInnen gehören gut zu begründenden Disziplinarmaßnahmen ausgesetzt, dann ist so ein himmelschreiender Unfug nicht mehr möglich.
24.02.2009 22:50 Uhr
von Thomas:
@ Axel: "Richter sind alle "Paragraphenreiter"
Ich finde es sicherlich nicht richtig, wie sich Kaisers in diesem Fall verhalten hat. Auch halte ich es für wahrscheinlich, dass Frau E. die Bons tatsächlich untergeschoben wurden. Allerdings ist an dem Verhalten der Richter nichts zu beanstanden.
Richter sind tatsächlich "Paragraphenreiter", und das ist auch gut so! Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es in Deutschland aussehen würde, wenn Richter nur nach Gefühl entscheiden. Wozu haben wir denn die Gesetze?
Wenn im Arbeitsrecht die Kündigung schon bei Verdacht einer gegen den Arbeitgeber gerichteten Straftat zulässig ist (und der Verdacht einer Straftat steht hier ja wohl unbestritten im Raum), so kann der Richter das nicht einfach ignorieren! Intention dieses Gesetzes (Juristen reden auch gerne vom "Schutzzweck der Norm") ist doch offensichtlich, dass Arbeitgeber darauf Vertrauen können müssen, dass ihre Mitarbeiter keine Straftaten gegen sie begehen und so das Unternehmen schädigen. Wenn sich nun Verdachtsmomente gegen einen Mitarbeiter ergeben und das Vertrauen weg ist, muss der Arbeitgeber grundsätzlich kündigen dürfen. Die Höhe des Schadens kann hier - und insofern ist dem Gericht zuzustimmen - dahinstehen.
Man stelle sich einmal vor, man beschäftigt 20 Jahre eine Putzhilfe. Nie ist etwas vorgefallen. Plötzlich entwendet die Putzhilfe 5 € aus einer verschlossenen Schrankschublade. Könntet ihr diese Putzhilfe weiter vertrauensvoll alleine eure Wohnung putzen lassen oder würdet ihr ihr kündigen?
24.02.2009 22:19 Uhr
von Gerd Ziegler:
Im Mittelalter reichte ein Verdacht aus, um Frauen als Hexen zu verbrennen. Eine Lebensgrundlage wurde mit Feuer vernichtet, die Seele schmorte anschließend in der Hölle. Inquisitoren beriefen sich auf das geltende Gesetz. Gleichzeitig ließ man bösartige aber adelige Raubritter laufen. Das Volk weinte und jubelte dem Kaiser zu.
Was hat sich bis heute verändert?
Verbrennungen finden aus emissionsrechtlichen Gründen nicht mehr statt. An diese Stelle tritt als gerechte Strafe eine Vernichtung der Lebensgrundlage durch Kündigung. Das Schmoren erledigt Hartz IV. Auf das geltende Gesetz wird sich heute auch noch berufen. Kriminelle Vorstandsvorsitzende werden heute wie damals nur mit erhobenen Zeigefinger ermahnt. Das Volk jammert und kauft trotzdem bei Kaisers...
Hach bin ich froh, in der Neuzeit zu leben.
24.02.2009 21:58 Uhr
von Angela Brederecke:
Ich kenne die Masche bei Kaiser´s.
Hoffentlich kriegt Emmely deswegen von der kapitalistischen Klassenjustiz nicht auch noch straf"recht"lich einen reingewürgt.
Die Bonzen kriegen in diesem kapitalistischen Unrechtsregime immer Recht.
24.02.2009 21:57 Uhr
von Markus:
Das Urteil ist es ein Skandal und eine Tragödie gleichermaßen. Zweiteres für die arme Frau. Ersteres wegen der gelungenen Spaltung von Recht und Gerechtigkeit, welche der unglückseligen Richterin hier auf dramatische Art gelungen ist. Wozu brauchen wir noch Humanität, Verhältnismäßigkeit und gesunden (Menschen)Verstand wenn wir Rechtsnormen haben? Ja wie? Wäre es möglich, daß auch unser Rechtssystem sich immer wieder als gar nicht mal so perfekt erweist - so wie unlängst unser kapitalvergötterndes Wirtschaftssystem? Oder bildet das Eine das Andere gar nur ab?
Der Mensch hat also dem Wirtschaften zu dienen damit idealerweise er im Gegenzug wieder einen Nutzen daraus ziehen kann. Zumindest im Falle dieses Urteils scheint mir dieses Prinzip aber gar nicht zu funktionieren. Ich drücke der Richterin hiermit mein Beileid zu ihrer primitiven Fehlleistung aus.
24.02.2009 21:50 Uhr
von Malte:
Damit werden "altersbedingten" Kündigungen und denen von unliebsamen Personen (Gewerkschaftsmitglieder) im Einzelhandel Tür und Tor geöffnet.
Es bedarf theoretisch einfach zwei Pfandbons, eine/n angepasste/n Vorgesetzte/n und ein bis zwei manipulierte Kollegen/innen und man wird zweifellos jede Person auf einfachste Weise los.
Ich hoffe, die Kunden solidarisieren sich mit der Mitarbeiterin und gegen solche Machenschaften.
Wir brauchen hier eine Rechtsprechung, die erstens im Zweifel für den Angeklagten spricht und bei solchen geringen Verfehlungen die vorherige Arbeitszeit berücksichtigt. 31 Jahre hat man ihr vertraut (oder sämtliche Kontrollsysteme versagt), da kann IMO nicht einfach eine (vermutete) Verfehlung i.H.v 1,30 Euro das Vetrauen so erschüttern, dass eine fristlose Kündigung gerechtfertigt ist.
24.02.2009 21:47 Uhr
von attatroll:
Das die Entlassung einer Kassiererin gerechtfertigt ist, selbst wenn nur Kleinstbeträge unterschlagen wurden, das kann ich nachvollziehen.
Nicht aber, dass eine bloße Anschuldigung für einen Rauswurf genügt und die (angebliche) Verfehlung nicht nachgewiesen werden muß. - Wo sind wir denn hier? In einer Bananenrepublik???
Gut, das Barbara E. weiter kämpft und notfalls bis vor das EU-Gericht ziehen will. Ich wünsche ihr alles Gute.
Ich für meinen Teil werde nichts mehr bei Kaisers oder Tengelmann kaufen und habe dies dem Unternehmen auch bereits mittels Kontaktformular auf der Kaisers-Website mitgeteilt; ich hoffe, dass dies viele Andere auch tun.
24.02.2009 21:46 Uhr
von Bernd wendeler:
...mein erster Kommentar war bestimmt zu lang. Daher jetzt in der gebotenen Kürze: kauft nix beim Discounter!!!
24.02.2009 21:36 Uhr
von Bernd wendeler:
Vor ein paar Wochen sah ich mir eine Fernsehsendung an (ich glaube, es war ein "Tatort" oder so), in dem exakt solch ein Fall behandelt wurde. Dort ging es immerhin um Bons in Höhe von etwas über zwei Euro. Das fand ich fast schon zu konstruiert. Aber was für ein billiges Plagiat ist diese Reality-Soap!?! Und wie weltfremd oder ignorant muß denn eine Richterin sein, um nicht zu bemerken, daß dieser Fall zum Himmel stinkt. Allerdings ist ein Credo von Arbeitsgerichten ohnehin oft: im Zweifelsfalle für den Arbeitgeber! Oder gab's hier etwa einen faulen "Deal"?
24.02.2009 20:22 Uhr
von Greenmask:
Bei Kaisers, obwohl er um die Ecke ist, werde ich solange nichts mehr einkaufen bis Barbara E. von Kaisers entschädigt und wiedereingestellt wird!
24.02.2009 19:56 Uhr
von Schlumpf:
So hart es klingt, aber Kaisers ist hier rechtlich auf einem ziemlich sicheren Boot.
Einer der Gründe, warum mit Angestellten im Handel so herumgesprungen werden kann ist eben, dass es dort ziemlich einfach ist, durch Komplotts unliebsame Kollegen los zu werden. Auf der Straße warten genug Leute, Kassierer sind leicht austauschbar, und wer mit Geld umgehen muss, der hat, wie die Richterin auch sagt, eine erheblichere Vertrauensbasis vor zu weisen, als andere Arbeitnehmer.
Das ist Pervers, aber es ist leider so. Und dieser tragische Einzelfall wird an der Sache auch so schnell nichts ändern. Allein ein breiter Boykott gegen die Supermarktkette könnte etwas Druck ausüben.
24.02.2009 19:39 Uhr
von Mateusz:
die dauer ihres arbeitsverhältnisses und die geringe summe sind keine gründe für eine aufhebung der kündigung. ihre straftat stellt das in ihr gebrachte vertrauen in frage, sodass sie für keinen arbeitgeber tragbar ist.
24.02.2009 19:18 Uhr
von Bellin:
Diese Kriminellen, die uns jeden Tag Milliarden stehlen, kommen uns mit 1,30 EURO. Ist einer dieser echten Kriminellen bisher vor Gericht gelandet? Natürlich nicht. Das bleibt nur uns armen kleinen Kackern vorbehalten, die zu kapieren haben, dass sie brav und ehrlich zu blechen haben. Wenn es noch eines Beweises vedürfte, in welch verkommener Gesellschaft wir leben, die Diskrepanz zwischen dem, was dieser armen, fleißigen Frau von der Kasse und diesen hochgradig asozialen Parasiten vom dreckigen Olymp unserer Gesellschaft passiert, hat ihn geliefert. Ich warte auf den Tag, an dem wir unsere sog. Elite, einen Kopf kürzer machen. Von diesen Richtern, die sich ja schon immer als Prostituierte der Mächtigen wohlgeführt haben, wollen wir erst gar nicht reden. Richter verdienen keinen Respekt. Sie fordern ihn nur, weil sie im Innern wissen, dass sie einen widerlichen Job machen, was der geforderte Respekt nur kaschieren soll.
Man sehen, ob auch diese Zeitung Zensur betreibt und so tun möchte, als ob der Volkszorn nicht existieren würde.
24.02.2009 18:58 Uhr
von Carl der alte Brigadier:
Mein Vertrauen in das richterliche Urteilsvermögen der bundesdeutschen Justiz ist nach dem Urteil des Berliner Landesarbeitsgerichts zu den Anschuldigungen gegen die Kassiererin Emmely einmal mehr bis ins Mark hinein erschüttert.
Wenn es um 'Vermögensdinge' der Arbeitnehmer geht, nimmt man es im Mißbrauchsfall seitens des Managements selbst bei drohenden Unternehmens- und Konzernpleiten - siehe Siemens, Volkswagen und Deutsche Post - wegen unterschlagener und veruntreuter Millionen richterlicherseits, wie viele Fälle belegen, nicht so genau.
Die - milden - Urteile stehen ja zumeist in keinem realen Verhältnis zum gesamtwirtschaftlichen Schaden, den die Bosse angerichtet haben.
Aber wenn es um eine Kassiererin und einen 1,30 Euro-Kassenbon geht, da muß natürlich ein existenzvernichtendes Exempel statuiert werden.
Mit der organisierten Wirtschaftskriminalität legt man sich ja lieber nicht an.
Sind die Richterinnen und Richter an den deutschen Arbeitsgerichten denn von allen guten Geistern verlassen?
24.02.2009 18:52 Uhr
von betrag:
Jeder weiss doch, dass die SUmme überhaupt keine Rolle spielt. Sie ist Gewerkschafterin und IHre Rolle als solche wahrgenommen und sich für Arbeitnehmerinteressen eingesetzt.
Das das vielen Discountern ein DOrn im AUge ist, und sie irgendwelche Gründe vorschieben und diese loszuwerden, kennen wir von vielen Beispielen...STarbucks, LIDl...usw.
Kaisers boykottieren!
24.02.2009 18:36 Uhr
von Capisto:
In den Kommentaren beim Tagesspiegel finden sich interessante Links, die die Verflechtung der Richterin mit der Arbeitgeberseite belegen. So gibt sie scheinbar Seminare für Arbeitgeber, in denen diese lernen, die Gesetze zu ihren Gunsten auszunutzen. Ob das mit der Neutralitätspflicht einer Richterin vereinbar ist? Die Medien sollten hier mal nachhaken
24.02.2009 17:37 Uhr
von Herrmann:
Weiß hier jemand, auf welcher Basis die Richterin zu der so klaren Entscheidung gekommen ist, dass die Dame das wirklich gemacht hat? Kennt jemand den Fall und kann etwas zu den Beweisen sagen? Waren das mehrere Zeugenaussagen?
24.02.2009 17:18 Uhr
von Helene:
Die Kündigung ist eine Unverschämtheit. Von einem Unternehmen wie Kaisers ist es allerdings auch nicht anders zu erwarten. Die Richterin ist aber offensichtlich nicht ganz beisammen oder von Kaisers bezahlt... das beweist eben wieder einmal: Gerechtigkeit braucht man bei deutscher Justiz nicht zu erwarten. Sie handelt im Interesse der Unternehmer.
24.02.2009 16:58 Uhr
von El Salvas:
Vertrauensverlust ?
Das sollten wir auch bei Bankern, Managern und Politikern anwenden...
das wären ne Menge Kündigungen...
24.02.2009 14:52 Uhr
von Axel Dörken:
Wir brauchen solche Urteile um uns den Fehler im System bewusst zu machen.
Richter sind alle "Paragraphenreiter". Und genau, wie in anderen Berfusgruppen eher selten ethischen Koriphäen.
Liebe Grüße
Axel Dörken
24.02.2009 14:33 Uhr
von Banjo Hansen:
Wenn das alles so stimmt, stimmt mich das traurig. Andere vernichten Riesensummen und reden sich mit Unsinn heraus, die Frau unterschlaegt eine Mikrosumme, gibt es zu (wahrscheinlich der Kardinalfehler in diesen Zeiten) und wird geschasst.
24.02.2009 13:58 Uhr
von Peter Mann:
Dass dieser Prozess verloren gehen würde war doch klar. Ich vermute, dass ihre Anwälte darauf spekulierten, dass Kaisers aufgrund des möglichen Image-Schadens sicher außergerichtlich einigen würden oder die Kündiguns zurück ziehen würden.
24.02.2009 12:01 Uhr
von Klaus:
Nun, wenn Kaisers nix von Lidl gelernt hat, dann
gibt es weitern Einzelhändler dessen Lektion lautet. Wer mit seinen Mitarbeitern schäbig umgeht, der muß dann eben mit sinkenden Umsätzen leben.
24.02.2009 11:43 Uhr
von herbert:
na, das ist doch mal eine wegweisende begründung:
"Kündigungsgrund sei der Vertrauensverlust, nicht aber der Wert der Sache."
bald nur noch entlassene banker und politiker
wer's glaubt...
24.02.2009 10:54 Uhr
von Martin:
Verdachtskündigung nach 31 Jahren? Nach 31 Jahren ohne Verdacht? Grundsätzlich ist eine Kündigung wegen 1,30 Euro richtig, weil man davon ausgehen kann, daß es auch unentdeckte Diebstähle gibt. Man kann ja keine Grenze einsziehen nach dem Motto: alles unter 5 Euro geht in Ordnung. Hier aber nach 31 Jahren wäre jeder Arbeitgeber kulant, es ist offensichtlich, daß es noch andere Gründe geben muß. Vielleicht wurden ihr die Bons heimlich zugesteckt ...