Lärmklagen
Eine Brücke als Kleinkunstbühne
Die Admiralbrücke in Kreuzberg ist ein Partytreffpunkt geworden. Doch viele Anwohner pochen auf ihre Nachtruhe. Ein Treffen mit dem Bezirk bringt kein Ergebnis. Brückenfans fordern Ideenwettbewerb.von Anne Onken
Leserkommentare
10.08.2009 11:59 Uhr
von Stefan:
also ab 10 uhr wollen manche eben schlafen. wenn ich als anwohner lärm ausgesetzt wäre, würd ich auch irgendwann die bullen rufen. bei dem ton den wohl einige der brückenpartygäste hier schon im forum drauf haben würd mich das nicht wundern. da kriegt man auch alt68er gegen sich auf (und sonst auch jeden) und als konsequenz gibs mal wieder eskalation statt klärender gespräche (typisch deutsch, dass mal wieder nicht miteinander geredet wird sondern nur übereinander..)
02.08.2009 23:10 Uhr
von Timo Grassi:
Als ich vor vier Jahren die Admiralsbrücke das erste Mal besuchte, war dort eine äusserst friedliche Stimmung.
Inzwischen haben es einige wenige zustandegebracht, dass dort zunehmend aggressive Stimmung aufkommt.
Der Ton ist nicht mehr schön. Er geht zunehmend ans Existenzielle.
Man sollte meinen, dass die Subkultur wenigstens in Kreuzberg einen Platz in der Öffentlichkeit besässe.
Doch das wird alles bald vorbei sein.
München ist überall...
26.06.2009 16:06 Uhr
von Norbert Rheinlaender:
Die Admiralbrücke
im Schnittpunkt zwischen Fraenkelufer und Grimmpromenade
Kurzuntersuchung von Dipl.-Ing. Arch. Norbert Rheinlaender, Admiralstr. 21, Tel. 788 33 96 23.6.09
Städtebauliche Qualitäten des Ortes
Die Akzeptanz und Beliebtheit des Treffpunkts Admiralbrücke, der in internationalen Reiseführern aufgeführt ist, beweist die Aufenthalts- und Kommunikationsqualitäten dieses Ortes. Jede/r Stadtbewohner/in, gerade aber auch jede/r Anwohner/in, sollte froh sein, dass es einen solchen Ort mit Qualitäten gibt, der den Aufenthalt ange-nehm macht und um den uns viele Berliner beneiden:
• Besonderer, städtischer Ort mit Wohnbebauung und Gewerbe an verkehrsbe-ruhigten Straßen, mit Landschaft, Natur und Wasser am Schnittpunkt von zwei Parkstreifen (Landwehrkanalufer und Grimmpromenade)
• Eingespielter internationaler Treffpunkt, auch von Jugendlichen für Freizeit ohne Eintrittsgeld
• Lauschiger Ort durch weitgehende Abwesenheit von Motorenlärm des Indivi-dualverkehrs. Der Schiffsverkehr wird wegen seiner geringen Geschwindigkeit weitgehend als beruhigend und wenig störend empfunden.
• Kommunikativer Ort für Aufenthalt, Gespräche, Musizieren mit akustischen In-strumenten und Musikhören sowie Fernblick (Perspektiverlebnis im Freien mit Sonnenuntergangsbeobachtung) trotz hohem Fußgänger- und Radfahrerver-kehr.
Wegen seiner städtebaulichen Qualitäten sollte dieser Ort unbedingt erhalten und die Infrastruktur durch Verbesserungsangebote unterstützt und auftretende Probleme mit spezifischen Lösungen gezielt angegangen werden:
Bei der längst notwendigen Uferwegesanierung sollten am südwestlichen Kanalufer-streifen Sitzbänke aufgestellt werden. Die südlich der Planuferstraße anschließende, bisher ungestaltete Grünfläche zwischen den Häusern Grimmstr. 1-3 und Grimmstr. 26-30 sollte durch das Aufstellen von Sitzbänken in Nord-Süd-Richtung mit Leuchten den Mittelstreifen, die „Grimmpromenade“, vom Kinderspielplatz bis zur Adrmiralbrü-cke verlängern. So entsteht in südlicher Verlängerung der Brücke ein Entlastungs-raum, so dass sich die Personen wie auch die Musikanten weniger auf der Brücke konzentrieren werden.
Durch die vielfältige Nutzung der Brücke als Aufenthaltsort ergeben sich Probleme: neben dem Müll vorrangig der „Lärm“ (von einigen Anwohnern zur Unzeit als zu laut empfundene Musik, Gespräche bzw. Gesänge). Unverstärkte Musik von akustischen Gitarren wird als weniger störend empfunden als Musik von Blasinstrumenten und Trommeln bzw. Percussions. Nach 22 Uhr werden dann eher die – bei den Feiern-den durch die Wirkung des Alkohols hervorgerufenen – lauteren Gespräche als stö-rend empfunden und die Ignoranz der Feiernden auf Anwohnereinsprüche.
Da die Schlafzimmer in den Wohnungen des Fraenkelufers auf der Südseite (= Ufer-seite) liegen, klagen manche Eltern über Einschlafprobleme ihrer Kinder. Dieses Problem bleibt weiterhin akut, weil die Schlafzimmer aufgrund der Wohnungsgrund-risse kaum auf die Nordseite der Häuser verlegt werden können (ähnliche Probleme haben Anwohner am Kollwitzplatz und in der Simon-Dach-Straße). Die Anwohner des Fraenkelufers haben enorme Vorteile durch die Verkehrsberuhigung ihrer Stra-ße. Alle andern Lärmprobleme sind stadtweit durch Gesetze und Verordnungen ge-regelt (LärmschutzVO), deren Einhaltung vollzogen werden muss. Allerdings erheben auch viele Anwohner einer verkehrsberuhigten Straße den Anspruch, bei offenem Fenster ungestört schlafen zu können. Dieser Anspruch ist aber gesetzlich nicht ge-währleistet, stört aber häufig den sozialen Frieden vor Ort.
Probleme Lösungen
Lärm: zwischen 16 und 24 Uhr Ab 20 Uhr: Einhaltung des gesetzlichen Lärmschutzes durch Kontrollgänge von amtlichem Personal (nach 22 Uhr)
Flaschen Pfandflaschen werden von täglich prä-senten Flaschensammler/inne/n entsorgt
Für die restlichen Flaschen stehen 5 Gla-scontainer (Iglus) vor Ort bereit.
Scherben werden durch die BSR ent-fernt.
Pizza-Pappkartons Vorhandene Papierkörbe sind dafür zu klein. Deshalb in Absprache mit der Piz-zeria sollte dort ein Papiercontainer auf-gestellt werden.
Müll: Kronkorken, Papier, Plastik u.a. Werden in den 6 aufgehängten Müllbe-hältern und von der Straßenoberfläche von BSR-Mitarbeitern jeden Morgen ent-sorgt. Notfalls muss der Reinigungstakt erhöht werden.
Fehlende WCs Die Pizzeria und das gegenüberliegende Eckrestaurant verlangen für WC-Benutzung -,50 €. Es sollten zusätzliche mobile Chemietoiletten aufgestellt wer-den
Hundekot Durch intensiven menschlichen Aufent-halt auf der Grünflächen wird die Nut-zung durch Hunde deutlich zurückgehen.
Kosten für Müllcontainer und WCs Die vom Verkaufserfolg profitierenden Gewerbe sollten zur Deckung der zu-sätzlichen Kosten für die herangezogen werden.
Umbaukosten Die notwendigen Instandhaltungskosten sollten für die Neugestaltung geringfügig aufgestockt werden (z.B. im Bürger-haushalt)
Der Autor hat diese Kurzuntersuchung als Anwohner erstellt und dafür keinen amtlichen Auftrag ge-habt. Er wohnt seit 23 Jahren vor Ort, verdient sein Geld mit Altbausanierung, engagiert sich seit 35 Jahren ehrenamtlich in Bürgerinitiativen im Bereich Verkehr, Stadt- und Grünplanung und berät zahl-reiche Verkehrsberuhigungsinitiativen.
25.06.2009 15:57 Uhr
von pitroipa:
Weißt du, wovon du sprichst? Pinkeln dir jeden Tag ebsoffene und grölenede "nette Partyleutchen" vor dei Tür? Hast du Bongospieler, die mitten in der Nacht (ich spreche hier von 1 Uhr!) mit E-Gitarrenverstärkung vor Wohnhäusern "ein bisschen gute Laune verbreiten"?
Übrigens trauen sich die Migranten aus der Umgebung schon lange nicht mehr in die Nähe der Admiralbrücke, die hat das Partyvolk schon lange verdrängt.
Wer fordert hier eigentlich von wem "Toleranz"? Klar, diejenigen, die nachts besoffen mit Flaschen werfen und laut musizieren und "Party machen" fordern Toleranz. Wen tolerieren diese Menschen eigentlich?
25.06.2009 15:05 Uhr
von Bäääärrrrk!!!:
@ vic
wie recht Du hast!
Sah kürzlich eine Dokumentation über die Durchsetzung von Alkoholverboten in Mitte. So wie sich da diese Ordnungsamt (möchtegern SUPEBULLEN) aufgeführt haben, insbesondere eine Frau der man eine Uniform verpasst hat, das war schon mehr als peinlich und niederträchtig. Die reinsten Stasimethoden, Taschenfilzung nebst Tabakbeschlagnahme eingeschlossen. Und wie wichtig kam sich dieses möchtegern Flintenweib da vor der Kamera vor. Berlin wird immer mehr zum spiessig, bürgerlich, verkommenen großen Dorf.
25.06.2009 07:33 Uhr
von vic:
Mir scheint Berlin wird stetig provinzieller als jede Provinz. Hier keinen Markt, da kein Treffpunkt junger Leute, erst rechte keine Migranten, weg mit Almosen-Armen von den Straßen. Sauber - Ruhig - Deutsch.
Ich empfehle einigen einen Umzug nach Bayern oder Schwaben, da herrscht noch Ordnung.
Aber vorsicht. Hier seid ihr die Migranten!