Muss die Geschichte der 68er-Bewegung neu geschrieben werden, weil Karl-Heinz Kurras für die Stasi tätig war? Kurras Stasi-Akte ergibt das Bild eines autoritären Untertans.von Stefan Reinecke
Als Bürger, dem die Gnade der späten Geburt, die beschriebenen Ereignisse kaum berührten, fühle ich mich doch um so mehr in meiner Ansicht bestätigt, dass die Demokratie als solches nicht funktioniert. Würde sie funktionieren, so würde ohne Frage die Bürger auch noch heute auf die Straße gehen, und dafür demonstrieren, dass dieser Kurras und seine Mittäter samt und sonders sofort in U-Haft kämen. Es gäbe auch keine Diskussion über den Ehrensold und Zapfensteich mit 3 oder 4 Liedern für den Herrn Wulff. Man würde ihn einfach zum Land hinausjagen. Und diese Frau Merkel, die auch jetzt ihren Fehler nicht eingestehen will, gleich hinterher.
04.04.2011 19:19 Uhr
von Robert:
Was ist mit der taz los? Eben noch ein hochinteressantes Porträt der Architektin Irene Henselmann, jetzt ein kundiger,sachlicher Kommentar in all der "Geschichtsumschreibungswirrnis".
04.04.2011 19:19 Uhr
von denoc:
Ich gratuliere der Taz für den besten Kommentar, den ich in den letzten Tagen gelesen habe. Macht bitte weiter so! Dieser Artikel verdeutlicht mir, dass es in der deutschen Presse doch noch einen Mindestmaß an Pluralität existiert. Die politische Instrumentalisierung der Stasi-Mitgliedschaft von Kurrras in der überwiegenden Teil der Mainstream-Presse war schon unerträglich.Vielen Dank nochmals. Die Taz hat mich nach langer Zeit wieder positiv überrascht.
04.04.2011 19:19 Uhr
von Thierry Blanc:
Ein ausgezeichneter Artikel! Die Stasimitgliedschaft Kurras ist zwar nicht belanglos, doch grundsätzlich ändert sie nichts. Denn Kurras hätte verurteilt werden müssen, und wenn es gar ein Auftragsmord "von drüben" war, wofür es bislang jedoch kein Indiz gibt, dann ja umso mehr. Der Freispruch Kurras' ist der grössere Skandal als das wohl im besten Falle als fahrlässige Tötung einzustufende Verbrechen an Ohnesorg, da der "Rechtsstaat" eben gezeigt hat, dass er kein Rechtsstaat ist.
04.04.2011 19:19 Uhr
von Roger Beathacker:
"Jetzt stellt sich heraus, dass dieser Kurras seine Überzeugungen aus dem Osten bezog und als der typische Repräsentant der geschmähten BRD eigentlich so gar nicht taugt."
Wenn Kurras ueberhaupt irgendeine Ueberzeugung irgendwoher "bezogen" haben sollte, dann wohl weder aus der DDR noch aus der BRD, sondern am ehesten noch aus seiner autoritaer gepraegten Vorgeschichte.
Dem Kommentar ist nicht zuzustimmen. Für die Linke galt Kurras als der Archetyp des faschistoiden Rechtsstaates, als ein Mensch, der durch seine Tat das Regime Bundesrepublik auf entlarvende Weise repräsentierte. Jetzt stellt sich heraus, dass dieser Kurras seine Überzeugungen aus dem Osten bezog und als der typische Repräsentant der geschmähten BRD eigentlich so gar nicht taugt. Er stand im Sold des MfS und damit seines Unterdrückungsapparates. Wäre all dies seinerzeit bekannt gewesen, hätte sich so manch Wohlgesinnnter sicherlich zweimal überlegt für wen oder gegen wen er hier auf die Straße geht. Schwerer wiegt in meinen Augen allerdings, dass man sich damals nicht entblödete für alle möglichen Führergestalten auf die Straße zu ziehen, die alles, nur nicht die Freiheit des Einzelnen im Sinn hatten, ob sie nun Mao, Castro oder Ho Chi Minh hießen.
04.04.2011 19:19 Uhr
von Walther Schmidt:
Vielleicht hat der Autor recht, wenn er bemerkt, dass die Aufarbeitung der Nazi-Zeit in der jungen Bundesrepublik schwerfiel. Die ideologische Einsichtigkeit des Autors kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Ebenso schwer verdaulich ist die leicht dümmliche Wortwahl und Aufgeregtheit des Artikels. Es macht für die Deutung der Tötung Benno Ohnesorgs nämlich in der Tat einen Unterschied, ob diese von einem MfS Mitarbeiter durchgeführt wurde oder nicht. Viele der Vorwürfe und Überlegungen der 68er zu diesem Ereignis erhalten durch diesen Umstand andere Antworten. Das kann man nicht leugnen, ganz unabhängig von der Frage, ob es sich möglicherweise um eine geplante Tat gehandelt hat oder nicht.
11.02.2011 17:53 Uhr
von Robert:
Was ist mit der taz los? Eben noch ein hochinteressantes Porträt der Architektin Irene Henselmann, jetzt ein kundiger,sachlicher Kommentar in all der "Geschichtsumschreibungswirrnis".
11.02.2011 17:53 Uhr
von Thierry Blanc:
Ein ausgezeichneter Artikel! Die Stasimitgliedschaft Kurras ist zwar nicht belanglos, doch grundsätzlich ändert sie nichts. Denn Kurras hätte verurteilt werden müssen, und wenn es gar ein Auftragsmord "von drüben" war, wofür es bislang jedoch kein Indiz gibt, dann ja umso mehr. Der Freispruch Kurras' ist der grössere Skandal als das wohl im besten Falle als fahrlässige Tötung einzustufende Verbrechen an Ohnesorg, da der "Rechtsstaat" eben gezeigt hat, dass er kein Rechtsstaat ist.
11.02.2011 17:53 Uhr
von Galgenstein:
Dem Kommentar ist nicht zuzustimmen. Für die Linke galt Kurras als der Archetyp des faschistoiden Rechtsstaates, als ein Mensch, der durch seine Tat das Regime Bundesrepublik auf entlarvende Weise repräsentierte. Jetzt stellt sich heraus, dass dieser Kurras seine Überzeugungen aus dem Osten bezog und als der typische Repräsentant der geschmähten BRD eigentlich so gar nicht taugt. Er stand im Sold des MfS und damit seines Unterdrückungsapparates. Wäre all dies seinerzeit bekannt gewesen, hätte sich so manch Wohlgesinnnter sicherlich zweimal überlegt für wen oder gegen wen er hier auf die Straße geht. Schwerer wiegt in meinen Augen allerdings, dass man sich damals nicht entblödete für alle möglichen Führergestalten auf die Straße zu ziehen, die alles, nur nicht die Freiheit des Einzelnen im Sinn hatten, ob sie nun Mao, Castro oder Ho Chi Minh hießen.
11.02.2011 17:53 Uhr
von Walther Schmidt:
Vielleicht hat der Autor recht, wenn er bemerkt, dass die Aufarbeitung der Nazi-Zeit in der jungen Bundesrepublik schwerfiel. Die ideologische Einsichtigkeit des Autors kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Ebenso schwer verdaulich ist die leicht dümmliche Wortwahl und Aufgeregtheit des Artikels. Es macht für die Deutung der Tötung Benno Ohnesorgs nämlich in der Tat einen Unterschied, ob diese von einem MfS Mitarbeiter durchgeführt wurde oder nicht. Viele der Vorwürfe und Überlegungen der 68er zu diesem Ereignis erhalten durch diesen Umstand andere Antworten. Das kann man nicht leugnen, ganz unabhängig von der Frage, ob es sich möglicherweise um eine geplante Tat gehandelt hat oder nicht.
26.05.2009 14:44 Uhr
von nbo:
stimme deinem kommentar voll zu, stefan. die kommentare vier und fünf bestätigen die these, dass hier manche hoffen, die 68er endgültig entsorgen zu können.
allerdings frage ich mich immer noch, warum dieser durchaus spektakuläre fund erst jetzt auftaucht. natürlich kann die akte einfach 20 jahre von niemandem in die hand genommen worden sein. ebenso vorstellbar finde ich, dass die veröffentlichung sehr gezielt in der derzeitigen krise vorgenommen wurde, damit draußen auf den straßen ja keiner auf die idee kommt, das noch mal zu machen. nach dem motto: soziale unruhe(n) ist nur was für kommunisten und gewaltbereite.
26.05.2009 13:50 Uhr
von Robert:
Was ist mit der taz los? Eben noch ein hochinteressantes Porträt der Architektin Irene Henselmann, jetzt ein kundiger,sachlicher Kommentar in all der "Geschichtsumschreibungswirrnis".
25.05.2009 14:52 Uhr
von denoc:
Ich gratuliere der Taz für den besten Kommentar, den ich in den letzten Tagen gelesen habe. Macht bitte weiter so! Dieser Artikel verdeutlicht mir, dass es in der deutschen Presse doch noch einen Mindestmaß an Pluralität existiert. Die politische Instrumentalisierung der Stasi-Mitgliedschaft von Kurrras in der überwiegenden Teil der Mainstream-Presse war schon unerträglich.Vielen Dank nochmals. Die Taz hat mich nach langer Zeit wieder positiv überrascht.
25.05.2009 13:50 Uhr
von Thierry Blanc:
Ein ausgezeichneter Artikel! Die Stasimitgliedschaft Kurras ist zwar nicht belanglos, doch grundsätzlich ändert sie nichts. Denn Kurras hätte verurteilt werden müssen, und wenn es gar ein Auftragsmord "von drüben" war, wofür es bislang jedoch kein Indiz gibt, dann ja umso mehr. Der Freispruch Kurras' ist der grössere Skandal als das wohl im besten Falle als fahrlässige Tötung einzustufende Verbrechen an Ohnesorg, da der "Rechtsstaat" eben gezeigt hat, dass er kein Rechtsstaat ist.
25.05.2009 11:48 Uhr
von Roger Beathacker:
"Jetzt stellt sich heraus, dass dieser Kurras seine Überzeugungen aus dem Osten bezog und als der typische Repräsentant der geschmähten BRD eigentlich so gar nicht taugt."
Wenn Kurras ueberhaupt irgendeine Ueberzeugung irgendwoher "bezogen" haben sollte, dann wohl weder aus der DDR noch aus der BRD, sondern am ehesten noch aus seiner autoritaer gepraegten Vorgeschichte.
Dem Kommentar ist nicht zuzustimmen. Für die Linke galt Kurras als der Archetyp des faschistoiden Rechtsstaates, als ein Mensch, der durch seine Tat das Regime Bundesrepublik auf entlarvende Weise repräsentierte. Jetzt stellt sich heraus, dass dieser Kurras seine Überzeugungen aus dem Osten bezog und als der typische Repräsentant der geschmähten BRD eigentlich so gar nicht taugt. Er stand im Sold des MfS und damit seines Unterdrückungsapparates. Wäre all dies seinerzeit bekannt gewesen, hätte sich so manch Wohlgesinnnter sicherlich zweimal überlegt für wen oder gegen wen er hier auf die Straße geht. Schwerer wiegt in meinen Augen allerdings, dass man sich damals nicht entblödete für alle möglichen Führergestalten auf die Straße zu ziehen, die alles, nur nicht die Freiheit des Einzelnen im Sinn hatten, ob sie nun Mao, Castro oder Ho Chi Minh hießen.
24.05.2009 20:21 Uhr
von Walther Schmidt:
Vielleicht hat der Autor recht, wenn er bemerkt, dass die Aufarbeitung der Nazi-Zeit in der jungen Bundesrepublik schwerfiel. Die ideologische Einsichtigkeit des Autors kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Ebenso schwer verdaulich ist die leicht dümmliche Wortwahl und Aufgeregtheit des Artikels. Es macht für die Deutung der Tötung Benno Ohnesorgs nämlich in der Tat einen Unterschied, ob diese von einem MfS Mitarbeiter durchgeführt wurde oder nicht. Viele der Vorwürfe und Überlegungen der 68er zu diesem Ereignis erhalten durch diesen Umstand andere Antworten. Das kann man nicht leugnen, ganz unabhängig von der Frage, ob es sich möglicherweise um eine geplante Tat gehandelt hat oder nicht.
Leserkommentare
07.03.2012 16:55 Uhr
von guteronkel:
Als Bürger, dem die Gnade der späten Geburt, die beschriebenen Ereignisse kaum berührten, fühle ich mich doch um so mehr in meiner Ansicht bestätigt, dass die Demokratie als solches nicht funktioniert.
Würde sie funktionieren, so würde ohne Frage die Bürger auch noch heute auf die Straße gehen, und dafür demonstrieren, dass dieser Kurras und seine Mittäter samt und sonders sofort in U-Haft kämen.
Es gäbe auch keine Diskussion über den Ehrensold und Zapfensteich mit 3 oder 4 Liedern für den Herrn Wulff. Man würde ihn einfach zum Land hinausjagen.
Und diese Frau Merkel, die auch jetzt ihren Fehler nicht eingestehen will, gleich hinterher.
04.04.2011 19:19 Uhr
von Robert:
Was ist mit der taz los? Eben noch ein hochinteressantes Porträt der Architektin Irene Henselmann, jetzt ein kundiger,sachlicher Kommentar in all der "Geschichtsumschreibungswirrnis".
04.04.2011 19:19 Uhr
von denoc:
Ich gratuliere der Taz für den besten Kommentar, den ich in den letzten Tagen gelesen habe. Macht bitte weiter so! Dieser Artikel verdeutlicht mir, dass es in der deutschen Presse doch noch einen Mindestmaß an Pluralität existiert. Die politische Instrumentalisierung der Stasi-Mitgliedschaft von Kurrras in der überwiegenden Teil der Mainstream-Presse war schon unerträglich.Vielen Dank nochmals. Die Taz hat mich nach langer Zeit wieder positiv überrascht.
04.04.2011 19:19 Uhr
von Thierry Blanc:
Ein ausgezeichneter Artikel!
Die Stasimitgliedschaft Kurras ist zwar nicht belanglos, doch grundsätzlich ändert sie nichts. Denn Kurras hätte verurteilt werden müssen, und wenn es gar ein Auftragsmord "von drüben" war, wofür es bislang jedoch kein Indiz gibt, dann ja umso mehr. Der Freispruch Kurras' ist der grössere Skandal als das wohl im besten Falle als fahrlässige Tötung einzustufende Verbrechen an Ohnesorg, da der "Rechtsstaat" eben gezeigt hat, dass er kein Rechtsstaat ist.
04.04.2011 19:19 Uhr
von Roger Beathacker:
"Jetzt stellt sich heraus, dass dieser Kurras seine Überzeugungen aus dem Osten bezog und als der typische Repräsentant der geschmähten BRD eigentlich so gar nicht taugt."
Wenn Kurras ueberhaupt irgendeine Ueberzeugung irgendwoher "bezogen" haben sollte, dann wohl weder aus der DDR noch aus der BRD, sondern am ehesten noch aus seiner autoritaer gepraegten Vorgeschichte.
Alles in allem ein sehr treffender Kommentar,
dem ich im Wesentlichen nur zustimmen kann.
04.04.2011 19:19 Uhr
von Galgenstein:
Dem Kommentar ist nicht zuzustimmen. Für die Linke galt Kurras als der Archetyp des faschistoiden Rechtsstaates, als ein Mensch, der durch seine Tat das Regime Bundesrepublik auf entlarvende Weise repräsentierte. Jetzt stellt sich heraus, dass dieser Kurras seine Überzeugungen aus dem Osten bezog und als der typische Repräsentant der geschmähten BRD eigentlich so gar nicht taugt. Er stand im Sold des MfS und damit seines Unterdrückungsapparates. Wäre all dies seinerzeit bekannt gewesen, hätte sich so manch Wohlgesinnnter sicherlich zweimal überlegt für wen oder gegen wen er hier auf die Straße geht. Schwerer wiegt in meinen Augen allerdings, dass man sich damals nicht entblödete für alle möglichen Führergestalten auf die Straße zu ziehen, die alles, nur nicht die Freiheit des Einzelnen im Sinn hatten, ob sie nun Mao, Castro oder Ho Chi Minh hießen.
04.04.2011 19:19 Uhr
von Walther Schmidt:
Vielleicht hat der Autor recht, wenn er bemerkt, dass die Aufarbeitung der Nazi-Zeit in der jungen Bundesrepublik schwerfiel. Die ideologische Einsichtigkeit des Autors kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Ebenso schwer verdaulich ist die leicht dümmliche Wortwahl und Aufgeregtheit des Artikels. Es macht für die Deutung der Tötung Benno Ohnesorgs nämlich in der Tat einen Unterschied, ob diese von einem MfS Mitarbeiter durchgeführt wurde oder nicht. Viele der Vorwürfe und Überlegungen der 68er zu diesem Ereignis erhalten durch diesen Umstand andere Antworten. Das kann man nicht leugnen, ganz unabhängig von der Frage, ob es sich möglicherweise um eine geplante Tat gehandelt hat oder nicht.
11.02.2011 17:53 Uhr
von Robert:
Was ist mit der taz los? Eben noch ein hochinteressantes Porträt der Architektin Irene Henselmann, jetzt ein kundiger,sachlicher Kommentar in all der "Geschichtsumschreibungswirrnis".
11.02.2011 17:53 Uhr
von Thierry Blanc:
Ein ausgezeichneter Artikel!
Die Stasimitgliedschaft Kurras ist zwar nicht belanglos, doch grundsätzlich ändert sie nichts. Denn Kurras hätte verurteilt werden müssen, und wenn es gar ein Auftragsmord "von drüben" war, wofür es bislang jedoch kein Indiz gibt, dann ja umso mehr. Der Freispruch Kurras' ist der grössere Skandal als das wohl im besten Falle als fahrlässige Tötung einzustufende Verbrechen an Ohnesorg, da der "Rechtsstaat" eben gezeigt hat, dass er kein Rechtsstaat ist.
11.02.2011 17:53 Uhr
von Galgenstein:
Dem Kommentar ist nicht zuzustimmen. Für die Linke galt Kurras als der Archetyp des faschistoiden Rechtsstaates, als ein Mensch, der durch seine Tat das Regime Bundesrepublik auf entlarvende Weise repräsentierte. Jetzt stellt sich heraus, dass dieser Kurras seine Überzeugungen aus dem Osten bezog und als der typische Repräsentant der geschmähten BRD eigentlich so gar nicht taugt. Er stand im Sold des MfS und damit seines Unterdrückungsapparates. Wäre all dies seinerzeit bekannt gewesen, hätte sich so manch Wohlgesinnnter sicherlich zweimal überlegt für wen oder gegen wen er hier auf die Straße geht. Schwerer wiegt in meinen Augen allerdings, dass man sich damals nicht entblödete für alle möglichen Führergestalten auf die Straße zu ziehen, die alles, nur nicht die Freiheit des Einzelnen im Sinn hatten, ob sie nun Mao, Castro oder Ho Chi Minh hießen.
11.02.2011 17:53 Uhr
von Walther Schmidt:
Vielleicht hat der Autor recht, wenn er bemerkt, dass die Aufarbeitung der Nazi-Zeit in der jungen Bundesrepublik schwerfiel. Die ideologische Einsichtigkeit des Autors kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Ebenso schwer verdaulich ist die leicht dümmliche Wortwahl und Aufgeregtheit des Artikels. Es macht für die Deutung der Tötung Benno Ohnesorgs nämlich in der Tat einen Unterschied, ob diese von einem MfS Mitarbeiter durchgeführt wurde oder nicht. Viele der Vorwürfe und Überlegungen der 68er zu diesem Ereignis erhalten durch diesen Umstand andere Antworten. Das kann man nicht leugnen, ganz unabhängig von der Frage, ob es sich möglicherweise um eine geplante Tat gehandelt hat oder nicht.
26.05.2009 14:44 Uhr
von nbo:
stimme deinem kommentar voll zu, stefan. die kommentare vier und fünf bestätigen die these, dass hier manche hoffen, die 68er endgültig entsorgen zu können.
allerdings frage ich mich immer noch, warum dieser durchaus spektakuläre fund erst jetzt auftaucht. natürlich kann die akte einfach 20 jahre von niemandem in die hand genommen worden sein. ebenso vorstellbar finde ich, dass die veröffentlichung sehr gezielt in der derzeitigen krise vorgenommen wurde, damit draußen auf den straßen ja keiner auf die idee kommt, das noch mal zu machen. nach dem motto: soziale unruhe(n) ist nur was für kommunisten und gewaltbereite.
26.05.2009 13:50 Uhr
von Robert:
Was ist mit der taz los? Eben noch ein hochinteressantes Porträt der Architektin Irene Henselmann, jetzt ein kundiger,sachlicher Kommentar in all der "Geschichtsumschreibungswirrnis".
25.05.2009 14:52 Uhr
von denoc:
Ich gratuliere der Taz für den besten Kommentar, den ich in den letzten Tagen gelesen habe. Macht bitte weiter so! Dieser Artikel verdeutlicht mir, dass es in der deutschen Presse doch noch einen Mindestmaß an Pluralität existiert. Die politische Instrumentalisierung der Stasi-Mitgliedschaft von Kurrras in der überwiegenden Teil der Mainstream-Presse war schon unerträglich.Vielen Dank nochmals. Die Taz hat mich nach langer Zeit wieder positiv überrascht.
25.05.2009 13:50 Uhr
von Thierry Blanc:
Ein ausgezeichneter Artikel!
Die Stasimitgliedschaft Kurras ist zwar nicht belanglos, doch grundsätzlich ändert sie nichts. Denn Kurras hätte verurteilt werden müssen, und wenn es gar ein Auftragsmord "von drüben" war, wofür es bislang jedoch kein Indiz gibt, dann ja umso mehr. Der Freispruch Kurras' ist der grössere Skandal als das wohl im besten Falle als fahrlässige Tötung einzustufende Verbrechen an Ohnesorg, da der "Rechtsstaat" eben gezeigt hat, dass er kein Rechtsstaat ist.
25.05.2009 11:48 Uhr
von Roger Beathacker:
"Jetzt stellt sich heraus, dass dieser Kurras seine Überzeugungen aus dem Osten bezog und als der typische Repräsentant der geschmähten BRD eigentlich so gar nicht taugt."
Wenn Kurras ueberhaupt irgendeine Ueberzeugung irgendwoher "bezogen" haben sollte, dann wohl weder aus der DDR noch aus der BRD, sondern am ehesten noch aus seiner autoritaer gepraegten Vorgeschichte.
Alles in allem ein sehr treffender Kommentar,
dem ich im Wesentlichen nur zustimmen kann.
25.05.2009 10:19 Uhr
von Galgenstein:
Dem Kommentar ist nicht zuzustimmen. Für die Linke galt Kurras als der Archetyp des faschistoiden Rechtsstaates, als ein Mensch, der durch seine Tat das Regime Bundesrepublik auf entlarvende Weise repräsentierte. Jetzt stellt sich heraus, dass dieser Kurras seine Überzeugungen aus dem Osten bezog und als der typische Repräsentant der geschmähten BRD eigentlich so gar nicht taugt. Er stand im Sold des MfS und damit seines Unterdrückungsapparates. Wäre all dies seinerzeit bekannt gewesen, hätte sich so manch Wohlgesinnnter sicherlich zweimal überlegt für wen oder gegen wen er hier auf die Straße geht. Schwerer wiegt in meinen Augen allerdings, dass man sich damals nicht entblödete für alle möglichen Führergestalten auf die Straße zu ziehen, die alles, nur nicht die Freiheit des Einzelnen im Sinn hatten, ob sie nun Mao, Castro oder Ho Chi Minh hießen.
24.05.2009 20:21 Uhr
von Walther Schmidt:
Vielleicht hat der Autor recht, wenn er bemerkt, dass die Aufarbeitung der Nazi-Zeit in der jungen Bundesrepublik schwerfiel. Die ideologische Einsichtigkeit des Autors kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Ebenso schwer verdaulich ist die leicht dümmliche Wortwahl und Aufgeregtheit des Artikels. Es macht für die Deutung der Tötung Benno Ohnesorgs nämlich in der Tat einen Unterschied, ob diese von einem MfS Mitarbeiter durchgeführt wurde oder nicht. Viele der Vorwürfe und Überlegungen der 68er zu diesem Ereignis erhalten durch diesen Umstand andere Antworten. Das kann man nicht leugnen, ganz unabhängig von der Frage, ob es sich möglicherweise um eine geplante Tat gehandelt hat oder nicht.