• 28.01.2010

Künstlerhaus Tacheles vor dem Aus

Kultur-Ballermann gegen Geld-Goliath

Das Tacheles soll geräumt werden. Die Grundstückseigentümerin will das Gelände verkaufen. Dass es keinen Investor gibt, stört sie nicht. Eine absurde Posse aus der Hauptstadt.von Nina Apin

  • 03.02.2010 19:50 Uhr

    von Neu-Besetzung:

    Wenn es einen Beleg für die heillose Zerstrittenheit der Tacheles-Mannschaft gibt, dann doch wohl solche hausinternen Schuldzuweisungen gegen das Cafe Zapata und die Betreiber der Freifläche wie sie Gogo vorbringt. Spiegelbildliche Vorwürfe sind freilich ebenso von der anderen Seite zu hören: http://www.cafe-zapata.de/p_berichte.htm

    Faktisch leisten alle verfeindeten Fraktionen bei aller Feindschaft immer wieder hervorragende Arbeit, erinnert sei etwa an die Ausstellung von Ina Artemova oder an die Live-Auftritte der Berliner Avantgardisten A.M.T im letzten Jahr.

    Angesichts der internen Auseinandersetzungen jedoch sieht es düster aus für das Tacheles: Wer nicht gemeinsam handlungsfähig ist, ist es gar nicht. Vielleicht sollte man das Tacheles einfach neu besetzen und Ballermann-Touris und Betreiber rauswerfen... Das Hamburger Gängeviertel ist Vorbild genug, dass es auch Möglichkeiten gibt, gemeinsam gegen Gentrifizierung vorzugehen. Aber vielleicht ist Berlin dazu nicht mehr politisch genug.

    Doch schade wäre es um das Gebäude und die Aktivitäten, die von ihm ausgehen, allemal.

  • 28.01.2010 21:47 Uhr

    von GoGo:

    Leider falsch! Die Künstler im Haus waren und sind nicht zerstritten: Das Konzept des Hauses sieht vor, dass u.a. das Cafe Zapata neben anderen Gewerbebetrieben die Kunstprojekte querfinanzieren, doch die zahlen seit 2001 weder Miete noch Betriebskosten. Ein gemeinütziger und nichtsubventionierter Verein wie der Tacheles e.V. kann nicht darauf verzichten. Würde der Vorstand im übrigen hier nicht den Rechtsweg der Klage beschreiten , macht er sich unmittelbar strafbar.
    Der Verein distanziert sich zudem ausdrücklich von den Trittbrettfahren auf der Freifläche und dem Cafe Zapata. Leider wird das in der Presse immer und immer wieder in einen Topf geworfen. Die Künstler kochen dabei schon lange nicht mehr in der eigenen Suppe: seit 2000 werden die 30 Ateliers jährlich + neu! an Bewerberinnen aus aller Welt zum Selbstkostenpreis vergeben.
    Es gibt für das Haus nur eine vernünftige betriebliche Perspektive: Die Überführung des Gebäudes nebst Grundstück in eine möglichst eigenständige Kunststiftung.
    Da das Haus quasi ohnehin dem Staat gehört, kostet dieses Verfahren dem Steuerzahler keinen Cent.

  • 28.01.2010 14:06 Uhr

    von pseudokritik:

    Ist ja alles richtig,

    Aber wenn die Eigentumverhältnisse klar sind, kann man formal nichts machen. Oder man besetzt das Gelände und hofft auf Öffentlichkeit und große Aufmerksamkeit.

    Trotzdem müsste dann einer bereit sein zu zahlen.

    Und wer soll das sein?

    Die Stadt etwa?

    Die Linke?

    Immer wenn es ans Geld geht, werden die "Revolutionäre" dann kleinlaut.

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder