Jahreszeitenverlag feuert seine schreibenden Redakteure und fest angestellte Grafiker. Das Unternehmenskonzept "Jalag 2010" kennt künftig nur noch Freelancer.von Kai Von Appen
Wenn das Beispiel des Jahreszeiten Verlags Schule macht, sag ich nur: Gute Nacht, Deutschland! Da sträuben sich einem doch sämtliche Nackenhaare.
Wie kann es sein, dass man juristisch nicht gegen so ein Modell vorgehen kann, das den Kündigungsschutz so geschickt austrickst? Wie kann es sein, dass die sozial Starken in diesem Verlag durch hinterhältige Schachzüge bleiben dürfen, während Menschen, die sonst von unserem Rechtssystem aus gutem Grund beschützt werden, in eine mehr als ungewisse Zukunft gehen müssen? Das scheint mir doch eine echte Gesetzeslücke zu sein...
06.07.2010 12:38 Uhr
von Ein Indianerlein:
Diese Redaktion heißt übrigens Vital. Hier wird besonders unmenschlich mit den Betroffenen umgegangen. Mit seichten Versprechungen auf freie Mitarbeit sollte zudem unbedingt verhindert werden, dass die Leute klagen. Zum Glück vergeblich.
05.07.2010 17:52 Uhr
von HamburgerX:
Daran sieht man einmal mehr, wie unsinnig der Kündigungsschutz konstruiert ist. Besser wäre eine gesetzlich festgelegte Abfindungsprämie und dafür jederzeitiges Kündigungsrecht für beide Seiten. Die einzigen Verlierer dieses Modells wären Anwälte und Richter.
04.07.2010 17:03 Uhr
von Hannes:
Die Kolleginnen stehen jetzt unter x-fachen Druck: Klagen sie, könnten sie von anderen Verlegern gemieden werden. Klagen sie nicht, verzichten sie auf wichtiges Geld. Sehr schlecht - das Ganze. Ich kann nur sagen: Mut haben, ist besser als alles andere.
04.07.2010 11:39 Uhr
von David von Goliath:
Es ist gut, dass endlich mal jemand klar ausspricht, was da im Jahreszeiten Verlag abgeht.
Massenentlassungen gibt es zwar öfter - aber dann schont man zumindest die sozial Schwächeren. In diesem Fall ist es umgekehrt - und genau das ist der eigentliche Skandal.
Es wurden neue Stellen in einer neuen Hierarchiestufe geschaffen, nämlich die der "stellvertetenden Ressortleiter". Auf diese Stellen hat man dann all jene jungen, fitten Singles gehoben, die man aus dem Kreis der Redakteure behalten wollte. Alle "unbequemen" oder sozial Schwächeren werden abgeschoben.
Was allerdings in ihrem Artikel nicht stimmt, sind die Zahlen. Sie betreffen nur den Kündigungsstatus einer EINZIGEN Redaktion. Wäre ja schön, wenn es "nur" so wenige Alleinerziehende, Betriebsräte, Ältere und Behinderte beträfe. Insgesamt ist die Zahlen um einiges höher!
Leserkommentare
06.07.2010 17:49 Uhr
von Cowboy:
Wenn das Beispiel des Jahreszeiten Verlags Schule macht, sag ich nur: Gute Nacht, Deutschland! Da sträuben sich einem doch sämtliche Nackenhaare.
Wie kann es sein, dass man juristisch nicht gegen so ein Modell vorgehen kann, das den Kündigungsschutz so geschickt austrickst? Wie kann es sein, dass die sozial Starken in diesem Verlag durch hinterhältige Schachzüge bleiben dürfen, während Menschen, die sonst von unserem Rechtssystem aus gutem Grund beschützt werden, in eine mehr als ungewisse Zukunft gehen müssen? Das scheint mir doch eine echte Gesetzeslücke zu sein...
06.07.2010 12:38 Uhr
von Ein Indianerlein:
Diese Redaktion heißt übrigens Vital. Hier wird besonders unmenschlich mit den Betroffenen umgegangen. Mit seichten Versprechungen auf freie Mitarbeit sollte zudem unbedingt verhindert werden, dass die Leute klagen. Zum Glück vergeblich.
05.07.2010 17:52 Uhr
von HamburgerX:
Daran sieht man einmal mehr, wie unsinnig der Kündigungsschutz konstruiert ist. Besser wäre eine gesetzlich festgelegte Abfindungsprämie und dafür jederzeitiges Kündigungsrecht für beide Seiten. Die einzigen Verlierer dieses Modells wären Anwälte und Richter.
04.07.2010 17:03 Uhr
von Hannes:
Die Kolleginnen stehen jetzt unter x-fachen Druck: Klagen sie, könnten sie von anderen Verlegern gemieden werden. Klagen sie nicht, verzichten sie auf wichtiges Geld. Sehr schlecht - das Ganze. Ich kann nur sagen: Mut haben, ist besser als alles andere.
04.07.2010 11:39 Uhr
von David von Goliath:
Es ist gut, dass endlich mal jemand klar ausspricht, was da im Jahreszeiten Verlag abgeht.
Massenentlassungen gibt es zwar öfter - aber dann schont man zumindest die sozial Schwächeren. In diesem Fall ist es umgekehrt - und genau das ist der eigentliche Skandal.
Es wurden neue Stellen in einer neuen Hierarchiestufe geschaffen, nämlich die der "stellvertetenden Ressortleiter". Auf diese Stellen hat man dann all jene jungen, fitten Singles gehoben, die man aus dem Kreis der Redakteure behalten wollte. Alle "unbequemen" oder sozial Schwächeren werden abgeschoben.
Was allerdings in ihrem Artikel nicht stimmt, sind die Zahlen. Sie betreffen nur den Kündigungsstatus einer EINZIGEN Redaktion. Wäre ja schön, wenn es "nur" so wenige Alleinerziehende, Betriebsräte, Ältere und Behinderte beträfe. Insgesamt ist die Zahlen um einiges höher!