• 03.07.2008

Krude Thesen zum Olympia-Attentat von 1972

Uni findet Vortrag doch antisemitisch

Mit abstrusen Israel-Thesen hat sich der Göttinger Professor Arnd Krüger um Kopf und Kragen geredet. Der Olympia-Bund tobt, jetzt distanziert sich auch die Uni von dem Professor.von Veit Medick

  • 07.07.2008 11:48 Uhr

    von hto:

    Ursachenforschung / Meinungsfreiheit / Zeitalter der Kommunikation???

    Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition. (Johann Nepomuk Nestroy)

    Der Faschismus ist der jüngere (ganz sicher noch lebende) Bruder von Inquisition und Zensur. (hto)

  • 04.07.2008 18:42 Uhr

    von Christopher Schwartz:

    Liebe Leser,

    ich bin Lehramtsstudent an der Uni Göttingen (Germanistik, Sportwissenschaft und Romanistik) und habe noch gestern ein Seminar bei Herrn Prof. Krüger gehabt. Ich erlebe ihn nun schon mehrere Semester lang und denke daher, dass meine Perspektive aus relativer Nähe nicht unwesentlich ist.
    Arnd Krüger ist mir nie durch antisemitische Äußerungen in seiner Lehrveranstaltung aufgefallen. Ich habe sogar den Eindruck, dass er sich gerade für andere Sportnationen sehr interessiert und dort oft über ein fundiertes Wissen verfügt.
    Nicht von allen Professoren kann man behaupten, dass sie - so wie Arnd Krüger - versuchen, sich empatisch in die Perspektive einer anderen Kultur einzufühlen und deren Sichtweisen zu verstehen. Dass er zuweilen durch unkonventionelle Standpunkte und dabei teils auch durch etwas gewagte Thesen auffällt, dem würde ich zustimmen. Aber er tut dies nicht in bösartiger oder gar diskriminierender Absicht, hier spiegelt sich eher sein für einen Wissenschaftler produktiver Ideenreichtum wider.
    Ich glaube, er hat sich in seinem Vortrag zu einer überspitzten und gegenstandslosen Behauptung hinreißen lassen, die auch historisch verzerrt ist. Das hat er im Grunde eingesehen.
    So wie ich ihn kenne, kann ich bei ihm jedoch keine antisemitischen Ressentiments feststellen.

    Christopher Schwartz,
    Universität Göttingen

  • 04.07.2008 08:19 Uhr

    von Tino Tinus:

    Herr Krüger argumentiert eher antifaschistisch ... tja, dass in der Hochburg des Antifaschismus - Uni Göttingen ... was besagt es, dass man antifaschistisch, dass heisst nur, dass man antifaschistisch sei. Mehr nicht. Ob er zum Urlaub lieber in die Berge oder an die See fährt, weiss man nicht ...

  • 03.07.2008 17:51 Uhr

    von Bernd Dahlenburg, M.A..:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    oben zitieren Sie:

    Jetzt muss die eingesetzte Ombudskommission klären, ob disziplinarische Maßnahmen eingeleitet werden. Krüger entschuldigte sich am Abend "für die Folgen, die meine Erklärungsansätze ausgelöst haben".

    Unterstützung erhält der 64-Jährige dagegen von der sozialwissenschaftlichen Dekanin der Uni Göttingen, Margret Kraul. Sie werde ihm keinen Rücktritt nahelegen. Sein Lebenswerk zeige, dass "Herr Krüger eher antifaschistisch argumentiert", sagte Kraul der taz. "Herr Krüger hat Fragen gestellt. Fragen darf ein Wissenschaftler stellen. Auch solche, die schwer zu ertragen sind."

    ---------------

    Zur Entschuldigung Herrn Krügers eine Bemerkung:

    Herr Krüger betreibt Augenwischerei, wenn er sich für die Folgen (!) seiner Aussagen entschuldigt. Er muss sich primär für seine Aussagen (!) entschuldigen und nicht nur für deren Folgen.

    Höchst unpassend ist zudem in diesem Zusammenhang, dass Frau Dekanin Margret Kraul ihm eine "antifaschistische Argumentationsform" attestiert.

    Ich denke, sie sollte diese Ungeheuerlichkeit den Hinterbliebenen der Opfer von 1972 erklären.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bernd Dahlenburg, M.A.
    Honestly Concerned


Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder