Kritischer Journalist in Italien
Als "Leichenfledderer" geschmäht
Der TV-Journalist Michele Santoro wagte es, öffentlich kritische Fragen zum Erdbeben in LAquila zu stellen. Jetzt steht er als Nestbeschmutzer am Pranger der Berlusconi-Medien.von Michael Braun
Leserkommentare
16.04.2009 16:51 Uhr
von Ralf:
Leide ist euer Artikel keine Übertreibung. Natürlich ist Berlusconi nicht der Besitzer der Rai und noch nicht mal der Mediaset. Aber das braucht er auch nicht zu sein sein Einfluss ist groß genug das er die Medien auch so kontrolliert, Vauro Senesi der Satiriker ist für den Moment suspendiert, und natürlich ist auch eine Diskussion im Gange, aber alles leise und versteckt hinter pompösen Nachrichten des nächsten Ministertreffen in l'Aquila.
Und das schlimme, es empört sich kaum einer hier wenn Berlusconi nach seinen G20 telefonier Fauxpas sagt wenn er nach Hause kommt wird er erstmal für ordnung unter den Journalisten sorgen, denn es geht doch nicht an das Premier so von der heimischen presse bloß gestellt wird.
Das war ein paar tage vor den Erdbeben und heute haben es schon alle vergessen und nach den Worten folgen taten, da ist es egal ob er die Urteile fällt oder der Aufsichtsratsvorsitzende der Rai, alle wissen was Berlusconie wünscht.
Ich bin Deutscher und wohne seit etwa 16 Jahren in Italien, bin mit einer Italienerin verheiratet, und in letzter zeit denken wir immer häufiger darüber nach nach Deutschland umzuziehen, nicht das bei euch alles besser ist, aber man darf wenigstens noch den Mund aufmachen.
Die Demokratie und die Freiheit müssen jeden tag neu erobert und verteidigt werden, doch hier haben die Menschen zur Zeit aufgegeben.
16.04.2009 12:37 Uhr
von neuhaus:
werte taz. bitte bleiben sie sachlich, auch fast alle deutschen medien, seriöse zumindest, habe italien für seine organisation gelobt, und nach köln sollte germanien mal leise sein. weder kontrolliert berlusconi die rai(annozero rai 2 etc.), das ist eine ignorante behauptung, noch funktioniert mediaset so wie sie es meinen, deutsche und italienische medien decken sich beim thema organisation nach dem erdbeben in ihrer einschätzung zumeist. weder ist das krankenhaus eingestürzt, beweise, noch ist das studentwohnheim modern (60er). ein mittleres erdbeben 84 hielten die mittelalten bauten stand, dieses schwere (6,3 ist schwer) halbminütiges nur 8 kilometer unter der erde stattfindendes beben eben nicht mehr (damit hatte keiner so gerechnet, ob links noch rechts). finden sie selber zu seriöser berichterstattung zurück italien nicht gleich berlusconi und seien sie nicht so bildzeitung für 68er wie bisher, dann stimmt auch der umsatz und das land braucht eine unbequeme zeitung, da wir eine willfährige presse haben.
grüsse
15.04.2009 16:52 Uhr
von skandal:
also aus berluscalien wundere ich mich über nichts mehr....ist doch mal ganz schön so in zelten zu sitzen, ein bisschen wie campen....und ein paar eier bringt er auch noch mit....herliche satire ganz in echt.