Kritik an bayerischer Mittelschule
Das Land der 1.000 Schulformen
Die neue bayerische Mittelschule lässt in Bayern die Zahl der Schulformen explodieren. Die hochgetunte Hauptschule "löst nicht im Ansatz die Probleme, die wir in Bayern haben", sagen Kritiker.von Christian Füller
Leserkommentare
03.07.2009 12:01 Uhr
von Komitee Pro kleinschreibung:
Fakt ist, CDU und CSU zeichnen sich durch ihre jahrzehntelange blockadepolitik und ihrem festhalten an einem ständestaatlichen, feudalen schulsystem zuallererst verantwortlich für die schlimmsten psychosozialen verwerfungen, die diese gesellschaft bundesweit zur zeit erleidet!
Gettoisierung, spaltungsirresein, isolation, sozialautismus, psychopathische erkrankungen, störungen des gefühlslebens, soziale und ökonomische perspektivlosigkeit - als das folge einer völlig verfehlten und ideologisch vebrämten, inhumanen schul- und bildungspolitik.
Schämen sollten sich die verantwortlichen minister bis zum letzten ihrer tage!
01.07.2009 16:50 Uhr
von Ludwig Paul Häußner:
Sechsjährige kommunale Basisschule und zweigliedriger Sekundarbereich
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Die Kritik an dem im frühen 19. Jhd. wurzelenden bayerischen Schulsystem ist lang und auch immer wieder Gegenstand der in München erscheinenden Süddeutschen Zeitung:
„Im Freistaat werden von München aus mehr
als 5000 öffentliche Schulen verwaltet. Dafür
gibt es eine Kultusbürokratie, die das Gängelband
besonders straff an den Volksschulen
spannt. Gleich vier Ebenen sorgen dafür, … das
Münchner Kulturministerium mit seinen 400
Mitarbeitern, die 80 Beamten der Schulabteilungen
in den sieben Bezirksregierungen, die
fast 300 Schulräte in den rund 90 Schulämtern
und die Schulen selbst. Der Apparat verschlingt
nicht nur Unmengen Geld, das in den Schulen
fehlt. Auch wird von oben herab gesteuert, so
dass viele Entscheidungen fernab vom Alltag
der Schüler und Lehrer fallen. … Im Münchner
Kultusministerium weiß man inzwischen
durchaus, dass diese Frage am besten von und
an den Schulen selbst beantwortet werden kann
– wenn man sie nur machen lässt. Mehr Eigenständigkeit
sollen sie deshalb bekommen. Doch
geht der Reformprozess in einem Land, das seit
200 Jahren zentralistisch regiert wird, nur zögerlich
voran: 44 ‚modus‘-Schulen erproben
zurzeit die neue Freiheit. … Mehr Zentralismus
ist auch hier keine Garantie für mehr Gerechtigkeit.
… Die Lehre daraus: Schulen und
Hochschulen brauchen nicht mehr Zentralismus
– sie brauchen mehr Freiheit.“ soweit Christine Burtscheidt in der SZ. vom 13. 03. 2006.
Dabei gibt es auch strukturell eine wirkliche Alternative. Der Aktionsrat Bildung weist in seinem Jahresgutachten 2007 mit "Handlungsempfehlungen für die Politik" den Weg: „Der Sekundarbereich wird zweigliedrig angeboten.“ Allerdings müsste aus meiner Sicht die Grundschulzeit auf sechs Jahre ausgeweitet werden.
Um das Problem zu lösen müsste die Regierung des Freistaats den Gemeinden, im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung den Frei-Raum gewähren, sechsjährige, kommunale Basisschulen einzurichten. Darauf wäre eine zweigliedrige, ebenfalls sechsjährige Schulstruktur vorzusehen: mit einem sechsjährigen Aufbaugymnasium (die gibt es sogar schon vereinzelt in Bayern) und einer ebenfalls sechsjährigen, gänzlich neu zu konzipierenden Kollegschule, die allgemeinbildend, profilbildend und berufsbildend ist.
Vorboten davon gibt es schon -allerdings in der Freien und Hansestadt Hamburg.
Für Bayern und vor allem die dortigen Schulkinder kann man sich die Hamburger schwarz-grüne Schulpolitik nur wünschen, da die in Bayern mitregierende FDP leider auf eine institutionelle Innovation wie in Hamburg verzichtet.
Ludwig Paul Häußner
Universität Karlsruhe (TH) - IEP
www.unternimm-die-schule.de
www.iep.uni-karlsruhe.de
01.07.2009 16:37 Uhr
von Gockeline:
Die ständige Kritik an den Schulen zuzüglich die Pisastudie hat bei den Kultusministern einen ran ausgelöst wie man die Schule erneuern kann.
Nun wir versucht,verändert und alles ausprobiert um die Schule in die Neuzeit zu bringen.
Es ist aber nicht die Schule alleine,
die das Chaos anrichtet.
Eltern die ihren Kindern nicht mal ein Grundprogramm anbieten an Erziehung und menschlicher Bildung,ein bischen Disziplin,wecken an Intresse und nicht nur konsumieren.
Mit diesen defiziten kommen heute die Kinder in die Schule und nun schiebt man alles auf die Lehrer.Viele Kinder haben so schwerwiegende Defizite,dass sie nur in ganz kleinen Gruppen mit Disziplin unterrichtet werden können.
Eltern sind dabei ihre Verantwortung und ihre Fehler nur auf andere zu schieben.
Zum Lernen braucht man ein anderes Verhalten.
Es braucht Konzentration,was diese Kinder nicht mehr können.Sie stören gradezu den Unterricht um nichts zu lernen.