Familienministerin Kristina Schröder plant ein Gesetz, das die Teilzeitpflege
von Angehörigen ermöglichen soll. Doch was taugt das Modell tatsächlich?von Simone Schmollack
Ein großer Teil der Angehörigen pflegen schon lange Zuhause und sehr gut. Seit 30 Jahren war ich in der Altenpflege als exam. Pflegekraft gerne, wenn auch mit zu wenig Gehalt,tätig. Bei dem Vorhaben der Familienministerin glaube ich nicht das es ein Gesetz braucht, damit Familienangehörige pflegen können. Die Angehörigen die die Pflege übernehmen wollen tun dies eh schon! Aufgrund einer OP musste ich mich weiterbilden da mein rechter Arm lädiert ist. Jetzt bin ich Pflegeberaterin und komme auch nicht weiter, da niemand diese Arbeit als solche anbietet bzw. kennt. Unseren Politikern und innen würde ich gern ein halbes Jahr Arbeit in der Pflege bei der Bezahlung gönnen.
21.03.2010 22:53 Uhr
von Sabine:
Solange in der Politik eine Dame meines Alters hockt, und nicht mal ansatzweise eine Ahnung davon hat, was es heißt, einen Menschen zu pflegen (2 Jahre???? Wen pflegt die denn???) habe ich keine große Hoffnung, dass sich bei uns etwas positives in Sachen Familie und Pflege und Frauen tut. Was mache ich denn, wenn ich jetzt auf "Pflege" umstufe im Berufsleben und dann *hoppla* ein Kind kommt und ich in Erziehungs"urlaub" gehe? Und wie wird das alles "sozialrechnerisch" angerechnet? Werde ich dann auch zum "spätrömischen dekadentischem" Schmarotzer - weil ich meine Mutter gepflegt habe und es mir erlaubt habe, ein Kind zu bekommen?
Wahrscheinlich hat Madam aus Koch'schem Lager doch zu viel Hessische Luft und zu wenig realistisch, berufstechnische Luft geschnuppert. Denn nach 2 Jahren sind wenig Pflegefälle "erledigt" ...
20.03.2010 14:36 Uhr
von Andrea:
Wie widerlich, das Abstimmungsergebnis. Die Pflege meiner Angehörigen ist eine Staatsaufgabe (= Meinung von knapp 60% der Taz-Leser).
Links = egoistisch
19.03.2010 19:58 Uhr
von K.-D.T.:
Politiker sind wie Eunuchen sie wissen wie es geht tuen es aber nicht. Ich weis inzwischen das ich nicht genug weis obwohl ich meine Frau seit etwa 10 Jahren zu Hause versorge aber sie sollten mal etwas tun und nicht nur Reden schwingen, sie könnten mal all die Knüppel und Steine aus dem Weg räumen die einem von Kranken- und Pflegekassen in den weg geschmissen werden. Wenn sie von Reformen sprechen meinen sie Kürzungen. Sie sprechen von Kosten, aber scheinen nicht zu wissen das die Pflegefälle von Heute die Beitragszahler von Gestern sind.
19.03.2010 17:14 Uhr
von Oliver:
Solange aus dem Artikel nicht einmal hervor geht, für welche Pflegestufe sich diese Idee anbieten soll, ist eine Diskussion sinnlos.
19.03.2010 16:38 Uhr
von Wolfgang:
Es ist leicht gesagt, man könne einen Angehörigen daheim pflegen. Ich würde vorschlagen, daß die unwissende Frau Schröder mal selbst diese Aufgaben 2 Jahre daheim durchführt.
19.03.2010 15:40 Uhr
von Tobias Oestermann:
Ich selbst bin Altenpfleger und arbeite neben meinem Studium weiterhin in meinem erlernten Beruf. Frau Schröders Vorschlag hat bei mir einmal mehr Entsetzen darüber ausgelöst, dass viele Politiker nach wie vor kein realistisches Bild von Angelegenheiten haben, über die sie sich anmaßen Entscheidungen und politische Interventionen zu treffen.
Ich lade Kristina Schröder hiermit ein, mit mir zusammen zwei Wochen lang halbtags in der Altenpflege zu arbeiten. Bei dieser Gelegenheit kann sie sich ein realistisches Bild von der Pflege alter und dementer Menschen im ambulanten Bereich machen und die Sinnhaftigkeit ihres Konzeptes neu überdenken. Konsequenterweise müsste sie für diese Zeit natürlich nur 75% ihrer Diäten bekommen.
19.03.2010 15:10 Uhr
von MeckieMecker:
Wie waere es denn, wenn wir die Pflegefaelle einfach in Soylent Green verwandeln? Dann schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Wer sich die demographische Entwicklung in Deutschland ansieht, der wird erkennen, dass das momentane Niveau in der Pflege nicht gehalten werden kann. Warum Frau Schroeder, die wenigstens jetzt schon versucht gegen zu steuern, in der taz andauernd fuer ihren Vorschlag niveaulos kritisiert werden muss, ist unverstaendlich. Wenn jetzt nichts getan wird, werden unsere Angehoerigen in Verwahranstalten verrotten, bis sie uns den Gefallen tun, zu sterben. Wo bleiben denn Eure konstruktiven Vorschlaege? Soll der Vorschlag der Gruenen, die gesamte Pflege zu externalisieren ohne sich um die Kosten zu scheren, wirklich schon alles gewesen sein?
Ratlos
MeckieMecker
19.03.2010 14:41 Uhr
von Erna Kern:
Nicht brilliant, eher als Notloesung fuer Einzelfaelle tauglich.
Ohnehin machen da kaum Arbeitgeber mit, wenn ueberhaupt dann nur der im oeffentliche Dienst. Schliesslich weiss man bei Pflegefaellen nicht wie lange sie Pflegefall bleiben (im Gegensatz zur eingrenzbaren Elternzeit)!
Und: Pflegende ziehen auch hier den Kuerzeren (in der Mehrzahl sind's vermutlich finanziell schwaecher bestellte Frauen). Erst waehrend der Zeit der Pflege, und dann nach dem Tod des Angehoerigen. Dann gilt es, das Leben neu zu entdecken und zu gestalten, oft ausgebrannt, nun auch noch auf Jahre ueber Schulden dem Arbeitgeber verpflichtet, bei dem man vielleicht nur deshalb geblieben ist, weil er die Pflegeteilzeit ermoeglicht hat.
Mehr waere geholfen wenn die soziale Pflegeversicherung ehrlicher umgesetzt wuerde: gerechteres Einstufungsverfahren, gleiche Leistungsverguetung egal wer die Leistung erbringt usw. Aber das kostet ...
19.03.2010 12:41 Uhr
von Thomas Schöffel:
Viele Menschen pflegen ihre Angehörigen zuhause. Und das tun sie gut und kompetent. Bei medizinischen Problemen, die nicht durch ein Aspirin zu lösen sind, wendet sich der Durchschnittsbürger denn auch selbsverständlich an einen Arzt. Solange wir es jedem normalen Menschen zugestehen, seine Angehörigen selbst zu pflegen, solange muß es unverständlich bleiben, warum nicht auch der Normalbürger halbtags in einer Pflegeeinrichtung arbeiten können darf. Es wird ja nicht erwartet, daß er Herztransplantationen durchführt oder Anwendungen verordnet.
19.03.2010 11:56 Uhr
von Martha:
Das Modell muß natürlich in der Taz kritisiert werden, da es von der falschen Seite kommt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass insbesondere bei sehr alten Menschen und sterbenden Menschen sich die Pflege oft nur über kurze Zeit erstreckt und selbst für diese Zeit kaum eine Beurlaubung und zeitweise Entlastung der Angehörigen möglich ist. Nicht jeder möchte den Alten oder Kranken in ein Pflegeheim abschieben, solange es noch anders geht. Auch erfordert nicht in jedem Fall die Pflege eine Anwesenheit rund um die Uhr; die zeitweise Entlastung durch Teilzeit mindert deshalb für die Pflegenden den Stress. Schließlich braucht die Karriere nicht Jedem wichtiger zu sein als das Wohl seiner Angehörigen (insbesondere nicht, wenn man bereits etwas älter ist). Bei Frauen wird nun ein Klischee, die stets sorgende Mutter und Tochter, durch ein anderes Klischee ersetzt, die toughe Karrierefrau, die alles delegiert. Vielleicht kann man Frauen auch mal zutrauen, selbst zu entscheiden.
19.03.2010 09:38 Uhr
von Wolfgar:
Woher soll eine Politikerin das wissen. Die meisten von denen wüssten wahrscheinlich nicht mal wo man Lebensmittel kauft.
Leserkommentare
16.11.2011 12:44 Uhr
von Anette Susann:
Ein großer Teil der Angehörigen pflegen schon lange Zuhause und sehr gut.
Seit 30 Jahren war ich in der Altenpflege als exam. Pflegekraft gerne, wenn auch mit zu wenig Gehalt,tätig.
Bei dem Vorhaben der Familienministerin glaube ich nicht das es ein Gesetz braucht, damit Familienangehörige pflegen können. Die Angehörigen die die Pflege übernehmen wollen tun dies eh schon!
Aufgrund einer OP musste ich mich weiterbilden da mein rechter Arm lädiert ist. Jetzt bin ich Pflegeberaterin
und komme auch nicht weiter, da niemand diese Arbeit als solche anbietet bzw. kennt.
Unseren Politikern und innen würde ich gern ein halbes Jahr Arbeit in der Pflege bei der Bezahlung gönnen.
21.03.2010 22:53 Uhr
von Sabine:
Solange in der Politik eine Dame meines Alters hockt, und nicht mal ansatzweise eine Ahnung davon hat, was es heißt, einen Menschen zu pflegen (2 Jahre???? Wen pflegt die denn???) habe ich keine große Hoffnung, dass sich bei uns etwas positives in Sachen Familie und Pflege und Frauen tut. Was mache ich denn, wenn ich jetzt auf "Pflege" umstufe im Berufsleben und dann *hoppla* ein Kind kommt und ich in Erziehungs"urlaub" gehe? Und wie wird das alles "sozialrechnerisch" angerechnet? Werde ich dann auch zum "spätrömischen dekadentischem" Schmarotzer - weil ich meine Mutter gepflegt habe und es mir erlaubt habe, ein Kind zu bekommen?
Wahrscheinlich hat Madam aus Koch'schem Lager doch zu viel Hessische Luft und zu wenig realistisch, berufstechnische Luft geschnuppert.
Denn nach 2 Jahren sind wenig Pflegefälle "erledigt" ...
20.03.2010 14:36 Uhr
von Andrea:
Wie widerlich, das Abstimmungsergebnis. Die Pflege meiner Angehörigen ist eine Staatsaufgabe (= Meinung von knapp 60% der Taz-Leser).
Links = egoistisch
19.03.2010 19:58 Uhr
von K.-D.T.:
Politiker sind wie Eunuchen sie wissen wie es geht tuen es aber nicht. Ich weis inzwischen das ich nicht genug weis obwohl ich meine Frau seit etwa 10 Jahren zu Hause versorge aber sie sollten mal etwas tun und nicht nur Reden schwingen, sie könnten mal all die Knüppel und Steine aus dem Weg räumen die einem von Kranken- und Pflegekassen in den weg geschmissen werden. Wenn sie von Reformen sprechen meinen sie Kürzungen.
Sie sprechen von Kosten, aber scheinen nicht zu wissen das die Pflegefälle von Heute die Beitragszahler von Gestern sind.
19.03.2010 17:14 Uhr
von Oliver:
Solange aus dem Artikel nicht einmal hervor geht, für welche Pflegestufe sich diese Idee anbieten soll, ist eine Diskussion sinnlos.
19.03.2010 16:38 Uhr
von Wolfgang:
Es ist leicht gesagt, man könne einen Angehörigen daheim pflegen. Ich würde vorschlagen, daß die unwissende Frau Schröder mal selbst diese Aufgaben 2 Jahre daheim durchführt.
19.03.2010 15:40 Uhr
von Tobias Oestermann:
Ich selbst bin Altenpfleger und arbeite neben meinem Studium weiterhin in meinem erlernten Beruf. Frau Schröders Vorschlag hat bei mir einmal mehr Entsetzen darüber ausgelöst, dass viele Politiker nach wie vor kein realistisches Bild von Angelegenheiten haben, über die sie sich anmaßen Entscheidungen und politische Interventionen zu treffen.
Ich lade Kristina Schröder hiermit ein, mit mir zusammen zwei Wochen lang halbtags in der Altenpflege zu arbeiten. Bei dieser Gelegenheit kann sie sich ein realistisches Bild von der Pflege alter und dementer Menschen im ambulanten Bereich machen und die Sinnhaftigkeit ihres Konzeptes neu überdenken. Konsequenterweise müsste sie für diese Zeit natürlich nur 75% ihrer Diäten bekommen.
19.03.2010 15:10 Uhr
von MeckieMecker:
Wie waere es denn, wenn wir die Pflegefaelle einfach in Soylent Green verwandeln? Dann schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Wer sich die demographische Entwicklung in Deutschland ansieht, der wird erkennen, dass das momentane Niveau in der Pflege nicht gehalten werden kann. Warum Frau Schroeder, die wenigstens jetzt schon versucht gegen zu steuern, in der taz andauernd fuer ihren Vorschlag niveaulos kritisiert werden muss, ist unverstaendlich. Wenn jetzt nichts getan wird, werden unsere Angehoerigen in Verwahranstalten verrotten, bis sie uns den Gefallen tun, zu sterben.
Wo bleiben denn Eure konstruktiven Vorschlaege? Soll der Vorschlag der Gruenen, die gesamte Pflege zu externalisieren ohne sich um die Kosten zu scheren, wirklich schon alles gewesen sein?
Ratlos
MeckieMecker
19.03.2010 14:41 Uhr
von Erna Kern:
Nicht brilliant, eher als Notloesung fuer Einzelfaelle tauglich.
Ohnehin machen da kaum Arbeitgeber mit, wenn ueberhaupt dann nur der im oeffentliche Dienst. Schliesslich weiss man bei Pflegefaellen nicht wie lange sie Pflegefall bleiben (im Gegensatz zur eingrenzbaren Elternzeit)!
Und: Pflegende ziehen auch hier den Kuerzeren (in der Mehrzahl sind's vermutlich finanziell schwaecher bestellte Frauen). Erst waehrend der Zeit der Pflege, und dann nach dem Tod des Angehoerigen. Dann gilt es, das Leben neu zu entdecken und zu gestalten, oft ausgebrannt, nun auch noch auf Jahre ueber Schulden dem Arbeitgeber verpflichtet, bei dem man vielleicht nur deshalb geblieben ist, weil er die Pflegeteilzeit ermoeglicht hat.
Mehr waere geholfen wenn die soziale Pflegeversicherung ehrlicher umgesetzt wuerde: gerechteres Einstufungsverfahren, gleiche Leistungsverguetung egal wer die Leistung erbringt usw. Aber das kostet ...
19.03.2010 12:41 Uhr
von Thomas Schöffel:
Viele Menschen pflegen ihre Angehörigen zuhause. Und das tun sie gut und kompetent. Bei medizinischen Problemen, die nicht durch ein Aspirin zu lösen sind, wendet sich der Durchschnittsbürger denn auch selbsverständlich an einen Arzt. Solange wir es jedem normalen Menschen zugestehen, seine Angehörigen selbst zu pflegen, solange muß es unverständlich bleiben, warum nicht auch der Normalbürger halbtags in einer Pflegeeinrichtung arbeiten können darf. Es wird ja nicht erwartet, daß er Herztransplantationen durchführt oder Anwendungen verordnet.
19.03.2010 11:56 Uhr
von Martha:
Das Modell muß natürlich in der Taz kritisiert werden, da es von der falschen Seite kommt.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass insbesondere bei sehr alten Menschen und sterbenden Menschen sich die Pflege oft nur über kurze Zeit erstreckt und selbst für diese Zeit kaum eine Beurlaubung und zeitweise Entlastung der Angehörigen möglich ist. Nicht jeder möchte den Alten oder Kranken in ein Pflegeheim abschieben, solange es noch anders geht.
Auch erfordert nicht in jedem Fall die Pflege eine Anwesenheit rund um die Uhr; die zeitweise Entlastung durch Teilzeit mindert deshalb für die Pflegenden den Stress. Schließlich braucht die Karriere nicht Jedem wichtiger zu sein als das Wohl seiner Angehörigen (insbesondere nicht, wenn man bereits etwas älter ist). Bei Frauen wird nun ein Klischee, die stets sorgende Mutter und Tochter, durch ein anderes Klischee ersetzt, die toughe Karrierefrau, die alles delegiert. Vielleicht kann man Frauen auch mal zutrauen, selbst zu entscheiden.
19.03.2010 09:38 Uhr
von Wolfgar:
Woher soll eine Politikerin das wissen.
Die meisten von denen wüssten wahrscheinlich nicht mal wo man Lebensmittel kauft.