• 22.06.2010

Krise der Nachrichtenagenturen

Vorm endgültigen Redaktionsschluss

Über Jahrzehnte galten große Presseagenturen als Quellen für das klare Wasser aller seriösen Nachrichten. Nun kämpfen sie ums Überleben. Der Grund: Heute kann jeder "Ticker" spielen.von Steffen Grimberg

  • 30.06.2010 10:42 Uhr

    von Die Springer-Presse:

    Die Springer-Blätter sind auch nicht mehr was sie mal waren, dass zeigt sich vor allem in der streng politisch korrekten Moderation der Leserkommentare. Tatsächlich geht es eher darum die Allmacht politisch korrekter Denkstrukturen in den Redaktionen auszuhebeln. Im Internet findet sich auch die echte Realität, man muss aber schon etwas suchen.

  • 28.06.2010 23:22 Uhr

    von R.Steiner:

    Also zum Thema Agenturen darf auch und gerade die taz sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen.Wer schreibt denn die aktuellen Kurzmeldungen?
    In diesen Zeiten,alles umsonst und sofort im Netz,ist der Kunde(auch Ich)bereit dann für Informationen zu bezahlen wenn sie von eigenen Redakteuren stammen,am besten selbst recherchiert.
    Leider gibts noch zwei deutsche Tageszeitungen,FAZ und SZ die fast überall auf der Welt eigene Korrespondenten haben.Daran muss sich jede Zeitung,jedes Magazin,ob gedruckt oder digital,messen lassen.
    Glaubt wirklich jemand in den Verlagshäusern,das ich für abgeschriebene Agenturmeldungen mit dem anonymen Kürzel Geld ausgebe??
    Ausser dem SPIEGEL gibt es ja auch kein richtiges Nachrichtenmagazin mehr.
    An der Qualität sparen heißt,sich sein eigenes Grab zu schaufeln,denn umsonst kann jeder.

    Viele Grüße!!

  • 28.06.2010 11:49 Uhr

    von Peter Meier:

    Schauen Sie sich doch mal die Blätterlandschaft an:

    Überall dieselbe "Nachricht", nur in eigenen Worten gefasst. Dabei kann man über mehrere Artikel hinweg erkennen, daß oft sinnverfälschen gerade Überschriften gewählt werden, und die Botschaft nach dem Prinzip Stille Post sich immer weiter von der Wahrheit, na, zumindest von der Ursprungsnachricht entfernt. Und da, wo's vielleicht interessant werden würde weil die Hintergründe erscheien sollten, die Nachricht zu Ende ist.
    Egal, ob der Inhalt nun von Agenturen stammt oder von einer anderen Zeitung abgeschrieben wurde, das ist Journalismus wie wir ihn nicht wollen.

    Die Botschaft von CNN ist also nicht, sich von AP gelöst zu haben, sondern endlich mal eigenen Inhalte zu bringen. DAS haben anderen Zeitungen aber offenbar nicht verstanden, die wollen nur BILLIGER an ihre Abschreibvorlagen kommen und grasen dazu heute das Internet ab.

    Wenn ich dpa oder AP lesen will, sollte es mir eigentlich reichen, direkt den Originalartikel zu lesen. Gerade in Zeiten des Internets wäre das kein Problem (aber nur AFP erlaubt das). Niemand braucht die Lokalzeitungen die damit ihre Lücken zwischen der Werbung füllen.

  • 24.06.2010 07:52 Uhr

    von tnj:

    Schliesse mich dem Kommentar von Herrn Wartburg an: Der Schlüssel zur Macht waren die von zu wenigen Menschen kontrollierten Massenmedien. Das Konzept unabhängiger Berichterstattung über einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk wurde z.B. nicht konsequent umgesetzt - Parteimitglieder sitzen in Aufsichtsräten, Manipulation und Filz sind an der Tagesordnung etc.

    Unsere seit Jahrhunderten geprägte Vorstellung von Wissen und Information, vom geistigen Eigentum wird durch die neue Unmittelbarkeit der Informationsverteilung untergraben, geradezu aufgelöst - Wissen ist Macht, doch zeigt das neue Medium Internet in nie dagewesener Weise wie wahr dieser Ausspruch von Francis Bacon ist und wieviel Missbrauch mit Wissen und kalkulierter Unwissenheit der Masse getrieben wird, in welch gigantischen Lügen unsere Gesellschaft eigentlich lebt. Und kann darüber zu einer neuen Sichtweise von Information führen: Sie ist nicht dazu da, um kleineren Gruppen auf Kosten aller zu bereichern, auch wenn das über Jahrhunderte funktionierte - vgl. die Begriffe Wissensschutz und Herrschaftswissen.

    Die von 'traditionellen' Seilschaften erbaute Sandburg der Macht wird nun durch verflüssigtes Wissen unterspült - die bisher durch Deutungshoheiten ausgeübte Medienmacht fliesst durch digitale Leitungen äquilibrierend dorthin, wo sie hingehört: zu allen Menschen.

  • 23.06.2010 14:20 Uhr

    von Thomas Wagensonner:

    Eine vielleicht abzusehende Entwicklung. Wie sieht das denn die TAZ für das eigene Blatt? Welche Rolle spielen Agenturen für die TAZ? Wäre ein Verzicht realistisch? Hebt Agenturabstinenz die Qualität, wie WAZ-CR Ulrich Reitz behauptet, oder ginge Euch dadurch Vielfalt und Tiefe verloren?

    Zum vorherigen Kommentar: Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht eine dröge, aber in ihrer Arbeit recht transparente Agentur den AGBs von facebook, Apple, Google & Co. vorziehe. Ende der Gatekeeper stimmt einfach nicht. Die Schlüssel haben jetzt halt andere in der Tasche.

  • 23.06.2010 09:54 Uhr

    von Axel Wartburg:

    Für mich liegt der Grund darin, dass die großen Nachrichtenagenturen gleichgeschaltet zensieren.

    Kaum etwas, was nicht von der dpa aufgenommen wird, schafft es in die Schlagzeilen der Mainstreammedien.

    So wird den Bürgerinnen und Bürgern, überwiegnd ein einseitiges Bild der Realität gezeigt und vorgegaukelt, dass diese subjekitve Wahrheit faktisch die allumfassende Realität sei.

    Strukturwandel, auch hier, denke ich:
    Immer weniger Mesnchen lassen sich durch die Mainstreammedien demhingehend manipulieren, dass sie glaubenm was dort geschrieben steht.

    Die Allmacht der von mir als Zensoren, wenn nicht gar Diktatoren erfassten, Frau Mohn und Frau Springer bröckelt, wie mir scheint.
    Endlich, meine ich.

    Liebe Grüße

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