Konflikt um Kunsthaus geht weiter
Tacheles wird eingemauert
Zwangsverwalter lässt Mauer hochziehen und zerstört dabei Künstlerateliers. Dabei gibt es offenbar einen Kaufinteressenten, der mit Bewohnern arbeiten möchte.von ROLF LAUTENSCHLÄGER UND KONRAD LITSCHKO
Leserkommentare
29.05.2011 12:48 Uhr
von Samuel:
Dank zugereister Bratzen, dümmlichster Investoren und Politiker ist Berlin doch schon längst Stuttgart und nur noch eine Touri-Feierbrache, kreative urbane Räume wurden bereits großflächg ausradiert und die Verantwortlichen setzen ihren Feldzug der trostlosen städtischen Einöde ungehemmt fort, die Dummheit der Menschen ist eben grenzenlos...
14.04.2011 15:54 Uhr
von malzbonbon:
zitat: ...Die Wege ins Gebäude hinein und wieder heraus sowie die Zufahrt zum Hof über das Nebengrundstück seien zugänglich. ....
Na da freut sich doch der Besitzer des Nachbargrundstücks wenn er plötzlich einen "Zwangsrettungsweg bzw Zwangszugang" für ein anderes Grundstück bereit zustellen hat.
Wenn das Verfahren lange genug dauert gibt es dann noch ein Gewohnheitsrecht?!
13.04.2011 23:46 Uhr
von grafinger:
"Das Kunsthaus Tacheles zu vernichten ist in der Tendenz so intelligent, als würde Paris Montmartre schließen." jammert ein "Berliner" und kennt das Viertel nur aus "Les Ripoux".
Das Tacheles ist wie "der Montmartre" zum touristischen Schund verkommen.
Da ist doch jeder Pflastermaler in der Fußgängerzone einer provinziellen Kleinstadt mehr Künstler als diese exaltierten Pseudos.
13.04.2011 20:41 Uhr
von Pro Recherche:
In dem ganzen Konflikt verwundern zwei Umstände:
1. Warum ist den Politikern und Bewohnern Mittes und Berlins das Schicksal dieses einmaligen Ortes scheißegal? Da scheint niemand Anstoß dran zu nehmen, dass die steuerfinanzierte HSH Nordbank eines der letzten Nachwenderelikte klein hackt.
2. Der selbsternannte und von Gottes Gnaden eingesetzte Österreicher, der den verbliebenen untätigen Künstlerhaufen anführt, rührt keinen Finger für die anderen Betroffenen im Haus. Demokratie=Fehlanzeige, Solidarität=0
Kein Wunder also. Berlin wird wieder von einem Österreicher an die Wand gefahren.
13.04.2011 15:47 Uhr
von not convinced:
also vor 20 jahren, hätte ich mich für das konzept des tacheless als freiraum noch stark gemacht, aber heute ist das ganze in meinen augen eine pseudokulisse und kommerzschuppen für touristen. vom einstigen flair ist doch nichts mehr übrig. im zusammenhang vom tacheless von künstlern zu sprechen ist eine beleidigung für die zunft, genauso gut könnte man den herrgottschnitzern von oberammergau den bildhauerstatus zugestehen, wobei die letzten vermutlich noch ehrlicher sind, da sie ihren schund nicht zu kunst deklarieren.
das andere ist die rolle der laufenden immobiliendeals, welche schwer durchschaubar und wenig rücksichtsvoll auf gewachsene strukturen rücksicht nimmt, hauptsache kapitalakumulation, nicht weniger ekelig.
vielleicht gelingt es ja trotzdem das tacheless als kreativen freiraum zu erhalten und dann die ganzen pseudokünstler rauszuschmeissen. ernsthafte leute, die dringend räume für vernünftige ideen suchen, gibt es genug.
13.04.2011 09:19 Uhr
von Simon:
selber schuld ... wissen wir doch schon lange, dass Künstler (oder sogenannte Kreative) die Gentrifizierer anziehen wie Licht die Motten.
Warum nicht also so kreativ, dass man nicht in das Kommerzfahrwasser kommt und den Standort für Investoren unattraktiv macht. Aber ein Großteil der Künstler oder "Kreativen" träumt genauso vom Durchbruch und vom großen Geld. Ist also von der Motivation nicht besser bzw. anders als die Gentrifizierungsmafia.
Ciao, Ciao Tacheles!
13.04.2011 05:10 Uhr
von Berliner:
Das Kunsthaus Tacheles zu vernichten ist in der Tendenz so intelligent, als würde Paris Montmartre schließen.
Eine Stadt kann sich auch selbst ihres Flairs und ihrer Attraktionen berauben.
12.04.2011 22:57 Uhr
von Hüseyin Arda:
Diese Ausstellung wurde heute morgen zerstört....
http://www.scribd.com/full/49158241?access_key=key-pgmon5t6bhwocjxoav3
Die Menschen in dieser Stadt müssen endlich die Initiative ergreifen...
Die Künstler vor Ort haben heute klipp und klar erklärt..
"Es ist unsere Stadt unser aller Freiraum...
WIR GEHEN NICHT FREIWILLIG UND AUCH NICHT FÜR GELD!"
Für eine tolerante und vielfältige Stadt und die alternative (nicht institutionalisierte) Kunst, für die freie Kunst
ERGREIFEN BITTE AUCH SIE DIE INITIATIVE UND AGIEREN SIE!
Es ist Ihre Stadt. Es geht um Berlin.
12.04.2011 21:09 Uhr
von woz:
Hätten die Banker & ihr Zwangsverwalter mit dem Mauerbau nicht bis zum 13. August warten können?
12.04.2011 20:25 Uhr
von Dr.ago:
"Keiner hat Absicht, eine Mauer zu errichten". Sicherheitsleute bewachen die Mauerbau, wer da Parallelen sieht, selber schuld
12.04.2011 19:55 Uhr
von Mauerspecht:
Wie hieß das noch? "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!" 20 Jahre nachdem die damalige Mauer abgerissen wurde gibt es nun offenbar eine neue Touroristenattraktion.
Jetzt fehlt nur noch ein spritziger Wasserwerfereinsatz und fertig ist das Tacheles21!