Kommentar von SEBASTIAN HEISER
Endlich mal eine gute Nachricht: Die BVG will ihre Fahrgäste nicht mehr aufregen. Leider geht es aber nicht darum, Millionenverluste durch Fehlspekulationen an den Finanzmärkten zu vermeiden. Es geht auch nicht um Fortbildungen für ungehobelte Kontrolleure oder um mehr Pünktlichkeit bei Bussen und U-Bahnen. Sondern die BVG will ihren Fahrgästen die Aufregung ersparen, sich die Werbung einer atheistischen Initiative auf ihren Bussen angucken zu müssen. Dafür verzichtet sie auch gern auf zusätzliche Einnahmen.
Die Entscheidung der Berliner Verkehrsbetriebe ist völlig unverständlich. Vor allem die Begründung. Schließlich müssen die Fahrgäste es auch ertragen, dass die Seitenscheiben vieler Busse flächendeckend mit Werbung zugeklebt sind und dass die Stadt aus diesen Bussen nur über kleine Löcher in der Werbung zu sehen ist. Die Fahrgäste hatten es schließlich vor Kurzem auch zu ertragen, dass die Anhänger von "Pro Reli" durch die U-Bahnen gingen und dort Unterschriften sammelten. Dabei ging es um Werbung für ein Volksbegehren, das den Religionsunterricht stärken soll. Die BVG nahm dafür kein Geld ein - und stimmte der Unterschriftensammlung trotzdem zu.
Wenn es dagegen um Aufklärung statt um Religion geht, dann lehnt die BVG dankend ab und verzichtet auf Einnahmen. Aber auf die ist sie ja auch nicht unbedingt angewiesen, schließlich gehört sie dem Land Berlin - die jährlichen BVG-Verluste trägt also am Ende der Steuerzahler. Das Land sollte dem Spuk nun schnell ein Ende bereiten und mit einer verbindlichen Anweisung die BVG auf den Weg zur Erkenntnis führen.
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Leserkommentare
29.04.2009 17:03 | Manuela
>Denn die (nicht genannten) Argumente gegen Gottes Wirklichkeit sind keineswegs so selbstevident wie ihre Vertreter behaupt ...
19.03.2009 09:23 | Jochen Banik
Diese Kampagne als Aufklärung zu bezeichnen halte ich für zumindest übertrieben. Der vorgeschlagene Satz ist nämlich so dum ...
18.03.2009 23:58 | Matthias Burghardt
Was hat denn Atheismus mit der Aufklärung zu tun? Es würde sich lohnen, hierzu mal in einer Philosophiegeschichte zu blätte ...