Kommentar von Daniel Bax
Die deutsche Islampolitik ist nicht frei von Widersprüchen. Gerade erst plädiert Außenminister Westerwelle mit Blick auf den Arabischen Frühling dafür, auch mit Islamisten zu reden, sofern sich diese zu Demokratie und Menschenrechten bekennen. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt in ihrer aktuellen Videobotschaft um mehr Migranten im öffentlichen Dienst.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Doch was macht Bayern? Es verweigert einem Realschullehrer die Verbeamtung, weil ihm eine islamistische Gesinnung unterstellt wird, obwohl er sich zu Verfassung und Demokratie bekennt.
Zwar ist die "Muslimische Jugend", in der sich der Lehrer engagierte, umstritten: einerseits wurden die interreligiösen Dialogprogramme dieses Jugendverbands in der Vergangenheit gelobt und sogar staatlich gefördert. Andererseits wird der Verband in mehreren Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet. Aber nur in Deutschland ist es möglich, wegen der Mitgliedschaft in einem legalen Verband nicht in den Staatsdienst aufgenommen zu werden. Und Bayern war hier schon immer besonders streng.

DANIEL BAX
ist Redakteur im Parlamentsbüro der taz.
Foto: tazNeu ist, dass sich das staatliche Misstrauen nicht mehr vor allem gegen Linke, sondern gegen Muslime richtet. Bedauerlich, dass sich auch die bayrische Justiz dieser restriktiven Haltung von Verfassungsschutz und Schulbehörde anschließt.
Damit bleibt dem betroffenen Lehrer eine Karriere an einer staatlichen Schule in Bayern versagt. Wenn er nach diesem Berufsverbot auf bayrische Art nicht in Berufung gehen will, kann er es zwar immer noch in einem anderen Bundesland versuchen, oder er kann sich an einer muslimischen Privatschule bewerben, von denen es auch in Deutschland immer mehr gibt.
Beides aber trägt nicht zur Integration bei. Sondern zur Ausgrenzung von unbequemen Muslimen aus der Mitte der Gesellschaft.
Sollte man die Zeit vergessen, Giovanni di Lorenzo? Ein Gespräch in der Sommerlounge mit dem Chefredakteur der Zeit. von Peter Unfried

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

14 Jahre war Thomas Schaaf Trainer bei Werder Bremen – genug Zeit, seinen trockenen Humor in vielen Interviewantworten unter Beweis zu stellen.

Am Samstag ist es wieder so weit: Im schwedischen Malmö kämpfen 39 Länder um den ersten Platz beim ESC. Wir wissen, auf welche Teilnehmer Sie besonders achten können.

Leserkommentare
18.01.2012 16:08 | Frankie aus B. an der S.
Die bayerische Entscheidung, diesen jungen Mann nicht zu verbeamten ist m.E. absolut diskriminierend. Ich hoffe inständig, ...
18.01.2012 15:36 | Nora
Ich denke -vergeblich- immer wieder darüber nach: ...
18.01.2012 15:36 | Nora
Ich denke -vergeblich- immer wieder darüber nach: ...