• 27.04.2010

Die Konzerne werden also noch den letzten Tropfen aus Ölsanden oder der Tiefsee pressen, wenn es sich rechnet und wenn sie es dürfen. Doch die Zukunft gehört dem Raps.

Der Schmierstoff unseres Lebensstils

KOMMENTARvon Heike Holdinghausen

  • 03.05.2010 14:44 Uhr

    von Amos:

    Was für ein herrlicher Planet! Und was für ein schäbiger Mutant der Mensch (Die Krone der Schöpfung) doch dagegen ist. Er schafft es, dass dieser unser aller Planet vor die Hunde geht. Dieser unser Planet geht durch die Gier zugrunde. Die Wissenschaft, auch ein Produkt der Gier, hat mit zu der Ausbeutung der
    Erde beigetragen. Die Wissenschaft und "die Politik bekommen alles in den Griff"-, nur nicht das Wesentliche. Nämlich der Erhalt unserer Welt.

  • 29.04.2010 13:56 Uhr

    von landmann:

    Die traditionellen Verfahren zur Treibstoffgewinnung aus Raps sind ungeeignet, weil nur die Ölsaat benutzt wird. Brauchbare Wege wie der Fischer-Tropsch-Prozess (man googele nach "Choren Freiberg" ...) verwenden dagegen die ganze Pflanze und bieten zudem die Möglichkeit, Designer-Kraftstoffe mit gewünschten Inhaltsstoffen und Eigenschaften zu produzieren.

    Allerdings ist seit langem klar, dass wir auch bei Einsatz der Biokraftstoffe der neuen Generation nicht mal unser Mobilitätsverhalten (geschweige denn Heizung, industrieller Verbrauch, ...) aufrecht erhalten könnten, weil alle Acker- und Waldflächen - die schließlich auch weitere Aufgaben wie Ernährung, Stabilisierung des Ökosystems, Artenvielfalt, wirtschaftliche Funktionen, Erholung etc. haben - das nicht hergeben. Energie aus Biomasse (ob Raps oder Holz oder oder ...) ist ein wichtiger Baustein, sollte aber nicht überschätzt werden. Die Obergrenze des Biomasse-Potenziales wird bei ca. 4 % unseres Energiebedarfs angesetzt, ist aber natürlich immer auch abhängig von der Effizienz, mit der das eingesetzt wird.

    Wind und Sonne, dazu ein wenig Biomasse - die langfristig, wenn das Öl ausgeht, als Grundstoff z.B. für die chemische und pharmazeutische Industrie unersetzlich sein wird! - sowie noch zu optimierende Verfahren werden es bringen müssen, wenn wir ohne Öl, Kohle, Gas und Kernkraft auskommen wollen.

    Ob das angesichts des weltweit wachsenden Ressourcen-Verbrauchs und der trotz Kyoto weiter steigenden Emissionen schnell genug geht, um ohne erhebliche gesellschaftliche und soziale Erschütterungen wie Hunger, Kriege und die auf derart katastrophalen Wegen eintretende Verringerung der menschlichen Bevölkerung realisierbar ist, wage ich leider zu bezweifeln. solange die Macht allein am Geld hängt.

  • 29.04.2010 13:11 Uhr

    von Dr. Ludwig Paul Häußner:

    Statt höherer Ökosteuer Ökoabgaben mit Ökobonus
    -----------------------------------------------

    Frau Holdinghausen schreibt:

    "Zum einen bietet sich ein Instrument wie die Ökosteuer an, die in Deutschland seit 2003 nicht mehr erhöht wurde: Es wäre mal wieder an der Zeit."

    Doch mit einer solchen ökoetatistischen Denkweise lassen sich keine demokratischen Mehrheiten erzielen.

    Sicherlich sind die fossilen Energieträger staatlicherseits höher zu belasten. Leider ist die Ökosteuer noch nicht das richtige Instrument.

    Jede Verteuerung der Energieträger durch eine Ökosteuer verschärft den Verteilungskampf – national wie global. Der Staat darf außerdem nicht „Dealer“ von Umweltgütern sein, sondern der, der für deren nachhaltige Nutzung den Ordnungsrahmen schafft.

    Deshalb brauchen wir einen anderen, neuen gedanklichen Ansatz, der aus drei Ebenen besteht, wie wir dies in der beiliegenden Publikation beschrieben haben

    Sieh Link: „Klimaschutz und Ernährungssicherheit – Ein ordnungspolitischer Ansatz“.


    http://digbib.ubka.uni-karlsruhe.de/volltexte/1000008914

    Im Gegensatz zur Ökosteuer, mittels der u. a. die deutschen Rentenkassen finanziert werden, sind Abgaben zweckgebunden. Der Zweck von Ökoabgaben ist die Begrenzung der Naturnutzung durch einen ökonomisch effizienten Umgang mit den knappen Ressourcen. Die durch Ökoabgaben erzielten Einnahmen gehören aber nicht dem Staat sondern seinen BürgerInnen und sollten deshalb als Ökobonus – über die persönliche Steueridentifikationsnummer – rückvergütet werden. Denn das Recht an den natürlichen Ressourcen ist ein Menschenrecht und findet durch den Ökobonus seinen monetären Ausdruck.

    Wir haben also die drei Ebenen: Suffizienz, Effizienz und Äquivalenz.

    Als taz-Abonnent würde ich mich freuen, wenn dieser Ansatz in künftigen Artikeln berücksichtig würde.

    L.P.Häußner,Karlsruhe

  • 29.04.2010 09:07 Uhr

    von Mathias:

    Hat die Autorin nichts gelernt? Wie war das mit der Regenwaldabholzung und der Nahrungsknappheit wegen Nutzflächen für Biosprit?

  • 29.04.2010 07:50 Uhr

    von claudia:

    @jakob:
    >>An den Autor: Sie wissen schon dass der Kunstdünger zum Anbau von Raps auch aus Erdöl hergestellt wird?<<
    Ja schon. Aber Erdöl, das nicht verbrannt wird, erzeugt kein CO2. Wenn man also voll auf die CO2-Bilanz fokussiert und alles Andere konsequent ausblendet, dann stimmt die Rechnung und die Dividenden aus Automobilaktien dürfen weiterbrummen.

    ---
    >>Er fließt dann nur noch in den Tank, wenn er eine bestimmte Menge CO2 einspart und keine ökologisch wichtigen Flächen zerstört wurden.<<
    Was sind „ökologisch wichtige Flächen”? Flächen, die als Naturschutzgebiet ausgeweisen sind? Klar, dort dürfen weder Raps noch Kartoffen angebaut werden.

    ---
    Bei Industrierohstoffe gelten nicht die Bestimmungen für Nahrungsmittel. Das heißt nicht nur, daß der Pestizidgehalt egal ist, wenn Rapsöl für „Biodiesel” umgeestert wird. Sondern genetisch umprogrammierter Dieselraps wird wie Amflora ruckzuck genehmigt. Es würde mich sehr wundern, wenn Monsanto oder BASF noch keine Ölpflanze in der Pipeline hätten.

    Außerdem könnten vielleicht einige Großagrarier kräftig Subventionen absahnen dafür daß sie „klimaschützende” Rohstoffe anbauen.

    >>Palmöl<<
    Dafür muß man nur noch die restlichen Regenwälder abholzen.

    Hauptsache, man denkt nicht über das unrationelle Verkehrs- und Transportsystem nach. Da hängen nämlich allzuviele Dividendenempfänger am Tropf.

  • 28.04.2010 13:24 Uhr

    von jakob:

    Ich persönlich bezweifle dass die Nutzung von Rapsöl als Erdölersatz wirtschaftlich ist...

    Erstens würde bei augenblicklichem Verbrauch SEHR viel mehr Raps angebaut werden - mit den üblichen konsequenzen (Monokultur, Bodenauslaugung, Schädlinge / Schädlingsbekämpfungsmittel, hoher Kunst(!)düngerverbrauch etc etc)

    Zweitens möchte ich auf einschlägige Ergebnisse aus den USA verweisen, wo man aus Mais Alkohol destilliert und dann vertankt hat - was zu Nahrungsmittelknappheit in Mexiko geführt hat, und auch nicht billiger ist als Erdöl.

    Zu guter Letzt: ich denke, die einzig sinnvolle zukunftssichere Energiequelle ist Solarstrom. Ausserdem ist es sicherlich auch an der Zeit, den übermäßigen Individualverkehr etwas zu drosseln und auf öffentlichen Nahverkehr umzusteigen.

    An den Autor: Sie wissen schon dass der Kunstdünger zum Anbau von Raps auch aus Erdöl hergestellt wird?

  • 28.04.2010 09:07 Uhr

    von alcibiades:

    Ach, und die funktioniert, die Nachhaltigkeitsverordnung? Supi. EU-Verordungen retten die Welt.

  • 27.04.2010 20:20 Uhr

    von Simon:

    Superidee! Raps statt Erdöl!

    Klingt zumindest so. Raps bzw Bio-Kraftstoffen gehört also die Zukunft. Die Umwelt wirds freuen. Uns auch?

    Für mich klingt das zu sehr nach: Raps statt Getreide! Weil es ja auch wichtiger ist, Auto zu fahren und zu Fliegen als Menschen zu ernähren.

    Diese Welt kotzt mich an.
    Ich hab aufgehört, Fleisch zu essen, weil unser Konsumverhalten dazu führt, das Menschen sterben!!!
    Tier- und Umweltschutz haben dabei ein untergeordnete Rolle gespielt, ist zwar nicht scheißegal... aber doch im Vergleich zum Hungerproblem fast.

    Mit freundlichen Grüßen, Simon

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