Kommentar von Sven-Michael Veit
In Hamburg herrscht Wohnungsnot. Da gibt es nichts zu bemänteln. Und in Hamburg herrscht Mietenhorror. Auch das ist nicht zu leugnen. Hamburg ist aber auch eine grüne Stadt. Und das soll sie gefälligst auch bleiben. Günstig wohnen im Grünen - klingt wie die Quadratur des Kreises, ist aber eine durchaus realistische Möglichkeit.
Es muss grundsätzlicher Konsens darüber bestehen, dass Wohnungsbau zuerst dort stattfindet, wo Flächen bereits genutzt werden. Die Umwandlung von Gewerbe und Kasernen, die Konversion von Hafen- oder Bahnflächen muss Priorität haben. Selbstverständlich muss der Flächenfraß vor Landschaftsschutzgebieten Halt machen.
Neubau ist notwendig, um die Wohnungsnot zu lindern und die Mietpreisspirale zu stoppen. Das ist aber nicht das einzige Mittel. Mit relativ simplen juristischen Eingriffen kann der Mietenspiegel mieterfreundlicher gemacht werden, auch Obergrenzen bei Neuvermietungen müssen wieder eingeführt werden. Denn es darf nicht sein, dass Mietwucher rechtlich gesehen nicht als Mietwucher gilt.
Deshalb hat auch die Expertenanhörung im Rathaus klar gemacht, dass es auf dem Wohnungsmarkt so nicht weitergehen kann. Wohnungen bauen ist das eine. Sie müssen aber auch bezahlbar sein.
Und ein bisschen Grün drumrum darf gern auch noch sein.
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Leserkommentare
21.01.2012 14:24 | Hase
Reicht ein "ein bisschen Grün drumrum" bei den kommenden Wahlen zum Regierungswechsel? Wir sind uns da nicht so sicher!