Kommentar von DOMINIC JOHNSON
Gesundheit ist ein globales Problem, und seine Lösung muss ebenfalls global sein. Der neue Weltgesundheitsberichts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt den Fokus auf die Frage der nachhaltigen Finanzierung der Gesundheitsversorgung weltweit. Dies ist keineswegs ein auf die ärmsten Länder der Welt beschränktes Problem, wie die Debatte nicht zuletzt in Deutschland zeigt.
Paradoxerweise zeigen gerade die ärmsten Länder Auswege aus dem Finanzierungsdilemma. Von der Elfenbeinküste bis Ruanda führen immer mehr Regierungen staatliche Gesundheitsdienste ein. Die bieten Basisversorgung für die Bevölkerungsmehrheit an, die sich keinen Arztbesuch leisten kann. Zwar steckt dieses Modell noch in seinen Anfängen, aber der Grundgedanke ist richtig.
Internationale Geberländer sollten mehr für den gezielten Aufbau dieser Gesundheitsdienste tun. Eventuell gäbe ihnen dies auch Ideen für sich selbst. Dies bedeutet nicht nur höhere Anteile für Gesundheitsetats im Rahmen der Budgethilfe. Es geht auch darum, Einwanderungsrecht und Visavergabepraxis zu lockern, um die gezielte Ausbildung von Medizinern und Pflegern zu erleichtern, sowie um die Finanzierung besserer Gehälter.

Dominic Johnson ist Redakteur im Auslands-Ressort der taz. Foto: taz
Außerdem sollten die bestehenden internationalen Fonds für Teilbereiche der Gesundheitsversorgung ausgeweitet werden. Der UN-Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria gilt bereits als das effizienteste internationale Programm zum Umgang mit den drei tödlichsten Seuchen der Welt. Seine Arbeitsweise könnte man auch auf die Grundversorgung werdender Mütter und Kleinkinder anwenden. Internationale Impfprogramme für Kinder funktionieren selbst in Afghanistan oder Kongo; auch diese Erfahrungen haben Modellcharakter.
Letztlich muss es um einen Weltgesundheitsfonds gehen, der die internationale Solidarität bündelt und zielgerecht einsetzt. Eine Debatte über ein solches Ziel ist überfällig.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
23.11.2010 16:53 | hto
@vic ...
22.11.2010 23:44 | vic
Grundvoraussetzung dafür wäre Solidarität. ...